Kopfschmerzen und Migräne können das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen. Viele Menschen suchen nach alternativen oder ergänzenden Behandlungsmethoden, um ihre Beschwerden zu lindern. Schüßler-Salze sind eine solche Option, die auf der Theorie basiert, dass bestimmte Mineralstoffmängel in den Zellen Kopfschmerzen und Migräne auslösen können.
Was sind Schüßler-Salze?
Der Arzt Wilhelm Heinrich Schüßler entwickelte vor über 140 Jahren die Therapie mit Schüßler-Salzen. Er ging davon aus, dass bestimmte Mineralsalze in verdünnter Form die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren und so Beschwerden lindern können. Schüßler unterschied zwischen Betriebsstoffen (Funktionsmittel in den Zellen) und Baustoffen, die für den Aufbau des Körpers nötig sind. Die Mineralstoffe sind so verdünnt, dass sie auf direktem Weg über die Mundschleimhaut in Gewebe und Blut aufgenommen werden. Schüßler Salze sind homöopathisch zubereitete, potenzierte Arzneimittel hoher Qualität, die dem Körper wegen eines Mangels an Betriebsstoffen (Funktionsmitteln) in den Zellen zugeführt werden.
Die Rolle von Magnesium phosphoricum (Nr. 7)
Von den zwölf Mineralsalzen nach Schüßler ist Magnesium phosphoricum (Nr. 7) eines der wichtigsten, besonders bei Kopfschmerzen und Migräne. Es wird als das Hauptentkrampfungsmittel angesehen. Magnesium phosphoricum steuert alle unwillkürlichen Tätigkeiten im Organismus. Die Nr. 7 unterstützt das vegetative Nervensystem und hat daher Einfluss auf die Tätigkeit von Herz, Nerven, Drüsen und Verdauungsapparat. Magnesium phosphoricum entspannt bei Stress jeder Art und unterstützt die Leistungsfähigkeit der Muskulatur im Sport.
Anwendung als "Heiße 7"
Die "Heiße 7" ist eine spezielle Anwendungsform von Magnesium phosphoricum, bei der sieben bis zehn Tabletten in heißem Wasser aufgelöst und langsam in kleinen Schlucken getrunken werden. Dr. Schüßler selbst empfahl bereits, manche Salze in Wasser aufzulösen, damit sie schneller über die Mundschleimhaut aufgenommen werden können. Die moderne Naturheilkunde hat das weiterentwickelt:Die Wärme soll die Aufnahme und Verteilung des Magnesium phosphoricum im Körper fördern.Sie hat zusätzlich eine entspannende Wirkung auf Muskeln und Nerven. Deshalb gilt die „Heiße 7“ als schnelle Hilfe bei akuten, krampfartigen Schmerzen oder nervöser Anspannung. Diese Methode eignet sich besonders gut bei blitzartig einschießenden Kopfschmerzen oder solchen, die vom Nacken aufsteigen. Magnesium phosphoricum hat vier Wirkungskreise im Körper:Magnesium phosphoricum wirkt auf die Übertragung der einzelnen Nervenimpulse vom Gehirn in die einzelnen Zellen.Es ist außerdem für die Entspannung der Muskeln zuständig.Magnesiumphosphat hat eine regulierende Wirkung auf das Säure-Basen-Gleichgewicht im Körper.Es fördert die Aufnahme von Kalzium in den Knochen.
Weitere Anwendungsgebiete von Magnesium phosphoricum
Schüßler empfiehlt das Salz Nr. 7 beispielsweise bei Krämpfen aller Art, bei Ein- und Durchschlafstörungen, gegen Juckreiz sowie bei neuralgischen Schmerzen (Ischias). Magnesium phosphoricum D 6 bei Schlafstörungen: Menschen, die einen stressigen Tag haben und abends nicht abschalten können, sollten das Schüßler-Salz Nr. 7 als sogenannte „Heiße Sieben“ anwenden. Dazu löst man fünf bis zehn Tabletten bevorzugt in einem warmen Melissentee auf und trinkt diesen schlückchenweise aus. Vor allem können die Schüßler-Salze in jedem Alter eingesetzt werden und auch Schwangere können sie unbekümmert anwenden. Viele Frauen leiden auch unter schmerzhaften Regelblutungen. Manchmal spüren sie schon drei oder vier Tage vor der Menstruation einschießende Schmerzen im gesamten Bauch. Auch in diesem Fall ist die „Heiße Sieben“ geeignet und kann die Beschwerden häufig in kürzester Zeit lindern oder gar vollständig beseitigen. Mitunter benötigt man ein zweites oder gar drittes Glas der „Heißen