Nackenschmerzen sind ein überraschend häufiges Problem bei Kindern. Immer mehr Kinder klagen über Verspannungen, ein Ziehen im Nacken oder eingeschränkte Beweglichkeit. Es ist wichtig, diese Beschwerden ernst zu nehmen und frühzeitig zu erkennen, was dem Kind guttut.
Symptome von Nackenschmerzen bei Kindern
Nackenschmerzen im Kindesalter können sich unterschiedlich äußern. Häufig klagen Kinder über:
- Ein Ziehen, Stechen oder Druckgefühl im Hals- und Nackenbereich.
- Einen angespannten oder verhärteten Nacken.
- Die Vermeidung, den Kopf vollständig zu drehen oder zu neigen.
- Eine Schonhaltung, bei der das Kind den Kopf leicht schief hält.
- Ausstrahlende Schmerzen in Schultern oder oberen Rücken.
- Begleitsymptome wie Schwindel, Übelkeit oder Sehstörungen.
Die Art und Lokalisation des Schmerzes können wichtige Hinweise auf die Ursache geben. Einseitige Nackenschmerzen treten häufig nach einer ungünstigen Schlafposition oder einseitigen Belastung auf. Akute Beschwerden entstehen meist nach einer ruckartigen Bewegung und klingen oft schnell wieder ab.
Ursachen von Nackenschmerzen bei Kindern
Nackenschmerzen bei Kindern haben viele mögliche Ursachen, meist sind sie harmlos und entstehen durch alltägliche Belastungen. Häufige Ursachen sind:
- Ungünstige Haltung: Langes Sitzen in der Schule, Blick auf Handy oder Tablet, zu schwerer Schulranzen.
- Bewegungsmangel: Mangelnde körperliche Aktivität führt zu einer schwachen Halsmuskulatur. Langes Sitzen am Schreibtisch in ungünstiger Haltung kann schnell zu Schmerzen, einem verspannten Nacken sowie zu Kopfschmerzen führen.
- Stress oder seelische Anspannung: Psychische Anspannungen zeigen sich schnell in verhärteten Muskeln. Wer sich bewusst Zeit zum Entspannen nimmt, kann aktiv dagegenwirken, etwa mit Progressiver Muskelentspannung.
- Falsches Liegen: Auch durch falsches Liegen kann es zu Nackenschmerzen kommen. Das Kissen kann viel für oder gegen den Nacken tun: Ein Nackenkissen, ein Seitenschläfer-Kissen oder eine rückenschonende Matratze können daher sinnvolle Investitionen sein.
- Überlastung: Bestimmte Sportarten wie Rennradfahren oder Brustschwimmen mit erhobenem Kopf können Muskelbeschwerden auslösen.
- Zugluft: Schon ein kalter Luftzug kann Nackenschmerzen auslösen. Wer weiß, dass er empfindlich reagiert, sollte auch im Sommer den Halsbereich mit einem leichten Tuch schützen.
- Zähneknirschen (Bruxismus): Zähneknirschen wirkt sich unmittelbar negativ auf die Nackenmuskulatur aus.
- Fehlstellungen: Fehlstellungen der Füße oder Hüfte können ebenfalls eine Rolle spielen.
Seltener sind Verletzungen, Infektionen oder Fehlbildungen der Wirbelsäule die Ursache. In sehr seltenen Fällen kann auch eine Meningitis (Hirnhautentzündung) hinter den Nackenschmerzen stecken.
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Meningitis als seltene, aber ernste Ursache
Eine Meningitis ist eine Entzündung der Hirnhäute, die durch Viren oder Bakterien ausgelöst werden kann. Sie ist eine gefürchtete Infektionskrankheit. Obwohl Nackenschmerzen bei einer Meningitis auftreten können, ist dies nicht das einzige oder primäre Symptom.
Symptome der Meningitis
Die Symptome einer Meningitis entwickeln sich oft sehr schnell, besonders bei bakteriellen Infektionen. Wichtige Anzeichen sind:
- Fieber: Hohes Fieber ist ein häufiges Symptom.
- Kopfschmerzen: Typischerweise in Verbindung mit Fieber und einem schlechten Zustand.
