Selbsthilfegruppen für Migräne und chronische Schmerzen in Mainz und Umgebung: Ein umfassender Überblick

Chronische Schmerzen, insbesondere Migräne, stellen für viele Menschen eine erhebliche Belastung dar. Allein in Deutschland leiden etwa 6 Millionen Menschen unter chronischen Schmerzen. Da die Ursachen oft komplex sind, ist ein ganzheitlicher Behandlungsansatz erforderlich, der Ärzte, Psychotherapeuten und Physiotherapeuten einbezieht. Neben professioneller Hilfe spielen Selbsthilfegruppen eine wichtige Rolle bei der Bewältigung von Schmerzen und der Verbesserung der Lebensqualität. Dieser Artikel bietet einen Überblick über Migräne, Behandlungsansätze und Selbsthilfegruppen in Mainz und Umgebung.

Migräne: Eine weit verbreitete Kopfschmerzerkrankung

Migräne ist eine primäre Kopfschmerzerkrankung, die durch wiederkehrende, meist einseitige und pulsierende Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Begleitsymptome wie Lichtempfindlichkeit (Photophobie), Geräuschempfindlichkeit (Phonophobie) und Geruchsempfindlichkeit (Osmophobie) treten häufig auf. Übelkeit und Erbrechen sind ebenfalls möglich, und körperliche Aktivität verschlimmert die Beschwerden meist.

Häufigkeit und Ursachen

Migräne tritt besonders häufig bei Frauen auf, die etwa dreimal häufiger betroffen sind als Männer. In Europa leiden etwa 3-4 % der Menschen an chronischer Migräne. Die Erkrankung entwickelt sich meist im jungen Erwachsenenalter und begleitet viele Betroffene über Jahre hinweg. Auch Kinder können unter Migräne leiden. Vor der Pubertät sind etwa 4-5 % der Kinder betroffen, Jungen und Mädchen gleichermaßen. In der Pubertät steigt die Häufigkeit an, besonders bei Mädchen.

Die genauen Ursachen der Migräne sind bisher noch nicht vollständig geklärt. Man geht jedoch von einer genetischen Veranlagung und einer gestörten Reizverarbeitung im Gehirn aus. Hormonelle Schwankungen und bestimmte Nahrungsmittel können ebenfalls eine Rolle spielen.

Behandlungsmöglichkeiten

Migräne ist bislang nicht heilbar, kann jedoch durch gezielte Therapien gut behandelt und kontrolliert werden. Eine frühzeitige Diagnose und ein individuell abgestimmter Therapieplan helfen, die Häufigkeit und Intensität der Anfälle zu reduzieren.

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Auswirkungen auf den Alltag

Migräne wirkt sich nicht nur auf die körperliche Gesundheit aus, sondern beeinträchtigt auch den Alltag der Betroffenen erheblich. Sie führt häufig zu einer verminderten Leistungsfähigkeit in Beruf und Schule, was die persönliche und berufliche Entwicklung einschränken kann. Zusätzlich verursacht die wiederkehrende Belastung psychische Probleme wie Depressionen und Angstzustände.

Der Schmerzschwerpunkt der Poliklinischen Institutsambulanz

Im Behandlungsschwerpunkt für chronische Schmerzerkrankungen (kurz: „Schmerzschwerpunkt“) der Poliklinischen Institutsambulanz wird die psychologisch-psychotherapeutische Seite der ganzheitlichen Behandlung abgedeckt. Die Behandlungen werden ambulant (Einzeltherapie, bei Bedarf zusätzlich Gruppentherapie) von fachlich qualifizierten Therapeut:innen unter Supervision durchgeführt. Es bestehen Kooperationen mit spezialisierten medizinischen Behandlungseinrichtungen.

Ambulante Verhaltenstherapie

Die Behandlung wird als ambulante Verhaltenstherapie mit idealerweise einer Einzelsitzung (50 Minuten) pro Woche durchgeführt. Hierfür ist eine feste Bezugsperson als Therapeut:in vorgesehen. Die Therapeut:innen im Schmerzschwerpunkt erhalten eine schmerzspezifische Zusatzausbildung.

