Sklerose Knie Behandlung: Ursachen, Symptome und Therapieansätze

Die Behandlung der Sklerose im Kniebereich ist ein komplexes Thema, das ein tiefes Verständnis der verschiedenen Formen der Sklerose, ihrer Ursachen und der verfügbaren Therapieansätze erfordert. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Sklerose im Knie, wobei insbesondere die Gonarthrose (Kniearthrose) und ihre Behandlung im Fokus stehen.

Was ist Sklerose?

In der Medizin bezieht sich der Begriff Sklerose auf die Verhärtung von Gewebe. Diese Verhärtung kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden, darunter Entzündungen und Durchblutungsstörungen, die zu einer vermehrten Einlagerung von Kollagenfasern in das Gewebe führen. Infolge dieser Prozesse verlieren die betroffenen Strukturen ihre Elastizität. Sklerose tritt häufig als Symptom einer anderen Grunderkrankung auf und ist selten eine eigenständige Krankheit. Ein Beispiel hierfür ist die systemische Sklerose, eine Autoimmunerkrankung, bei der sich das Bindegewebe der Haut und inneren Organe krankhaft vermehrt und verhärtet (Fibrose).

Sklerose im Knie: Die Gonarthrose

Die Gonarthrose, auch bekannt als Kniearthrose, ist eine der häufigsten Formen der Arthrose. Sie entsteht durch den Verschleiß des Knorpels im Kniegelenk. Dieser Knorpel dient als Puffer zwischen den Knochen und ermöglicht ein reibungsloses Zusammenspiel der Gelenkflächen. Wenn der Knorpel abnimmt, kommt es zu knöchernen Veränderungen (Osteophyten und Osteosklerose) und Problemen im Bewegungsablauf.

Ursachen der Gonarthrose

Die Gonarthrose kann primär oder sekundär auftreten.

  • Primäre Gonarthrose: Sie entsteht durch den natürlichen Alterungsprozess und kann durch eine genetische Veranlagung beeinflusst werden.
  • Sekundäre Gonarthrose: Sie wird durch Unfälle, Fehlstellungen der Knochen oder Überlastung verursacht.

Gerade bei der Gonarthrose spielen mehrere Faktoren oft zusammen. Die Knie sind aufgrund der lebenslangen Belastung beim Gehen, Stehen und Knien einer starken Abnutzung unterworfen. Übergewicht, Bewegungsmangel oder Berufe, die die Knie stark beanspruchen, können den Verschleißprozess beschleunigen. Angeborene oder erworbene Fehlstellungen der Beine, wie X- oder O-Beine, können ebenfalls zur Entstehung einer Gonarthrose beitragen.

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Formen der Kniegelenksarthrose

Im Kniegelenk arbeiten drei Knochen zusammen: das Schienbein (Tibia), der Oberschenkelknochen (Femur) und die Kniescheibe (Patella). Die Verbindungen zwischen diesen Knochen werden als Kompartimente oder Gelenkabschnitte bezeichnet, die einzeln oder gemeinsam von Arthrose betroffen sein können.

  • Retropatellar-Arthrose (Femoropatellar-Arthrose): Die Arthrose entsteht hinter der Kniescheibe, wenn das Gelenk zwischen Oberschenkelknochen und Patella verschleißt.
  • Mediale Kniearthrose: Die Arthrose entsteht auf der Gelenkseite zur Körpermitte hin. In Verbindung mit X-Beinen spricht man von einer Valgus-Gonarthrose.
  • Laterale Kniearthrose: Die Arthrose entsteht auf der Außenseite des Knies. In Verbindung mit O-Beinen spricht man von einer Varus-Gonarthrose.
  • Uni- oder bikompartimentelle Kniearthrose: Die Arthrose betrifft einen oder zwei Gelenkabschnitte.
  • Trikompartimentelle Kniearthrose (Pangonarthrose): Die Arthrose betrifft alle drei Gelenkabschnitte.

Die Unterscheidung der betroffenen Gelenkabschnitte ist vor allem im Hinblick auf eine mögliche Operation wichtig.