- Nackensteifigkeit: Schmerzen im Nacken beim Anheben des Kopfes im Liegen. Das Kinn lässt sich nicht bis zum Brustbein nach vorne bringen.
- Schlechter Allgemeinzustand: Die Kinder sind richtig krank. Gerade Säuglinge haben z.T. noch nicht einmal Fieber. Hier ist der wirklich schlechte Zustand der Kinder wichtig, die Kinder sehen grau und krank aus, schreien schrill.
- Einblutungen in die Haut: In späteren Stadien kann es zu Einblutungen in die Haut kommen, was auf akute Lebensgefahr hindeutet.
- Weitere Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit, Verwirrtheit, Krampfanfälle.
Diagnose und Behandlung der Meningitis
Bei Verdacht auf Meningitis muss sofort ein Arzt aufgesucht werden. Die Diagnose wird durch eine Lumbalpunktion gestellt, bei der Hirnwasser entnommen und untersucht wird. Die Therapie von bakteriellen Meningitiden besteht in der Gabe von Antibiotika. Die Epiglottitis ist ein medizinischer Notfall und erfordert neben i.v. Antibiotikatherapie das Freihalten der Atemwege durch Intubation.
Vorbeugung der Meningitis
Gegen den Erreger Haemophilus influenzae Typ B (HiB) gibt es einen Impfstoff, der mit den im Säuglingsalter üblichen 5-fach oder 6-fach Kombinationsimpfungen mit verabreicht wird. Weitere Impfstoffe existieren gegen verschiedene Meningokokkentypen sowie gegen Pneumokokken.
Behandlung von Nackenschmerzen bei Kindern
Nackenschmerzen bei Kindern lassen sich in den meisten Fällen gut behandeln. Wichtig ist, die Ursache zu erkennen und gezielt darauf einzugehen.
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- Wärme: Ein warmes Körnerkissen, eine Wärmflasche oder ein entspannendes Bad lockern die Muskulatur und fördern die Durchblutung.
- Bewegung: Leichte Dehnübungen, Spaziergänge oder spielerische Bewegungen lösen Verspannungen. Nackenverspannungen lösen - mit diesen Übungen klappt’sAm wichtigsten ist es, im Alltag für ausreichend Bewegung zu sorgen. Diese fördert eine allgemeine Muskelkräftigung und beugt muskulären Ungleichgewichten vor - die letztlich zu Verspannungen führen.
- Physiotherapie: Bei häufigeren Nackenschmerzen oder eingeschränkter Beweglichkeit kann Physiotherapie unterstützen.
- Osteopathie: Osteopathen spüren Funktionsstörungen im Körper auf und lösen sie durch sanfte Techniken. Ziel ist es, die natürliche Beweglichkeit wiederherzustellen und die Selbstheilungskräfte zu unterstützen.
- Schlaf: Ein ergonomisches Kissen unterstützt die natürliche Ausrichtung von Kopf und Wirbelsäule.
- Schmerzmittel: Wenn die Verspannungen starke Schmerzen auslösen, können Schmerzmittel helfen, den Schmerz auszuschalten und gleichzeitig Entzündungen zu hemmen. Welche geeignet sind, kann die/der Hausärzt:in entscheiden.
Vorbeugung von Nackenschmerzen bei Kindern
Nackenschmerzen bei Kindern lassen sich oft vermeiden, wenn Haltung, Bewegung und Schlafgewohnheiten stimmen.
- Regelmäßige Bewegung: Kinder und Jugendliche sollten sich regelmäßig bewegen, egal ob durch Sport, Toben oder kleine Dehnübungen im Alltag.
- Ergonomie: Achten Sie auf eine ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes und eine korrekte Haltung beim Sitzen und Tragen von Lasten.
- Gesunder Schlaf: Ein geeignetes Kissen und eine gute Matratze unterstützen eine entspannte Schlafposition.
Wann zum Arzt?
Ein Besuch beim Arzt ist ratsam, wenn:
- Die Nackenschmerzen über einen längeren Zeitraum bestehen.
- Die Schmerzen besonders stark ausgeprägt sind.
- Zusätzlich Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit auftreten.
- Neurologische Ausfälle wie Taubheitsgefühle oder Kribbeln auftreten.
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