Selbsthilfegruppen für Migräne in Bielefeld: Unterstützung und Erfahrungsaustausch

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch heftige Kopfschmerzen, oft begleitet von Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit, gekennzeichnet ist. Sie kann das Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen und zu Einschränkungen im Alltag, Beruf und sozialen Leben führen. In Bielefeld und Umgebung gibt es verschiedene Selbsthilfegruppen, die Menschen mit Migräne und ihren Angehörigen Unterstützung und Austauschmöglichkeiten bieten.

Bedeutung von Selbsthilfegruppen bei Migräne

Selbsthilfegruppen spielen eine wichtige Rolle bei der Bewältigung von Migräne. Sie bieten einen geschützten Raum, in dem Betroffene offen über ihre Erfahrungen, Ängste und Gefühle sprechen können. Der Austausch mit anderen, die ähnliche Herausforderungen erleben, kann sehr entlastend sein und das Gefühl der Isolation verringern.

Erfahrungsaustausch und gegenseitige Unterstützung

In den Selbsthilfegruppen steht der Erfahrungsaustausch im Vordergrund. Die Mitglieder teilen ihre persönlichen Strategien zur Schmerzlinderung, geben Tipps zur Bewältigung von Migräneattacken im Alltag und informieren sich gegenseitig über neue Behandlungsmethoden. Durch die gegenseitige Unterstützung können Betroffene neue Perspektiven gewinnen und ihr Selbstvertrauen stärken.

Die Gespräche in den Gruppen sind neben der Behandlung bei einem Arzt wichtig. Informationen, die über neue Behandlungsmethoden gesammelt werden, werden in den Gruppen besprochen. Der Spaß am Leben bei gemeinsamen Unternehmungen trotz Beschwerden gehört ebenfalls unbedingt dazu.

Emotionale und soziale Unterstützung

Selbsthilfegruppen leisten einen wertvollen Beitrag zur emotionalen und sozialen Unterstützung ihrer Mitglieder. Durch die eigene Betroffenheit der Gruppenmitglieder entwickelt sich ein gegenseitiges Verständnis und ein Gemeinschaftsgefühl. Mitglieder von Selbsthilfegruppen berichten häufig von neu aufkommender Lebensfreude und der Erkenntnis, dass trotz Einschränkungen zahlreiche Aktivitäten möglich sind.

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Informationen und Ressourcen

Neben dem Erfahrungsaustausch bieten Selbsthilfegruppen oft auch Informationen über Migräne, Behandlungsmöglichkeiten und Anlaufstellen. Sie können Kontakte zu Ärzten, Therapeuten und anderen Experten vermitteln. Einige Gruppen laden auch regelmäßig Fachleute zu Vorträgen ein, um ihre Mitglieder über aktuelle Entwicklungen in der Migräneforschung und -therapie zu informieren.

Selbsthilfegruppen in Bielefeld und Umgebung

In Bielefeld und Umgebung gibt es verschiedene Selbsthilfegruppen für Migräne. Die Selbsthilfe-Kontaktstelle Bielefeld hilft bei allen Fragen zum Thema Selbsthilfe gerne weiter. Im Klinikum Bielefeld erteilt die Selbsthilfebeauftragte gerne weitere Auskünfte.

Das Netzwerk Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen® fördert die stabile Zusammenarbeit von Selbsthilfegruppen und Gesundheitseinrichtungen. Damit erhalten die Patient:innen und ihre Angehörigen die Möglichkeit, von der Erfahrungskompetenz Gleichbetroffener zu profitieren. Sie finden Hilfe und Austausch im Umgang mit einer chronischen Krankheit oder Behinderung, erweitern ihr Wissen und erleben Gemeinschaft. Alle Mitglieder vereint das Interesse an der praktischen Umsetzung des Konzeptes Selbsthilfefreundlichkeit für die Gestaltung gelingender Kooperationen.

