Epilepsie - allein das Wort ruft oft unterschiedliche Bilder wach, nicht selten mit Gefühlen der Verunsicherung verbunden. So geht es nahezu jedem, der sich mit diesem Thema konfrontiert sieht. Was kann ich tun, wenn jemand einen epileptischen Anfall hat? Worauf muss ich bei jemandem achten, der diese Erkrankung hat? Was tue ich, wenn es mich selbst trifft? Was passiert überhaupt bei einem epileptischen Anfall und wie kommt es dazu? Dieser Artikel soll einen umfassenden Überblick über Epilepsie, die Unterstützungsmöglichkeiten durch die Epilepsie Beratung Regensburg und die Bedeutung von Selbsthilfegruppen wie in Weiden in der Oberpfalz geben.
Epilepsie: Eine Einführung
Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte epileptische Anfälle gekennzeichnet ist. Von einem epileptischen Anfall spricht man, wenn Nervenzellen im Gehirn ohne erkennbaren akuten organischen (etwa Schlaganfall) oder exogenen Grund (etwa Substanzmissbrauch) feuern. Diese Anfälle können sich in unterschiedlicher Form äußern, von kurzen Bewusstseinsveränderungen bis hin zu heftigen Krämpfen.
Was passiert bei einem epileptischen Anfall?
Die Nervenzellen im Zentralen Nervensystem, insbesondere im menschlichen Gehirn, sind Datenleitungen: Sie tauschen Informationen aus bzw. leiten diese an andere Zellen weiter. Dies geschieht auf Basis von zwei Mechanismen: Einmal ist dies die biochemische Ausschüttung von Botenstoffen über die am Ende eines Nervenzellarms (Axon) sitzende Synapse. Über die Aufnahme dieses Botenstoffes durch ihre Synapse wird in einer benachbarten Nervenzelle in der Folge ein zweiter Mechanismus ausgelöst: Ein elektrischer Impuls, der dann diese Nervenzelle wiederum zur Ausschüttung von Botenstoffen über ihre Synapsen anregt. Am Ende dieser Impulskette durch die Nervenzellen trifft ein Botenstoffsignal auf eine andere Zellart, bei der eine Reaktion ausgelöst wird - bei einer Muskelzelle beispielsweise eine Kontraktion. Feuern Gruppen von Nervenzellen im Gehirn ungerichtet elektrische Impulse, kann dies bei Patient:innen zu unkontrollierten Reaktionen führen. Häufig sind es Krampfanfälle, aber auch eingeschränkte sinnliche Wahrnehmung oder andere Befindensstörungen treten auf.
Die Epilepsie Beratung Regensburg: Wegbegleitung für Betroffene
Seit 2001 gibt es in der Oberpfalz unter Trägerschaft der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V. die Epilepsie Beratung Regensburg. Die Beratungsstelle steht Menschen mit Epilepsie zur Seite und leistet wichtige Aufklärungsarbeit zu diesem Krankheitsbild. Sozialpädagoginnen mit der Zusatzqualifikation als Fachberaterinnen für Epilepsie sowie eine Teamassistentin organisieren darüber hinaus regelmäßig Außensprechtage in Amberg, Bad Kötzting, Cham und Weiden, um gemeinsam mit Ratsuchenden gute Lösungen zu finden. Das Team unterstützt dabei, Herausforderungen, die das Leben mit Epilepsie mit sich bringt, gut zu bewältigen. Dazu gehört - auf Wunsch - auch eine enge Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten, Kindergärten, Schulen, Arbeitgebern und anderen Netzwerkpartnerinnen und -partnern.
Konzeption der Epilepsie Beratung Regensburg
Die Konzeption der Epilepsie Beratung Regensburg umfasst verschiedene Aspekte, um eine umfassende Betreuung zu gewährleisten:
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- Beratung und Unterstützung: Individuelle Beratung für Betroffene und ihre Angehörigen, um die Herausforderungen im Alltag besser zu bewältigen.
- Aufklärungsarbeit: Informationen über Epilepsie, Anfallsarten, Behandlungsmöglichkeiten und den Umgang mit der Erkrankung.
- Netzwerkbildung: Zusammenarbeit mit Ärzten, Schulen, Arbeitgebern und anderen relevanten Institutionen, um eine optimale Versorgung zu gewährleisten.
