Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch starke, oft pulsierende Kopfschmerzen gekennzeichnet ist, die von Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet sein können. Sie tritt zwei- bis dreimal häufiger bei Frauen als bei Männern auf und ist die häufigste Ursache für Behinderungen bei Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren. Migräne hat wesentliche Auswirkungen auf die berufliche Laufbahn von Frauen. Keine andere Krankheit ist bei Frauen während der aktiven beruflichen Jahre für mehr verlorene gesunde Lebensjahre verantwortlich. Migräne ist bei Frauen nicht nur häufiger, sondern auch die Anfälle sind schwerer. Sie dauern länger an, die Begleitsymptome sind stärker und sie sprechen weniger gut auf die Therapie an.
Viele Frauen im gebärfähigen Alter leiden unter Migräneattacken.1 Das betrifft vor allem Patientinnen, die mit hormonell bedingter Migräne diagnostiziert wurden, die mit dem weiblichen Zyklus und Imbalancen in Verbindung gebracht wird (primäre Form). Denn der Östrogen-, Gestagen- und Opioid-Spiegel schwankt vor, während und nach der Menstruation. Während der Schwangerschaft können sich Migränesymptome wie einseitig pulsierende Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Lichtempfindlichkeit verbessern, da die Hormone sich stabilisieren. Für Patientinnen mit Migräne mit Aura (Lichtblitze, Seh- und Empfindungsstörungen) können die Attacken bestehen bleiben oder sich während der Schwangerschaft verschlimmern. Speziell Frauen mit vaskulären oder hormonellen Vorerkrankungen können ein erhöhtes Risiko für einen schwierigen Schwangerschaftsverlauf haben.4 Migräne in der Schwangerschaft wird oft mit Bluthochdruck und Präeklampsie assoziiert.1 Ebenso werden Frühgeburten, Untergewicht des Kindes, Schwangerschaftsdiabetes oder -depression als Folgeschäden diskutiert.5 Wissenschaftliche Studien liefern hier erste Erkenntnisse, jedoch keine hinreichenden Beweise.
Die Schwangerschaft ist ein besonderer Zustand, der den weiblichen Körper stark verändert. Dies kann sich auch auf das Auftreten und die Ausprägung von Migräne auswirken. Viele Frauen erleben eine Verbesserung ihrer Migräne während der Schwangerschaft, während andere erstmalig oder verstärkt unter Migräneattacken leiden. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Migräne in der Schwangerschaft, die Behandlungsmöglichkeiten und die Bedeutung der Prävention.
Ursachen von Migräne in der Schwangerschaft
Die genauen Ursachen für Migräne in der Schwangerschaft sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass hormonelle Veränderungen eine wichtige Rolle spielen. Während der Schwangerschaft kommt es zu einem Anstieg des Östrogenspiegels, der bei einigen Frauen zu einer Besserung der Migräne führen kann. Bei anderen Frauen kann der Östrogenanstieg jedoch auch Migräneattacken auslösen.
Weitere mögliche Ursachen für Migräne in der Schwangerschaft sind:
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- Stress: Stress ist ein bekannter Auslöser für Migräneattacken. Schwangerschaft kann eine stressige Zeit sein, insbesondere wenn es sich um die erste Schwangerschaft handelt. Ärger in der Beziehung, Angst vor der Zukunft mit dem Baby, die Suche nach einer größeren Wohnung oder einfach viel zu tun im Büro - das ganz normale Leben kann so stressen, dass die Muskeln in Schultern und Nacken verspannen und Kopfschmerzen auslösen.
- Schlafmangel: Schlafmangel kann ebenfalls Migräneattacken auslösen. Gerade zu Beginn der Schwangerschaft sind viele Frauen dauermüde und die körperlichen Veränderungen stören den gewohnten Rhythmus. Wer schon Kinder hat oder im Beruf eingespannt ist, bekommt oft nicht die nötige Ruhe.
- Ernährung: Eine unausgewogene Ernährung kann Migräneattacken begünstigen.
