Das Parkinson-Syndrom ist eine degenerative neurologische Erkrankung, die das extrapyramidal-motorische System und die Basalganglien betrifft. Charakteristische Symptome sind Hypokinese, Rigor, Tremor und posturale Instabilität. Es gibt verschiedene Formen des Parkinson-Syndroms, darunter das idiopathische Parkinson-Syndrom (IPS), genetische Formen, atypische Parkinson-Syndrome (APS) und sekundäre Parkinson-Syndrome (SPS). Dieser Artikel konzentriert sich auf die Ursachen des sekundären Parkinson-Syndroms.
Was ist das Parkinson-Syndrom?
Das Parkinson-Syndrom umfasst vier Gruppen, die die typischen Symptome wie Bewegungsstörungen, Muskelsteifheit und Zittern gemeinsam haben - auch wenn die Ursachen des jeweiligen Parkinson-Syndroms unterschiedlich sein können. Das Parkinson-Syndrom wird in vier Gruppen unterteilt, und zwar in das idiopathische Parkinson-Syndrom (IPS) bzw. die Parkinson-Krankheit (PK), genetische Formen des Parkinson-Syndroms, die symptomatischen Parkinson-Syndrome (SPS) und die atypischen Parkinson-Syndrome (APS). Leitsymptome sind Bradykinese (Kardinalsymptom), Rigor, Tremor und posturale Instabilität. Diese treten oft in Kombination mit sensiblen, vegetativen, psychischen und kognitiven Störungen auf.
Primäres vs. Sekundäres Parkinson-Syndrom
Man unterscheidet zwischen dem Parkinsonsyndrom mit ungeklärter Ursache (Morbus Parkinson) sowie dem symptomatischen Parkinsonsyndrom, das verschiedene Ursachen haben kann. Das idiopathische Parkinson-Syndrom (IPS) ist mit etwa 75-80 Prozent der Fälle das häufigste Parkinson-Syndrom. Andere Bezeichnungen sind Parkinson-Krankheit (PK) und Morbus Parkinson. Die Ursachen des IPS sind bis heute nicht verstanden. Angenommen wird eine multifaktorielle Genese aus Umweltfaktoren, Verhaltenseinflüssen und dem genetischen Hintergrund.
Im Gegensatz dazu steht das sekundäre Parkinson-Syndrom (SPS), bei dem die Ursache bekannt ist. Ist die Ursache des Parkinson-Syndroms bekannt, sprechen wir von sekundären Parkinson-Syndromen. Symptomatische bzw. sekundäre Parkinson-Syndrome (sPD bzw. SPS) sind auf andere Ereignisse, Erkrankungen oder Arzneimittel zurückzuführen, die die zentralnervösen Strukturen schädigen. Sie machen bis zu 20% aller Patienten mit Parkinsonkrankheitszeichen aus.
Ursachen des sekundären Parkinson-Syndroms
Es gibt eine Reihe von Faktoren und Erkrankungen, die zu einem sekundären Parkinson-Syndrom führen können. Dazu gehören:
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Medikamente
Bestimmte Medikamente können als Nebenwirkung ein Parkinson-Syndrom auslösen. Dazu gehören:
- Neuroleptika (z.B. Chlorpromazin oder Haloperidol) gegen Psychosen
- Lithium gegen bipolare Störungen
- Metoclopramid gegen Übelkeit
- Flunarizin zur Vorbeugung von Migräne-Anfällen
- Valproinsäure
- Reserpin
- Antiemetika (Metoclopramid)
- Calciumkanalantagonisten (Cinnarizin, Flunarizin)
Der Arzt wird gezielt nach der Einnahme von Medikamenten fragen, welche diese Wirkstoffe enthalten. Da die Dopamin-Rezeptoren im Gehirn durch diese Medikamente nicht zerstört, sondern nur blockiert werden, klingt die Parkinson-Symptomatik nach dem Absetzen der Medikamente vollständig ab. Dies kann jedoch bis zu sechs Monate dauern.