- Außensprechtage: Regelmäßige Sprechtage in verschiedenen Städten der Oberpfalz, um die Beratung vor Ort anzubieten.
Kontakt zur Epilepsie Beratung Regensburg
Setzen Sie sich bitte gerne mit der Epilepsie Beratung Regensburg in Verbindung, um Unterstützung und Informationen zu erhalten.
Selbsthilfegruppen: Ein wichtiger Anker für Betroffene
Selbsthilfegruppen spielen eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung von Menschen mit Epilepsie und ihren Angehörigen. Sie bieten einen geschützten Raum, um Erfahrungen auszutauschen, sich gegenseitig zu ermutigen und von den Erfahrungen anderer zu lernen. In der Selbsthilfegruppe Epilepsie Weiden in der Oberpfalz finden Betroffene und ihre Familienangehörigen eine Gemeinschaft, die ihre Sorgen und Nöte versteht.
Vorteile von Selbsthilfegruppen
- Erfahrungsaustausch: Mitglieder können ihre persönlichen Erfahrungen mit Epilepsie teilen und von den Strategien anderer profitieren.
- Emotionale Unterstützung: In der Gruppe finden Betroffene Verständnis und Akzeptanz, was dazu beitragen kann, Isolation und Ängste zu reduzieren.
- Informationen und Wissen: Selbsthilfegruppen bieten oft Zugang zu aktuellen Informationen über Epilepsie, Behandlungsmöglichkeiten und rechtliche Fragen.
- Empowerment: Durch den Austausch und die gegenseitige Unterstützung können Mitglieder ihr Selbstvertrauen stärken und lernen, besser mit ihrer Erkrankung umzugehen.
Die Rolle der Angehörigen
Auch Angehörige von Menschen mit Epilepsie profitieren von der Teilnahme an Selbsthilfegruppen. Sie können ihre eigenen Belastungen und Sorgen teilen, sich mit anderen Angehörigen austauschen und Strategien für den Umgang mit der Erkrankung entwickeln. In Angehörigengruppen soll den Angehörigen Raum gegeben werden, sich mit anderen Angehörigen Betroffener auszutauschen. Die Gruppen werden ärztlich und pflegerisch moderiert und sollen zur Entlastung der Angehörigen beitragen. Ein weiterer Aspekt der Angehörigenarbeit ist die Informationsvermittlung: Den Angehörigen soll Wissen über die spezifische Störung der Patient:innen vermittelt werden, das sie beim Umgang mit ihnen unterstützt.
Weitere Unterstützungsangebote
Neben der Epilepsie Beratung Regensburg und den Selbsthilfegruppen gibt es eine Vielzahl weiterer Unterstützungsangebote für Menschen mit Epilepsie:
- Ärztliche Behandlung: Eine regelmäßige ärztliche Betreuung durch einen Neurologen ist wichtig, um die Erkrankung optimal zu behandeln und Anfälle zu kontrollieren.
- Psychotherapie: Psychotherapeutische Unterstützung kann helfen, Ängste, Depressionen und andere psychische Probleme im Zusammenhang mit Epilepsie zu bewältigen. Eine besonders hohe Wirksamkeit haben psychotherapeutische Interventionen unter Einbezug der Angehörigen, wie in verschiedenen Studien nachgewiesen werden konnte.
- Ergotherapie: Ergotherapeut:innen arbeiten mit und für Menschen, die das Anliegen oder den Bedarf haben, sich selbst, ihr Handeln und ihre Alltags- und Lebenswelt zu verändern. Sie wissen, dass Gesundheit und Wohlbefinden eng mit dem Tätigsein und der Möglichkeit zur Teilhabe verbunden ist. So kann es im erwachsenenpsychiatrischen Setting ergotherapeutisches Ziel sein, den Patienten auf seinem Weg zurück ins Berufsleben, in eine private Wohnumgebung oder in die Gestaltung eines sozialen Lebens nach der Klinik zu begleiten. In der neurologischen Rehabilitation kann die Neuorganisation von Aufgaben und Strukturen im Haushalt wichtig sein.
- Sozialberatung: Sozialarbeiter und -pädagogen können bei Fragen zu finanziellen Hilfen, rechtlichen Ansprüchen und beruflichen Perspektiven beraten.