- Dehydration: Nicht ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, kann Kopfschmerzen verursachen. "Häufig trinken Schwangere nicht genug", sagt Helwig. Etwa zwei Liter am Tag sollten es sein. Tee und Wasser sind dabei die erste Wahl, aber auch auf Kaffee müssen Schwangere nicht verzichten. Eine normale Menge von etwa zwei Tassen ist kein Problem - vorausgesetzt, es bestehen keine individuellen Einschränkungen.
- Niedriger Blutzucker: Wer ständig müde ist und Kopfschmerzen hat, leidet häufig unter niedrigem Blutdruck.
Ein Eisenmangel und die damit einhergehende Blutarmut sind eine typische Ursache für Kopfschmerzen", sagt Albring. Hat der Arzt Eisenmangel diagnostiziert, kann eine eisenreiche Ernährung die leeren Speicher nicht mehr auffüllen. Dann helfen zum Beispiel Eisentabletten. Der Arzt berät zur passenden Therapie.
Erstmaliges Auftreten von Migräne in der Schwangerschaft
Treten Migräneattacken erstmalig während der Schwangerschaft auf, handelt es sich vorwiegend um eine Migräne mit Aura. Allerdings ist dies nur bei einer Minderzahl der Betroffenen der Fall; nach einer französischen Studie bei 13% der untersuchten Patientinnen. Es ist wichtig, diese von anderen Ursachen für Kopfschmerzen abzugrenzen und eine entsprechende Diagnose zu stellen.
Behandlung von Migräne in der Schwangerschaft
Die Behandlung von Migräne in der Schwangerschaft erfordert eine sorgfältige Abwägung zwischen den Risiken und Vorteilen von Medikamenten. Generell gilt, dass eine medikamentöse Therapie während der Schwangerschaft, wenn irgendwie möglich, zu vermeiden ist. Ganz besonders gilt dies natürlich für prophylaktische Maßnahmen, bei denen täglich Medikamente eingenommen werden müssen. Die Migräneprophylaktika, die sich als besonders wirksam erwiesen haben, sind während der Schwangerschaft kontraindiziert. Dies gilt für die Beta-Rezeptorenblocker, Flunarizin, Serotoninantagonisten, trizyklische Antidepressiva und besonders für Antiepileptika. Dies ist insbesondere von Bedeutung, wenn eine Schwangerschaft geplant ist oder auch nur vermutet wird.
Nicht-medikamentöse Behandlung
Bei leichten bis mittelschweren Migräneattacken können nicht-medikamentöse Maßnahmen ausreichend sein. Dazu gehören:
- Ruhe und Entspannung: Versuchen Sie, sich zu entspannen und ausreichend zu schlafen. Am besten gelingt das in einem abgedunkelten Raum. Ein gekühltes Tuch an Schläfen oder Stirn und eine Wärmeflasche auf dem Bauch empfinden viele Frauen ebenfalls als angenehm. Achtung: Die Wärmeflasche solltest du niemals mit kochend heißem Wasser füllen und nicht direkt auf die Haut legen. Eventuell kann zu viel Hitze am Bauch im ersten Schwangerschaftsdrittel zu Schäden bei der Entwicklung des Ungeborenen oder zu einer Fehlgeburt führen.
- Ausreichend Flüssigkeit: Häufig trinken Schwangere nicht genug. Etwa zwei Liter am Tag sollten es sein. Tee und Wasser sind dabei die erste Wahl.
- Regelmäßige Mahlzeiten: Achten Sie auf regelmäßige Mahlzeiten, um einen niedrigen Blutzuckerspiegel zu vermeiden.
- Entspannungstechniken: In solchen Fällen helfen vor allem Entspannungstechniken wie Yoga, progressive Muskelentspannung, Akupunktur sowie lockernde Massagen. Die richtige Methode für sich muss jede Schwangere selber finden.
- Pfefferminzöl: Verdünntes Pfefferminzöl auf Stirn und Schläfe kann helfen. In der Apotheke gibt es fertige Verdünnungen, die speziell für Kopfschmerzen geeignet sind.
