Segeberger Kliniken: Umfassende Parkinson-Behandlung für mehr Lebensqualität

Die Segeberger Kliniken in Schleswig-Holstein haben sich auf die stationäre Behandlung von Parkinson-Patienten spezialisiert und betreuen jährlich mehr als 400 Patienten. Der Fokus liegt dabei auf einem ganzheitlichen Ansatz, der sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Therapien umfasst. Die Klinik bietet eine umfassende und individuell angepasste Therapie, die darauf abzielt, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Patienten zu maximieren.

Strukturierter Tagesablauf und Medikamentenmanagement

Ein bis ins kleinste Detail organisierter Tagesablauf ist Voraussetzung für die erfolgreiche Behandlung von Parkinson-Patienten. Die Medikamente müssen teilweise sieben Mal am Tag zeitlich punktgenau verabreicht werden. Dr. betont: "Die Tagesform der Patienten ist unterschiedlich. Werden die Medikamentenpläne nicht sehr genau eingehalten, läuft der Patient Gefahr, seine vielleicht erlangte Bewegungsfähigkeit zu verlieren." Viele Patienten kehren nach ein bis zwei Jahren zur Parkinsonkomplextherapie zurück, um von der kontinuierlichen Betreuung zu profitieren.

Parkinsonkomplexbehandlung: Ein interdisziplinärer Ansatz

Die multimodale Komplexbehandlung der Parkinson-Krankheit kombiniert medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapieverfahren sowie künstlerisch aktivierende Therapie und Bewegungstherapie zu einer intensiven, ganzheitlichen Behandlung.

Die integrierte Zusammenarbeit von Ergotherapie, Logopädie, Musiktherapie, Neurologie, Neuropsychologie, Pflege und Physiotherapie ermöglicht eine Behandlung, die speziell auf die komplexen und vielfältigen Symptome der Parkinson-Krankheit ausgerichtet ist. Diese Koordination verbessert nicht nur die Behandlungsqualität, sondern vereinfacht auch den Zugang zu verschiedenen Therapieformen innerhalb einer Einrichtung.

Jeder Patient erhält einen maßgeschneiderten Therapieplan, der auf seine spezifischen Bedürfnisse und Krankheitsstadien zugeschnitten ist. Dies berücksichtigt nicht nur die motorischen und nicht-motorischen Symptome der Krankheit, sondern auch individuelle Lebensumstände und Ziele.

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Durch die frühzeitige und ganzheitliche Intervention können Verschlechterungen der Krankheitssymptome oft verlangsamt und die Lebensqualität der Patienten länger erhalten bleiben. Präventive Maßnahmen, die in der Parkinsonkomplexbehandlung angewendet werden, können langfristig zu einer Reduzierung von Krankheitskosten und einer geringeren Belastung für das Gesundheitssystem führen.

Ein wichtiger Bestandteil der Parkinsonkomplexbehandlung ist auch die Einbeziehung und Schulung von Angehörigen. Dies hilft, das Verständnis der Krankheit zu verbessern und bietet den Familienmitgliedern praktische Anleitungen im Umgang mit der Erkrankung, was die häusliche Pflege erleichtert und die Betreuung zu Hause optimiert.

Die Patienten profitieren von einer kontinuierlichen Betreuung, die regelmäßige Bewertungen und Anpassungen des Therapieplans umfasst, um auf Veränderungen im Krankheitsverlauf reagieren zu können. Das therapeutische Konzept basiert auf dem bio-psycho-sozialen Modell (ICF), welches die vielfältigen Aspekte der Gesundheit und Krankheit berücksichtigt.

Die Klinikstruktur ermöglicht es, schnell und effizient die Expertise von Kollegen und Kolleginnen aus verwandten Fachbereichen wie Kardiologie, Gastroenterologie, Urologie, Orthopädie und Chirurgie sowie Psychosomatik hinzuzuziehen, um eine umfassende Betreuung sicherzustellen.