Die Bedeutung von Aufklärung und Akzeptanz
Ein wichtiger Aspekt im Umgang mit Epilepsie ist die Aufklärung der Bevölkerung. Viele Menschen haben falsche Vorstellungen oder Vorurteile gegenüber der Erkrankung. Durch Aufklärung können diese Vorurteile abgebaut und mehr Verständnis und Akzeptanz geschaffen werden. Dies trägt dazu bei, dass Menschen mit Epilepsie ein selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben führen können.
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Forschung und Fortschritt
Die Forschung im Bereich Epilepsie hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Es gibt immer neue Medikamente und Behandlungsmethoden, die die Lebensqualität von Menschen mit Epilepsie verbessern können. Es ist wichtig, dass Betroffene und ihre Angehörigen sich über die neuesten Entwicklungen informieren und sich aktiv an der Gestaltung ihrer Behandlung beteiligen.
Fazit
Die Selbsthilfegruppe Epilepsie Weiden in der Oberpfalz und die Epilepsie Beratung Regensburg sind wichtige Anlaufstellen für Menschen mit Epilepsie und ihre Angehörigen. Sie bieten Unterstützung, Informationen und die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Betroffenen. Durch eine umfassende Betreuung, Aufklärung und Akzeptanz kann das Leben mit Epilepsie positiv beeinflusst werden. Es ist wichtig, dass Betroffene und ihre Angehörigen die vielfältigen Unterstützungsangebote nutzen und sich aktiv an der Gestaltung ihres Lebens beteiligen.
Glossar: Wichtige Begriffe im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen
Um das Verständnis für psychische Erkrankungen zu erleichtern, werden im Folgenden einige wichtige Begriffe erläutert:
- Abhängigkeit (analog: Sucht): Eine schwere, meist chronifizierte Erkrankung, bei der die Betroffenen ein unbedingtes, in der Regel zwanghaftes Bedürfnis nach einem bestimmten Stoff oder Reiz entwickeln. Nicht jeder Konsum von Suchtmitteln führt zwangsläufig zu einer Abhängigkeitserkrankung. Riskanter/schädlicher Konsum (Missbrauch) kann körperliche oder psychische Schäden zur Folge haben, ohne aber schon eine Abhängigkeit im engeren Sinne auszulösen. Abhängige leiden unter ernsten bis schweren körperlichen und/oder psychischen Syndromen. Der Leidensdruck ist enorm. Entsprechend ist die Therapie meist in zwei Phasen eingeteilt: Der (körperliche) Entzug, der in den meisten Fällen ärztlich (stationär) begleitet wird, und die psychiatrisch-psychotherapeutische Entwöhnung, die meist rehabilitativ als Anschlussbehandlung an den Entzug durchlaufen wird.
- Affekt: Ein zeitlich begrenztes, aber deutlich wahrnehmbares emotionales Phänomen. Er bezeichnet ein abweichendes subjektives Erleben und Fühlen des Menschen aufgrund eines äußeren oder inneren Ereignisses.
- Affektive Störungen: Eine Gruppe der psychischen Störungen, bei denen die Stimmungslage ein wesentliches Merkmal bildet. Unterschieden wird in gedämpfte Stimmungslagen (Depression) und Hochlagen (Manien), die auch in Kombination (bipolare Störung) auftreten können. Die affektive Störung kann episodisch und chronisch auftreten. Sie kann sich akut ereignen oder schleichend ankündigen.
- Agoraphobie: Eine bestimmte und eigene Kategorie einer gerichteten Angststörung, die oft auch mit Panikattacken einhergeht. Sie gehört zur Klasse der Phobien. Das griechische Wort „agora“ bedeutet „Platz, Raum“, die Agoraphobie wird daher häufig mit „Platzangst“ übersetzt.
- Akute Belastungsstörung: Ist ein Ereignis außergewöhnlich belastend, so kann die Psyche akut eine vorübergehende Störung auf dieses Ereignis ausbilden. Die Reaktion beginnt sofort oder unverzüglich mit beziehungsweise kurz nach Ende des Ereignisses, so dass ein direkter, auslösender Zusammenhang zwischen Ereignis und Reaktion offensichtlich ist. Die Reaktion ist von beträchtlicher Schwere und zeigt sich in Form depressiver, ängstlicher oder sonstiger affektiver Symptome. Betroffene Personen schwanken zwischen verschiedenen affektiven Zuständen, die einzeln nie länger andauern. Dauert ein belastendes Ereignis indes an, dann ist es für die akute Belastungsstörung typisch, dass sie ebenfalls nach einigen Stunden bis Tagen stark abklingt.