- Bewegung: Hier helfen Bewegung und frische Luft: Schwimmen, Walken, Rad fahren. Schwangere dürfen und sollen Sport machen, solange die Sportart kein hohes Unfallrisiko birgt. "Sportliche Betätigung in der Schwangerschaft unterstützt den Kreislauf", sagt Helwig.
Medikamentöse Behandlung
Wenn nicht-medikamentöse Maßnahmen nicht ausreichend sind, können Medikamente zur Linderung der Migräneattacke eingesetzt werden. Die Wahl des Medikaments sollte jedoch immer in Absprache mit einem Arzt erfolgen.
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- Paracetamol: Paracetamol gilt bei Kopfschmerzen in der Schwangerschaft als Mittel der Wahl. Es ist in begrenzten Dosen die ganze Schwangerschaft über unbedenklich. "Es etwa ein Mal in der Woche einzunehmen ist kein Problem", sagt Holle-Lee. Jeden Tag wäre jedoch gefährlich: Dadurch könnte laut einigen Studien das Risiko für das Baby steigen, ADHS, Asthma oder einen Hodenhochstand zu bekommen. Aufgrund aktueller Studien ist jedoch ein sorgfältiges Umdenken bezüglich dieser Empfehlung erforderlich. Neue Studien beschreiben einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Kontakt mit Paracetamol vor der Geburt und erhöhtem Risiko für Asthma, anderen Atemwegserkrankungen und gestörter Hodenentwicklung. Ebenso werden Störungen der psychomotorischen Entwicklung des Kindes diskutiert. Die kombinierte Einnahme von zwei Schmerzmitteln bei Schwangeren war mit einer 7-fach erhöhten Rate eines Kryptorchismus der neugeborenen Jungen verbunden. Es wird der Verdacht geäußert, dass die Auswirkungen von einer Tablette Paracetamol zu 500 mg für das ungeborene Kind schädlicher sein könnte als die zehn häufigsten Umweltschadstoffe.
- Ibuprofen und Acetylsalicylsäure (ASS): Ibuprofen und Acetylsalicylsäure sind in den ersten beiden Dritteln der Schwangerschaft nur in Ausnahmefällen erlaubt. Nach der 28. Woche sollten sie allerdings nicht mehr zum Einsatz kommen. Gegen eine Anwendung im letzten Drittel der Schwangerschaft spricht ein möglicher vorzeitiger Verschluss des sogenannten Ductus arteriosus Botalli. Ein weiterer Grund, Ibuprofen und Acetylsalicylsäure im letzten Drittel der Schwangerschaft zu meiden: "Sowohl Acetylsalicylsäure, als auch Ibuprofen verlängern die Blutungszeit. Dadurch steigt die Gefahr eines vermehrten Blutverlustes aus Geburtswunden, wie einem Dammriss oder einer Plazentaablösung", erklärt Helwig.
- Triptane: Helfen die frei verkäuflichen Schmerzmittel nicht, dürfen Schwangere bei starken Migräneanfällen auch Triptane nehmen. "Diese Medikamente verschreibt der Arzt. Sie dürfen während der ganzen Schwangerschaft unter ärztlicher Aufsicht genommen werden", erklärt Holle-Lee. Das ist aber selten nötig. Sumatriptan ist das Triptan, das bisher am besten in Studien untersucht wurde.1 Für andere Triptane wie Naratriptan Juta® liegen nur begrenzte Informationen zur Sicherheit für Mutter und Kind vor. Für die übrigen Triptane ist die Datenlage zur Beurteilung der Sicherheit in der Schwangerschaft nicht ausreichend.
- Magnesium: Bei schweren Migräneverläufen während der Schwangerschaft, insbesondere bei der Migräne mit Aura, kann zunächst die Gabe von Magnesium zur Migräneprophylaxe erwogen werden.
