Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers, was uns eine enorme Bewegungsfreiheit ermöglicht. Diese Beweglichkeit macht die Schulter jedoch auch anfälliger für Beschwerden. Schulterschmerzen sind weit verbreitet und können verschiedene Ursachen haben, darunter Nervenprobleme, die oft übersehen werden. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Schulterunbeweglichkeit im Zusammenhang mit Nerven, Symptome, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten.
Die komplexe Anatomie der Schulter
Die Schulter ist ein komplexer Bestandteil unseres Körpers, und Schmerzen können im rechten oder linken Schultergelenk, im Schulterblatt rechts sowie links und in der Schultermuskulatur auftreten - oder aber in mehreren Teilen zugleich. Eine klare Zuordnung auf die einzelnen Bereiche der Schulter ist oft nicht möglich, unter anderem, weil auch die Ursache für Schmerzen in Schulterblatt und Schultergelenk meist in den Schultermuskeln zu finden ist.
Ursachen von Schulterschmerzen
Schulterschmerzen können vielfältige Ursachen haben. Etwa 70 % der Bevölkerung leiden mindestens einmal im Leben unter Schulterschmerzen. Anders als Arthrose oder Arthritis treten Schulterschmerzen bei weiblichen und männlichen Personen jeder Altersgruppe auf. Sie gehören - neben Rückenschmerzen und Nackenschmerzen - zu den häufigsten orthopädischen Beschwerden.
Akute Schulterschmerzen
Bei akuten Schulterschmerzen treten die Beschwerden unmittelbar nach einem Ereignis wie einem Sturz, einem Aufprall oder einer Überlastung auf und verschwinden im Großteil der Fälle durch einfache Schonung des Gelenks in weniger als 6 Wochen. Sind Schulterschmerzen akut, handelt es sich meist um die Folge einer Zerrung, Prellung oder Überdehnung der Schultersehnen. Es können jedoch auch ernste Verletzungen wie eine ausgekugelte Schulter (Schulterluxation), Sehnenrisse oder Knochenbrüche hinter den Schmerzen stecken - in diesen Fällen sollte ein Arzt oder eine Ärztin konsultiert werden.
Chronische Schulterschmerzen
Im Allgemeinen ist von chronischen Schulterschmerzen die Rede, wenn Beschwerden längerfristig andauern. Teilweise ist eine klare Abgrenzung zu den akuten Schulterschmerzen nicht eindeutig möglich, denn oft stellen sich Schmerzen in den Schultern schleichend ein oder dauern nach einem Unfall lange genug an, um als chronisch zu gelten. Die Ursachen für Schulterschmerzen sind aufgrund der komplexen Anatomie des Schultergelenks vielfältig. Meistens resultieren Schmerzen aber nicht aus einer Erkrankung des Schultergelenks, sondern werden ausgelöst durch schulternahe Bereiche wie Bänder, Sehnen oder die Muskulatur des Schultergürtels. Wenn die Schulter schmerzt, ist dies in den meisten Fällen ein Alltagsproblem, das aus einer schlechten Haltung und wenig Bewegung resultiert, z.B. bei Menschen, die viel sitzen. Dies führt schnell zu einer falschen Stellung des Gelenks, zu Muskelverspannungen oder sogar zu einem Verkümmern der inaktiven Muskeln. In einem solchen Fall können schon die kleinsten Belastungen die Schulter reizen und überlasten. Erkrankungen der Schilddrüse oder generelle Erkrankungen (z. B.
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Nervenentzündung in der Schulter
Eine Nervenentzündung in der Schulter, medizinisch auch Neuritis oder Plexopathie genannt, beschreibt eine entzündliche oder irritative Reizung von Nervenfasern im Bereich des Schultergelenks. Sie kann sowohl akut als auch chronisch verlaufen und betrifft meist die Nerven des Plexus brachialis, dem Geflecht, das Schulter, Arm und Hand versorgt.
Abgrenzung zu anderen Schulterbeschwerden
Im Gegensatz zu strukturellen Gelenkveränderungen wie Arthrose oder einem Sehnenriss liegt hier keine direkte Schädigung des Schultergelenks oder der Muskulatur vor. Vielmehr sind die Nerven selbst oder ihr Umfeld betroffen - häufig durch Kompression, anhaltende mechanische Belastung, oder reaktive Entzündungsprozesse infolge von Verspannungen, Fehlhaltungen oder Überlastung.