- Altersmedizin oder Geriatrie: Die Medizin, die sich mit den Erkrankungen des Menschen im höheren Lebensalter beziehungsweise mit den für das höhere Lebensalter typischen Erkrankungen beschäftigt. Akutgeriatrien sind Kliniken mit stationärer Versorgung, die nicht einfach nur auf die Behandlung psychischer Erkrankungen älterer Menschen spezialisiert sind, sondern die ausdrücklich dem Aspekt der Multimorbidität Rechnung tragen. Denn ältere Menschen leiden sehr oft nicht nur an einer Erkrankung, sondern meist an mehreren. Akutgeriatrien nehmen Patient:innen entsprechend wegen einer (akuten) psychischen Haupterkrankung auf, haben aber weitere mögliche Erkrankungen mit im Blick.
- Anamnese: Teil des diagnostischen Vorgangs. Bei der Anamnese befragen Arzt oder Ärztin die Patient:in anfangs unspezifisch nach somatischen und/oder psychischen Beschwerden. Er/sie kann dazu auch Informationen Dritter einbeziehen. In der Anamnese werden Fragen zum zeitlichen Verlauf der Beschwerden, zu Vorerkrankungen, zu den Lebensumständen und vieles mehr gestellt.
- Angst: Zunächst eine wichtige Warnfunktion der Psyche, die - gelernt oder instinktiv - den Menschen unnötige Risiken vermeiden lässt. Angst ist dann krankhaft, wenn sie der konkreten Situation oder generellen Lebenssituation der Betroffenen nicht mehr angemessen ist beziehungsweise die Betroffenen oder deren Umwelt unverhältnismäßig darunter zu leiden haben. Angsterkrankungen werden zu den affektiven Störungen gezählt.
- Anxiolytika: Das sind rezeptpflichtige Medikamente zur kurzfristigen Behandlung von Angst-, Spannungs- und Erregungszuständen. Entsprechend beseitigen diese Mittel Angstgefühle, lindern Schmerz und lockern Muskeln.
- Bezugspflege: Eine besondere Pflegefunktion in der Psychiatrie. Die Bezugspflegekraft ist die zentrale Ansprechperson für die Patient:innen, denen sie zugeteilt ist. Sie ist der Patient:in für die gesamte Dauer des Aufenhalts zugeteilt, bei ihr laufen alle Informationen zusammen und sie koordiniert alle pflegerischen Prozesse. Entsprechend steht sie auch für Fragen der Angehörigen zur Verfügung.
- Bipolare affektive Störung (BAS): Landläufig bekannt ist die BAS unter dem Begriff „manisch-depressive Störung“. Hauptsymptom der BAS sind Schwankungen außerhalb der Norm zwischen den beiden entgegengesetzten Stimmungslagen. Eine BAS-Episode beginnt meist mit einer manischen Form, gefolgt von einer Depression. In ihrem Aufschwung kann die manische Phase durchaus den Stand einer Hypomanie erreichen, das heißt sich als leichtere Form der Manie darstellen, wo Betroffene oft außerordentlich leistungsfähig oder kreativ erscheinen. Zwischen den bipolaren Episoden weisen die Betroffenen wieder Phasen mit normal schwankender Stimmung auf. Auch Mischformen mit gleichzeitig auftretenden, sich überlagernden oder sehr schnell wechselnden bipolaren Stimmungslagen sind bekannt. Zudem kann von Episode zu Episode die Amplitude der jeweiligen Stimmung unterschiedlich ausfallen. Dies macht die Diagnose einer BAS oft schwierig, denn die Grenze zwischen „normal“, „hypo“ und „hyper“ ist schwer zu ziehen. Eine BAS beginnt schleichend und zeigt sich meist erstmals im jugendlichen oder jungen Erwachsenenalter, das heißt in einer Lebensphase, in der viele Entwicklungsweichen gestellt werden. Die BAS ist eine häufige Störung: Integriert man auch leichtere Formen wie hypomanische Ausprägungen, so gelten etwa drei bis vier Prozent der Bevölkerung in Deutschland als BAS-betroffen. Die Störung gehört zu den zehn häufigsten chronischen Erkrankungen weltweit.