Patient:innen, die auf der Suche nach einer Selbsthilfegruppe sind, finden umfassende Beratung und Unterstützung bei einer Selbsthilfekontaktstelle in ihrer Nähe.

MigräneLiga e.V.

Die MigräneLiga e.V. ist eine bundesweite Selbsthilfeorganisation, die sich für die Interessen von Menschen mit Migräne einsetzt. Sie bietet ein Netzwerk von Selbsthilfegruppen in verschiedenen Regionen Deutschlands, darunter auch in der Region West/Nord. Die Gruppen treffen sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch und organisieren gemeinsame Aktivitäten.

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Die Gruppen sind in fünf Regionen unterteilt. Viele versuchen, in Familie und Beruf einfach weiter zu funktionieren, und mit ihren Beschwerden nicht aufzufallen. Der Weg zu einer Selbsthilfegruppe ist dann ein wichtiger Schritt. Krankheit verbindet die Gruppenmitglieder, und für die Betroffenen ist es ganz wichtig, zu erkennen, dass sie mit ihrem Leiden nicht allein sind. Vor allem geht es in den Gruppen um den Erfahrungsaustausch über die Krankheit und der damit verbundenen privaten Situation des Einzelnen.

Weitere Selbsthilfegruppen

Neben der MigräneLiga e.V. gibt es in Bielefeld und Umgebung möglicherweise noch weitere Selbsthilfegruppen für Migräne. Informationen zu diesen Gruppen erhalten Sie bei der Selbsthilfe-Kontaktstelle Bielefeld oder im Klinikum Bielefeld.

Angebote und Aktivitäten der Selbsthilfegruppen

Die Selbsthilfegruppen für Migräne bieten eine Vielzahl von Angeboten und Aktivitäten für ihre Mitglieder. Dazu gehören:

  • Regelmäßige Treffen zum Erfahrungsaustausch
  • Vorträge von Experten zu verschiedenen Themen rund um Migräne
  • Gemeinsame Freizeitaktivitäten, wie z.B. Ausflüge, Wanderungen oder Besuche von kulturellen Veranstaltungen
  • Informationsveranstaltungen für Betroffene und Angehörige
  • Unterstützung bei der Bewältigung von Migräneattacken im Alltag
  • Vermittlung von Kontakten zu Ärzten, Therapeuten und anderen Experten

Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe

Die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe ist in der Regel kostenlos und unverbindlich. Interessierte können sich einfach bei der jeweiligen Gruppe melden und an einem Treffen teilnehmen. Die Gruppen sind offen für neue Mitglieder, und jeder ist willkommen, der sich mit anderen Betroffenen austauschen und Unterstützung suchen möchte.

Bedeutung der Rehabilitation bei Migräne

Neben der Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe kann auch eine Rehabilitation eine wichtige Maßnahme zur Behandlung von Migräne sein. Eine stationäre Rehabilitation kann Betroffenen helfen, ihre Schmerzen zu reduzieren, ihre Lebensqualität zu verbessern und ihre Arbeitsfähigkeit wiederherzustellen.

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Im Fall einer Migräne ist es für Betroffene keine Selbstverständlichkeit, eine stationäre Rehabilitation genehmigt zu bekommen. Dabei zeige sich anhand von Untersuchungen der Deutschen Rentenversicherung Bund aus dem Jahr 2006 »nach Gegenüberstellung von Nutzen und Kosten, dass sich die Rehabilitation wegen eingesparter Rentenzahlungen und durch das Hinausschieben des Bezuges von Erwerbsminderungsrente bereits im vierten Monat amortisiert«. Zwar fielen bundesweit jährliche Therapiekosten für Migräne in Höhe von etwa 479 Millionen Euro an. »Aber indirekt entstehende Kosten für Arbeitgeber sind um das 13-fache höher, wenn die Betroffenen zwar anwesend sind, aber aufgrund ihrer Beschwerden nicht arbeiten können«, bekräftigte der Mediziner. Leide ein Mensch an chronischer Migräne, erhöhe sich zudem die Wahrscheinlichkeit seiner Arbeitslosigkeit um 20 Prozent.

