Schwindel, Migräne und Schwangerschaft: Ein umfassender Überblick

Migräne ist mehr als nur Kopfschmerz. Etwa zehn bis 15 von 100 Menschen sind im Laufe eines Jahres von Migräne betroffen. Bei einer Migräne-Attacke treten typischerweise starke, pulsierende Kopfschmerzen meist auf nur einer Seite des Kopfes auf. Sie verschlimmern sich bei körperlicher Bewegung. Häufig treten Begleitsymptome wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen auf.

Kopfschmerzen können auch in der Schwangerschaft verschiedene Ursachen haben. Meist sind sie harmlos, jedoch kann starkes Kopfweh auch auf mögliche Komplikationen hinweisen. Viele Frauen leiden in der Schwangerschaft immer wieder unter Kopfschmerzen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Besonders, wenn starke Kopfschmerzen den Alltag erschweren, stellen sich Schwangere die Frage, was sie abseits von Kopfschmerztabletten gegen das Hämmern oder Pochen im Kopf tun können.

Vestibuläre Migräne: Ein Wirbelwind im Kopf

Vestibuläre Migräne ist eine Kopfschmerzerkrankung, die in der Regel mit starken Schwindelbeschwerden, Gleichgewichtsstörungen, Übelkeit oder Hörverlust einhergeht. Die positive Nachricht: Durch gewisse Behandlungsmethoden lässt sich die Krankheit eindämmen.

Was ist vestibuläre Migräne?

Eine vestibuläre Migräne ist eine chronische Erkrankung des Innenohrs. Diese ist unter anderem durch Schwindel, Übelkeit, Gleichgewichtsstörungen bis hin zu Hörverlust gekennzeichnet. Die Symptome von vestibulärer Migräne können plötzlich auftreten und von wenigen Minuten bis hin zu mehreren Stunden anhalten. Menschen mit vestibulärer Migräne können auch Lichtempfindlichkeit, Tinnitus und verschwommenes Sehen empfinden.

Es wird angenommen, dass die Erkrankung durch eine überaktive Reaktion des vestibulären Systems im Innenohr verursacht wird. Das vestibuläre System ist für die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts und der räumlichen Orientierung zuständig. Studien haben gezeigt, dass Frauen etwa fünfmal häufiger als Männer von vestibulärer Migräne betroffen sind. Die Gründe für diese Geschlechterunterschiede sind noch nicht vollständig verstanden. Insbesondere kann der Zusammenhang zwischen vestibulärer Migräne und dem Menstruationszyklus bei Frauen ein Hinweis darauf sein, dass Hormone eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Erkrankung spielen. Zum aktuellen Zeitpunkt sind die Ursachen für die Erkrankung der vestibulären Migräne noch nicht abschließend erforscht. Die Wissenschaft betreibt zu diesem Krankheitsbild nach wie vor intensive Forschung.

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Mögliche Ursachen für vestibuläre Migräne

Wie bereits erwähnt, entsteht vestibuläre Migräne im vestibulären System. Dieses ist Teil des Innenohrs und für die Wahrnehmung von Gleichgewicht und Bewegung zuständig. Das vestibuläre System enthält winzige Strukturen, die als Otolithen und Bogengänge bekannt sind. Die Otolithen und Bogenhänge registrieren Bewegungen und Veränderungen der Kopfposition. Bei vestibulärer Migräne wird angenommen, dass eine Stimulation dieser Strukturen eine neurologische Reaktion auslösen kann, die zu den Symptomen der Krankheit führt.

Einige Faktoren können vestibuläre Migräne auslösen oder verschlimmern:

  • Alkohol und Zigarettenrauch.

Symptome einer vestibulären Migräne

Die Symptome der vestibulären Migräne können von Person zu Person variieren. Häufige Symptome sind:

  • Schwindel (Drehschwindel oder Schwankschwindel)
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Hörverlust oder Tinnitus
  • Licht- und Geräuschempfindlichkeit
  • Kopfschmerzen (müssen nicht immer vorhanden sein)

Diagnose der vestibulären Migräne

Zur Diagnosestellung müssen schon mindestens 5 Schwindelattacken von mindestens 5 Minuten Dauer aufgetreten sein. Außerdem muss eine aktive oder zurückliegende Migräne diagnostiziert worden sein. Weiterhin müssen zusätzliche Migränezeichen wie Aura, Tonempfindlichkeit oder Lichtempfindlichkeit bestehen.