Toxine
Gifte, die das Gehirn schädigen, können ebenfalls ein Parkinson-Syndrom verursachen. Dazu gehören:
- Mangan-Staub
- Kohlenmonoxid (CO)-Vergiftung
- MPTP (1-Methyl-4-Phenyl-1,2,5,6-Tetrahydropyridin)
- Blei
- Pestizide
- Lindan
- Rotenon
- Lösungsmittel auf Basis von Trichlorethylen, Tetrachlorkohlenstoff und Perchlorethylen
Die Chemikalie 1-Methyl-4-Phenyl-1,2,5,6-Tetrahydropyridin (MPTP) kann ebenso ein Parkinson-Syndrom auslösen. Diese Vergiftung trat in den 80er Jahren bei Drogenabhängigen in den USA auf, die verunreinigtes Heroin genommen hatten.
Hirnschädigungen
Strukturelle Gehirngewebsveränderungen nach Durchblutungsstörungen, einer Störung des natürlichen Abflusses des Gehirnwassers (Hydrocephalus internus), sehr selten Entzündungen, Tumore oder Verletzungen in Gehirngebieten, in Gehirnarealen, die für die Bewegung zuständig sind, können ein sekundäres Parkinson-Syndrom verursachen.
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- Hirnverletzungen: Hirnverletzungen nach schweren Unfällen können zu bleibenden Schädigungen und infolge zum Parkinson-Syndrom führen. Ebenso traumatische Hirnschädigung, speziell schwere Schädel-Hirn-Traumata (SHT). Das Erkrankungsrisiko steigt mit der Anzahl der Kopfverletzungen, spezifischen Umwelteinflüssen und genetischen Anfälligkeitsfaktoren. Eine schwere traumatische Hirnschädigung in Verbindung mit einer Exposition gegenüber dem Kontaktherbizid Paraquat erhöht die Krankheitswahrscheinlichkeit um das Dreifache.
- Schlaganfälle: Auch häufige kleine Schlaganfälle können die Ursache eines Parkinson-Syndroms sein.
- Hirntumoren: Hirntumoren können ebenfalls ein Parkinson-Syndrom auslösen.
Entzündungen und Infektionen
- Entzündungen des Gehirns: Entzündungen des Gehirns, z.B. infolge von AIDS, können zu dem Symptomenkomplex der Parkinson-Erkrankung führen. Seltene Enzephalitiden können auch ein sekundäres Parkinson-Syndrom verursachen.
Stoffwechselerkrankungen
Stoffwechsel-Erkrankungen, die das Gehirn in Mitleidenschaft ziehen, können ebenfalls ein sekundäres Parkinson-Syndrom verursachen:
- Morbus Wilson, eine Kupfer-Ausscheidungsstörung
- Hypoparathyreoidismus, eine Unterfunktion der Nebenschilddrüse
Andere Faktoren
- Hirnatrophie bei Normaldruck-Hydrozephalus: Hirnatrophie bei Normaldruck-Hydrozephalus kann zu dem Symptomenkomplex der Parkinson-Erkrankung führen.
- Psychostimulanzien: Ferner begünstigen Psychostimulanzien vom Amphetamintyp, etwa Methamphetamin (Crystal Meth), das Parkinson-Risiko.
Diagnose
Es müssen andere Erkrankungen, die sekundäre Parkinsonsyndrome auslösen können, ausgeschlossen werden. Die Diagnose des Morbus Parkinson stützt sich also zunächst auf die Anamnese, die neurologische Untersuchung, mit besonderer Analyse der Bewegungsabläufe. Eine kernspintomographische Untersuchung des Gehirns sollte erfolgen. Diese strukturellen Veränderungen des Gehirns sind in Kernspinuntersuchungen erkennbar. In speziellen Fragestellungen können nuklearmedizinische Verfahren wie SPECT, Ultraschall, und ein L-Dopa-Test helfen.
Therapie
Die Parkinsontherapie erfolgt symptomatisch, d.h. sie reduziert die Symptome. Im Mittelpunkt der Behandlung steht heute die Therapie mit Medikamenten sowie die regelmäßige Physiotherapie und Logopädie. Die Parkinson-Symptome lassen sich durch einen Ausgleich des Dopaminmangels lindern, indem man Dopamin als Medikament zuführt (z. B.
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