SOS bei Migräne: Akute Hilfe und langfristige Strategien

Kopfschmerzen sind ein weit verbreitetes Leiden. Über 300 verschiedene Arten sind bekannt, die meisten davon sind vorübergehend und harmlos. Einige Kopfschmerzarten, wie Migräne oder Clusterkopfschmerz, können jedoch sehr belastend sein und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. In seltenen Fällen können Kopfschmerzen auch Symptome einer ernsthaften Erkrankung sein. Dieser Artikel bietet einen Überblick über Migräne, ihre Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten und gibt praktische Tipps zur Selbsthilfe.

Kopfschmerzarten: Ein Überblick

Mindestens 95 Prozent der rund 300 gelisteten Kopfschmerzarten sind sogenannte primäre Kopfschmerzen, also Migräne, Spannungskopfschmerz oder Clusterkopfschmerz. Die schlimmeren Varianten können zum Beispiel von einer akuten Hirnblutung oder Hirnhautentzündung herrühren.

Migräne: Eine neurologische Erkrankung

Die Migräne ist eine Erkrankung des Gehirns. Bei der Migräne kommt es zu einer Aktivierung schmerzverarbeitender Zentren und zur Ausschüttung schmerzvermittelnder Botenstoffe, die dazu führen, dass es an den Blutgefäßen der Hirnhäute zu einer Art Entzündungsreaktion kommt. Nicht selten tritt die Migräne familiär gehäuft auf.

Symptome der Migräne

Bei der Migräne treten attackenweise meist halbseitig pulsierende oder pochende Kopfschmerzen auf. Die heftigen Kopfschmerzen dauern in der Regel ein bis zwei Tage an, können von einer anfänglichen Übelkeit oder Erbrechen begleitet sein und verstärken sich bei körperlicher Aktivität. Häufig tritt eine Licht-, Geräusch-, Geruchs- oder Berührungsüberempfindlichkeit auf. Kreislaufbeschwerden wie Schwindelgefühl, „weiche Knie“, Zittern sowie Schwitzen oder Frieren sind möglich.

Sehstörungen (Flimmern, helle Flecken, „Sternchen“, farbige Zacken, Gesichtsfeldausfälle, „Röhrensehen“) oder flüchtige Beschwerden wie bei einem Schlaganfall (Gefühlsstörungen, Armschwäche und Sprachstörung) können dem Kopfschmerz als sogenannte „Aura“ vorausgehen und dauern in der Regel nur eine halbe Stunde.

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Auslöser von Migräne

Stress, aber auch Entspannung am Wochenende oder zu Urlaubsbeginn, Wetterwechsel, ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus, Nahrungsmittel (z.B. Milch- oder Schimmelkäse, gepökeltes Fleisch, Zitrusfrüchte) und Alkoholgenuss können Migräneattacken auslösen. Übermäßiger Genussmittelgebrauch (Nikotin, Koffein, Teein) sollte gemieden werden. Hormonelle Einflüsse auf die Migräne sind gegeben. Der Abfall der weiblichen Hormone, der zu der Monatsblutung führt, kann menstruationsassoziierte Migräneattacken auslösen. Während der Schwangerschaft nimmt in der Regel die Anzahl der Migräneattacken ab.

Medikamenteninduzierter Kopfschmerz

Auch hier beobachten wir, dass eine verstärkte Einnahme von Medikamenten zur Verschlimmerung der Situation führen kann. Bei Migräne ist es wichtig, dass man nicht nur den Kopfschmerz an sich therapiert, sondern auch die Patienten selbst den Umgang mit evtl.

Clusterkopfschmerz

Der Clusterkopfschmerz ist der stärkste Schmerz überhaupt, auch stärker als der weitverbreitete Migränekopfschmerz. Beim Clusterkopfschmerz handelt es sich um einen heftigen, meist stechenden Kopfschmerz, der in der Regel mit nächtlichen Attacken einseitig, mit Schmerzmaximum im und um das Auge sowie in der Stirn- und Schläfenregion auftritt. Diese Attacken können 15 Minuten bis drei Stunden anhalten. Lokale vegetative Begleiterscheinungen treten einzeln oder kombiniert auf: gerötete Bindehaut, tränendes Auge, verengte Pupille, gegebenenfalls mit verengter Lidspalte und in der Augenhöhle tiefer liegendem Augapfel, Lidschwellung, vermehrtes Schwitzen im Gesicht und um das Auge und eine laufende oder verstopfte Nase. In der Regel treten die Attacken als Cluster über einige Monate, meist im Frühjahr oder Herbst, bei dazwischen liegender Beschwerdefreiheit auf. Ein chronischer Clusterkopfschmerz ist möglich. In Einzelfällen kommt es sogar vor, dass betroffene Menschen sich das Leben nehmen wollen, weil sie den Schmerz als nicht mehr aushaltbar empfinden.