Die Diagnose einer vestibulären Migräne kann schwierig sein, da die Symptome anderen Schwindelerkrankungen sehr ähneln. Lediglich die fortschreitende Innenohrschwerhörigkeit beim Morbus Menière ist ein valides Unterscheidungsmerkmal. Zum anderen finden sich im beschwerdefreien Intervall keine auffälligen Befunde in der apparativen Diagnostik. Auch kommen unterschiedliche Schwindelerkrankungen bei manchen Patienten in Kombination vor. Letztendlich wird die Diagnose einer vestibulären Migräne durch Ausschluss anderer Schwindelformen und aufgrund einer genauen Anamnese gestellt.

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Behandlung der vestibulären Migräne

Die Behandlung der vestibulären Migräne zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Häufigkeit der Anfälle zu reduzieren.

  • Änderung des Lebensstils: Es wird empfohlen, die Auslöser einer Migräneattacke zu vermeiden.
  • Medikamente: Die medikamentöse Behandlung erfolgt im akuten Stadium mit Dimenhydrat (oral/rektal) oder mit Triptanen (Sumatriptan, Zolmitriptan, Rizatriptan). Für eine prophylaktische medikamentöse Therapie gibt es diverse Ansätze mit geringem Evidenzgrad, die alle im Hinblick auf das Wirkungs-/ Nebenwirkungs-Profil problematisch sind.

Was tun bei akuten Symptomen?

Um einen Anfall vestibulärer Migräne zu vermeiden, sollte man mögliche Auslöser frühzeitig erkennen und vermeiden. Ruhe in einer dunklen und ruhigen Umgebung kann bei vestibulärer Migräne für Linderung sorgen. Ein Nickerchen oder das Hinlegen mit geschlossenen Augen kann helfen, Schwindel, Übelkeit und Müdigkeit zu verringern. Dehydrierung kann Schwindel und andere vestibuläre Migränesymptome verschlimmern. Achten Sie darauf viel zu trinken, um den Flüssigkeitshaushalt aufrechtzuerhalten.

  • Auslöser vermeiden: Achten Sie darauf Auslöser zu vermeiden, welche Ihre Beschwerden hervorgerufen haben.

Welcher Arzt ist der richtige Ansprechpartner?

Wenn Sie unter Symptomen der vestibulären Migräne wie Schwindel oder Ohrdruck leiden, empfiehlt es sich, ärztlichen Rat einzuholen. Ihr Hausarzt ist in der Regel der erste Ansprechpartner und kann Ihnen bei Bedarf eine Überweisung ausstellen. Oftmals kommen HNO-Ärzte (Hals-Nasen-Ohren-Arzt) oder Neurologen für eine Überweisung und die Behandlung von Schwindel in Betracht.

Migräne in der Schwangerschaft

Kopfschmerzen können auch in der Schwangerschaft verschiedene Ursachen haben. Meist sind es harmlose, jedoch kann starkes Kopfweh auch auf mögliche Komplikationen hinweisen. Viele Frauen leiden in der Schwangerschaft immer wieder unter Kopfschmerzen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Besonders, wenn starke Kopfschmerzen den Alltag erschweren, stellen sich Schwangere die Frage, was sie abseits von Kopfschmerztabletten gegen das Hämmern oder Pochen im Kopf tun können.

Ursachen von Kopfschmerzen während der Schwangerschaft

Kopfschmerzen können in der Schwangerschaft durch ganz unterschiedliche Faktoren ausgelöst werden:

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  • Hormonumstellung: Gerade während der Frühschwangerschaft könnten viele Frauen durch die hormonelle Umstellung und die damit einhergehenden Hormonschwankungen Kopfschmerzen bekommen. Manchmal treten diese Kopfschmerzen bereits bei den ersten Schwangerschaftsanzeichen auf und lassen mit den Monaten wieder nach.
  • Verspannungen: Die körperlichen Veränderungen während des 3. Trimesters deiner Schwangerschaft sind enorm. Mit zunehmendem Gewicht verändert sich auch deine Körperhaltung ein wenig. Das wiederum kann zu Verspannungen führen - eine häufige Ursache von Kopfschmerzen.
  • Eisenmangel: Kopfschmerzen könnten auf einen Eisenmangel hinweisen. In der Schwangerschaft finden regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen statt. Dabei wird auch dein Blut auf seinen Eisengehalt hin untersucht. Sollte ein Mangel vorliegen, wird dein Gynäkologe / deine Gynäkologin eine entsprechende Therapie vorschlagen.
  • Flüssigkeitsmangel: Trinkst du zu wenig, kann dies Kopfschmerzen begünstigen. In der Schwangerschaft benötigt dein Körper viel Flüssigkeit; besonders dann, wenn du in der Frühschwangerschaft unter Übelkeit leidest und dich öfter übergeben musst.
  • Niedriger Blutzuckerspiegel und Blutdruck: Die Ursachen für Kopfschmerzen und Müdigkeit sind häufig ein zu niedriger Blutdruck oder Blutzuckerspiegel.
  • Schwangerschaftsschnupfen: Manche Schwangere leiden unter einer Art Schnupfen oder einer dauerhaft verstopfen Nase. Die Nasenschleimhäute sind angeschwollen und infolgedessen können Kopfschmerzen auftreten.
  • Stress: Du möchtest das Kinderzimmer einrichten, die Einkäufe für den Neuankömmling erledigen oder die letzte Reise zu zweit planen? Eine Schwangerschaft lässt deine To-do-Liste länger werden. Aber Achtung: Überanstrengung und Stress tun dir und deinem Baby nicht gut und können Kopfschmerzen nach sich ziehen.

Die genaue Ursache der Kopfschmerzen zu ergründen, ist gar nicht so leicht. Im 1. Trimester könnten all die körperlichen Veränderungen der Grund für einen schweren Kopf sein. Wohingegen es am Ende der Schwangerschaft nicht mehr so leicht ist, eine gemütliche Schlafposition zu finden, sodass Müdigkeit und Verspannungen zu Kopfschmerzen führen können.

Migräne in der Schwangerschaft

Frauen sind von Migräne häufiger betroffen als Männer. Sie unterscheidet sich von gewöhnlichen Kopfschmerzen und zeichnet sich u. a. durch folgende Symptome aus:

  • starke, oft einseitige Kopfschmerzen
  • Licht- und Geräuschempfindlichkeit
  • Bewegung verschlimmert den Kopfschmerz
  • möglicherweise von Übelkeit und Erbrechen begleitet

Wer unter dieser speziellen Art der Kopfschmerzen leidet, könnte in der Schwangerschaft eine Besserung feststellen - und das bereits im 1. Trimester. Der Anstieg des Östrogenspiegels spielt hierbei eine große Rolle.

Nach der Geburt sinken die Östrogenwerte wieder und die Migräne könnte zurückkehren. Auch begünstigen sicherlich Faktoren wie Schlafmangel, die Rundumversorgung eines Säuglings und die neue Lebenssituation das Auftreten der starken Kopfschmerzen.

Viele Medikamente sind während der Schwangerschaft und der Stillzeit tabu. Lass dich also am besten bereits vor deiner Schwangerschaft von deinem Frauenarzt / deiner Frauenärztin beraten, wie du die Migräne auch ohne Kopfschmerztabletten in den Griff bekommen könntest.

Kopfschmerzen als Anzeichen für Komplikationen

In seltenen Fällen können starke Kopfschmerzen in der Schwangerschaft ein schlechtes Zeichen sein und auf eine Schwangerschaftskomplikation hinweisen.

Es könnte sich etwa um Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) handeln, wenn neben den Kopfschmerzen folgende Symptome auftreten:

  • Bluthochdruck
  • Eiweiß im Urin
  • Wassereinlagerungen an Händen und Füßen. Im Verlauf auch im Gesicht und am restlichen Körper.
  • Schwindel
  • Herzklopfen

Diese Erkrankung tritt meist im 2. Trimester der Schwangerschaft auf. Bei den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen wird daher auch immer dein Blutdruck überprüft. So kann Bluthochdruck zeitnah festgestellt und behandelt werden.

Auch das HELLP-Syndrom wird von starken Kopfschmerzen begleitet und ist vermehrt eine Erkrankung im Zeitraum des 2. Trimesters. Folgende Symptome sind typisch:

  • drückende Schmerzen im rechten Oberbauch
  • plötzliche Sehstörungen
  • Übelkeit
  • Erbrechen

Kopfschmerzen in der Schwangerschaft sind im Normalfall nicht weiter bedenklich. Dennoch gilt: Zögere nie, dir Hilfe und Rat bei deiner Hebamme oder in deiner Frauenarztpraxis zu holen. Gesellen sich noch weitere Beschwerden dazu, solltest du umgehend deinen Gynäkologen / deine Gynäkologin kontaktieren.

