Epilepsie ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen und kann jeden treffen. Die Diagnose stellt Betroffene und ihr familiäres Umfeld vor große Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, aufgeklärt zu sein und zu wissen, wie man im Alltag Normalität schaffen kann. Hier leisten Selbsthilfegruppen einen wertvollen Beitrag, indem sie einen Rahmen für Erfahrungsaustausch, Information und gegenseitige Unterstützung bieten. Auch wenn sich die Probleme nicht so einfach halbieren lassen, ist ein Erfahrungsaustausch zwischen einzelnen Betroffenen auf Augenhöhe meist sehr hilfreich und kann besonders den neu mit der Krankheit Konfrontierten eine große Stütze sein und Hoffnung geben.
Der Landesverband der Epilepsie-Selbsthilfegruppen Baden-Württemberg
Der Landesverband der Epilepsie-Selbsthilfegruppen Baden-Württemberg gem. e.V. wurde 1989 in Stuttgart gegründet. Er koordiniert die regionale, überregionale und landesweite Selbsthilfearbeit. Zu den Aufgaben und Zielen des Landesverbandes gehören unter anderem die Koordination der regionalen, überregionalen und landesweiten Selbsthilfearbeit. Der Landesverband ist ein wichtiger Ansprechpartner für Selbsthilfegruppen, Betroffene und Angehörige in Baden-Württemberg.
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Selbsthilfegruppen in der Region Heilbronn und Umgebung
Das Selbsthilfebüro Heilbronn ist aktuell zuständig für rund 160 Selbsthilfegruppen in Stadt- und Landkreis Heilbronn, die zu vielfältigen gesundheitlichen, psychischen und sozialen Themen tätig sind. Das Selbsthilfebüro Heilbronn ist Teil der PSD Paritätische Sozialdienste Heilbronn gGmbH. Die umfangreiche Arbeit des Selbsthilfebüros Heilbronn wird freundlich unterstützt durch die GKV Gemeinschaftsförderung Baden-Württemberg, die Stadt Heilbronn und das Landratsamt Heilbronn. Die digitale Umsetzung des Gruppenverzeichnisses des Selbsthilfebüros Heilbronn wird gefördert durch die AOK Baden-Württemberg.
Im Folgenden werden einige Selbsthilfegruppen und Anlaufstellen für Menschen mit Epilepsie und deren Angehörige in der Region Heilbronn und Umgebung aufgeführt:
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- Heilbronn:
- Treff im Zentrum mittendrin, Heilbronner Str.
- Treff im Zentrum mittendrin, Heilbronner Str.
- Treff im Zentrum mittendrin, Heilbronner Str.
- Pflegeresidenz Senterra, Wollhausstr.
- Heilbronn-Böckingen, Sonnenbergstr.
- Neckarsulm: Gesprächskreis: Kolpinghaus + Bürgertreff Neckarsulm, Kolpingstr. 13 Gruppenabend: Bürgertreff, Spitalstr.
- Brackenheim-Botenheim: Evangelisches Gemeindehaus, Gülthausstr.
- Obersulm-Affaltrach: Kath. Gemeindehaus St. Clara, Panoramastr.
- Möckmühl: Möckmühler Str.
- Weitere:
- Normalerweise jeden 2. und 4. Mittwoch im Monat, Treffen fallen jedoch manchmal aus, deshalb besser zuvor abklären.
- Monatlich, jeden 2. bevorzugt in HN Stadt, evtl.
- Psychosoziale Krebsberatung, Moltkestr.
- Kath. Gemeindehaus. Friedrichstraße.
- Martin-Luther-Kirche, Beethovenstr.
Sollte ihre Epilepsie-Selbsthilfegruppe, Landesverband oder Beratungsstelle fehlen, bitten wir Sie, uns zu kontaktieren, mit der kompletten Anschrift, Telefonnummer und der Kontaktperson der Gruppe, bzw. Organisation. Wir werden diese sobald wie möglich mit aufnehmen. In jeder Liste können Fehler sein, auch in dieser. Ihre Mithilfe ist uns wichtig. Wir hoffen, Sie finden einen Ansprechpartner in ihrer Nähe. Ansonsten geben wir Hilfen und Kontakte zur Gründung neuer Gruppen. Wir werden diese sobald wie möglich mit aufnehmen.In jeder Liste können Fehler sein, auch in dieser.
Weitere Selbsthilfegruppen und Anlaufstellen in Baden-Württemberg
Neben den lokalen Gruppen in und um Heilbronn gibt es auch weitere Anlaufstellen in Baden-Württemberg:
- Karlsruhe: SHG für Epileptiker Karlsruhe e. V. + 3. Dienstag im Monat 18.00 Uhr
- Nürtingen: Epilepsie - SHG Nürtingen, Rosemarie Keller, Vogelsangstr. 772622 Nürtingen Termine: Jeden 3.
- Schwäbisch Hall: Ansprechpartnerin für Eltern und Erwachsene, Hilde Egner, Neumäuerstr.
- Tübingen: F.A.K.T. jeden 2.
Veranstaltungen und Seminare
Regelmäßig finden Veranstaltungen und Seminare zum Thema Epilepsie statt, die eine gute Möglichkeit bieten, sich zu informieren und mit anderen Betroffenen auszutauschen:
- Das nächste Online-Meeting findet am 13. Samstag, 21.03.2026, 14:30 - Samstag, 21.03.2026, 16:30 statt.