Eine Nervenentzündung wird häufig mit anderen Schulterbeschwerden verwechselt - insbesondere mit dem Impingement-Syndrom, der Frozen Shoulder oder einer Sehnenentzündung. Diese Krankheitsbilder können ähnliche Symptome wie Schmerzen, Bewegungseinschränkung oder Druckempfindlichkeit hervorrufen, unterscheiden sich jedoch in Ursache, Verlauf und Therapieansatz.
- Impingement-Syndrom: Hier kommt es zu einer Einklemmung von Sehnen unter dem Schulterdach.
- Frozen Shoulder: Diese ist durch eine Kapselentzündung mit starker Einsteifung gekennzeichnet.
- Tendinitis (Sehnenentzündung): Diese entsteht meist durch Überbelastung oder degenerative Veränderungen.
Die Nervenentzündung dagegen äußert sich eher durch neurologische Symptome wie Kribbeln, Taubheit, ziehende Schmerzen entlang des Arms oder Muskelschwäche. In vielen Fällen treten diese Symptome plötzlich auf - zum Beispiel nach ungewohnter Belastung oder bei länger bestehenden Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich.
Symptome und Warnsignale
Eine Nervenentzündung in der Schulter äußert sich häufig durch stechende, brennende oder ziehende Schmerzen, die sich bei bestimmten Bewegungen verstärken. Besonders belastend sind Tätigkeiten wie das Heben des Arms, das Anziehen oder Drehbewegungen im Schultergelenk.
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Die Beschwerden strahlen häufig vom Schulterbereich über den Oberarm bis in den Ellenbogen oder die Finger aus. Auch Kribbeln, Taubheitsgefühle oder das Gefühl eines „eingeschlafenen Arms“ zählen zu den typischen Symptomen.
Im Gegensatz zu Erkrankungen wie dem Impingement-Syndrom, bei dem mechanische Reibungsschmerzen dominieren, ist bei einer Nervenentzündung vor allem die Nervenleitung selbst gestört. Das kann zu Muskelschwäche, Bewegungseinschränkungen und einer deutlich reduzierten Beweglichkeit führen.
In vielen Fällen entwickeln Betroffene unbewusst eine Schonhaltung, was die Beschwerden langfristig verstärken kann - insbesondere bei beruflicher Überlastung, Fehlhaltungen oder sportlicher Aktivität ohne Regeneration.
Ein wichtiges Krankheitsbild im Zusammenhang mit Nervenirritationen ist das sogenannte Schulter-Arm-Syndrom. Hier ziehen die Schmerzen nicht nur lokal durch das Gelenk, sondern entlang des gesamten Arms - mitunter bis in die Hand.
Ausgelöst wird das Syndrom oft durch muskuläre Verspannungen, eine Schleimbeutelentzündung, oder Druck auf Nervenwurzeln im Bereich der Halswirbelsäule. Auch Abnutzungserscheinungen an Knochen und Gelenken oder strukturelle Engpässe (z. B. zwischen Schulterdach und Oberarmkopf) spielen eine Rolle.
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Ursachen und Risikofaktoren
Eine Nervenentzündung in der Schulter entsteht häufig durch mechanische Reizungen, wie sie bei Fehlhaltungen, muskulären Dysbalancen oder Verschleißerscheinungen im Bereich der Halswirbelsäule, des Schulterblatts oder des Gelenks auftreten. Auch Schultersteife, Schleimbeutelentzündungen oder entzündliche Erkrankungen können das umliegende Nervengewebe belasten.
Einseitige Belastungen - etwa durch sitzende Arbeit, handwerkliche Tätigkeiten oder intensiven Sport - gehören zu den häufigsten Auslösern. In vielen Fällen führen auch Verspannungen der Schultermuskeln zu chronischem Druck auf die Nervenstrukturen. Verstärkt wird dies durch Bewegungsmangel, Fehlbelastung oder psychische Anspannung.
Risikofaktoren wie mangelnde Bewegung, Fehlhaltungen, schwere körperliche Arbeit oder abnutzungsbedingte Veränderungen an Knochen und Gelenken sollten im Rahmen der Behandlung stets mit berücksichtigt werden.