Was kann man gegen Kopfschmerzen in der Schwangerschaft tun?

Wie kann man sich aber nun Linderung verschaffen, wenn plötzlich starke Kopfschmerzen in der Schwangerschaft auftreten, ohne gleich auf Medikamente zurückzugreifen? Es gibt eine Menge altbewährter Hausmittel, die es sich lohnt auszuprobieren:

  • Trinken: Wenn möglich, trinke bei den ersten Anzeichen von Kopfschmerzen sofort ein großes Glas Wasser oder Tee.
  • Frische Luft: Frische Luft kann Wunder bewirken. Unternimm einen kurzen Spaziergang oder stell dich alternativ dazu ans geöffnete Fenster und atme ein paar Mal tief durch.
  • Pfefferminzöl: Ein altbewährtes Hausmittel ist verdünntes Pfefferminzöl, das du sanft auf die Schläfen und den Nacken reibst. Es wirkt kühlend und belebend. Allerdings eignen sich hierfür nicht alle Öle. Lass dich bei der Wahl des Produktes und bei der Anwendung von deinem Gynäkologen / deiner Gynäkologin beraten.
  • Kompressen: Lege dir einen kalten Waschlappen auf die Stirn oder einen warmen in den Nacken - je nachdem, was du angenehmer empfindest.
  • Massage: Auch eine leichte Massage des Gesichtes und des Kopfes kann manchmal schon Erleichterung bringen.
  • Wärme: Kopfschmerzen werden oft durch Verspannungen ausgelöst. Sport ist die beste Prävention gegen verspannte Muskeln. In der Phase akuter Schmerzen tut allerdings Wärme gut und Sport solltest du vermeiden. Lege dir ein Wärmekissen oder eine Wärmflasche auf die verspannte Körperstelle.
  • Dampfbad: Ist der sogenannte Schwangerschaftsschnupfen die Ursache der Kopfschmerzen, kann ein Gesichtsdampfbad für Linderung sorgen. Wenn du möchtest, kannst du dem heißen Wasser noch eine Prise Salz hinzugeben.
  • Fußbad: Bei den ersten Anzeichen von Kopfschmerzen könnte ein Fußbad Schlimmeres verhindern. Es regt den Stoffwechsel an und trägt überdies in der Schwangerschaft zur Entspannung bei.
  • Verdunkelung: Da man gerade bei Migräne oder auch starken Kopfschmerzen empfindlich auf Licht und Geräusche reagieren kann, kann es helfen, sich in einen abgedunkelten und ruhigen Raum zurückzuziehen. Vergiss dabei nicht, trotz der Abdunkelung für reichlich Frischluftzufuhr zu sorgen.
  • Akupunktur: Viele Hebammen und Arztpraxen bieten Akupunktur an. Sie hilft erfahrungsgemäß bei akuten Kopfschmerzen. Einige Frauen nutzen diese traditionelle, fernöstliche Heilmethode auch zur Geburtsvorbereitung und Behandlung anderer Schwangerschaftsbeschwerden.

Sollten die Kopfschmerzen deinen Alltag beeinträchtigt und dir keines der üblichen Hausmittel Linderung verschafft, ist es an der Zeit, deinen Arzt / deine Ärztin aufzusuchen.

Welche Schmerzmittel kann ich in der Schwangerschaft nehmen?

Medikamente, selbst, wenn du diese seit Jahren schon gegen Kopfschmerzen eingenommen hast, sind in der Schwangerschaft nur noch nach Rücksprache mit dem Frauenarzt / der Frauenärztin erlaubt. Dies gilt auch für Schmerzmittel, die nicht verschreibungspflichtig sind.