- Info-Nachmittag der Epilepsie-Selbsthilfegruppe Kernen i. R., Bürgerhaus Kernen, Stettener Str. 18, 71394 Kernen i. R., Samstag, 18.04.2026, 09:30 - Sonntag, 19.04.2026, 17:00
- MOSES-Seminar Modulares Schulungsprogramm Epilepsie, Neurologische GMP am Seelberg, Seelbergstr.
Epilepsie und Ängste
Epilepsiepatient:innen leiden aufgrund ihrer Epilepsie häufig an Ängsten. Diese Ängste können zwischen den Anfällen oder kurz vor, während oder nach einem Anfall auftreten. Sie können sich zum Beispiel als Angst vor dem nächsten Anfall, als Panik oder soziales Vermeidungsverhalten äußern, wobei viele weitere Manifestationen möglich sind. In der medizinischen Versorgung von Patient:innen mit Epilepsie finden diese regelmäßig zu wenig Gehör angesichts der Tatsache, dass sie einen erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität haben.
Aufklärung und Information
Die Diagnose Epilepsie stellt wort-wörtlich alles auf den Kopf - nicht nur für die Erkrankten, sondern auch für das familiäre Umfeld. Umso wichtiger ist es für alle Beteiligten, aufgeklärt zu sein und zu wissen, wie sie sich am besten verhalten, um Normalität im Alltagsleben zu schaffen. Das ist besonders wichtig, wenn Kinder betroffen sind.
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Zum Jahresanfang 2021 hat der Landesverband der Epilepsie Selbsthilfegruppen BW, mit Finanzierung durch den BKK Landesverband Süd, die Publikation „Wie ein Gewitter im Kopf“ gemeinsam mit dem Mehr Zeit für Kinder e.V. herausgebracht. Die Vorsitzende des Landesverbands der Epilepsie-Selbsthilfegruppen Baden-Württemberg erklärt: „Epilepsie ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen und kann jeden treffen. Darum ist es uns um so wichtiger, früh Aufklärung zu leisten. Die (Vor-)lesegeschichte im ersten Teil des Buches richtet sich an Kinder im Grundschulalter. Sie handelt von der 8-Jährigen Carlchen und ihren Freunden Henry und Felipe, die alle drei an Epilepsie erkrankt sind. Sie schildert, wie unterschiedlich diese Krankheit bei den einzelnen Personen auftritt und beantwortet Fragen wie: Woran erkennt man einen epileptischen Anfall und wie gefährlich ist dieser? Die Geschichte zeigt Kindern, dass sie nicht alleine mit ihren Sorgen, Fragen und Ängsten sind. Außerdem hilft sie nicht betroffenen Kindern zu verstehen, was mit ihren Freunden/Familienmitgliedern passiert und wie sie ihnen während eines Anfalls am besten helfen können.
"Epilepsie Magazin"
Seit 2010 erscheinen jedes Jahr jeweils zwei Ausgaben des Magazins. Es warten viele spannende Artikel zu Themen rund um die Epilepsie-Erkrankung auf Sie. Sie können sich die einzelnen Ausgaben auch downloaden.
Eindrücke aus der Selbsthilfearbeit
Kürzlich nahm die "Selbsthilfegruppe für Anfallskranke in Schwäbisch Gmünd und Umgebung" als Aussteller beim landesweiten VdK für Behindertenvertreter und Betriebsräte teil. Der Tag war für alle sehr informativ. Das Motto der Veranstaltung lautete "Gute Arbeit - trotz Handicap, Barrieren und Belastungen in vielen Lebenslagen!?". Die Tagung fand in der "Harmonie" in Heilbronn statt. Der Stand der Selbsthilfegruppe wurde von zahlreichen Betriebs- und Personalräten für einen umfassenden Informationsaustausch besucht. Viele Fragesteller hatten sich gewundert, dass in der Universitätsstadt Heidelberg vom Landesverband Baden-Württemberg bis heute keine Epilepsie-Selbsthilfegruppe angeboten wird. Hier konnten die Teilnehmer der Gmünder Selbsthilfegruppe an Dieter Fritzenschaft in Mannheim verweisen, der schon mehrfach als Referent beim Gmünder Epilepsietag aufgetreten ist. Die Leiterin der Epilepsie-SHG Karlsruhe hatte in ihrer Eigenschaft als Schwerbehindertenvertreterin bei ihrem Arbeitgeber ebenso den Stand besucht. Ein ehrenamtlicher Richter wollte auch sein Wissen für den Alltag bei Gericht entsprechend vertiefen lassen. Da auch die Öffentlichkeit der Raumschaft Heilbronn Zugang zu dieser Ausstellungsmesse hatte, kamen auch Mütter mit den verschiedensten Sorgen. Beispielsweise eine Mutter eines 18-monatigen Säuglings, der jetzt mit Epilepsie behaftet ist. Auch hier konnte die Selbsthilfegruppe aktiv darauf antworten und den Rat mit auf den Weg geben, an der örtlichen Selbsthilfegruppe für Epilepsiekranke in Schwäbisch Hall teilzunehmen. Eine Epilepsiekranke berichtete, dass sie von 60 Tabletten am Tag auf eine einzige Tablette reduzieren konnte. Dazwischen lag auch ein sehr langer Zeitraum. Auch hier sieht man, so Klaus Meyer, wie hart das Krankheitsbild der Epilepsie einen treffen kann. Die Selbsthilfegruppe konnte aber auch von schönen Schilderungen berichten. Wie der einer epilepsiekranken Mutter, die ein gesundes Baby zur Welt gebracht hatte. Bei diesem Krankheitsbild Epilepsie gibt es im Alltag stets Licht und Schatten, so Klaus Meyer.
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