Schlüsselblumentee gegen Migräne: Wirkung und natürliche Alternativen

Kopfschmerzen und Migräne sind weit verbreitete Beschwerden, die das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen können. Während Spannungskopfschmerzen oft als dumpfer, beidseitiger Druck empfunden werden, ist Migräne eine neurologische Reizverarbeitungsstörung, die sich durch starke, pulsierende Schmerzen, Übelkeit und Lichtempfindlichkeit äußern kann. Viele Betroffene suchen nach natürlichen Alternativen zu herkömmlichen Schmerzmitteln, um die Häufigkeit und Intensität ihrer Attacken zu reduzieren. Eine solche natürliche Option ist der Schlüsselblumentee, der in diesem Artikel näher beleuchtet wird.

Ursachen und Auslöser von Kopfschmerzen und Migräne

Es beginnt oft leise. Ein Druck hinter der Stirn, ein Ziehen im Nacken, ein dumpfes Pochen - und plötzlich ist der Kopf keine denkende Zentrale mehr, sondern ein dröhnender Gong. Fast jeder Mensch kennt Kopfschmerzen, aber kaum jemand weiß, wie unterschiedlich sie sein können. Während der eine nach einer Tasse Wasser und frischer Luft wieder fit ist, liegt die andere stundenlang im dunklen Zimmer, weil jeder Lichtstrahl schmerzt. Unser Kopf kann auf viele Arten weh tun.

Häufige Auslöser für Spannungskopfschmerzen sind: zu langes Sitzen, wenig Schlaf, zu wenig trinken, Stress, Kieferpressen oder Hormonschwankungen. Migräne dagegen hat meist mehrere Auslöser gleichzeitig - Stress, bestimmte Nahrungsmittel (z. B. Schokolade und Käse) oder Wetterfühligkeit.

Die Pflanzenwelt als natürliche Hilfe

Die Pflanzenwelt hält viele natürliche Helfer bereit. Ein paar Tropfen Pfefferminzöl auf Schläfen und Stirn sind oft schon genug: Das enthaltene Menthol wirkt kühlend, entspannend und leicht betäubend. Lavendelöl beruhigt nicht nur die Nerven, sondern senkt auch Muskelspannung und Stresspegel. Inhalation oder äußerliche Anwendung (verdünnt) kann die Schmerzintensität reduzieren. Melisse ist Balsam für ein überreiztes Nervensystem. Sie gleicht Stresshormone aus und hilft, wenn Anspannung und Kopfschmerz Hand in Hand gehen. Die natürliche Vorgängerin des Aspirins enthält Salicin, das im Körper zu Salicylsäure wird. Es wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd. Das duftende Mädesüß - manchmal auch „Wiesenkönigin“ genannt - enthält ebenfalls Salicylverbindungen, allerdings in milderer, magenfreundlicher Form als die Weidenrinde. Es wirkt schmerzstillend, entzündungshemmend und leicht entwässernd - perfekt, wenn Kopfschmerzen durch Wetterfühligkeit oder hormonelle Schwankungen begünstigt werden.

Schlüsselblume (Primel): Heilwirkung und Anwendung

Die Schlüsselblume (Gattung: Primel) ist nicht nur eine hübsche Pflanze, sondern hat auch eine heilende Kraft auf den Körper. Dank ihrer schleimlösenden Wirkung leistet sie bei Atemwegsentzündungen gute Dienste. Die Schlüsselblume (Gattung Primel) enthält in ihrem Wurzelstock sowie in ihren Wurzeln und Blüten sogenannte Saponine. Diese gelten als Hauptwirkstoff bei der arzneilichen Verwendung: Saponine fördern die Schleimproduktion und erleichtern den Auswurf von Schleim. Aufgrund langjähriger guter Erfahrungen ist die Schlüsselblume zur Behandlung von erkältungsbedingtem Husten medizinisch anerkannt.

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Volksmedizinisch wird die Schlüsselblume noch bei vielen weiteren Beschwerden und Erkrankungen angewendet. Dazu zählen:

  • Keuchhusten
  • Asthma
  • Kopfschmerzen
  • Schlaflosigkeit
  • Erhöhung der Urinproduktion
  • Gicht
  • Rheuma
  • Nervöse Beschwerden wie Zittern und Magenkrämpfe
  • Migräne
  • Herzschwäche

Die eine heilsame Wirkung der Heilpflanze in diesen Anwendungsgebieten ist aber nicht gesichert. Auch gibt es keine Belege, dass die Schlüsselblume eine positive Wirkung auf die Seele habe.