Diagnose
Die korrekte Diagnose einer Nervenentzündung in der Schulter erfordert einen umfassenden medizinischen Blick auf den gesamten Körper - insbesondere auf die Wirbelsäule, das Schultergelenk und die angrenzenden Muskeln und Nervenbahnen. Da die Beschwerden häufig auch in Arm, Hand oder sogar in die Beine ausstrahlen können, ist eine präzise Darstellung der Symptome entscheidend.
Im ersten Schritt erfolgt die klinische Untersuchung durch den Arzt: Dabei werden unter anderem Reflexe, Muskelkraft, Empfindung und Bewegungsumfang überprüft. Zusätzlich helfen bildgebende Verfahren - wie MRT, CT oder Ultraschall - dabei, andere Erkrankungen wie Bandscheibenvorfälle, Arthrose oder Sehnenverletzungen auszuschließen.
In vielen Fällen sind die Ergebnisse dieser Untersuchungen jedoch unauffällig, da sich eine Nervenentzündung nicht immer bildlich darstellen lässt. Hier spielen spezielle neurologische Tests sowie die Erfahrung des behandelnden Spezialisten eine zentrale Rolle. Häufig erfolgt ergänzend eine Elektromyografie (EMG) oder Nervenleitgeschwindigkeitsmessung (NLG), um die Funktion der betroffenen Nerven zu überprüfen.
Behandlungsmöglichkeiten
Bei einer Nervenentzündung in der Schulter richtet sich die Therapie nach der Ursache, dem Schweregrad der Beschwerden und der individuellen körperlichen Verfassung der Patienten. In den meisten Fällen wird zunächst ein konservativer Therapieansatz gewählt, der auf Entzündungslinderung, Schmerzkontrolle und funktionelle Stabilisierung zielt.
Zentral ist dabei die Entlastung der betroffenen Nervenstrukturen - entweder durch physikalische Maßnahmen, gezielte Übungen oder entzündungshemmende Medikamente. Nur in seltenen Fällen ist ein operativer Eingriff erforderlich.
- Konservative Therapie:
- Physiotherapie: Gezielte Übungen zur Stärkung der Muskulatur und Verbesserung der Beweglichkeit. Manuelle Therapie zur Lösung von Verklebungen und Verbesserung der Gelenkfunktion.
- Medikamente: Schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente (z.B. NSAR). Kortikosteroide zur Entzündungshemmung (oral oder als Injektion).
- Weitere Maßnahmen: Wärme- oder Kälteanwendungen, Elektrotherapie, Ultraschalltherapie.
- Operative Therapie:
- Nervenentlastung: Bei Kompression des Nervs durch anatomische Engstellen.
- Arthroskopische Verfahren: Bei Begleiterkrankungen wie Impingement-Syndrom oder Rotatorenmanschettenriss.
Was Sie selbst tun können
Bei einer Nervenentzündung in der Schulter ist es wichtig, die gereizten Strukturen nicht weiter zu belasten - aber auch nicht vollständig ruhigzustellen. Das Ziel: gezielte Entlastung, aktive Mobilisierung und schrittweise Rückkehr in eine gesunde Bewegung.
Schon kleine Veränderungen im Alltag können dazu beitragen, die Beschwerden zu lindern und den Heilungsverlauf positiv zu beeinflussen.
- Alltagsverhalten bewusst anpassen:
- Vermeiden Sie belastende Überkopfbewegungen, wie z. B. Fensterputzen oder schweres Heben.
- Schlafen Sie in einer neutralen Seitenlage, eventuell mit einem Kissen unter dem Arm zur Entspannung der Schulter.
- Pausen im Arbeitsalltag sind essenziell: Wechseln Sie regelmäßig die Position, besonders bei Schreibtischarbeit.
- Achten Sie auf Ihre Körperhaltung, sowohl beim Sitzen als auch beim Stehen. Eine aufrechte Haltung reduziert den Druck auf Nerven und Muskulatur.
- Vermeiden Sie Stress, da Anspannung direkt in die Schultermuskulatur wirkt.
- Sanfte Übungen zur Eigenanwendung:
- Leichte Bewegungen fördern die Durchblutung und helfen, verspannte Muskelbereiche rund um das Schulterblatt zu lockern. Wichtig: Die Übungen sollten schmerzfrei ausführbar sein und nicht gegen Widerstand erfolgen.