SOS-Tipps bei Migräne

Zunächst kann versucht werden den Migränekopfschmerz mit Allgemeinmaßnahmen zu lindern. Da kann es ausreichend sein, körperliche Arbeit zu unterbrechen, sich hinzulegen und sich mit Verdunkelung oder Abstellen des Radios eine Reizabschirmung zu verschaffen. Hilfreich kann eine selbst durchgeführte Akupressur mit Druck auf die Schläfen- und Nackenmuskulatur sein. Bewährt hat sich eine Kühlung der Stirn und/oder des Nackens z. B. mit einem „Coldpack“ aus dem Eisschrank oder durch Auftragen von Pfefferminzöl auf die Stirn und den Nacken beidseits, das durch Verdunstung ebenfalls kühlt. Atemtechnik (z. B. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, dann kann die Migräneattacke mit einem freiverkäuflichen Schmerzmittel oder einem speziellen Migränemedikament behandelt werden. Je früher das Medikament zu Beginn einer Migräneattacke eingenommen wird, umso wirksamer ist es. Werden Migränemittel zur akuten Attackenbehandlung häufiger als 10-mal im Monat eingenommen, kann paradoxerweise die Häufigkeit der Migräneattacken zunehmen und sich das Migräneleiden verschlimmern. Treten Migräneattacken mehrmals im Monat auf oder halten Attacken sehr lange an und reagieren nicht ausreichend auf die medikamentöse Akuttherapie, dann kann eine Behandlung mit vorbeugend wirksamen Medikamenten erfolgen.

Medikamentöse Behandlung

Neben Schmerzmitteln kommen bei der Therapie auch Medikamente zum Einsatz, die ursprünglich für völlig andere Anwendungsgebiete entwickelt wurden:

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  • Schmerzmittel wie Ibuprofen, Paracetamol, Naproxen, Acetylsalicylsäure, Diclofenac und Metamizol mildern den pulsierenden Kopfschmerz.
  • Bei starker Migräne lindern Triptane die Beschwerden. Triptane wirken auf die Blutgefäße im gesamten Körper ein. Deswegen besteht die Gefahr von Nebenwirkungen. Auch dürfen Triptane nicht zu häufig genommen werden, weil sie auf Dauer selbst Kopfschmerzen verursachen können.
  • CGRP-Injektionen, das auch als Migräne-Spritze bekannte CGRP-Antikörper-Präparat wirkt prophylaktisch, indem es bestimmte Botenstoffe im Gehirn hemmt. Die Häufigkeit der Migräneattacken kann dadurch gesenkt werden. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten der Spritze allerdings nur bei chronischer Migräne.
  • Antiemetika wirken der Übelkeit entgegen.
  • Betablocker, Antidepressiva und Antikonvulsiva werden teilweise vorbeugend bei schwerer Migräne verordnet.

Alternative Behandlungsmethoden

  • Akupunktur besitzt nur eine geringe Bedeutung in der Behandlung einer akuten Migräneattacke. Sie besitzt eine Wirksamkeit in der Vorsorgebehandlung der Migräne.
  • Eine sichere Wirksamkeit homöopathischer Behandlungsansätze der Migräne ist nicht gegeben.
  • Behandlungsversuche können mit der hochdosierten Einnahme von Vitamin B2 in Kombination mit Magnesium, Co-Enzym Q10 und Omega 3-Fettsäuren unternommen werden. Die Substanzen sind als diätetische Lebensmittel erhältlich.
  • Gegen den Spannungskopfschmerz und die Migräne hilft regelmäßiger, lockerer Ausdauersport an der frischen Luft, zum Beispiel abends. Das hat auch einen schlafanstoßenden Effekt. Ergänzend zum Sport kann auch ein geregelter Tagesablauf helfen. Man sollte immer zur gleichen Zeit aufstehen und zu Bett gehen, immer zur gleichen Zeit Mahlzeiten einnehmen und im Idealfall auf Fast Food, Cola und zu viel Kaffee verzichten.