Nicht-medikamentöse Therapien als essenzielle Ergänzung

Obwohl medikamentöse Therapien zentral in der Behandlung von Parkinson und anderen Bewegungsstörungen stehen, zeigt die Erfahrung, dass diese allein oft nicht ausreichen. Angesichts der Tatsache, dass Parkinson eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung ist, bei der bisher keine ursächliche Therapie möglich ist, ist es entscheidend, Symptome umfassend zu behandeln. Dabei haben sich nicht-medikamentöse Therapien als essenziell erwiesen, insbesondere bei der Behandlung von Symptomen wie Sprech- und Gangstörungen, die häufig schlecht auf Medikamente ansprechen. Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie sind daher integraler Bestandteil des Behandlungsansatzes. Zudem belegen Studien und Tiermodelle, dass sporttherapeutische Maßnahmen den Verlauf der Parkinson-Krankheit positiv beeinflussen können.

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Ein weiteres kritisches Element sind die psychotherapeutischen und künstlerisch-aktivierenden Ansätze. Diese zielen darauf ab, die bei vielen Patienten vorhandene Antriebsstörung, Depression und Apathie zu überwinden. Solche Zustände erschweren oft die aktive Teilnahme an notwendig intensiven Therapieprogrammen, was zu vorzeitigen Therapieabbrüchen und sozialem Rückzug führen kann. Hier bietet die Klinik professionelle verhaltenstherapeutische Verfahren sowie Selbsthilfe-orientierte, künstlerisch-aktivierende Therapien an, um die Teilnahme und Motivation der Patienten zu fördern und zu erhalten. Durch diese ganzheitliche und interdisziplinäre Herangehensweise wird sichergestellt, dass die Behandlung jedes Patienten individuell auf seine Bedürfnisse abgestimmt ist, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.

Die stationäre Behandlungsdauer beträgt dabei mindestens einige Tage. Die Therapiebereiche kommen in individuell unterschiedlichen Kombinationen von mindestens 7,5 Stunden pro Woche zum Einsatz, davon 5 Stunden in Einzeltherapie. Das speziell auf Parkinson geschulte Behandlungsteam steht unter fachärztlicher neurologischer Leitung. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Komplexbehandlung der Parkinson-Krankheit jeweils einmal im Kalenderjahr.

Aktivierende Pflege: Zuwendung und Unterstützung

Der Pflegeansatz basiert auf den individuellen Bedürfnissen der Patienten und Patientinnen und zielt darauf ab, deren Selbstständigkeit zu fördern und das Wohlbefinden zu verbessern. Die Pflege ist ein zentrales Element der interdisziplinären Behandlung und arbeitet eng mit anderen Fachabteilungen zusammen, um eine umfassende Betreuung zu gewährleisten.

Die aktivierende Pflege unterstützt Patienten und Patientinnen bei den Verrichtungen des täglichen Lebens, fördert die Selbstständigkeit und übernimmt Pflegeaufgaben, wenn diese nicht mehr selbst ausgeführt werden können. Parkinson Nurses spielen eine Schlüsselrolle als Verbindung zwischen Ärzten und Patienten und passen die Pflege individuell an die Fähigkeiten und Bedürfnisse des Patienten an.

Für selbstständige Patienten übernimmt der Pflegedienst eine Lotsenfunktion, indem er bei organisatorischen Fragen unterstützt und Orientierungshilfen bietet. Zudem sind regelmäßige Gesundheitskontrollen wie Blutdruck- und Gewichtsmessungen sowie die Koordination diagnostischer Maßnahmen Teil der Pflegeleistung.

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Neben der medizinischen und praktischen Unterstützung wird großer Wert auf mitmenschliche Zuwendung und die Einbindung vertrauter Personen der Patienten gelegt. Der Pflegedienst beteiligt sich aktiv an der Gestaltung und Durchführung von Schulungsprogrammen, wie etwa der Pumpenschulung, um Patienten und Angehörige umfassend zu informieren und einzubeziehen.

Ergotherapie: Selbstmanagement und Alltag

Die Ergotherapie zielt darauf ab, die Handlungsfähigkeit und Teilhabe im Alltag, Beruf und sozialen Umfeld zu maximieren. Die Interventionen erfolgen über Einzel-und Gruppentherapien. Es werden individuelle Trainings angeboten, die auf die spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten sind und die Patienten in ihrem Selbstmanagement unterstützen.