Streng kontraindiziert sind Ergotalkaloide, wie Ergotamintartrat und Dihydroergotamin. Die Substanzen haben während der Schwangerschaft einen uterotonischen Effekt.
Medikamente bei Übelkeit
Bei starker Übelkeit und Erbrechen, die häufig mit Migräne einhergehen, können Medikamente wie Metoclopramid oder Ondansetron eingesetzt werden.
Prävention von Migräne in der Schwangerschaft
Eine wichtige Säule im Umgang mit Migräne in der Schwangerschaft ist die Prävention. Durch das Vermeiden von Auslösern und die Etablierung eines gesunden Lebensstils können Migräneattacken reduziert werden.
- Regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus: Achten Sie auf einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus.
- Stressmanagement: Erlernen Sie Entspannungstechniken, um Stress abzubauen. In solchen Fällen helfen vor allem Entspannungstechniken wie Yoga, progressive Muskelentspannung, Akupunktur sowie lockernde Massagen. Die richtige Methode für sich muss jede Schwangere selber finden.
- Ausgewogene Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung und vermeiden Sie Trigger-Nahrungsmittel.
- Regelmäßige Bewegung: Treiben Sie regelmäßig Sport, um den Kreislauf zu stabilisieren. Hier helfen Bewegung und frische Luft: Schwimmen, Walken, Rad fahren. Schwangere dürfen und sollen Sport machen, solange die Sportart kein hohes Unfallrisiko birgt. "Sportliche Betätigung in der Schwangerschaft unterstützt den Kreislauf", sagt Helwig.
- Viel Trinken: "Häufig trinken Schwangere nicht genug", sagt Helwig. Etwa zwei Liter am Tag sollten es sein. Tee und Wasser sind dabei die erste Wahl.
Einige Mediziner und Hebammen empfehlen die Einnahme von Magnesium - dies sollte jedoch nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Darüber hinaus können die Biofeedback-Therapie und Akupunktur weitere Behandlungsalternativen in der Schwangerschaft sein. Unabhängig von der Migräne wird allen Frauen mit Kinderwunsch zur Vorbeugung von Fehlbildungen des Embryos die Einnahme von Folsäure empfohlen.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Kopfschmerzen können Anzeichen für eine schwere Erkrankung sein. "Wenn sie auf einmal regelmäßig Kopfschmerzen bekommen, erstmals Blitze oder Sternchen sehen, Wahrnehmungsstörungen oder sehr starke Kopfschmerzen erleben, sollten Sie auf jeden Fall zum Arzt", sagt Holle-Lee. "Ich messe dann als erstes den Blutdruck", erklärt die niedergelassene Gynäkologin Helwig. "Ein sehr hoher Blutdruck kann starke Kopfschmerzen bis hin zu Krampfanfällen hervorrufen - mit lebensbedrohlichen Ausmaßen für Mutter und Kind."
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Meist werden Schwangere dann gleich weiter in ein Krankenhaus überwiesen. Dort wird der Blutdruck eingestellt und die Schwangere für einige Zeit überwacht. Hoher Blutdruck kann außerdem Zeichen einer ebenfalls lebensbedrohlichen Schwangerschaftsvergiftung sein. Bei sehr plötzlichen starken Kopfschmerzen sollten Betroffene immer sofort ins Krankenhaus. Sie können Zeichen für einen Schlaganfall oder einen Venenverschluss sein.
Migräne und Kinderwunsch
Migräne ist kein Grund, auf eine Schwangerschaft zu verzichten. Auch eine Kinderwunschbehandlung ist für Migränepatientinnen möglich. Während einer Schwangerschaft verändert sich der Körper einer Frau nicht nur äußerlich sichtbar, sondern auch ihr Hormonhaushalt wird einmal auf den Kopf gestellt, was auf die Beschwerden einer Migräne oft Auswirkungen hat - glücklicherweise meistens gute. Zwischen 50 - 80 % der Schwangeren berichten, dass sich ihre Migräne bessert und bei einigen sogar ganz verschwindet.01 Meist treten die Verbesserungen nach dem ersten Drittel der Schwangerschaft ein. Wahrscheinlich hängt die Verbesserung einer Migräne während der Schwangerschaft mit dem konstant hohen Spiegel der weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron sowie der veränderten Konzentration der sogenannten Glückshormone Serotonin und Endorphin zusammen, welche unter anderem auch für das Schmerzempfinden verantwortlich sind.