Weitere SOS-Tipps

  • Kühlpacks: "Abkühlung - nicht Kälte! - wird oft als lindernd beschrieben. Ein Kühlpack (in ein Handtuch gewickelt) für einige Minuten auf Stirn, Schläfen oder in den Nacken legen. Warum das funktioniert? Die Kälte zieht die Gefäße zusammen; daraufhin wird eine Gegenreaktion ausgelöst, die die Gefäße weitet. Das erhöht den Blutfluss in diesem Bereich und lässt die Schmerzen bestenfalls verschwinden.“
  • Eiskaltes Wasser: Eiskaltes Wasser aus der Brause über den schmerzenden Kopf laufen lassen - auch das kann Linderung bringen.
  • China-Öl: "Das enthaltene ätherische Öl kann mildernd wirken. Pfefferminzöl zum Beispiel entspannt die Gesichtsmuskulatur und erfrischt. Tropfen Sie das Öl auf Ihre Schläfen (wenn Sie sicher sind, dass Sie nicht allergisch gegen einen Bestandteil reagieren) und massieren Sie es sanft ein.“
  • Frische Luft: "Ein Spaziergang oder andere Bewegung an der frischen Luft wirkt dem Kopfschmerz entgegen. Tiefes Atmen erfrischt und sorgt für ausreichend Sauerstoff im Körper. Generell sollten alle Patienten, die unter Spannungskopfschmerzen oder Migräne leiden, regelmäßig ein leichtes Training in Form von ‚Marschiergängen‘ an der frischen Luft und ein funktionelles Training machen. Übrigens gehört dies zu den vorbeugenden Maßnahmen, genauso wie Biofeedback, Progressive Muskelentspannung nach Jacobson und autogenes Training.“ Achtung: Das gilt nicht, wenn Sie eine akute Migräneattacke haben! Dann sollten Sie auf Ihren Körper hören und sich schonen.
  • Kopfmassage: Wer die Ursache seines Kopfschmerzes kennt, kann dort auch direkt ansetzen. Einigen Patienten kann es helfen, denn angesammelten Stress des Tages durch eine Kopfmassage abzubauen. Ist der Partner gerade nicht greifbar, kann auch eine sogenannte Spinne oder Kopfkralle helfen: Der Druck des Massagegeräts kann selbst bestimmt werden, zudem regt es die Blutzirkulation an und entspannt die Gesichtsmuskeln.
  • Rückzug: Sich bei Kopfschmerzen in ein stilles, abgedunkeltes Zimmer zurückzuziehen, kann die Schmerzen lindern, hilft aber primär Patienten mit Migräne.

Langfristige Strategien zur Migräneprävention

Migräne-Tagebuch

Ein Migräne-Tagebuch hilft dabei, Ihre persönlichen Triggerfaktoren besser kennenzulernen. Durch das regelmäßige Beobachten und Festhalten Ihrer Migräne-Verläufe erhalten Sie wichtige Erkenntnisse, um Migräne-Anfälle zu reduzieren. Wir raten Ihnen dazu Migräne-Trigger ausgewogen zu steuern, anstatt diese strikt zu vermeiden, denn sonst erzeugen Sie nur unnötigen Stress und damit womöglich die nächste Migräneattacke.

Ernährung bei Migräne

Die Ernährung bei Migräne ist ein komplexes Thema und kann Diäten, Fasten, Entgiftungen und Darmreinigungen umfassen. Generell ist es vorteilhaft, den Körper nicht allzu großen Schwankungen auszusetzen. Versuchen Sie deshalb Blutzuckerschwankungen zu minimieren, regelmäßige Tagesabläufe und Schlafzyklen einzuhalten und Suchtstoffe wie Koffein, Alkohol und Nikotin zu meiden. Ein Verzicht auf Fertigprodukte, Gluten und tierische Lebensmittel hat bei einigen Migräne-Leidenden zu Verbesserungen geführt. Die Auslöser für Migräne sind immer individuell. Ihr Körper reagiert anders auf bestimmte Nahrungsmittel oder Umweltreize als der einer anderen Person. Oft heißt es einfach auszuprobieren welche Inhaltsstoffe ihre Migräne-Beschwerden verstärken. Achten Sie auf jeden Fall auch immer darauf genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Entspannung und Bewegung