Beispielhafte ergotherapeutische Therapieansätze sind:

  • Beratung & Schulung: Erarbeitung von Kompensationsstrategien zum Erhalt der Handlungsfähigkeit, zu Wohnraumanpassung, Anpassungen am Arbeitsplatz, Hilfsmittelversorgung für den Alltag, z.B. Zeit-, Energie- & Fatigue-Management, Anwendung von Cueing-Strategien, Umgang mit Tremor, Sturzprävention, Hilfsmitteltraining.
  • Training der Aktivitäten des täglichen Lebens: Berufsbezogenes Training & anderer bedeutsamer Aktivitäten, z.B. Anziehtraining, Mobilitätstraining, Schreibtraining, Ermöglichung der Teilhabe bei der Freizeitgestaltung.
  • Motorisches Training: z.B. großamplitudiges Bewegungs-, Feinmotorik-, Haltungs,- Sensibilitäts-, Krafttraining und Erarbeitung von Eigentrainings.

Logopädie: Frühzeitige und zielgerichtete Behandlung

Die Notwendigkeit einer spezifischen logopädischen Behandlung sollte bei den ersten Symptomen frühzeitig abgeklärt werden. Die Therapie umfasst klassische Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie, die die Beweglichkeit von Gesicht, Lippen, Zunge und Kehlkopf verbessert sowie Atmung, Stimme und Artikulation optimiert. Es werden auch Übungen zur Verbesserung von Wortabruf, Formulierungsfähigkeit und Sprechflüssigkeit angeboten.

Die LSVT LOUD®-Behandlung, ein intensives Stimmtraining entwickelt für Parkinson-Patienten, fokussiert auf eine laute und klare Stimme und verbessert zudem den Schluckakt. Zusätzlich wird funktionelle Dysphagietherapie angeboten, die den Schluckakt klinisch überprüft, Schluckprobleme erkennt und individuelle Lösungen sowie Kostanpassungen bietet, um Verschlucken zu vermeiden.

Das Angebot umfasst auch Gruppentherapien, die den kommunikativen Austausch fördern und das Gelernte in Alltagssituationen übertragen. Der Singkreis ist nicht nur eine Quelle der Freude, sondern stärkt auch die Sprechlautstärke und integriert Atemtechnik sowie Rhythmik.

Musiktherapie: Der Rhythmus macht die Musik

Musiktherapie hat einen hohen Stellenwert in der Behandlung der Parkinson-Krankheit. Sie nutzt die vielfältigen Effekte der Musik, um positive emotionale und körperliche Reaktionen zu fördern. Sie erfordert keine musikalischen Vorkenntnisse der Patienten und Patientinnen.

Die neurologische Musiktherapie (NMT) ist eine evidenzbasierte Methode, die sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse zur Musikwahrnehmung und -produktion stützt. Ihr Fokus liegt auf der Verbesserung motorischer und sprachlicher Funktionen durch den Einsatz rhythmischer Musik. NMT wird zur Behandlung von neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfall, Schädelhirntrauma, Parkinson und Multiple Sklerose eingesetzt. Sie beeinflusst vor allem Bewegung, Kommunikation und Kognition durch gezielte Interventionen wie:

  • Gangtraining mit rhythmisch-akustischer Stimulation (RAS)
  • Therapeutic Instrumental Music Performance (TIMP)
  • Patterned Sensory Enhancement (PSE)
  • Melodic Intonation Therapy (MIT)
  • Vocal Intonation Therapy (VIT)
  • Musical Neglect Training (MNT)

Neuropsychologie: Diagnostik und Therapie

Die Abteilung für Neuropsychologie liefert wertvolle Behandlungsbeiträge sowohl durch diagnostische Verfahren als auch zur Unterstützung der Krankheitsbewältigung und zur Behandlung von affektiven Symptomen wie Depression oder Impulskontrollstörungen.

Die neuropsychologische Diagnostik ist hypothesengeleitet und nutzt aktuelle, auch computergestützte Testverfahren zur Prüfung eines breiten Spektrums psychischer Funktionen wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Exekutivfunktionen. Dabei kommen spezielle Screeningverfahren wie PANDA und MOCA zum Einsatz, um kognitive und affektive Störungen zu identifizieren. Diese diagnostischen Maßnahmen dienen auch der Statusbeurteilung der Berufs- und Fahrtauglichkeit sowie der Verlaufsbeobachtung von Symptomen und therapeutischen Interventionen.