- Burnout: Ein Syndrom. Die Beschreibung des Syndroms des „Ausgebranntseins“ (Englisch "burnout") ist allerdings nicht eindeutig abgrenzbar. Dennoch wird Burnout im ICD-Katalog geführt und zwar unter „Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“. Als Syndrom kann ein Burnout aber ein Hinweis auf eine psychiatrische Erkrankung sein, vor allem auf eine (drohende) Depression. Symptome eines Burnouts reichen von anhaltender tiefer Erschöpfung und Leistungsabfall über Antriebslosigkeit und getrübter Stimmung bis hin zu somatischen Symptomen wie Kopfschmerzen. Meist wird Burnout auf eine Überforderung am Arbeitsplatz zurückgeführt, aber neuere Meinungen erweitern die Sichtweise auf alle Situationen, die durch dauernde Überlastung und Stress gekennzeichnet sind.
- Depressionen: Eine eigene Kategorie psychiatrischer Erkrankungen. Sie können auch syndromatisch für andere Erkrankungen (etwa Angststörungen) sein. Die Medizin differenziert zwischen episodischen und rezidivierenden, das heißt sich verfestigenden Depressionen. Episodisch beschreiben sie in aller Regel eine leichtere Form infolge eines belastenden äußeren Ereignisses. Mit der Bewältigung des Ereignisses klingt meist auch die Depression ab. Eine rezidivierende Depression hingegen hat meist endogene, also körperliche und/oder psychiatrische Ursachen, die mit und ohne äußeren Anlass in Erscheinung treten kann. Depressionen sind eine der häufigsten psychischen Störungen in Deutschland: Jede vierte Frau und jeder achte Mann sind einmal im Leben von einer schweren Depression betroffen. Menschen mit Depressionen brauchen professionelle Hilfe, denn sie können sich meist selbst nicht aus der Krankheit befreien.
- Essstörung: Eine ernsthafte Erkrankungen, die nichts mit falscher Ernährung, sondern mit einem gestörten Verhältnis zum eigenen Körper und dem Umgang mit Essen zu tun hat. Die Betroffenen versuchen, ihre inneren Konflikte und ihr gestörtes Selbstwertgefühl durch das spezifische Esssverhalten zu kompensieren. Kennzeichnend für alle Essstörungen ist, dass die Verhaltensänderungen verheimlicht und Interessen vernachlässigt werden. Den Betroffenen fehlt oft geistig und körperlich die Kraft. Sie ziehen sich in vielen Fällen von Familie und Freunden zurück.
- Magersucht (Anorexie): Untergewicht durch starken Gewichtsverlust; vor allem durch Hungern, aber auch durch Erbrechen, übermäßig viel Sport oder Medikamente wie Abführmittel; ständiges Wiegen und Kalorienzählen, panische Angst zuzunehmen; Betroffene fühlen sich trotz Untergewicht zu dick. Häufig und insbesondere zu Beginn der Essstörung verstehen sie nicht, dass ihr Verhalten krankhaft ist.
- Bulimie (Bulimia nervosa): Essanfälle als Hauptmerkmal: große Portionen werden heimlich und hastig verschlungen; Betroffene können nicht kontrollieren, was und wie viel sie essen; nach den Essanfällen kommt es zu Schuldgefühlen; um die Kalorien wieder los zu werden, steuern Betroffene gegen, zum Beispiel mit Erbrechen, Fasten, Diäten, Medikamenten oder übermäßigem Sport.
- Essanfälle ohne Gegensteuern (Binge-Eating-Störung): Wiederkehrende Essanfälle: mindestens einmal pro Woche in drei Monaten; gestörtes Hunger- und Sättigungsgefühl; Betroffene sind häufig übergewichtig oder fettleibig; sie leiden unter den Essanfällen und ekeln sich vor sich selbst.