Sieben“. Übrigens lassen sich sämtliche kolikartigen Schmerzen im Bauch mit dem Salz Nr. 7, Magnesium phosphoricum D 6, behandeln. Viele junge Mütter leiden in Stresssituationen unter Anspannung im Bereich des rechten Oberbauches. Dann wird oft ein Ultraschall der Leber-Gallen-Region durchgeführt, bei dem sich in den meisten Fällen keine organische Veränderung feststellen lässt, da die Ursachen eher im Stress liegen. Durch ihn verkrampft sich die Gallenblase, was zu den genannten Beschwerden führt. Auch hier kann das Schüßler-Salz Nr. 7 erfolgreich eingesetzt werden. Das Gleiche gilt auch bei Nierensteinen. Unter dem Einfluss des Salzes lösen sich die „verkanteten“ Steine besser und werden auf natürliche Weise ausgeschieden. Ältere Menschen leiden oftmals unter einer plötzlichen Enge der Brust, bei den kardiologischen Untersuchungen findet sich jedoch kein organisches Korrelat. Auch hier kann das Schüßler-Salz Nr. 7 eine Besserung bewirken, schließlich ist das Herz auch ein Muskel. Daher können solche funktionellen Herzbeschwerden mithilfe des Schüßler-Salzes Nr. 7 gelindert werden. Auch für Sportler eignet sich das Schüßler-Salz. Sie wenden es am Abend zur Entspannung der Muskulatur an. Der Schlaf wird außerdem erholsamer und die Durchblutung in den Muskeln verbessert sich, da die Arterien ebenso unter dem Einfluss des potenzierten Magnesiums entspannen können, und der gesamte Organismus kann in der Ruhephase optimal regenerieren. Magnesium benötigen wir übrigens auch für die Sauerstoffaufnahme in die Zellen. Das Schüßler-Salz Nr. 7 unterstützt diesen Prozess. Deshalb schätzen auch Wanderer dieses Zellsalz sehr. Patienten mit Psoriasis (Schuppenflechte) oder Neurodermitis klagen oft über Hautjucken. Auch das lässt sich mithilfe des Schüßler-Salzes Nr. 7 lindern. Neuralgieforme Schmerzen können mithilfe des Schüßler-Salzes Nr. 7 behandelt werden, beispielsweise eine Reizung des Ischiasnerves. Bei gestressten Menschen mit erhöhtem Cholesterinspiegel kann das Schüßler-Salz Nr. 7 dazu beitragen, diesen zu senken.
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Weitere Schüßler-Salze zur Behandlung von Kopfschmerzen
Neben Magnesium phosphoricum gibt es noch weitere Schüßler-Salze, die je nach Art der Kopfschmerzen eingesetzt werden können:
- Nr. 2 Calcium phosphoricum D6: Bei Kopfschmerzen bei Kindern nach der Schule oder anstrengendem Lernen sowie bei blassen Kindern. Auch bei Kopfschmerzen, die mit Kribbeln oder Taubheitsgefühlen in Armen und Beinen einhergehen.
- Nr. 3 Ferrum phosphoricum D6/D12: Bei Kopfschmerzen mit Druckgefühl, Klopfen und rotem Kopf, oft begleitet von dunklen Augenschatten.
- Nr. 5 Kalium phosphoricum D6: Bei Kopfschmerzen infolge seelischer, geistiger oder körperlicher Belastung, verbunden mit großer Schwäche.
- Nr. 6 Kalium sulfuricum D6: Bei Kopfschmerzen, die sich in warmen Räumen verschlimmern.
- Nr. 8 Natrium chloratum D6: Bei dumpfen Kopfschmerzen, die Folge von Flüssigkeitsmangel sind.
- Nr. 10 Natrium sulfuricum D6: Bei Katerkopfschmerzen und Kopfschmerzen als Spätfolge einer Gehirnerschütterung.
- Nr. 11 Silicea D6: Bei Kopfschmerzen durch Zugluft, Witterungswechsel oder Voll- oder Neumond.
- Nr. 14 Kalium bromatum D6: Wenn die Kopfschmerzen vorwiegend Stirn und Schläfen betreffen.
- Nr. 17 Manganum sulfuricum D6: Bei drückenden Kopfschmerzen, die das Gefühl vermitteln, der Kopf sei angeschwollen.
- Nr. 21 Zincum chloratum D6: Bei nervös bedingten Kopfschmerzen, verbunden mit Aufregung oder Anspannung.
- Nr. 22 Calcium carbonicum D6: Bei hartnäckigen Kopfschmerzen, hauptsächlich bei aufgedunsen wirkenden Menschen und Allergikern.
Schüßler-Salze bei Migräne
Auch bei Migräne können Schüßler-Salze zur Linderung der Beschwerden beitragen. Die Wahl des richtigen Salzes richtet sich nach den individuellen Symptomen:
- Nr. 3 Ferrum phosphoricum D12: Bei Migräne mit Druckgefühl im Kopf.
