Die Mastoidzellensklerose, oft als Folge einer unbehandelten Mittelohrentzündung auftretend, ist eine Entzündung des Warzenfortsatzes hinter dem Ohr. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten dieser potenziell gefährlichen Erkrankung.
Was ist Mastoiditis?
Eine Mastoiditis ist eine Entzündung des Warzenfortsatzes (Mastoid), einem Knochenfortsatz des Schläfenbeins hinter dem Ohr. Sie entsteht meist als Komplikation einer nicht oder unzureichend behandelten Mittelohrentzündung (Otitis media acuta). Bakterien, oft Pneumokokken, die sich durch Husten und Niesen verbreiten, verursachen die Entzündung.
Die akute Mastoiditis zeigt deutliche Symptome, während die chronische Form, auch "verschleierte" Mastoiditis genannt, kaum oder nur leichte Anzeichen aufweist und oft unentdeckt bleibt.
Ursachen der Mastoidzellensklerose
Die Entstehung einer Mastoiditis ist meist auf eine sich langsam ausbreitende Infektion im Mittelohr zurückzuführen. Deutliche Anzeichen entwickeln sich oft erst nach etwa drei Wochen, wenn eine Mittelohrentzündung schlecht oder gar nicht behandelt wurde. In diesem Fall kann sich die Infektion ungehindert ausbreiten und zu Abszessen im Warzenfortsatz oder an anderen Stellen führen.
Meist geht der Mastoiditis eine Virusinfektion voraus, welche die Immunabwehr des Körpers herabsetzt, sodass es in der Folge zunächst zu einer Mittelohrentzündung und dann zu einer Mastoiditis kommt.
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Symptome einer Mastoiditis
Die Symptome einer Mastoiditis können je nach Ausprägung der Erkrankung variieren. Während die akute Form meist deutlich wahrnehmbare Symptome zeigt, gibt es auch Verläufe, bei denen typische Anzeichen wie Schmerzen oder Fieber fehlen. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Ohrenschmerzen: Starke, pochende oder stechende Schmerzen hinter dem Ohr, die sich bei Bewegung, Berührung oder Liegen auf der betroffenen Seite verstärken können.
- Schallleitungsschwerhörigkeit: Dumpfe Wahrnehmung aller Geräusche, da die Entzündung Flüssigkeit oder Eiteransammlungen im Mittelohr verursacht, die die Bewegung der Gehörknöchelchen behindern.
- Schwellung hinter dem Ohr: Der Mastoidknochen kann anschwellen, was zu einer deutlichen Schwellung führt, die manchmal so ausgeprägt ist, dass das Ohr absteht. Dieser Bereich ist bei Berührung in der Regel sehr empfindlich oder sogar schmerzhaft.
- Allgemeines Krankheitsgefühl: Erschöpfung, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme oder Appetitlosigkeit.
- Sekret aus dem Ohr: Klarer, eitriger oder blutiger Ausfluss, der durch einen Riss im Trommelfell nach außen abfließt.
- Fieber: Erneut ansteigende Temperaturen oder länger anhaltendes Fieber.
Die chronische Mastoiditis äußert sich oft in unspezifischen Symptomen wie Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Kopf- oder Bauchschmerzen.
Diagnose der Mastoiditis
Bei den ersten Symptomen einer Mastoiditis, wie Ohrenschmerzen und Ausfluss aus dem Ohr, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser untersucht den Patienten und kann eine Rötung, Schmerzen und Druckempfindlichkeiten über oder hinter dem Ohr feststellen.
- Ohrenspiegelung (Otoskopie): Untersuchung des Trommelfells und des inneren Gehörgangs. Eine Schwellung des Trommelfells, Rötung und andere Auffälligkeiten können festgestellt werden.
- Hörtest: Überprüfung des Hörvermögens, um eine mögliche Schallleitungsschwerhörigkeit festzustellen.
- Blutuntersuchung: Bestimmung der Entzündungsparameter im Blut.
- Ohrsekretuntersuchung: Analyse des Ohrsekrets auf entzündungsauslösende Bakterien.
- Bildgebung: Röntgen-, MRT- oder CT-Aufnahmen, um das Ausmaß der Entzündung besser beurteilen zu können.
Behandlung der Mastoiditis
Eine Mastoiditis wird grundsätzlich mit Antibiotika behandelt, um die bakterielle Infektion zu bekämpfen. Je nachdem, welche Erreger für die Mastoiditis verantwortlich sind, werden verschiedene Antibiotika eingesetzt. Idealerweise wird dabei zunächst der auslösende Erreger bestimmt, um ein passendes Medikament einzusetzen. In den meisten Fällen beginnt die Behandlung intravenös (also als Infusion) und kann dann mithilfe von Tabletten zu Hause fortgesetzt werden. Dabei ist es wichtig, dass das Antibiotikum über den gesamten empfohlenen Zeitraum eingenommen wird, auch wenn die Beschwerden bereits abgeklungen sind.
Wenn die antibiotische Behandlung nicht anschlägt, sich ein Abszess im Knochen gebildet hat oder die Infektion bereits chronisch geworden ist, kann eine Operation notwendig werden. Bei dieser sogenannten Mastoidektomie wird der entzündete Teil des Knochens chirurgisch entfernt. Gleichzeitig wird ein dünner Schlauch (Drainage) gelegt, über den die Flüssigkeit aus dem Ohr ablaufen kann.