"Bemerkt man erste Anzeichen für Kopfschmerzen hilft häufig eine kurze Pause", weiß der Facharzt für Neurologie Charly Gaul, Generalsekretär der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft. Doch nicht nur ein Rückzug könne helfen. "Zusätzlich ist das Erlernen eines Entspannungsverfahrens, wie Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson oder Atementspannung gut wirksam." Auch körperliche Aktivitäten wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren seien häufig ein günstiger Ausgleich für Kopfschmerzpatienten. Lauftraining ist geeignet, um den Symptomen von Migräne vorzubeugen. Die erhöhte Sauerstoffversorgung regt Stoffwechselvorgänge und die Durchblutung an und hilft darüber hinaus bei der allgemeinen Entspannung. Entspannungsverfahren wie die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Autogenes Training oder auch Meditation können Ihnen dabei helfen, Migräneattacken vorzubeugen. Neben einer entspannenden Wirkung wird die Informationsverarbeitung während der Kopfschmerzphase heruntergefahren, was Schmerzen verringern kann.

Verhaltenstherapie

Durch die starken Schmerzen bei einer Migräneattacke leidet vor allem auch die Psyche. Allein die Angst vor der nächsten Schmerzepisode kann innerlichen Stress auslösen, der ein neuerliches Auftreten von Migräne wahrscheinlicher macht. Viele Migräne-Betroffene berichten von solchen Ängsten, depressiven Verstimmungen und einem Gefühl der Machtlosigkeit, wenn die Schmerzen erneut auftreten. Auch, wenn sie in diesem Sinne kein Hausmittel ist, können Sie mit einer kognitiven Verhaltenstherapie Techniken erlernen, die Ihnen in diesen Situationen helfen nicht in Panik zu verfallen und einen besseren Umgang mit den Schmerzen zu erlernen.

Nahrungsergänzungsmittel

Manche Menschen leiden mehrmals im Monat oder gar täglich unter Migränebeschwerden. Doch selbst wenn es ein Mittel gibt, das ihre starken Kopfschmerzen mildert: Eine zu häufige Einnahme wäre mit dem Risiko verbunden, an medikamenteninduzierten Kopfschmerz (MÜK) zu erkranken. Dies hätte die Folge, dass die Linderung versprechenden Arzneien wiederum selbst starke und mitunter chronische (morgendliche oder andauernde) Kopfschmerzen auslösen. Aus diesem Grund gilt die Regel, maximal an zehn Tagen im Monat Ibuprofen und Co. einzunehmen. Umso wichtiger wäre es für Betroffene, sanftere und dabei effektive Wege zu finden, die dem Auftreten von Migräne vorbeugen können. Nahrungsergänzungsmittel sind keine Arzneimittel und somit nicht dazu geeignet, Krankheiten zu heilen. Manche von ihnen können jedoch - begleitend zu einer ausgewogenen Ernährung - dazu beitragen, gesunde Körperfunktionen zu unterstützen. Doch auch wenn es sich „nur“ um verschiedene Mineralien oder Vitamine handelt: Es ist wichtig, zu betonen, dass eine Überdosierung mitunter gravierende gesundheitliche Problemen verursachen kann. Allgemein ist bereits bekannt, dass ein Elektrolyte-Mangel sich mit verschiedenen Beschwerden bemerkbar machen kann; darunter Kopfschmerzen. Einige Migräne-Patienten setzen daher als SOS-Maßnahme im Fall einer akuten Attacke auf die schnelle Zufuhr von z. B. Natrium, Kalium, Kalzium oder Magnesium. Dies kann im Einzelfall helfen.

