Selbsthilfegruppen Epilepsie in Mittelfranken: Unterstützung und Austausch für Betroffene und Angehörige

Epilepsie kann das Leben der Betroffenen und ihrer Familien stark beeinflussen. Neben der medizinischen Behandlung spielen psychosoziale Unterstützung und der Austausch mit anderen Betroffenen eine wichtige Rolle. In Mittelfranken gibt es verschiedene Selbsthilfegruppen und Beratungsangebote, die Menschen mit Epilepsie und ihren Angehörigen zur Seite stehen. Diese Angebote ergänzen die medizinische Versorgung und bieten Raum für den Erfahrungsaustausch, die Bewältigung von Problemen und die Stärkung der eigenen Ressourcen.

Psychosoziale Auswirkungen von Epilepsie

Menschen mit Epilepsie haben aufgrund ihrer Erkrankung häufig auch berufliche und soziale Probleme. Diese betreffen beispielsweise die Familie bzw. Partnerschaft, den Arbeitsplatz, soziale Kontakte im Freundeskreis oder in Vereinen. Eine medizinisch erfolgreiche Epilepsiebehandlung im Sinne von Anfallsfreiheit bewirkt noch nicht unmittelbar die Lösung all dieser Probleme.

Die Rolle der Sozialarbeit am Epilepsiezentrum

Deshalb will die Sozialarbeit am Epilepsiezentrum gerade auch vor und nach epilepsiechirurgischen Operationen eine Betreuung und Beratung in diesen wichtigen Lebensbereichen anbieten bzw. vermitteln. Für die Sozialarbeit am Epilepsiezentrum heißt das zunächst Abklärung der privaten und beruflichen Situation des Patienten.

Das Angebot umfasst:

  • Einleitung notwendiger medizinischer Rehabilitationen
  • Hilfe bei der Beantragung beruflicher Rehabilitationsmaßnahmen wie z.B. Umschulungen und Wiedereingliederungen.
  • Unterstützung in Fragen des Krankengeldes, der Leistungen der Bundesagentur für Arbeit sowie der Rente oder der Beantragung eines Schwerbehindertenausweises.
  • Bereitstellung von umfangreichem Informationsmaterial.

Die Sozialarbeit am Epilepsiezentrum profitiert von guten Kontakten zu Krankenkassen und Reha-Kliniken sowie Einrichtungen der beruflichen Bildung.

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Angebote der Psychosozialen Beratungsstelle für Menschen mit Epilepsie

Die Psychosoziale Beratungsstelle für Menschen mit Epilepsie versteht sich als notwendige sozialpädagogische Ergänzung zur medizinischen Versorgung und der Selbsthilfe für epilepsiekranke Menschen. Vorrangiges Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität von Betroffenen und deren Angehörigen, Verbesserung der Integration und Abbau von Vorurteilen. Durch das Beratungsangebot sollen negative psychosoziale Folgen verhindert bzw. gemindert werden. Betroffene werden ermutigt, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, indem sie ihre Potentiale und vorhandenen Möglichkeiten nutzen sowie gesetzlich garantierte Rechte wahrnehmen.

Das Angebot der Beratungsstelle umfasst:

  • Informationen über Krankheitsbild, Krankheitsverarbeitung, Anfallssituation und Notfallversorgung
  • Beratung bei persönlichen und familiären Angelegenheiten
  • Beratung zu allen Fragen des täglichen Lebens (Wohnen, Freizeit, Sport, usw.)
  • Hilfestellung bei schulischen Fragen, Berufswahl, Konflikten am Arbeitsplatz und der Integration ins Erwerbsleben
  • Unterstützung bei der Regelung von rechtlichen Angelegenheiten (z. B. Schwerbehindertenausweis, Führerschein)
  • Gruppen- und Fortbildungsangebote für Betroffene, Angehörige und Mitarbeiter sozialer Dienste
  • Patientenschulungen
  • Zusammenarbeit mit anderen Stellen wie Kindergärten, Schulen, Arbeitgebern, Ämtern, sozialen Diensten, Selbsthilfeorganisationen und Fachkliniken
  • Fortbildungen und Vorträge

Vernetzung der Selbsthilfegruppen in Mittelfranken

Erstmals gab es die Möglichkeit in Mittelfranken, dass alle etablierten Selbsthilfegruppen sich an einen Tisch setzen, um sich kennenzulernen und auszutauschen. Die Psychosoziale Beratungsstelle für Menschen mit Epilepsie lud dazu im November 2011 in ihre neuen Räumlichkeiten zum Weißwurstfrühstück ein. In diesem ungezwungenen Rahmen konnten vor allem Eltern von epilepsiekranken Kindern, Geschwister von erkrankten Jugendlichen, betroffene „alte Hasen“ und junge Frauen, die mit der Krankheit leben, Gemeinsamkeiten und Unterschiede deutlich machen.

Konkrete Beratungsangebote (Beispiel Termine)

Die folgenden Termine sind beispielhaft und sollten durch aktuelle Informationen ersetzt werden:

  • Januar 2026: Beratung vorbehaltlich vor Ort
  • Februar 2026: Beratung telefonisch oder per Video
  • März 2026: Beratung vorbehaltlich vor Ort
  • April 2026: Beratung telefonisch oder per Video

Ansprechpartner: Frau Kählig, Dipl. Soz.-Päd. (FH) und Herr Köppel, Dipl. Soz.-Päd. (Die Kontaktdaten sind aktuell zu erfragen).

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Bedeutung von Selbsthilfegruppen und Beratungsangeboten

Selbsthilfegruppen und Beratungsangebote sind eine wichtige Ergänzung zur medizinischen Behandlung von Epilepsie. Sie bieten:

  • Information und Aufklärung: Betroffene und Angehörige erhalten Informationen über die Erkrankung, Behandlungsmöglichkeiten und den Umgang mit Anfällen.
  • Austausch und Vernetzung: Der Austausch mit anderen Betroffenen ermöglicht es, Erfahrungen zu teilen, sich gegenseitig zu unterstützen und von den Strategien anderer zu lernen.
  • Psychosoziale Unterstützung: Die Gruppen bieten einen geschützten Raum, um über Ängste, Sorgen und Probleme zu sprechen und gemeinsam Lösungen zu finden.
  • Stärkung der eigenen Ressourcen: Durch die Teilnahme an Selbsthilfegruppen und Beratungsangeboten können Betroffene ihre eigenen Fähigkeiten und Stärken entdecken und lernen, besser mit der Erkrankung umzugehen.
  • Interessenvertretung: Selbsthilfegruppen können auch die Interessen von Menschen mit Epilepsie vertreten und sich für eine bessere Versorgung und Akzeptanz in der Gesellschaft einsetzen.

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