- Forensische Psychiatrie und Psychotherapie (Forensik): Ein Teilgebiet des medizinischen Fachbereichs Psychiatrie & Psychotherapie. Die Besonderheit der Forensik liegt in ihrer Patientenschaft. Es handelt sich um verurteilte Straftäter:innen, die aber aufgrund einer zum Tatzeitpunkt nicht vorliegenden oder eingeschränkten Schuldfähigkeit durch richterlichen Beschluss hin nicht in eine Justizvollzugsanstalt überstellt werden, sondern in eine forensische Klinik. Der komplementäre Begriff zum Justizvollzug ist in diesem Fall Maßregelvollzug. Forensische Kliniken sind entsprechend Einrichtungen des Maßregelvollzugs.
Dieser Glossar soll dazu beitragen, das Verständnis für psychische Erkrankungen und die damit verbundenen Begriffe zu verbessern.
Aus- und Weiterbildung im Gesundheitsbereich
Die Qualität der Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen hängt maßgeblich von der Qualifikation der Fachkräfte ab. Daher sind Aus- und Weiterbildung im Gesundheitsbereich von großer Bedeutung.
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Pflegeausbildung
Die Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann ist eine wichtige Grundlage für die Versorgung von Patient:innen in verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens, einschließlich der Psychiatrie. Die theoretische Ausbildung erfolgt in der Regel an Berufsfachschulen, während die praktische Ausbildung in Kliniken und anderen Einrichtungen stattfindet. Es gibt verschiedene Modelle der Pflegeausbildung, wie beispielsweise:
- Theoretische Ausbildung: beim BRK Weiden, BRK Bayreuth, Döpfer-Schulen, Bundeswehr; Praktische Ausbildung: durch Kooperations- bzw.
- Theoretische Ausbildung: in den Eckert Schulen in Regenstauf. Pflegefachfrau B. Sc., Pflegefachmann B.
- Theoretische Ausbildung: in den Eckert Schulen in Regenstauf.
Akademische Ausbildung für Physician Assistants
An der Ostbayerischen technischen Hochschule Amberg-Weiden (OTH) wird ein Studiengang für Physician Assistants angeboten. Dieser Studiengang vermittelt den Studierenden umfassende Kenntnisse und Fähigkeiten in verschiedenen medizinischen Bereichen. Die Fachabteilungen Gynäkologie, Med. Klinik I, Med. Anästhesiologie und Strahlentherapie beteiligen sich an der Ausbildung. Medizinische Leistungsangebote werden durch Fachärztinnen und Fachärzte aus verschiedenen Bereichen angeboten, darunter:
- Allgemeinchirurgie (Uni Rgb.), Gefäßchir., Gynäkologie, Med. Klinik I mit Intensiv, Med. Klinik II, Neurochir., Neurologie, Nuklearmedizin, Pädiatrie mit Intensiv, HNO sowie Apotheke (auf Nachfrage), Radiologie, Unfallchir., Urologie (alle dt. Uni‘s), alle Fachabtl. Uni Erlangen (Strahlentherapie), Uni Köln (Urologie) LMU München (Med. Klinik I + II), Uni Münster (Allgemeinchirurgie) Uni Rgbg. (Anästhesie, Med. Klinik I + II, Neurochirurgie, Nuklearmedizin, Radiologie; ab 2023 PMU Sbg. Fachabtl. Allgemeinchirurgie, Gynäkologie (Gyn.), Med. I - LMU München; Nuklearmedizin, Radiologie, Med. I, Gyn., Urologie, Gefäßchirurgie mit OTH Amberg-Weiden; Gynäkologie, Unfallchir, Med. I, Med.
- Durch die Fachabteilung im Rahmen des Studienzentrums: Gynäkologie, Med. Klinik I (i.Z.m. Allgemeinchirurgie, Radiologie, Strahlentherapie); Med. Klinik II; Urologie (i.Z.m. Nuklearmedizin, Radiologie); Brustzentrum (i.Z.m.
Pflegerische Fachexpertise
Die pflegerische Fachexpertise spielt eine entscheidende Rolle bei der Versorgung von Patient:innen mit komplexen gesundheitlichen Problemen. Pflegerische Fachexpert:innen verfügen über vertiefte Kenntnisse und Fähigkeiten in einem bestimmten Bereich der Pflege und können so eine qualitativ hochwertige Versorgung gewährleisten.
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