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  • Omega-3-Fettsäuren: Schon länger wird der Einfluss von Omega-3-Fettsäuren auf Kopfschmerzen untersucht. In der Untersuchung mit 182 Migränepatientinnen stellten die verantwortlichen Forscher einen Zusammenhang zwischen einer erhöhten Omega-3-Zufuhr und selteneren sowie weniger intensiven Kopfschmerzen fest. In der Studie zeigte sich ein besonders deutlicher Effekt bei den Probandinnen, die gleichzeitig die Aufnahme von Omega-6-Fettsäuren reduzierten. Aus den verschiedenen Studien zur Migräneprävention ergibt sich eine Empfehlung von ein bis zwei Gramm Omega 3 pro Tag.
  • Melatonin: Melatonin, auch als „Schlafhormon“ bekannt, hat laut einer jüngeren Studie eine vorbeugende Wirkung auf Migränekopfschmerzen. Auch in anderen Studien zeigte die Einnahme von etwa drei Milligramm Melatonin eine vorbeugenden Wirkung gegenüber Migräne. Eine Menge von zehn Milligramm sollte nicht überschritten werden.
  • Magnesium, Vitamin B2 und Coenzym Q10: In einer deutschen Studie zeigte ein Kombinationspräparat aus hochdosiertem Magnesium, Vitamin B2 und Coenzym Q10 einen lindernden Effekt auf Migräne. Die Ergebnisse zeigten in der behandelten Gruppe eine deutliche Verringerung der Migränehäufigkeit und -schwere.
  • Vitamin D: Forscher gehen davon aus, dass der Vitamin-D-Spiegel die Häufigkeit und Dauer von Migräneattacken beeinflusst. Ein niedriger Spiegel wird mit einer höheren Anfälligkeit für Migräne in Verbindung gebracht. Doch bevor an Migräne Leidende dem Vorbild folgen und das Nahrungsergänzungsmittel in entsprechender Dosierung übernehmen, empfiehlt sich eine Überprüfung des Vitamin-D-Spiegels und gegebenenfalls eine Absprache mit einem Arzt.

Hausmittel

  • Pfefferminzöl: "Beim Kopfschmerz vom Spannungstyp hilft das Auftragen von Pfefferminzöl auf beide Schläfen", so der Experte. Tatsächlich konnte in mehreren Studien nachgewiesen werden, dass gerade Pfefferminzöl leichte bis mittelstarke Kopfschmerzen lindert und die Wirkung vergleichbar ist mit der Einnahme einer Schmerztablette. Empfohlen wird in den Studien die Verwendung einer 10-prozentigen Pfefferminzlösung, da reines Pfefferminzöl oder hochkonzentriertes Menthol zu Hautirritationen führen können.
  • Kälte: Wenn der Kopf brummt, kann auch der Einsatz von Eisbeuteln, Kühlpads oder sogenannten Eislollis Linderung verschaffen. Der Kältereiz dringt in die Haut ein und wirkt durchblutungsfördernd und schmerzlindernd.
  • Wärme: Ein dumpf drückender Schmerz im Kopf ist häufig Hinweise auf Spannungskopfschmerzen. In diesem Fall kann Wärme hilfreich wirken, so Gaul. Ein warmes Fußbad etwa kann regulierend auf die Blutgefäße im Kopf wirken. Ein Wärmekissen oder ein heißes Bad helfen dabei, die verspannte Muskulatur zu lockern, die meist Ursache für die Form der Kopfschmerzen ist.
  • Tee: Tee gegen Kopfschmerzen und andere Migräne-BeschwerdenWas hilft gegen Migräne und Kopfschmerzen? Viel trinken, also circa zwei Liter pro Tag, gilt nicht nur für Migräne-Patienten, sondern auch insgesamt als positiv, denn dadurch verbessert sich die Durchblutung im Gehirn. Dabei kommt Tee eine besondere Bedeutung zu. Die darin enthaltenden Heilpflanzen entfalten wohltuende Effekte. Geeignet als Tee gegen Kopfschmerzen sind: Gewürznelke, Ingwer, Kamillenblüten, Mutterkraut, Weidenrinde, Waldmeister, Mädesüß, Ginkgo.

Selbsthilfegruppen

Eine Selbsthilfegruppe versteht sich als Hilfe zur Selbsthilfe für den Umgang mit dem Migräneleiden. Die Betroffenen können durch den Zusammenschluss mit ihren Leidensgenossen ihre persönlichen Erfahrungen mit der Erkrankung austauschen. Viele Betroffene, aber auch die Angehörigen in einer Selbsthilfegruppe, schöpfen Kraft aus einem persönlichen Gespräch mit ebenfalls an Migräne leidenden Gruppenmitgliedern, die die eigenen Schmerzen, Ängste oder auch Bedürfnisse nachvollziehen können. In besonderen Veranstaltungen mit Vorträgen und durch eigene Magazine oder Internetforen der Selbsthilfegruppen wird der Betroffene über den aktuellen Erkenntnisstand der Migräne-Forschung und über neue Behandlungsmöglichkeiten informiert.

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