- Pendeln des Arms nach vorne und zur Seite im Sitzen oder Stehen
- Sanftes Schulterkreisen in beide Richtungen
- Faszien-Rollmassage entlang der Brustmuskulatur oder seitlich am Rumpf
- Isometrische Spannungsübungen, bei denen die Muskulatur angespannt wird, ohne Bewegung auszuführen
Frozen Shoulder (Schultersteife)
Die Frozen Shoulder, auch Schultersteife genannt, ist eine weitere häufige Ursache für Schulterunbeweglichkeit. Sie ist durch eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung des Schultergelenks gekennzeichnet, die auf degenerative Prozesse im Bereich der Weichteile (z. B. Gelenkkapsel, Rotatorenmanschette) zurückzuführen ist.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Ursachen der primären Frozen Shoulder sind bislang nicht ausreichend geklärt. Vor allem Patienten im Alter zwischen 40 und 60 Jahren sind vom Frozen-Shoulder-Syndrom betroffen. Die Erkrankung tritt häufiger bei Frauen als bei Männern auf.
Obwohl es eine Reihe von Grunderkrankungen gibt, die das Auftreten der Frozen Shoulder wahrscheinlicher machen, sind die genauen Krankheitsursachen noch ungeklärt. Weil das Schultergelenk bei Bewegungsmangel relativ schnell versteift, kann eine Immobilisierung der Schulter ursächlich sein. Auslöser können eine Schulterarthrose, eine Kalkschulter oder ein Unfall sein. Lokale Störungen des Stoffwechsels, zum Beispiel der Schultermuskulatur und der Gelenkkapsel der Schulter, führen zu einer schmerzhaften Versteifung der Schulter.
Symptome und Verlauf
Die Frozen Shoulder beginnt für die meisten Patienten unvermittelt mit plötzlich einschießenden Schmerzen. Diese können unabhängig von Überlastung und Verletzung der Schulter bei alltäglichen Bewegungen auftreten: wenn der Patient sich streckt, um etwas von einem hohen Regal zu holen, wenn er auf eine Leiter klettert oder sich die Haare föhnt.
Die Schulterschmerzen bei einer Frozen Shoulder treten dann immer regelmäßiger auf und unabhängig von bestimmten Bewegungen. Schließlich versteift die schmerzhafte Schulter und wird unbeweglich.
Die Frozen Shoulder verläuft typischerweise in drei Phasen:
- Schmerzphase: Starke Schmerzen bei Bewegung, auch nächtliche Ruheschmerzen.
- Einfrierphase: Zunehmende Unbeweglichkeit der Schulter, Schmerzen lassen nach.
- Auftauphase: Langsame Auflösung der Bewegungseinschränkungen, Schmerzen nehmen ab.
Die Krankheit endet in der Regel typischerweise auch ohne Behandlung nach etwa 6 Monaten bis 2 Jahren.
Diagnose
Die Diagnose einer Frozen Shoulder erfolgt anhand der Beschreibung der Symptome und einer körperlichen Untersuchung der Schulter. Die typische Bewegungseinschränkung lässt sich durch die schulterspezifische Untersuchung zweifelsfrei feststellen.
Durch die Anfertigung eines Röntgenbildes der Schulter sollen ursächliche Erkrankungen wie ein Gelenkverschleiß oder Verkalkungen ausgeschlossen werden. Eine Kernspintomographie / Magnetresonanztomographie (MRT) ist nur in Ausnahmefällen bei Verdacht auf eine Schädigung des Muskelmantels erforderlich.
Behandlung
Die Behandlung der Frozen Shoulder zielt darauf ab, die Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit wiederherzustellen.
- Konservative Therapie:
- Schmerzmittel und Entzündungshemmer: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen. Kortisoninjektionen in das betroffene Gelenk.
- Physiotherapie: Manuelle Therapie zur Mobilisierung der Gelenkkapsel. Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit und Kräftigung der Muskulatur.
- Zellbiologische Regulationstherapie (Matrixtherapie): Diese Therapie zielt auf die Normalisierung des Stoffwechsels in der erkrankten Schulter ab.