Anwendungshinweise

Wenn Sie eine Allergie gegen Primelgewächse haben, sollten Sie die Heilpflanze nicht anwenden. Vorsicht geboten ist bei Magenschleimhautentzündung (Gastritis) sowie bei einem Magengeschwür. Aufgrund der schleimhautreizenden Wirkung sollten Sie Schlüsselblume-Zubereitungen in solchen Fällen nicht anwenden beziehungsweise nur nach Rücksprache mit einem Arzt oder einer Ärztin. Das Gleiche gilt bei Asthma. Nicht alle Zubereitungen auf Basis von Schlüsselblumen eignen sich für Kinder. Achten Sie daher stets auf die Hinweise zur richtigen Anwendung in der jeweiligen Packungsbeilage und auf die Anweisungen Ihres Arztes oder Ihrer Apothekerin. Es liegen noch keine ausreichenden Daten zur Anwendung der Schlüsselblume in der Schwangerschaft und Stillzeit vor. Schwangere und stillende Frauen sollten daher zuerst ihre Ärztin oder ihren Arzt um Rat fragen oder vorsichtshalber auf Zubereitungen der Heilpflanze verzichten. Geht eine Atemwegserkrankung mit Atemnot, Fieber und/oder blutig/eitrigem Auswurf einher, sollen Sie unbedingt ärztliche Hilfe suchen.

Anwendung als Tee

Arzneilich verwendet werden der Wurzelstock (Rhizom) samt anhängender langer Wurzeln (Primulae radix) oder die getrockneten Blüten (Primula flos) der Echten und der Hohen Schlüsselblume (Primula veris, P. elatior). Die unterirdischen Pflanzenteile enthalten mehr Saponine als die Blüten und gelten daher als stärker wirksam.

Aus dem Wurzelstock und den Wurzeln der Schlüsselblume (Primelwurzel) sowie den Blüten können Sie sich einen Tee zubereiten. Schlüsselblumen stehen vielerorts unter Schutz und dürfen nicht wild gesammelt werden. Generell gilt: Besorgen Sie sich Primelwurzeln und -blüten lieber in der Apotheke oder greifen Sie auf Fertigpräparate auf Basis der Heilpflanze zurück.

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Primelwurzeltee

Für einen Primelwurzeltee übergießen Sie 1/4 eines Teelöffels fein geschnittene oder grob gepulverte Wurzel mit zwei Tassen kaltem Wasser und bringen den Ansatz zum Sieden. Nehmen Sie ihn dann vom Herd und lassen Sie ihn fünf Minuten ziehen, bevor Sie die Pflanzenteile abseihen. Es ist möglich, alle zwei bis drei Stunden eine Tasse Schlüsselblumentee mit Honig gesüßt zu trinken. Die empfohlene Tagesdosis ab 16 Jahren beträgt 0,5 bis 1,5 Gramm Primelwurzel (Hinweis: Ein Teelöffel entspricht etwa 3,5 Gramm).

Bei jüngeren Altersgruppen sollte folgende Tagesdosen eingehalten werden:

  • unter einem Jahr: 0,05 bis 0,3 Gramm
  • ein bis drei Jahre: 0,2 bis 0,6 Gramm
  • vier bis 15 Jahre: 0,5 bis 1 Gramm

Bei Kindern ist Primelblütentee sinnvoller als Primelwurzeltee. Der Tee aus den Blüten schmeckt nämlich besser, wirkt weniger reizend auf die Magenschleimhaut und ist besser verträglich.

Primelblütentee

Für einen Primelblütentee übergießen Sie einen Teelöffel getrockneter, klein geschnittener Blüten (mit Kelch) mit einer Tasse heißem Wasser, lassen das Ganze fünf Minuten bedeckt ziehen und seihen dann ab. Es ist möglich, mehrmals täglich eine Tasse trinken. Für Kinder ab zehn Jahren, Jugendliche und Erwachsene wird eine Tagesdosis von zwei bis vier Gramm Schlüsselblumenblüten empfohlen (Hinweis: Ein Teelöffel entspricht etwa 1,3 Gramm).

Für jüngere Kindern lauten die Empfehlungen hinsichtlich Tagesdosis wie folgt:

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  • unter einem Jahr: 0,5 bis 1 Gramm
  • ein bis drei Jahre: 1 bis 2 Gramm
  • vier bis neun Jahre: 2 bis 3 Gramm

Um die heilkräftige Wirkung zu steigern, können Sie bei der Tee-Zubereitung die Schlüsselblume mit anderen Heilpflanzen kombinieren, etwa mit Anis oder Fenchel.

Hausmittel auf der Basis von Heilpflanzen haben ihre Grenzen. Wenn Ihre Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen, trotz Behandlung nicht besser oder sogar schlimmer werden, sollten Sie immer einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen.

Fertigpräparate mit Primel

Es gibt auch Fertigpräparate auf der Basis des Wurzelstocks mit Wurzeln oder der Blüten, zum Beispiel pulverisierte Primelblüten in Dragees, eine Tinktur aus Primelwurzel oder -Blüten (Schlüsselblumentinktur) sowie einen Trockenextrakt der Primelwurzel verpackt in Tabletten oder Kapseln. Auch Kombinationspräparate mit anderen Heilpflanzen (wie Thymian) sind erhältlich. Wie Sie die Präparate richtig dosieren anwenden, kann Ihnen Ihre Apothekerin oder Ihr Apotheker erklären.

Nebenwirkungen

Schlüsselblumen sind für den Menschen ungiftig. Saponine reizen aber die Schleimhäute, weshalb es in einzelnen Fällen zu Magenbeschwerden und Übelkeit kommen kann - besonders bei Überdosierung.