Frauen, die an Migräne leiden und einen Kinderwunsch haben, sind oft verunsichert. Sie fragen sich, ob sie sich trotz Migräne eine Schwangerschaft zutrauen und wie es sein wird, wenn das Baby auf der Welt ist. Grundsätzlich kann das niemand vorhersagen, aber bei den meisten Frauen bessert sich die Migräne in der Schwangerschaft aufgrund der Hormonumstellung.
Um eine gesunde Entwicklung des Kindes zu ermöglichen, ist es allerdings nötig, auf einige Dinge zu achten. Vor allem in den ersten Tagen nach der Befruchtung und Einnistung ist der Embryo anfällig für schädliche Einflüsse. In dieser Phase bildet er Organanlagen aus, auf welche die weitere Entwicklung aufbaut. Das Problem: Zu diesem Zeitpunkt ist es Frauen oft noch nicht bekannt, dass sie schwanger sind. Daher solltest du bereits während der Kinderwunschzeit möglichst auf Medikamente verzichten. Zusätzlich kannst du vorbeugende Maßnahmen ergreifen, wie weiter unten beschrieben, sodass eine Migräne-Attacke gar nicht erst entsteht.
Die Einnahme von Arzneimitteln, die der Vorbeugung einer Migräne dienen, beenden Frauen optimalerweise einige Zeit vor der geplanten Empfängnis.6 Falls du trizyklische Antidepressiva zur Migräne-Prophylaxe einnimmst, ist es eventuell möglich, dass du diese in niedriger Dosierung auch mit Kinderwunsch weiterverwenden kannst.
Migräne nach der Geburt
Die erneute Hormonumstellung nach der Entbindung kann leider dazu führen, dass die Frequenz der Migräneattacken wieder zunimmt.03 Manche Migränepatientinnen entwickeln nach der Geburt erstmals eine Migräne mit Aura,04 welche sich oft durch plötzliche Sehbeschwerden bemerkbar macht. Nach der Entbindung gibt es erneut Hormonumstellungen im Körper der Frau, wodurch eine Migräne, die eventuell während der Schwangerschaft seltener vorkam, wieder zunehmen kann.11 Beispielsweise sinkt der Östrogenspiegel kurz nach der Entbindung schnell ab - während der Schwangerschaft war er auf einem gleichbleibenden, eher hohen Niveau. Das Wochenbett beschreibt die Zeit nach der Entbindung, in der sich der weibliche Körper von der Geburt erholt und sich zurückbildet. Damit gehen auch Hormonveränderungen einher, die sich auf das Auftreten von Migräne auswirken können. Sogar Frauen, die vor der Geburt nie von Migräne geplagt waren, können im Wochenbett erstmals darunter leiden.15 Oft neigen die Betroffenen dann zu einer Migräne mit Aura16.
Grundsätzlich gilt: Wer vor der Schwangerschaft eine Migräne mit Aura hatte, bekommt dieselbe Form wahrscheinlich auch nach der Geburt.17 Ebenso kann sich eine ansonsten bestehende Migräne ohne Aura in der Schwangerschaft oder im Wochenbett erstmals mit Aura bemerkbar machen.18 Anfallsartige Sehbeschwerden kündigen in diesem Fall meist die Kopfschmerzen an.
Bei der Behandlung der Migräne nach der Schwangerschaft müssen besonders stillende Mütter aufpassen, welche Medikamente sie einnehmen können, ohne ihrem Säugling zu schaden. Schmerzmittel sowie Triptane gelangen möglicherweise in die Muttermilch. Ein bestehende Schwangerschaft kann mit neueren Schwangers…
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