Behandlungselemente

Folgende Behandlungselemente werden im Rahmen der Einzeltherapie angeboten:

  • Kopfschmerzspezifische Interventionen (z.B. Attackenmanagement, Attackenprophylaxe, Triggermanagement)
  • Rückenschmerzspezifische Interventionen (z.B. Pacing, Abbau von Bewegungsängsten)
  • Stressbewältigung
  • Krankheitsbewältigung und Verletzungsmanagement
  • Balancierung von Ruhephasen und Aktivität
  • Verbesserung von Selbstfürsorge, Achtsamkeit und Entspannungsfähigkeit

Zusätzlich zu den Einzelsitzungen kann bei Bedarf an einer Gruppentherapie teilgenommen werden. Des Weiteren ist der Einbezug von Angehörigen möglich. Die Wirksamkeit der durchgeführten Behandlungsmethoden ist wissenschaftlich erwiesen.

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Leitung und Anmeldung

Der Schmerzschwerpunkt existiert seit dem Jahr 2009 und wird seit 2012 von Dr. Timo Klan geleitet. Dr. Timo Klan ist approbierter Verhaltenstherapeut und anerkannter Supervisor. Er hat die Weiterbildung „Spezielle Schmerzpsychotherapie“ (SSPT) und das Zertifikat „Kopf- und Gesichtsschmerzen“ (DMKG Kopfschmerzexperte). Als wissenschaftlicher Mitarbeiter ist er in der schmerzbezogenen Forschung und Lehre tätig.

Die Anmeldung findet am besten persönlich im Sekretariat der Poliklinischen Institutsambulanz statt. Idealerweise erfolgte bereits eine medizinische Behandlung durch einen der Kooperationspartner des Schmerzschwerpunkts, so dass ein entsprechendes Anmeldeschreiben vorliegt. Nach Anmeldung wird so bald wie möglich ein Termin für ein Vorgespräch („Erstgespräch“) vereinbart. Das Erstgespräch wird mit dem Leiter des Schmerzschwerpunkts sowie einer Mitarbeiterin durchgeführt. Hierbei wird entschieden, ob die Indikation für eine ambulante Behandlung im Schmerzschwerpunkt der Institutsambulanz gegeben ist.

Diagnostik bei Nervenschädigungen

Bei vermuteter Nervenschädigung z.B. im Rahmen einer Polyneuropathie oder eines Bandscheibenvorfalles spielen neben der klinischen Befunderhebung elektrophysiologische Messungen (Neurografie, Elektromyografie, somatisch evozierte Potentiale (SSEP)) eine wichtige Rolle. Für spezielle Fragestellungen steht darüber hinaus die Quantitative Sensorische Testung (QST) im DRK-Schmerz-Zentrum zur Verfügung, die sowohl reduzierte als auch gesteigerte Empfindungswahrnehmungen und somit die Funktion des somatosensiblen Systems abbilden kann.

Selbsthilfegruppen: Eine wertvolle Unterstützung

Selbsthilfegruppen bieten einen wertvollen Rückhalt für Einzelpersonen, die mit gesundheitlichen Herausforderungen konfrontiert sind. In diesen engagierten Gemeinschaften finden Sie nicht nur Unterstützung. Selbsthilfegruppen ermöglichen den Austausch von Erfahrungen und Wissen. Indem Sie Ihre eigenen Erfahrungen teilen und die Geschichten anderer Mitglieder hören, erhalten Sie neue Perspektiven und bewährte Ansätze für den Umgang mit Ihrer eigenen Gesundheitssituation.

Selbsthilfegruppen schaffen eine Atmosphäre des Verständnisses und der Empathie. Hier finden Sie Menschen, die ähnliche Herausforderungen durchlebt haben oder gerade durchmachen. Dieses geteilte Verständnis fördert ein Gefühl der Zugehörigkeit und verringert das Gefühl der Isolation, das oft mit gesundheitlichen Problemen einhergeht. Treten Sie einer Selbsthilfegruppe bei und erfahren Sie die Stärke und den Nutzen einer unterstützenden Gemeinschaft, die Ihnen hilft, mit Ihren gesundheitlichen Herausforderungen umzugehen.

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Selbsthilfegruppen in Homburg und Umgebung

Die folgenden Selbsthilfegruppen sind in Homburg und Umgebung aktiv und bieten Unterstützung für verschiedene Erkrankungen:

  • Arbeitsgemeinschaft Allergiekrankes Kind e. V.: Augustastr. 20, 35745 Herborn, +49 2772 - 92870, www.akk.de
  • Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.(DAAB) Ortsverband Homburg Saar: Thomas Host, Nussbaumstrasse 10, 66424 Homburg, +49 172 - 9220545
  • Selbsthilfegruppe 1 & 2Bipolar-Gruppe: Jeden zweiten Dienstag in der ungeraden Woche (Gruppe 1) bzw. geraden Woche (Gruppe 2), 15:45 - 17:15 Uhr, Café Goethe, Kaiserstraße 62 in Homburg.
  • PSP-Homburg e.V.: Montag im Monat ab 17:00 Uhr in der Tagespflege Villa Kaiser, Kaiserstraße 29, 66424 Homburg, +49 6841 - 93 43 22, www.psp-homburg.de (Betreuung von Demenzkranken der anwesenden Angehörigen ist während dieser Zeit gewährleistet. Bitte um vorherige Anmeldung in der Tagespflege Villa Kaiser.)
  • Ökumenische Sozialstation Homburg-Kirkel gGmbH Betreuungsgruppe für Menschen mit Demenz: Jeden Montag von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr, Jochen Klepper Haus, Trifftstraße, 66459 Kirkel, +49 6841 - 61660 Ulrike Leibrock, +49 6849 - 6651, www.sozialstation-homburg.de/montagstreff
  • Landesfachstelle Demenz Unterstützte Selbsthilfegruppe für Menschen mit beginnender Demenz: Gruppentreffen: 3. Montag im Monat, 18:00 Uhr, KISS, Futterstr. 27, 66111 Saarbrücken, Ansprechpartner bei KISS: Beate Ufer, +49 681 960 21 30, Elisabeth Rentmeister, +49 176 45 83 91 20 (Die Gruppe richtet sich ausschließlich an Personen mit einer beginnenden Demenz.)
  • Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e. V: Mörfelder Landstraße 72, 60598 Frankfurt am Main, +49 69 963 652 18, www.lipid-liga.de
  • Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V.: Krausenstr. 50, 30171 Hannover, +49 511 9 68 34-0, www.dmsg.de
  • DMSG Landesverband Saarland e.V.: Lessingstr. 7, 66121 Saarbrücken, +49 681 - 379 10-0, www.dmsg-saar.de
  • Multiple Sklerose (MS) Selbsthilfegruppe Homburg: Jeden 2. Donnerstag im Monat um 16:00 Uhr, Martin Luther Haus, Bodelschwingstr. 9a, 66424 Homburg, Ansprechpartner Erwin Glutting, +49 6841 - 755233
  • Bundesverband Neurodermitis e.V.: Selbsthilfeorganisation für Neurodermitis, Asthma, Allergie, Psoriasis, Umwelterkrankungen und Urtikaria, Heerstraße 189-191, 56154 Boppard, +49 6742 87 13 -0, www.neurodermitis.net
  • Deutsches Rotes Kreuz - Parkinson-Selbsthilfegruppe: Jeden Montag von 15.00 - 16.00 Uhr, Rotkreuz-Zentrum am Bahnhof Homburg, Bahnhofsplatz 9, 66424 Homburg, +49 68 41 - 99 30 90, kv-homburg.drk.de
  • Gruppe für Angehörige psychisch Erkrankter am UKS: alle 14 Tage dienstags von 17:15 Uhr bis 18:10 Uhr, Gebäude 90, Gruppenraum NP-02 (Erdgeschoss), Kontakt: M. Wittemann (Dipl. Psychologin), +49 6841 - 16 33260, B. Wunderlich (Dipl. Psychologin), +49 6841 - 16 24281
  • Schlaganfall Selbsthilfegruppe Homburg: Ansprechpartnerin: Andrea Böwendorf, +49 6841 - 993336
  • Selbsthilfeorganisation Dystonie-und-Du e. V. (DyD): Unter den Eichen 107, 12203 Berlin, Vorsitzende Ulrike Halsch, Gruppenleitung DyD SHG Fulda -DyD SHG Myoklonus-Dystonie (international) DYD SHG Berlin SHG Dystonie Berlin-Brandenburg-Dystonie in Bewegung - DYD Online Gruppe, Das elektronische Tagebuch MyDystonia App - Dystonie EU, +49 176-32659488, +49 30-84319035, +49 32223947115
  • Selbsthilfegruppe für Betroffene mit Zwangserkrankungen: 1. und 3. Freitag im Monat, 18.00 Uhr, KISS, Futterstr.

Ansprechpartner für Selbsthilfegruppen

Für alle Anfragen bezüglich Änderungen oder Erweiterungen der Liste der Selbsthilfegruppen steht Ihnen das Zentrale Entlassmanagement/Sozialdienst als Ansprechpartner zur Verfügung:

Zentrales Entlassmanagement/SozialdienstAnika GassertGeb. 33 - Postfach Geb. 10 (Haus der Begegnung)6624 Homburg

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