In der Schwangerschaft wird angeraten, erst dann zu einem Medikament zu greifen, wenn alle anderen Mittel nicht zum gewünschten Erfolg geführt haben und der Leidensdruck zu groß wird. In diesem Fall wird dir dein Arzt / deine Ärztin wahrscheinlich für die gesamte Schwangerschaft am ehesten zu Paracetamol, bis zur 28. Schwangerschaftswoche unter Umständen auch zu Ibuprofen oder Aspirin, raten:

  • Paracetamol ist während der Schwangerschaft das Schmerzmittel der Wahl, da es auch im 2. und 3. Trimester oft gut verträglich ist.
  • Ibuprofen gilt in den beiden ersten Dritteln der Schwangerschaft derzeit als unbedenklich. Im 3. Trimester kann sich der Wirkstoff jedoch negativ auf die Nieren und das Herz des Babys auswirken. In diesem Zeitraum solltest du also dringend von einer Einnahme absehen.
  • Aspirin oder ASS könnte während der Schwangerschaft - zumindest im ersten und zweiten Drittel - verschrieben werden. Da Aspirin verdünnend wirkt und eventuell zum erhöhten Blutverlust unter Geburt führen kann, wird die Einnahme ab der 28. SSW als riskant eingestuft. Außerdem hat es die gleichen Nebenwirkungen wie Ibuprofen auf dein ungeborenes Baby.

Bei starken Kopfschmerzen sollte der Griff zu Schmerzmitteln in der Schwangerschaft nur eine zeitlich begrenzte Notlösung darstellen und darf nie ohne vorherigen ärztlichen Rat geschehen.

Leidest du unter chronischer Migräne und nimmst daher prophylaktisch Medikamente ein, solltest du dich schon vor einer geplanten Schwangerschaft beraten lassen. Für manche Frauen ist der positive Schwangerschaftstest hingegen eine Überraschung. In diesem Fall sollten die Medikamente erst einmal abgesetzt und der behandelnde Arzt / die behandelnde Ärztin umgehend davon in Kenntnis gesetzt werden.

So können Sie Kopfschmerzen in der Schwangerschaft vorbeugen

Dem Schmerz vorzubeugen, ist die beste Medizin:

  • Viel trinken: Zu wenig Flüssigkeit vermindert die Sauerstoffversorgung der Zellen und das kann zu Kopfschmerzen führen. Trinke über den Tag verteilt zwei bis drei Liter Wasser, verdünnte Fruchtsaftschorlen oder ungesüßte Früchtetees.
  • Sport: Sportarten, wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren, aber auch Yoga und Entspannungsübungen sind gut geeignet, um Migräne und Kopfschmerzen vorzubeugen und dem Blutdruck auf die Sprünge zu helfen. Hast du akute Kopfschmerzen, solltest du warten, bis diese vorüber sind, bevor du dich sportlich betätigst.
  • Ruhepausen: Schlafmangel kann Kopfschmerzen auslösen. Plane immer wieder Ruhepausen mit in deinen Tagesablauf ein und stelle sicher, dass du auch nachts ausreichend Schlaf bekommst.
  • Vermeidung von Stress und Überanstrengung: Neigst du generell zu Kopfschmerzen, so solltest du Stress, Aufregung und Überanstrengung besonders in der Schwangerschaft möglichst vermeiden. Überlege dir, wie du Aufgaben reduzieren oder delegieren kannst. Das wird dir auch in den ersten sehr turbulenten Monaten mit deinem Neugeborenen den Alltag erleichtern.
  • Kleinere Snacks: Ein niedriger Blutzuckerspiegel kann die Ursache für Kopfschmerzen sein. Iss häufiger kleine Mahlzeiten, damit es dir gelingt, diesen im Gleichgewicht zu halten. Packe dir auch für unterwegs immer einen kleinen Snack ein. Das könnten Nüsse, ein Müsliriegel oder etwas Trockenobst (z. B. Aprikosen oder Datteln) sein.
  • Eisenmangel vermeiden: Beuge einem Eisenmangel mit gezielter Ernährung (z. B. Kürbiskerne, Hülsenfrüchte wie Erbsen oder Linsen, Haferflocken) vor. Je nach Höhe deines Eisengehalts im Blut kann dir zusätzlich ein Eisenpräparat verschrieben werden.
  • Magnesium: Während der Schwangerschaft ist dein Magnesiumbedarf erhöht. Eine magnesiumreiche Ernährung (z. B. Vollkornbrot, Erbsen, Brokkoli, Bohnen oder Kürbiskerne) wirkt bei der Behandlung von Kopfschmerzen unterstützend und hilft sogar gegen Sodbrennen. Sprich mit deinem Frauenarzt / deiner Frauenärztin darüber, ob dir ein Magnesiumpräparat bei immer wieder kehrenden, starken Kopfschmerzen helfen könnte.

Generell solltest du auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung achten, die auf den fünf Hauptnahrungsmittelgruppen aufbaut: Obst, Gemüse, Getreide, proteinhaltige Lebensmittel und Milchprodukte. Mit der richtigen Ernährung in der Schwangerschaft kannst du viel zu deinem Wohlbefinden beitragen.

