Trigeminusneuralgie: Diagnose, Behandlung und Expertise in der Klinik Merheim

Die Trigeminusneuralgie ist eine äußerst schmerzhafte Erkrankung, die das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen kann. Die Klinik für Neurochirurgie im Krankenhaus Köln-Merheim unter der Leitung von Prof. Dr. med. Makoto Nakamura bietet hierfür umfassende diagnostische und therapeutische Möglichkeiten. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Trigeminusneuralgie, von den Ursachen und Symptomen bis hin zu den modernen Behandlungsmethoden, die in der Klinik Merheim zur Anwendung kommen.

Was ist Trigeminusneuralgie?

Die Trigeminusneuralgie ist durch attackenartige, sehr kurze (Sekunden) Schmerzen im Ausbreitungsgebiet eines Trigeminusastes gekennzeichnet. Typischerweise kommt es zu blitzartig einschießenden, heftigsten Schmerzen im Bereich eines oder mehrerer Trigeminusäste. Die Schmerzen werden meist als stechend, scharf oder "wie ein Blitz" beschrieben. Am häufigsten betroffen ist der 2. Trigeminusast (ca. 50% der Fälle), gefolgt vom 3. Trigeminusast (ca. 30%) und beiden gemeinsam (ca. 20%). Der 1. Trigeminusast ist sehr selten betroffen.

Ursachen und Formen

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen der klassischen (idiopathischen) Trigeminusneuralgie, die durch einen Gefäß-Nervenkontakt entsteht, und den nicht-idiopathischen Neuralgien, die auf dem Boden anderer struktureller Läsionen oder Erkrankungen entstehen können.

  • Idiopathische Trigeminusneuralgie: Hier wird ein trigemino-vaskulärer Mechanismus vermutet, bei dem eine kleine Gefäßschlinge, meist der A. cerebelli inferior posterior, den Nervenstamm des N. Trigeminus in der hinteren Schädelgrube reizt. Durch die jahrelange Reizung des Nerven und den Abbau von schützenden Myelinscheiden kommt es zu einer Art Kurzschluss zwischen parallel laufenden Nervenfasern, wodurch harmlose Berührungen als Schmerzen wahrgenommen werden.
  • Symptomatische Trigeminusneuralgie: Diese Form kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden, wie z.B. Demyelinisierungen im Rahmen einer Multiplen Sklerose, Herpes zoster (postherpetische Neuralgie) oder ein Tolosa-Hunt-Syndrom (entzündliche Erkrankung des Sinus cavernosus). Auch Neurinome des N. Trigeminus können eine symptomatische Neuralgie auslösen.

Symptome und Diagnose

Typisch ist die Triggerbarkeit der Schmerzen durch Berührung des Areals oder typische Bewegungen wie Kauen, Schlucken, Sprechen, Lachen oder Zähneputzen. Zwischen den einzelnen Schmerzattacken ist der Patient meist schmerzfrei.

Die Diagnose wird in der Regel nach klinischen Kriterien gestellt (blitzartiges Einschießen der Schmerzen, genaues Verteilungsgebiet eines Trigeminusastes, Triggerbarkeit). Bei Erstdiagnose sollte jedoch eine Bildgebung erfolgen, um symptomatische Ursachen auszuschließen. Mittels Kernspintomographie (MRT) mit speziellen Sequenzen (CIS-Sequenzen) kann der Verlauf des N. trigeminus gut dargestellt werden.

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Besondere Aufmerksamkeit gilt Patienten unter 45 Jahren oder bei beidseitigen Trigeminusneuralgien, da in diesen Fällen eine idiopathische Ursache unwahrscheinlich ist und weitere Differentialdiagnosen ausgeschlossen werden müssen.

Behandlungsmöglichkeiten in der Klinik Merheim

Die Klinik für Neurochirurgie in Merheim bietet ein breites Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten für Trigeminusneuralgie, sowohl konservative als auch operative Verfahren.

Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Prophylaxe ist die erste Wahl bei der Behandlung der Trigeminusneuralgie. Hierbei werden Antikonvulsiva wie Carbamazepin, Oxcarbazepin oder Lamotrigin eingesetzt. Diese Medikamente können die Schmerzattacken deutlich reduzieren oder sogar ganz verhindern. Oft sind bereits deutlich geringe Dosierungen wirksam.

Operative Verfahren

Bei Nichtansprechen auf die medikamentöse Behandlung oder bei Vorliegen einer symptomatischen Trigeminusneuralgie können operative Verfahren in Erwägung gezogen werden.