Nach umfassender Diagnostik werden symptomspezifische Methoden angewendet, die Teil eines interdisziplinären Behandlungskonzepts sind. Diese Methoden umfassen funktionelle Therapien, Kompensationstechniken und psychoedukative Maßnahmen. Verhaltenstherapeutische Interventionen werden ebenfalls eingesetzt, um psychische Störungen zu behandeln, die als Folge der neurologischen Erkrankung auftreten. Dazu zählen auch Maßnahmen zur Schmerzbewältigung, Stressmanagement und Verbesserung der Lebensqualität.

Zur Förderung der psychophysischen Regulationsfähigkeit werden Methoden wie die Progressive Muskelentspannung und das Autogene Training angeboten. Zusätzlich werden Angehörige durch spezifische Beratungsangebote unterstützt.

Sozialdienst: Umfassende Unterstützung und Beratung

Der Sozialdienst ist ein Partner bei der Bewältigung persönlicher, familiärer, beruflicher und sozialer Herausforderungen, die im Zusammenhang mit der Behandlung stehen. Er setzt sich für die Belange der Patienten ein und bietet gezielte Unterstützung, um die Auswirkungen der Erkrankung auf ihr Leben zu minimieren.

Es wird fundierte Beratung in allen sozialrechtlichen Angelegenheiten geboten, einschließlich:

  • Kranken- und Übergangsgeld
  • Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit
  • Leistungen der Pflegeversicherung
  • Berufliche Rehabilitation
  • Betreuungsrecht
  • Fragen zur Schwerbehinderung

In persönlichen oder familiären Belastungssituationen stehen Experten mit Rat und Tat zur Seite. Sie helfen, psychosoziale Probleme zu bewältigen und Lösungen zu finden.

Das Team unterstützt bei der Organisation der häuslichen Pflege durch Sozialstationen oder ambulante Dienste und bei der Vorbereitung der notwendigen Unterlagen für stationäre Pflegeeinrichtungen oder Wohngruppen.

Es werden Kontakte zu Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen und anderen Hilfsorganisationen vermittelt, die spezifische Unterstützung bieten können. Zudem erhalten Patienten Hilfe beim Umgang mit Ämtern und Behörden, bei Antragstellungen sowie bei der Einleitung von Anschlussheilbehandlungen und Rehabilitationsmaßnahmen.

Ziel ist es, die Patienten in allen Phasen ihrer Behandlung zu unterstützen, damit sie sich voll und ganz auf ihre Genesung konzentrieren können.

Physiotherapie und Physikalische Therapie

Ziel ist es, die physische Leistungsfähigkeit der Patienten zu steigern und diese direkt in ihren Alltag zu integrieren. Besonderer Wert wird auf die Verbesserung der Muskelkraft, Ausdauer, Gleichgewichtsreaktion, Bewegungsamplituden und Gangsicherheit gelegt. Die Programme sind darauf ausgerichtet, spezifische Muskelgruppen zu trainieren und das Gleichgewicht durch Übungen auf labilen Untergründen sowie dynamische Gleichgewichtsübungen zu fördern.

Die physikalische Therapie spielt eine zentrale Rolle bei der Schmerzbehandlung und der Behandlung orthopädischer Begleiterkrankungen. Hier werden entspannende Maßnahmen wie Fangoanwendungen, Massagen und hydroelektrische Bäder eingesetzt. Zudem werden Kälte- und Wärmeanwendungen sowie elektrische Stimulationsverfahren genutzt, um den Schmerz zu lindern und das psychische Wohlbefinden zu fördern, was eine aktive Teilnahme an weiterführenden Therapieformen ermöglicht.

Zusätzlich zu den aktiven Übungen werden auch schmerzlindernde Techniken wie Weichteiltechniken und Tapeanwendungen angeboten, um eine verbesserte Körperhaltung und Rumpfsymmetrie zu erreichen. Bei Gangstörungen werden verschiedene Cueing-Strategien und Gehregeln verwendet, die in den Alltag integriert werden.