Entspannungsübungen gegen Kopfschmerzen

Stress ist einer der Hauptauslöser von Kopfschmerzen. Gerade, wenn du beruflich sehr eingespannt sein solltest oder bereits ein Kind hast, kommt Ruhe oft zu kurz. Versuche dir Auszeiten zu gönnen. Auch ein paar Entspannungsübungen können helfen, Stress abzubauen.

  • Übung 1: Bewusstes Atmen

    • Atme langsam ein und zähle dabei bis vier.
    • Halte nun die Luft kurz an. Aber nur so lange, wie es dir angenehm erscheint.
    • Atme dann wieder langsam etwa vier Sekunden lang aus.
    • Wiederhole das Ganze drei- bis viermal.
  • Übung 2: Nackenmassage

    • Setze dich ganz locker auf deinen Stuhl.
    • Lasse deinen Kopf etwas hängen. Vielleicht bewegst du ihn auch noch einmal kurz hin und her.
    • Greife mit den Händen auf die Schulterbereiche links und rechts und beginne sanft von den Schultern bis zum Nacken hin zu massieren und zu kneten.
    • Lasse nach dieser kurzen Massage deine Arme herabhängen und kreise deine Schultern.
  • Übung 3: Ganzkörperentspannung

    • Lege dich entspannt mit bequemer Kleidung auf den Rücken. Im 3. Trimester solltest du die Rückenlage allerdings eher vermeiden. Drehe dich dann alternativ einfach auf die Seite.
    • Schließe die Augen und konzentriere dich auf die einzelnen Körperteile.
    • Entspanne diese nun ganz bewusst nacheinander, in dem du sie schwer zu Boden sinken lässt.

Die Schwangerschaft ist eine ganze besondere Zeit, in der dein Körper Unglaubliches leistet. Ermögliche es ihm also, sich zu entspannen und zu erholen.

Kreislaufprobleme in der Schwangerschaft

Zu Beginn der Schwangerschaft hat der Körper durch die Anpassung an die neuen Umstände viel zu bewältigen. Kreislaufprobleme und Schwindel sind dabei keine Seltenheit. Ursächlich sind unter anderem Schwankungen des Blutzuckerspiegels und das Absinken des Blutdrucks. Glücklicherweise beeinträchtigen die Beschwerden das ungeborene Baby im Bauch normalerweise nicht.

Morgendliche Kreislaufprobleme, Übelkeit oder ein plötzlicher Schwindelanfall zwischendurch - das gehört bei vielen Frauen zu Beginn der Schwangerschaft dazu. In der Regel sinkt der Blutdruck in den ersten Monaten der Schwangerschaft, wodurch die Kreislaufprobleme ausgelöst werden. Schwindel und Probleme mit dem Kreislauf treten während der Schwangerschaft vor allem morgens direkt nach dem Aufstehen auf, aber auch sonst nach längerem Sitzen oder Liegen.

Wenn Sie morgens unter Kreislaufproblemen und Übelkeit leiden, kann es hilfreich sein, direkt im Bett noch vor dem Aufstehen eine Kleinigkeit (Müsliriegel, Nüsse, Obst, etc.) zu essen. Wenn Ihnen schwindelig wird, sollten Sie sich erst einmal hinsetzen oder am besten hinlegen und die Füße hochlagern. Bei fortgeschrittener Schwangerschaft sollten Sie sich allerdings besser auf die linke Körperseite legen und nicht auf den Rücken, da der Fötus auf die Hohlvene drücken kann und dadurch der Blutfluss zum Herzen behindert wird (Vena-Cava-Syndrom).

Ein ausgeglichener Flüssigkeitshaushalt ist wichtig, um Schwindel und Kreislaufproblemen vorzubeugen. Achten Sie deshalb darauf, über den Tag verteilt genügend zu trinken. Ebenfalls geeignet ist ein Tee aus frischem Ingwer, der mit seinem anregenden Effekt unterstützend wirken kann. Kühlen Sie sich die Handgelenke mit kaltem Wasser bei akuten Kreislaufproblemen oder gehen Sie raus an die frische Luft. Verbringen Sie überhaupt so viel Zeit wie möglich draußen an der frischen Luft. Ebenso sind Wechselduschen eine gute Möglichkeit, um den Kreislauf in Schwung zu bringen. Beginnen Sie dafür mit warmem bis lauwarmem Wasser, dann langsam mit kühleren Temperaturen und wiederholen Sie das ganze.