- Ultraschalltherapie: Kann die Selbstheilungskräfte im Gewebe unterstützen und wird zur Therapie chronischer Schmerzen eingesetzt.
- Operative Therapie:
- Arthroskopische Kapsellösung (Arthrolyse): Durchtrennung der Gelenkkapsel, um die Beweglichkeit wiederherzustellen.
Impingement-Syndrom der Schulter
Beim Impingement-Syndrom der Schulter kommt es zu einer Verengung unter dem Schulterdach. Dabei werden Muskeln, Sehnen oder Nerven eingeklemmt, was zu schmerzhaften Reizungen und deutlicher Einschränkung der Beweglichkeit führt. In der Folge kommt es oft zu Entzündungen von Sehnen oder Schleimbeuteln. Diese gehen wiederum mit einer Schwellung einher und verengen den Gelenkraum noch mehr. Die Erkrankung bezeichnet man auch als Schulterengpass-Syndrom oder Engpass-Syndrom der Schulter. Meist tritt es um das 50. Lebensjahr herum auf.
Ursachen und Risikofaktoren
Das primäre Outlet-Impingement-Syndrom der Schulter entsteht durch eine Veränderung der knöchernen Strukturen, beispielsweise durch einen Knochensporn. Beim sekundären Non-Outlet-Impingement-Syndrom der Schulter gibt es keine knöcherne Veränderung.
Ein Schulter-Impingement entsteht häufig durch eingeklemmte Sehnen, Weichteile und/oder Nerven unter dem Schulterdach. Auch die Rotatorenmanschette kann hierbei in Mitleidenschaft gezogen werden. Meist liegt eine Einengung des Gelenkraumes (Subakromialraum) vor - des Raumes zwischen Oberarmkopf und Schulterdach (Akromion).
Symptome
Ein Schulter-Impingement äußert sich durch Schmerzen in der Schulter. Sie treten sowohl in der Nacht als auch am Tag auf. Das Liegen auf der betroffenen Seite ist sehr unangenehm, weil es meist die Schmerzen noch verstärkt. Typisch sind auch Schmerzen beim seitlichen Anheben des Oberarms leicht unterhalb und oberhalb der Schulterhöhe. Dabei werden Teile von Sehnen oder Schleimbeutel zwischen Schulterdach und Oberarmknochen eingeklemmt. Auch alltägliche Tätigkeiten, die über dem Kopf ausgeführt werden, oder das Anziehen von Kleidungsstücken mit nach hinten gestreckten Armen kann Schmerzen hervorrufen.
Um schmerzhafte Bewegungen zu verhindern, nehmen die Betroffenen immer stärker eine Schonhaltung ein. Dieser Bewegungsmangel führt oft zu einem Muskelschwund, der die Schulter noch instabiler macht.
Diagnose
Die Diagnose eines Impingement-Syndroms der Schulter umfasst eine Anamnese, körperliche Untersuchung und bildgebende Verfahren.
- Anamnese: Fragen nach Schmerzbeginn, Belastung, Verletzungen, Verstärkung der Schmerzen bei Belastung, nächtlichen Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und sportlichen/beruflichen Aktivitäten.
- Körperliche Untersuchung: Test der Beweglichkeit des Schultergelenks, Kraftgrad der Schultergelenksmuskulatur, Nackengriff, Schürzengriff, Jobe-Test, Neer-Test, Hawkins-Test.
- Bildgebung: Röntgenuntersuchung zur Darstellung knöcherner Veränderungen, Ultraschalluntersuchung zur Feststellung von Flüssigkeitsansammlungen, Kernspintomografie (MRT) zur Darstellung von Weichteilen und Flüssigkeitsansammlungen.
Behandlung
Die Behandlung des Impingement-Syndroms der Schulter zielt darauf ab, die Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit wiederherzustellen.
- Konservative Therapie:
- Schonung des Schultergelenks
- Medikamentöse Behandlung mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln (z.B. Ibuprofen, Acetylsalicylsäure)
- Physiotherapie zur Stärkung der umliegenden Muskulatur und Entlastung des Gelenkspalts
- Kausale Therapie:
- Operation zur Beseitigung struktureller Veränderungen (z.B. Knochensporn)
- Arthroskopie (Gelenkspiegelung) als minimalinvasive Operationstechnik
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