Telemedizinisch-gestützte Tagesklinik (TIZIAN)

Seit über zwei Jahren bietet das Neurologische Zentrum der Segeberger Kliniken mit dem Projekt „TIZIAN“ ein zukunftsweisendes, telemedizinisch gestütztes Versorgungskonzept für Patientinnen und Patienten mit Parkinson-Syndrom und anderen Bewegungsstörungen. Die Tagesklinik entstand im Rahmen eines durch das Land Schleswig-Holstein geförderten Projekts zur Versorgungssicherung und hat sich nach dreijähriger Förderung aus dem Versorgungssicherungsfonds seit 2023 als fester Bestandteil der regionalen Versorgungsstruktur etabliert.

Die Kombination aus tagesklinischen und telemedizinischen Elementen ermöglicht eine intensive Behandlung, ohne dass die Betroffenen dauerhaft aus ihrem häuslichen Umfeld herausgelöst werden müssen.

Das Therapiekonzept basiert auf einem sechswöchigen Programm, in dem medizinische, therapeutische und psychosoziale Maßnahmen aufeinander abgestimmt werden. Neben den Präsenztagen in der Klinik erhalten die Patienten ein klinikeigenes Tablet zur Umsetzung von Trainingsprogrammen und für telemedizinische Visiten. So gelingt es, die Therapie individuell und flexibel auf die jeweilige Lebenssituation anzupassen.

Die Rückmeldungen der bislang behandelten Patientinnen und Patienten sind durchweg positiv. Hervorgehoben werden insbesondere das hohe Maß an persönlicher Zuwendung, die spürbare Verbesserung von Alltag und Lebensqualität sowie die gute Vereinbarkeit mit familiären Verpflichtungen.

Zum therapeutischen Spektrum gehören medikamentöse Einstellungen, Bewegungs- und Ergotherapie, Logopädie, kognitive Trainingsprogramme sowie psychologische Begleitung. Die Behandlung erfolgt interdisziplinär und eng abgestimmt im Team aus Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten. Auch Angehörige werden aktiv in die Prozesse eingebunden.

Stationäre Krankenhausbehandlung: Aufnahme und Voraussetzungen

Voraussetzung für die stationäre Krankenhausbehandlung ist eine Krankenhaus-Einweisung (Verordnung von Krankenhausbehandlung) des behandelnden Arztes. Eine Klärung mit dem Kostenträger ist dabei nicht notwendig. Privatversicherte haben bei medizinisch notwendiger stationärer Heilbehandlung die freie Krankenhauswahl. Sie benötigen keine Einweisung durch einen niedergelassenen Arzt und können selbst entscheiden, in welchem Krankenhaus Sie sich behandeln lassen wollen. Dessen ungeachtet sollten Sie die Aufnahme bei Ihrem Arzt besprechen. Auch die Beihilfestelle muss im Falle einer notwendigen stationären Krankenhausbehandlung nicht zustimmen.

In der Regel stellt das Akutkrankenhaus, in dem Sie behandelt werden, einen Antrag beim zuständigen Kostenträger für eine Anschlussrehabilitation. Für eine allgemeine Rehabilitation stellt der behandelnde Arzt den Antrag auf eine stationäre Rehabilitation. Patienten können ihrem Kostenträger ihren Wunsch mitteilen, die Rehabilitationsmaßnahme in der Segeberger Klinik durchführen zu wollen und auf das sogenannte Wunsch- und Wahlrecht nach §9 Sozialgesetzbuch IX hinweisen.

Für die Aufnahme in der Tagesklinik gelten die gleichen Voraussetzungen wie bei der Aufnahme zur stationären Krankenhausbehandlung.

Wunsch- und Wahlrecht

Leistungsberechtigte haben nach dem Sozialgesetzbuch VI § 15, 6a ein sogenanntes Wunsch- und Wahlrecht. Das heißt, Sie haben das Recht, die Rehabilitationsklinik für Ihre stationäre oder ambulante Behandlung selbst auszusuchen bzw. dem Kostenträger vorzuschlagen. Medizinische Gründe sollten bei der Wahl der Wunschklinik stets im Vordergrund stehen. Darüber hinaus können auch persönliche, familiäre Gründe, wie Standortnähe oder Aufnahme von Kindern als Begleitperson angegeben werden. Damit Sie Ihr Wunsch- und Wahlrecht ausüben können, ist ergänzend zum Antrag auf Genehmigung einer Rehabilitationsmaßnahme (z.B. durch den Hausarzt) ein weiterer, separater Antrag für Ihre Wunschklinik zu stellen.

