Sehnerventzündung und Fazialisparese: Ein umfassender Überblick

Sehstörungen können vielfältige Ursachen haben und in unterschiedlicher Form auftreten. Es ist wichtig, zwischen einer Sehstörung und einer Minderung der Sehschärfe (Visus) zu unterscheiden, obwohl beides zusammen auftreten kann. Der Augenarzt wird bei der Abklärung einer Sehstörung immer auch einen Sehtest vornehmen.

Ursachen von Sehstörungen

Sehstörungen können durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, darunter:

  • Augenerkrankungen: Viele Augenkrankheiten können Sehstörungen verursachen.
  • Innere oder neurologische Erkrankungen: Auch Erkrankungen, die nicht direkt das Auge betreffen, können das Sehvermögen beeinträchtigen.
  • Kopfverletzungen: Verletzungen des Kopfes können Sehstörungen auslösen.
  • Medikamente und Vergiftungen: Bestimmte Medikamente und Vergiftungen, wie beispielsweise eine Alkoholvergiftung, können Sehstörungen verursachen.
  • Ermüdung der Augenmuskeln: Starke Ermüdung kann zu Doppeltsehen führen.
  • Blutdruckabfall: Ein plötzlicher Blutdruckabfall kann zu helle Punkte vor den Augen verursachen.

Verlauf und Begleitsymptome

Sehstörungen können plötzlich auftreten und wieder abklingen oder sich allmählich verschlimmern. Je nach Ursache können beide Augen betroffen sein, auch zeitversetzt, oder nur ein Auge. Begleitsymptome können Augentränen, Jucken, Brennen, Fremdkörpergefühl oder Schmerzen im oder hinter dem Auge sein. Es können auch Allgemeinsymptome auftreten, wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder Brustschmerzen. Ein vorübergehender, schmerzloser Sehverlust auf einem Auge (Amaurosis fugax) kann ein Warnzeichen für einen Schlaganfall sein.

Überblick: Sehstörungen und Ursachen

Eine einzelne Krankheitsursache kann mehrere Augenabschnitte betreffen.

1. Sehstörungen bei Lidproblemen

Die Lider schützen die Augen vor Fremdkörpern, extremen Temperaturen und starkem Licht. Schwellungen oder Fehlstellungen der Lider können das Sehen stören.

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  • Lidschwellungen: Entzündungen der Lidranddrüsen, Tränendrüsenentzündungen oder andere Ursachen können zu Lidschwellungen führen. Symptome sind Juckreiz, Schmerzen, Rötung, entzündliches Sekret und Beeinträchtigung des Sehens.
  • Lidfehlstellungen, Lidlähmungen: Einwärtsgedrehtes Lid (Entropium), auswärtsgedrehtes Lid (Ektropium) oder Hängelid (Ptosis) können das Sehen beeinträchtigen. Ursachen sind Verletzungen, altersbedingte Veränderungen, Nervenschädigungen oder Muskelerkrankungen.
  • Dermatochalasis (Schlupflider): Erschlaffung des Bindegewebes der Augenlider und ein Hautüberschuss können das obere Gesichtsfeld einschränken.

2. Sehstörungen: Trockenes Auge, Bindehautentzündung

Die Tränenflüssigkeit benetzt die Bindehaut und Hornhaut und bewahrt die Augenoberfläche vor Austrocknung. Sowohl verminderte Tränenproduktion als auch stärkere Verdunstung des Tränenfilms bei falscher Zusammensetzung sind Merkmale des trockenen und roten Auges.

3. Gürtelrose (Herpes Zoster) und ihre Auswirkungen auf das Auge

Die Gürtelrose, verursacht durch das Varizella-Zoster-Virus, kann sich auch im Gesicht manifestieren und die Augen betreffen. In diesem Fall spricht man von einem Zoster ophthalmicus.

  • Zoster ophthalmicus: Betrifft 10-20 % der erwachsenen Zoster-Patienten. Häufigste klinische Zeichen ist eine reine Zosterdermatitis (entzündliche Reaktion der Haut bedingt durch Herpes zoster) im Versorgungsgebiet des N. ophthalmicus.

Bei Komplikationen kann es zu einer Sehnerventzündung kommen, zu Entzündungen der Binde- oder Hornhaut und zu einer Lähmung der Augenmuskulatur.

4. Schlaganfall und Sehstörungen

Ein Schlaganfall kann verschiedene neurologische Ausfälle verursachen, darunter auch Sehstörungen.

  • Ischämischer Schlaganfall: Durchblutungsstörung im Gehirn, die zum Absterben von Hirnzellen führt.
  • TIA (transitorisch ischämische Attacke): Vorübergehende Symptome eines Schlaganfalls, die innerhalb kurzer Zeit wieder verschwinden.

5. Multiple Sklerose und Sehstörungen

Multiple Sklerose (MS) ist eine Autoimmunerkrankung, die das Nervensystem betrifft und zu vielfältigen Symptomen führen kann, darunter auch Sehstörungen.

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  • Sehnervenentzündung: Ein häufiges Symptom bei MS ist die Sehnervenentzündung.

6. Evozierte Potentiale (EP) in der Diagnostik von Sehstörungen

Evozierte Potentiale (EP) sind elektrische Phänomene im Zuge einer neurophysiologischen Untersuchung, welche gezielt ausgelöst werden. In diesem Zusammenhang kann man die Leit- und Funktionsfähigkeit von Nervenbahnen testen. Anhand dieser kann man erkenntlich machen, ob die Netzhaut des Auges und Sehbahn (VEP), Gehör und Hörbahn (AEP) oder die Hautempfindung und die Bahnen für die Gefühlsempfindung (SEP) normal funktionieren oder ob eine Schädigung vorliegt.

  • Visuell evozierte Potentiale (VEP): Anhand der visuell evozierten Potentiale kann man feststellen, ob die Netzhaut des Auges und Sehbahn normal funktionieren oder eine Schädigung vorhanden ist.

7. Fazialisparese (Gesichtslähmung)

Die Lähmung des Gesichtsnerven (N. facialis) ist eine häufige Erkrankung, die zwar in den meisten Fällen nicht gefährlich ist, aber die Betroffenen einschränken kann. Neben der Hebung des Mundwinkels sind der Lidschluss und das Stirnrunzeln beeinträchtigt. Es kann auch zu Geschmackstörungen und/oder Hörstörungen kommen.

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