Auch Betroffene müssen lernen, sich in ihrem Leiden ernst zu nehmen. So lautet ein Ansatz der bundesweit etwa 100 Selbsthilfegruppen der »Migräneliga«, die Kranken dabei helfen wollen. Viele versuchen, in Familie und Beruf einfach weiter zu funktionieren, und mit ihren Beschwerden nicht aufzufallen. Der Weg zu einer Selbsthilfegruppe ist dann ein wichtiger Schritt.

Vorträge und Veranstaltungen zum Thema Migräne

Regelmäßig finden in Bielefeld und Umgebung Vorträge und Veranstaltungen zum Thema Migräne statt. Diese bieten die Möglichkeit, sich über aktuelle Entwicklungen in der Migräneforschung und -therapie zu informieren und mit Experten ins Gespräch zu kommen.

Beispiele für Vorträge und Veranstaltungen

  • Vortrag "Migräne am Arbeitsplatz" im Rahmen des 4. Kopfschmerzsymposiums im Kopfschmerzzentrum Charité
  • Vortrag an der Patientenuniversität der Medizinischen Hochschule Hannover mit Prof. Dr. Matthias Karst, Leiter der MHH Schmerzambulanz.
  • Vortrag „Inpatient Headache Therapy in Germany“ für Kopfschmerzspezialisten auf Einladung von Prof.
  • Vortrag "Migräne am Arbeitsplatz aus der Reha-Perspektive" auf der 58. Wissenschaftliche Jahrestagung der Deutscher Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V.
  • Vortrag „Migräne im Griff“ auf dem Weiterbildungsseminar der Selbsthilfegruppenleiter/-innen der Regionen West/Nord der MigräneLiga e.V. Sept.
  • Posterpräsentation über „Inpatient Headache Therapy at the Berolina Clinic, Germany“ auf dem 18. Kongress der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft in Vancouver
  • Vortrag „Die häufigsten Kopfschmerzarten außer der Migräne“ auf dem Weiterbildungsseminar der Selbsthilfegruppenleiter/-innen der Regionen West/Nord der MigräneLiga e.V.
  • Posterpräsentation über „Inpatient Headache Therapy at the Berolina Clinic, Germany“ auf dem 58. Kongress der Amerikanischen Kopfschmerzgesellschaft in San Diego
  • Vortrag „Heutige Akutmedikation und die nichtmedikamentöse Behandlung der chronischen Migräne“ auf dem Migräne Symposium der MigräneLiga e.V.
  • Vortrag „Rehabilitation bei chronischen Kopfschmerzen“ auf dem Weiterbildungsseminar der SelbsthilfegruppenleiterInnen der Region Süd/West der MigräneLiga e.V.
  • Vortrag „Rehabilitation bei chronischen Kopfschmerzen“ auf dem Weiterbildungsseminar der SelbsthilfegruppenleiterInnen der Region West der MigräneLiga e.V. Feb.
  • Vortrag im Rahmen des Migräne- und Kopfschmerz-Meisterkurses über die Behandlung der körperlichen, psychischen und sozialen Folgen von chronischen Kopfschmerzen in der Schmerzklinik Kiel
  • Vortrag mit Prof. Mauskop, Ärztlicher Direktor des New York Headache Center, im Rahmen des 8.
  • Vortrag „Aktiv gegen Migräne“ auf dem Weiterbildungsseminar der SelbsthilfegruppenleiterInnen der Region Süd der MigräneLiga e.V.
  • Vortrag „Aktiv gegen Migräne“ auf dem Weiterbildungsseminar der SelbsthilfegruppenleiterInnen der Region Nord/Ost der MigräneLiga e.V.
  • Vortrag „Aktiv gegen Migräne“ auf dem Migräne-Symposium der MigräneLiga e.V. Okt.

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