Parkinson-Café: Austausch und Information

Mehrmals im Jahr bietet das Behandlungsteam der Fachklinik für Parkinson und Bewegungsstörungen ein Parkinson-Café für Patientinnen und Patienten mit einer Parkinsonerkrankung an. Angehörige sind ebenfalls herzlich willkommen.

Das Parkinson-Café bietet die Möglichkeit, sich auszutauschen und Fragen zur Erkrankung zu klären. Mögliche Themen sind erweiterte Therapieverfahren wie die Tiefe Hirnstimulation oder die Pumpentherapien, aber auch Fragen zur medikamentösen Einstellung oder zu Alltagsproblemen. Es erwarten Sie unterschiedliche Vorträge der Ärzte und/oder Therapeuten. Fachlich begleitet wird das Parkinson-Café von einer Parkinson Nurse.

Früh an Parkinson erkrankt

Bei früh erkrankten Parkinsonpatienten wird neben einer notwendigen medikamentösen Optimierung zumeist ein spezifisches Behandlungskonzept mit zwei Schwerpunkten verfolgt. Im motorischen Bereich sind dies sporttherapeutisch-aktivierende Verfahren mit aerobem Training. Dies insbesondere vor dem Hintergrund einer zunehmend überzeugenderen Studienlage, dass Sport den Verlauf chronisch-degenerativer Erkrankungen positiv beeinflusst. Der zweite Schwerpunkt liegt auf einer umfassenden psychologischen und sozialmedizinischen Betreuung, zum Beispiel auch mit rentenversicherungsrechtlich relevanter Stellungnahme zur Leistungsfähigkeit im Beruf.

Parkinson im Alter

Stürze, Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit und Halluzinationen sind Symptome, die im Alter die Lebensqualität wesentlich und negativ beeinflussen können. An erster Stelle steht diesbezüglich eine detaillierte Abklärung, damit behandelbare Ursachen für diese Symptome nicht übersehen werden und eine fundierte Beratung hinsichtlich der möglichen und sinnvollen therapeutischen Maßnahmen erfolgen kann. Zu diesem Zweck wurde eine neuro-geriatrische Spezialstation eingerichtet, die in Ausstattung und Personal konzeptionell auf Patienten mit fortgeschrittenem Parkinsonsyndrom im Alter ausgerichtet ist. Hier werden Sie von einer Pflegeleitung sowie einem multidisziplinären Team mit langjähriger geriatrischer und parkinsonspezifischer Erfahrung versorgt. Durch die unmittelbare räumliche Nähe zu den Abteilungen für Innere Medizin, Chirurgie und Urologie ist ein interdisziplinärer Austausch und Zusammenarbeit gegeben. Die Wege sind kurz, da sich alle Therapieräume auf der Station befinden. Durch die durchgängige Ausstattung mit Niedrigflurbetten können Sturzfolgen minimiert werden.

Das Team: Experten für Parkinson-Behandlung

Die Ärztinnen und Ärzte sind Expertinnen und Experten in der Neurologie mit langjähriger Erfahrung in der Behandlung der Parkinson-Krankheit und anderer Bewegungsstörungen. Sie bringen tiefgehende Erfahrung sowohl in der medikamentösen als auch in der nicht-medikamentösen Therapie mit. Zudem sind sie versiert in der Steuerung modernster Behandlungsformen wie der tiefen Hirnstimulation und Pumpentherapie, um Ihre Symptome effektiv zu lindern und Ihre Lebensqualität zu maximieren.

Das Pflegepersonal in der Klinik ist speziell darauf geschult, mit den täglichen Herausforderungen im Zusammenhang mit Bewegungsstörungen umzugehen. Sie sorgen für eine präzise und verlässliche Medikamentengabe und stehen Ihnen jederzeit mit Fachwissen und Empathie zur Seite.

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