  • Mikrovaskuläre Dekompression nach Janetta: Dies ist das Verfahren der ersten Wahl. Dabei wird über eine subokzipitale Trepanation der N. trigeminus unter dem Mikroskop von kleinen assoziierten Arterien freipräpariert, die den Nerv reizen. Mögliche Nebenwirkungen sind ein Hörverlust oder eine periphere Fazialisparese. Rezidive sind möglich.
  • Perkutane Thermokoagulation oder Kryokoagulation des Ganglion Gasseri: Bei diesem älteren Verfahren wird das Ganglion Gasseri in Kurznarkose durch Hitze (Thermokoagulation) oder Kälte (Kryokoagulation) verödet. Wichtigste potentielle Nebenwirkung ist das Entstehen eines Deafferentierungsschmerzes durch direkte Verletzung des Nervens, dessen Behandlung wiederum schwierig ist.
  • Gammaknife-Behandlung: Dieses neuere Verfahren wird inzwischen an verschiedenen Zentren in Deutschland etabliert. Dabei wird der Trigeminusnerv mit hochdosierter Strahlung behandelt. Studien zeigen, dass die Gammaknife-Behandlung zwar effektiv sein kann, aber der Effekt nur von begrenzter Dauer ist.

Die Neurochirurgische Klinik Köln mit modernster Ausstattung

Das Klinikum Köln-Merheim ist ein Haus der Maximalversorgung. In der Klinik für Neurochirurgie werden circa 3100 Operationen pro Jahr von einem kompetenten und interdisziplinären Team um Prof. Dr. med. Makoto Nakamura durchgeführt. Die Neurochirurgische Klinik verfügt über insgesamt 76 Betten. Nach einer Operation werden die Patienten und Patientinnen auf die Intensivstation OITS aufgenommen. Diese ist einer der größten und modernsten Intensivstationen in ganz Deutschland und befindet sich direkt gegenüber von den Operationssälen. Auch der nahtlose Übergang zur neurologischen Reha ist durch die benachbarte Neurologische Rehaklinik gewährleistet.

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Durch innovative Technologien kann gewährleistet werden, dass bei einem operativen Eingriff die empfindlichen Strukturen an Gehirn und Nerven geschont werden. Dazu sind modernste Mikroskope mit höchster Mikro- und fluoreszenzgestützter Technik im Einsatz. Die Visualisierung schwer zugänglicher Bereiche des Gehirn werden mit modernsten endoskopischen Verfahren erreicht. Außerdem sorgen computerassistierte Neuronavigation und intraoperatives neurophysiolgisches Monitoring zur Überwachung und Erfassung der Hirnfunktionen vor und während der Operation für höchstmögliche Sicherheit bei komplexen Eingriffen. Diese innovative Technik ist ein deutlicher Fortschritt in der Patientenversorgung. Es erhöht die Sicherheit während der Operation und verbessert die Operationsergebnisse deutlich.

Prof. Dr. med. Makoto Nakamura: Ein Spezialist für Neurochirurgie in NRW

Prof. Nakamura ist seit 2016 Chefarzt der neurochirurgischen Klinik im Krankenhaus Köln Merheim. Während seines Studiums absolvierte Prof. Nakamura Auslandsaufenthalte in Harvard, London und Oxford. Weitere klinische Aufenthalte führten ihn nach Tokyo, New York und Zürich. Im Jahr 2006 wurde er Oberarzt der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und war dort ab 2008 als stellvertretender Direktor und leitender Oberarzt der Neurochirurgischen Klinik tätig. Als Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie am Krankenhaus Köln-Merheim leitet er ein kompetentes interdisziplinäres Team zur Diagnostik und Therapie von Erkrankungen, Fehlbildungen und Verletzungen des Gehirns, des Rückenmarks, der Wirbelsäule sowie der peripheren Nerven.

Experte bei Schädelbasistumoren

Als Lehrstuhlinhaber für Neurochirurgie an der Universität Witten/Herdecke (UW/H), erforscht Prof. Dr. med. Makoto Nakamura die Therapie von Schädelbasistumoren insbesondere Schädelbasismeningeome. Sein Ziel ist die Verbesserung der medizinischen Versorgung, da die Behandlung der betroffenen Patienten immer noch eine große Herausforderung darstellt. Im Fokus der Forschung von Prof. Nakamura stehen molekularbiologische und -genetische Untersuchungen, um das Tumorwachstum zu verstehen und neue Behandlungsansätze, insbesondere neue medikamentöse Therapien zu entwickeln.

Minimalinvasive Hirnchirurgie & Wirbelsäulenchirurgie im Fokus

Darüber hinaus arbeitet Prof. Nakamura an der Verbesserung operativer Verfahren in der Neurochirurgie. Vor allem die Optimierung der medizinischen Geräte in der minimalinvasiven Hirnchirurgie sind das Ziel von Prof Nakamura. Natürlich kommen diese Verfahren nicht nur bei Tumoren der Schädelbasis oder des Gehirns zum Einsatz.

Fazit

Die Trigeminusneuralgie ist eine komplexe Erkrankung, die eine sorgfältige Diagnose und eine individuelle Behandlungsplanung erfordert. Die Klinik für Neurochirurgie im Krankenhaus Köln-Merheim unter der Leitung von Prof. Dr. med. Makoto Nakamura bietet Betroffenen eine umfassende Versorgung auf höchstem Niveau. Durch den Einsatz modernster Technologien und innovativer Behandlungsmethoden kann die Lebensqualität der Patienten deutlich verbessert werden.

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