Eine gesunde Lebensweise kann das Wohlbefinden während der Schwangerschaft erheblich verbessern und Stoffwechsel sowie Kreislauf positiv beeinflussen. Eine ausgewogene Ernährung, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie viel Bewegung an der frischen Luft sind deshalb wichtige Faktoren. Kurbeln Sie Ihren Stoffwechsel an, z. B. Es ist bekannt, dass sich Sport förderlich auf das Herz-Kreislauf-System auswirkt. Sofern Ihre Schwangerschaft unkompliziert verläuft, sollten Sie sich auf jeden Fall regelmäßig bewegen, um Ihren Kreislauf zu stärken. Regelmäßige Spaziergänge sind eine gute Möglichkeit, um Kreislaufbeschwerden vorzubeugen und sich fit zu halten. Starke körperliche Anstrengung und Hitze sollten während der Schwangerschaft vermieden werden.

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist während der Schwangerschaft wichtiger denn je. Nicht nur, damit Sie und Ihr Baby optimal mit wichtigen Nährstoffen versorgt werden, sondern auch, um den Blutzuckerspiegel stabil zu halten. Hierbei spielen regelmäßige Mahlzeiten eine große Rolle. Sinkt der Blutzuckerspiegel plötzlich ab, können Schwindel, ein flaues Gefühl in der Magengegend, Schwächezustände oder auch Übelkeit die Folge sein. Achten Sie deshalb darauf, immer eine Kleinigkeit zum Essen dabei zu haben, wenn Sie unterwegs sind.

Während der Schwangerschaft dürfen Sie öfter mal an sich denken und unbedingt darauf achten, dass Sie ausreichend Zeit für Pausen und Erholung in Ihren Alltag einbauen. Nehmen Sie sich immer wieder ganz bewusst Zeit für sich, um herunterzufahren und Ihrem Körper Ruhepausen zu gönnen. Fragen Sie gegebenenfalls Familie oder Freunde um Hilfe, z. B. Achten Sie auf eine gute Schlafroutine und versuchen Sie möglichst zu gleichen Zeiten ins Bett zu gehen und aufzustehen, damit Sie genügend Schlaf bekommen.

Normalerweise sind Kreislaufprobleme in der Schwangerschaft vollkommen ungefährlich für Mutter und Kind. Falls Ihnen nach der ersten Hälfte der Schwangerschaft immer noch häufig schwindelig ist, sollten Sie sicherheitshalber die Symptome mit Ihrem Frauenarzt abklären. Kreislaufprobleme treten infolge der Hormonumstellung vor allem zu Beginn der Schwangerschaft auf, bessern sich dann und kehren oft im 3. Trimester gegen Ende der Schwangerschaft wieder verstärkt auf. Der Organismus ist vollauf damit beschäftigt, das neu entstehende Leben mit Nährstoffen, Blut und Sauerstoff zu versorgen. Das Hormon Progesteron sorgt dafür, dass sich die Blutgefäße weiten und das Blutvolumen zunimmt, wodurch der Blutdruck sinkt und Kreislaufprobleme auftreten können. Zudem werden Becken, Brust und Gebärmutter mehr durchblutet.

Vestibuläre Migräne und Schwangerschaft

Es gibt einige Überlegungen, wie vestibuläre Migräne und Schwangerschaft zusammenhängen könnten:

  • Hormonelle Veränderungen: Hormonelle Schwankungen, insbesondere der Östrogenspiegel, können sowohl Migräne als auch vestibuläre Migräne beeinflussen. Einige Frauen erleben während der Schwangerschaft eine Verbesserung ihrer Migräne, während andere eine Verschlechterung feststellen.
  • Medikamentöse Behandlung: Die Behandlung von vestibulärer Migräne während der Schwangerschaft kann eine Herausforderung darstellen, da viele Medikamente vermieden werden sollten, um das ungeborene Kind nicht zu gefährden. Es ist wichtig, mit einem Arzt über sichere Behandlungsoptionen zu sprechen.
  • Nicht-medikamentöse Behandlungen: Nicht-medikamentöse Behandlungen wie Entspannungstechniken, Akupunktur und Änderungen des Lebensstils können bei der Behandlung von vestibulärer Migräne während der Schwangerschaft hilfreich sein.

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