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Mögliche Komplikationen einer unbehandelten Mastoiditis
Eine unbehandelte oder schwer verlaufende Mastoiditis kann zu ernsthaften Komplikationen führen, da sich die Entzündung auf umliegende Gewebe und Strukturen ausbreiten kann. Dazu gehören:
- Abszessbildung: Verkapselte Eiteransammlungen können sich in den seitlichen Halsmuskeln, im Jochbogen oder im Schädelinneren bilden. Epiduralabszesse (auf der Hirnhaut) und Subduralabszesse (unter der Hirnhaut) sind besonders gefährlich.
- Meningitis: Großflächige Entzündung der Hirnhaut, die lebensbedrohlich sein kann.
- Labyrinthitis: Entzündung des Innenohrs, die zu Gleichgewichtsstörungen, Schwindel und Taubheit führen kann.
- Fazialisparese: Lähmung der Gesichtsmuskulatur durch Schädigung des Gesichtsnervs.
- Hörverlust: Beeinträchtigung des Hörvermögens bis hin zur vollständigen Taubheit.
- Sepsis (Blutvergiftung): Gelangen die Erreger mit dem Eiter in die Blutbahn, kann es zu einer lebensbedrohlichen Sepsis kommen.
Vorbeugung einer Mastoiditis
Am besten lässt sich die Entstehung einer Mastoiditis durch die konsequente Behandlung von Mittelohrentzündungen verhindern. Ist eine solche nach zwei Wochen nicht vollständig abgeklungen oder treten die Symptome plötzlich wieder auf, ist unbedingt ein Besuch bei einem Arzt angeraten.
Schwerhörigkeit: Ein Überblick
Schwerhörigkeit ist eine weit verbreitete Erkrankung, von der schätzungsweise 13,3 Millionen Deutsche betroffen sind. Der Begriff umfasst alle Verschlechterungen des Hörvermögens, von vorübergehenden Einschränkungen bis hin zur vollständigen Gehörlosigkeit.
Ursachen von Schwerhörigkeit
Es gibt verschiedene Ursachen für Schwerhörigkeit, darunter:
- Angeborene Schwerhörigkeit: Genetische Defekte können zu Hörverlust führen.
- Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis): Mit steigendem Alter zeigen sich Verschleißerscheinungen an den Haarzellen im Innenohr.
- Lärmschwerhörigkeit: Dauerhafte oder wiederholte Lärmbelastung kann das Gehör schädigen.
- Erkrankungen: Masern, Mumps, Röteln, Meningitis und andere Erkrankungen können Schwerhörigkeit verursachen.
- Ototoxische Medikamente: Bestimmte Medikamente können das Gehör schädigen.
Symptome von Schwerhörigkeit
Die Symptome von Schwerhörigkeit können vielfältig sein und reichen von Schwierigkeiten, Gesprächen zu folgen, bis hin zum Überhören von Umweltgeräuschen.
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- Schwierigkeiten, Unterhaltungen zu folgen, insbesondere in lauten Umgebungen.
- Gedämpfte Wahrnehmung von Sprache und anderen Geräuschen.
- Schwierigkeiten, hohe Töne zu hören (z.B. Vogelgezwitscher).
- Häufiges Bitten, Gesagtes zu wiederholen.
- Erhöhte Lautstärke beim Fernsehen oder Radiohören.
Diagnose von Schwerhörigkeit
Die Diagnose von Schwerhörigkeit erfolgt durch einen Hals-Nasen-Ohrenarzt (HNO-Arzt). Dieser führt verschiedene Tests durch, um das Hörvermögen zu beurteilen.
- Ohrmikroskopie: Untersuchung des Gehörgangs und des Mittelohrs.
- Stimmgabeluntersuchung: Überprüfung der Hörbarkeit von verschiedenen Frequenzen.
- Audiometrie: Messung der Hörschwelle für verschiedene Töne.
- Sprachtest: Überprüfung des Sprachverständnisses in verschiedenen Lautstärken und mit Hintergrundgeräuschen.
Behandlung von Schwerhörigkeit
Die Behandlung von Schwerhörigkeit richtet sich nach der Ursache und dem Ausmaß des Hörverlusts.
- Behandlung der Grunderkrankung: Bei Schwerhörigkeit, die durch eine Grunderkrankung verursacht wird, wird diese zunächst behandelt.
- Hörgeräte: Moderne Hörgeräte können an die individuellen Bedürfnisse des Patienten angepasst werden und das Hören verbessern.
- Cochlea-Implantate: Cochlea-Implantate sind Prothesen, die die Funktion der Ohrschnecke ersetzen und bei hochgradiger Schwerhörigkeit oder Taubheit eingesetzt werden können.
Tinnitus als Begleiterscheinung
Tinnitus, die Wahrnehmung von Geräuschen ohne externe Schallquelle, kann eine Begleiterscheinung von Schwerhörigkeit sein. Die Behandlung von Tinnitus umfasst verschiedene Ansätze, wie Counseling, psychotherapeutische Interventionen und hörverbessernde Maßnahmen.
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