Symptome und Beschwerden bei Kniegelenksarthrose

Das erste Anzeichen einer Gonarthrose ist oft, dass das Knie nach Bewegungspausen schmerzt und sich „warmlaufen“ muss. Im Verlauf der Erkrankung nehmen die Beschwerden zu. Typische Symptome sind:

  • Anlaufschmerzen nach Ruhephasen
  • Schmerzen nach längerer Belastung
  • Knackende oder knirschende Geräusche
  • Wetterfühligkeit
  • Schwellung, Erwärmung und Rötung des Knies
  • Verformung des Knies
  • Steifheit
  • Hinken (Schonhaltung)

Stadien der Kniegelenksarthrose

Die Entwicklung einer Arthrose ist ein fortlaufender Prozess, der sich über Jahre hinziehen kann. Die Stadien können nicht klar voneinander abgegrenzt werden, folgen aber im Wesentlichen den gleichen Abläufen:

  • Frühes Stadium: Der Knorpel ist punktuell beschädigt und verursacht gelegentliche Beschwerden bei besonderer Belastung.
  • Mittleres Stadium: Die Beschwerden treten stärker und häufiger auf. Der Knorpel ist teilweise verschwunden, und es kommt zu Veränderungen an den Knochen (Osteophyten, Sklerosierung). Der Gelenkspalt nimmt ab.
  • Spätes Stadium: Der Knorpel ist verschwunden, und Knochen reibt direkt auf Knochen. In diesem Stadium treten dauerhaft Beschwerden auf, und das Gelenk ist in der Regel häufig entzündet und stark in seiner Beweglichkeit eingeschränkt.

Ärztliche Untersuchung bei Gonarthrose

Zur Feststellung einer Arthrose im Kniegelenk stehen dem Arzt verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Der erste Schritt ist die Anamnese, also das Gespräch zwischen Arzt und Patient. Anhand der beschriebenen Symptome und unter Berücksichtigung von Vorerkrankungen, Unfällen oder anderen möglichen Auslösern kann der Arzt die Wahrscheinlichkeit einer Gonarthrose einschätzen und gegebenenfalls weitere Untersuchungen einleiten. Dazu gehören:

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  • Beurteilung von Gang- und Standbild
  • Abtasten des Gelenks (Palpation)
  • Test der Beweglichkeit des betroffenen Gelenks
  • Ultraschall-Untersuchung (Sonografie)
  • Untersuchung mittels Röntgenstrahlen
  • Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT)

Bei fortgeschrittener Arthrose im Knie kommt es häufiger zu einem Gelenkerguss, der im Rahmen der Untersuchung mittels einer Punktion abgelassen werden kann.

Behandlung der Gonarthrose

Die Behandlung der Gonarthrose zielt darauf ab, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die Beschwerden zu lindern. Es gibt verschiedene konservative und operative Behandlungsmöglichkeiten.

Konservative Behandlung

Die konservative Behandlung der Gonarthrose umfasst nicht-medikamentöse und medikamentöse Maßnahmen.

Nicht-medikamentöse Maßnahmen

  • Gewichtsreduktion: Übergewicht belastet die Kniegelenke zusätzlich und fördert den Knorpelverschleiß.
  • Bewegung: Körperliche Bewegung versorgt den Knorpel mit Nährstoffen und regt die Produktion von Gelenkflüssigkeit an. Geeignete Bewegungsarten sind beispielsweise Radfahren oder Aqua-Gymnastik.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Fisch, Nüssen und bestimmten Obstsorten kann sich positiv auf den Verlauf der Arthrose auswirken.
  • Krankengymnastik oder Physiotherapie: Gezielte Bewegungen des betroffenen Gelenks helfen bei der Versorgung des Knorpels mit Nährstoffen, wirken der Steifheit des Gelenks entgegen und vermeiden Schonhaltungen.
  • Orthopädische Maßnahmen: Fehlstellungen der Beine oder Füße können durch Orthesen oder speziell angefertigtes Schuhwerk ausgeglichen werden.
  • Kälte- und Wärmetherapie: Bei Entzündungen im Gelenk kann Kälte Linderung bringen, während bei Muskelverspannungen Wärme hilfreich ist.
  • Elektrotherapie: Schwache Ströme werden durch die betroffene Körperstelle geleitet, um die Durchblutung und Regeneration des Gewebes anzuregen.
  • Weitere Verfahren: Akupunktur, Laserbehandlungen, Stoßwellentherapie oder Blutegeltherapie können ebenfalls zum Einsatz kommen.

Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Therapie der Gonarthrose zielt meist auf eine Linderung der Schmerzen ab.