- Nr. 4 Kalium chloratum D6: Bei Migräne mit Übelkeit, Schwindel und Erbrechen von weißem Schleim.
- Nr. 8 Natrium chloratum D6: Bei Migräne mit Erbrechen von durchsichtigem Schleim. Zudem sollen dieses Schüßler-Salz Migräne vertreiben, die durch Sehstörungen, Übelkeit und heftige Beschwerden gekennzeichnet ist.
- Nr. 19 Cuprum arsenicosum D6: Bei pulsierenden, zuckenden Krämpfen im Kopf.
Kombinationsmöglichkeiten bei Migräne
Es gibt auch kombinierte Mineralstoff-Schemata, die bei Migräne eingesetzt werden können:
- Bei Migräne mit Sehstörungen, Übelkeit und heftigen Beschwerden: Nr. 7 Magnesium phosphoricum D6, Nr. 8 Natrium chloratum D6 und Nr. 11 Silicea D12.
- Bei hartnäckigen und schwer zu beeinflussenden Migräne-Beschwerden: Nr. 5 Kalium phosphoricum D6, Nr. 7 Magnesium phosphoricum D6, Nr. 8 Natrium chloratum D6, Nr. 22 Calcium carbonicum D6 und Nr. 11 Silicea D12.
Äußerliche Anwendung von Schüßler-Salzen
Schüßler-Salze können auch äußerlich in Form von Salben angewendet werden. Empfohlen wird beispielsweise Nr. 2 Calcium phosphoricum - auch für Kinder. Reiben Sie die Salbe zwischen den Schulterblättern ein. Bei Kopfschmerzen, die vom Nacken aufsteigen, sowie bei Migräne soll die Salbe Nr. 7 Magnesium phosphoricum helfen. Darüber hinaus können Sie mit einer Salbe auf Basis dieserm Schüßler-Salz Kopfschmerzen behandeln, die halbseitig auftreten und plötzlich einschießen. Reiben Sie die Salbe auf Nacken und Stirn ein.
Dosierung und Anwendung
Die Dosierung von Schüßler-Salzen variiert je nach Alter und Beschwerden. Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren nehmen in der Regel ein bis drei Mal täglich je eine Tablette ein. Kinder bekommen die Hälfte der Erwachsenendosis. Die Tabletten sollten eine halbe Stunde vor oder nach dem Essen eingenommen und langsam im Mund zergehen gelassen werden. Bei akuten Beschwerden kann die Einnahme häufiger erfolgen.
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Bei der "Heißen 7" werden bis zu 10 Tabletten (bei Erwachsenen, Kinder 5 Tabletten) in heißem Wasser oder Tee (0,2 l) aufgelöst. Die aufgelösten Tabletten sollten Sie in möglichst warmen Zustand schlückchenweise langsam trinken. Lassen Sie dabei den Schluck immer noch einige Sekunden im Mund, bevor Sie ihn herunterschlucken.
Schüßler-Salbe Nr. 7 kann bei akuten Anwendungen alle halbe oder Stunde äußerlich auf die Stelle aufgetragen werden. Bei chronischen Beschwerden zwei- bis dreimal täglich dünn auf der schmerzenden Stelle auftragen oder mit einem Umschlag über Nacht kombinieren.
Wichtige Hinweise
Es gibt sehr unterschiedliche Dosierungsempfehlungen, die von akuten oder chronischen Beschwerden aber auch hinsichtlich von individuellen Erfahrungen der Therapeuten abweichend sein können. Sollten keine speziellen Dosierungsempfehlungen gegeben sein, gelten die Dosierungsangaben der Packungsbeilage.
Die Anwendung ergibt sich aus den beschriebenen Funktionen der Mineralstoffe. Tabletten im Mund zergehen lassen oder portionsweise über den Tag verteilt in Wasser lösen und schlückchenweise einnehmen.
Eine Überdosierung von Schüssler-Salzen ist nicht möglich. Da Milchzucker als Trägersubstanz bei den Tabletten verwendet wird, kann es zu allergischen Reaktionen bei Menschen mit Laktoseintoleranz kommen. Diese sollten dann auf Schüßler Globuli oder Schüßler Tropfen zurückgreifen.
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Schüßler-Salze haben keine Nebenwirkungen. Es spielt keine Rolle, wie alt Sie sind. Auch für Schwangere gibt es keine Kontraindikationen. Magnesium phosphoricum kann bei der Geburt sogar helfen, die Wehentätigkeit zu fördern und anzuregen.
Die Schüßler-Salze in Form von Tabletten oder Salben können bis zur vollständigen Heilung der Beschwerden eingenommen werden. Bei akuten Beschwerden kann die Besserung schon nach kurzer Zeit eintreten. Bei chronischen Krankheiten und Beschwerden kann die Behandlung mit Schüßler-Salzen auch längere Zeit andauern.