Weitere Hausmittel und pflanzliche Alternativen gegen Migräne

Neben der Schlüsselblume gibt es noch eine Vielzahl weiterer Hausmittel und pflanzlicher Alternativen, die bei Migräne Linderung verschaffen können:

  • Mutterkraut (Tanacetum parthenium): Der Wirkstoff Parthenolid hemmt entzündliche Prozesse und reguliert Serotonin, das bei Migräne überaktiv ist. Studien zeigen: Wer regelmäßig Mutterkraut einnimmt, kann die Häufigkeit und Intensität von Attacken reduzieren.
  • Pestwurz: Ihre Inhaltsstoffe Petasin und Isopetasin wirken gefäßberuhigend und krampflösend.
  • Ingwer: Lindert Entzündung, stabilisiert Gefäßreaktionen und hilft gegen die Übelkeit, die viele Migränepatient:innen plagt.
  • Pfefferminzöl: Einige Tropfen auf Schläfen und Stirn wirken kühlend, entspannend und leicht betäubend.
  • Lavendelöl: Beruhigt die Nerven, senkt Muskelspannung und Stresspegel.
  • Melisse: Gleicht Stresshormone aus und hilft, wenn Anspannung und Kopfschmerz Hand in Hand gehen.
  • Mädesüß: Wirkt schmerzstillend, entzündungshemmend und leicht entwässernd.

Tee-Rezepturen gegen Migräne

Auch verschiedene Tee-Mischungen können bei Migräne hilfreich sein:

  • Gewürznelkentee: Verfeinere eine Kanne grünen Tee mit zwei Gewürznelken, etwas Zimt und Zitronensaft. Das Öl der Gewürznelke hat einen schmerzstillenden Effekt, während Grüntee das Immunsystem stärkt und entgiftend wirkt.
  • Ingwer-Chrysanthemen-Tee: Gib für einen Tee einen Teil kleingeschnittenen Ingwer und einen Teil Chrysantheme (aus der Apotheke) in eine Tasse (250 Milliliter) mit kochendem Wasser und lass den Tee 15 Minuten lang ziehen.
  • Kamillentee: Lindert Magenbeschwerden, die als Begleitsymptome auftreten können. Nimm zwei Teelöffel getrocknete Kamillenblüten für eine Tasse Tee und lass diese Mischung zehn Minuten ziehen.
  • Weidenrindentee: Ein Tee aus Weidenrinde enthält unter anderem Salicylsäure, die schmerzlindernd wirkt. Versetze einen Teelöffel der feingeschnittenen Rinde (aus der Apotheke) mit 250 Millilitern Wasser. Anschließend koche die Mischung für fünf Minuten auf, und gib sie durch ein Teesieb.
  • Waldmeistertee: Neben seiner beruhigenden Wirkung zeigt Waldmeister auch einen schmerzlindernden Effekt. Für einen Tee gib einen Teelöffel Waldmeister in eine Tasse mit 250 Millilitern kochendem Wasser. Lass das Getränk fünf Minuten ziehen, dann seih die Waldmeisterblüten ab.

Aromatherapie

Auch mit der Aromatherapie werden gute Erfolge erzielt. Zur sanften Behandlung von Migräne-Kopfschmerzen eignet sich beispielsweise zehnprozentiges Pfefferminzöl. Das ätherische Öl wird auf Stirn, Schläfen und Nacken aufgetragen und wirkt schmerzlindernd. Daneben gibt es weitere Essenzen, die du gegen Migräne nutzen kannst: Grüner Apfel, Lavendel, Eukalyptus, Rosmarin, Kamille und Majoran.

Weitere Maßnahmen zur Migräneprophylaxe und -behandlung

Neben der Einnahme von pflanzlichen Mitteln und der Anwendung von Hausmitteln gibt es weitere Maßnahmen, die Migräneanfälle lindern oder sogar vorbeugen können:

  • Schlafhygiene: Ein fester Schlaf-Wach-Rhythmus stabilisiert den Körper und kann Migräneattacken verringern.
  • Kopfmassagen: Sanfte Massagen an den Schläfen und im Nackenbereich fördern die Durchblutung und können akute Schmerzen mildern.
  • Kälteanwendungen: Kühlpads auf Stirn und Nacken wirken beruhigend und können den Schmerz lindern.
  • Stressreduktion: Migräne wird oft durch Stress ausgelöst. Regelmäßige Pausen, Atemübungen oder Entspannungstechniken wie Yoga helfen, den Körper zu beruhigen und Migräne vorzubeugen.
  • Regelmäßige Bewegung und frische Luft: Kann den Spannungskopfschmerz lindern.
  • Viel trinken: Circa zwei Liter pro Tag verbessern die Durchblutung im Gehirn.
  • Ausgewogene Ernährung: Eine gute Versorgung mit Nährstoffen ist sowohl der allgemeinen Gesundheit als auch der Migräne zuträglich.
  • Vermeidung von Auslösern: Identifiziere und vermeide individuelle Auslöser wie bestimmte Nahrungsmittel, Alkohol oder Schlafmangel.

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