  • NSAR: Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Acetylsalicylsäure (ASS), Diclofenac oder Ibuprofen wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend. Sie können als Tabletten eingenommen, örtlich als Salben, Gel oder Cremes angewendet oder als Injektionen ins Knie verabreicht werden.
  • Injektionen: Neben NSAR können auch Kortison und Hyaluronsäure per Injektion direkt ins Knie verabreicht werden. Kortison wirkt ebenfalls schmerzlindernd und entzündungshemmend, während Hyaluronsäure das Gelenk „schmieren“ soll.
  • Enzymtherapie: Die Enzymtherapie mit Wobenzym kann Entzündungsreaktionen im Körper beschleunigen und den natürlichen Heilungsprozess unterstützen.

Operative Behandlung

Wenn alle konservativen Maßnahmen ausgeschöpft sind oder der Leidensdruck entsprechend hoch ist, kann eine Operation des von Arthrose betroffenen Kniegelenks in Betracht gezogen werden.

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Gelenkerhaltende Operationen

  • Umstellungsosteotomie: Bei Fehlstellungen der Beinachse kann eine Umstellungsosteotomie die unausgewogene Druckverteilung im Gelenk ausgleichen.
  • Gelenk-Arthroskopie: Bei diesem Eingriff können beispielsweise Knochenfragmente aus dem Gelenk gespült und raue Oberflächen geglättet werden (Lavage oder Debridement). Die Arthroskopie hat aber keinen langfristigen Effekt auf die Arthrose.
  • Knorpelzelltransplantation: Bei kleineren Knorpelschäden kann eine Knorpelzelltransplantation in Erwägung gezogen werden.

Prothesen

  • Teilprothesen (Schlittenprothesen): Sie ersetzen nur die Gelenkfläche und nutzen weiterhin den vorhandenen Bänderapparat.
  • Total-Endoprothese (TEP): Sie ersetzt die komplette Scharnierfunktion des Knies.

Die Wahl der geeigneten Prothese hängt vom Ausmaß der Knorpelschäden und dem Zustand der Bänder und Kapseln ab.

Subchondraler Knochen und Kniearthrose

In den letzten Jahren hat die Forschung zunehmend die Bedeutung des subchondralen Knochens für die Entstehung und Behandlung der Kniearthrose erkannt. Der subchondrale Knochen ist die Knochenschicht direkt unter dem Gelenkknorpel. Er spielt eine wichtige Rolle bei der mechanischen Unterstützung des Knorpels und der Versorgung des Knorpels mit Nährstoffen.

Veränderungen des subchondralen Knochens bei Arthrose

Bei Arthrose kommt es zu Veränderungen der trabekulären Knochenstruktur im subchondralen Knochen. Diese Veränderungen können bereits Monate bis Jahre vor den nachweisbaren Veränderungen der Gelenkknorpeldicke auftreten. Eine der am häufigsten beobachteten Veränderungen des subchondralen Knochens sind die subchondralen Knochenmarksläsionen (BML), auch bekannt als subchondrales Knochenödem. Diese Läsionen können auf eine Beeinträchtigung der Gesundheit des subchondralen Knochens hinweisen und entweder einen reversiblen oder einen irreversiblen Prozess darstellen.

Bedeutung des subchondralen Knochens für die Behandlung

Die Integrität des subchondralen Knochens spielt eine wichtige Rolle bei der Entscheidungsfindung für die Behandlung von Gelenkoberflächen. Bei Knorpelbehandlungen wie der Mikrofrakturierung wird der subchondrale Knochen direkt stimuliert, um die Knorpelheilung zu fördern. Allerdings kann diese iatrogene „Beschädigung“ des subchondralen Knochens auch negative Auswirkungen auf diese Struktur im Laufe der Zeit haben.

Auch bei anderen Knorpelbehandlungen wie der autologen Chondrozytenimplantation (ACI) und der matrixassoziierten autologen Chondrozytentransplantation (MACT) wurde über eine Persistenz der subchondralen Knochenveränderungen berichtet.

Vorbeugung von Kniearthrose

Arthrose ist eine Folge des Gelenkverschleißes, dem der Körper im Laufe der Jahre ganz natürlich unterliegt. Durch verschiedene Maßnahmen kann man jedoch dafür sorgen, dass der Verschleiß der Gelenke möglichst langsam voranschreitet und Knorpel und Knochen lange Zeit gesund bleiben.

Die wichtigsten Maßnahmen zur Gesunderhaltung von Knorpel und Knochen sind regelmäßige Bewegung und gesunde Ernährung.

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