Die spinale Neurochirurgie befasst sich mit der operativen Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen der Wirbelsäule und des Rückenmarks. In Kaiserslautern und Umgebung stehen spezialisierte Neurochirurgen zur Verfügung, die ein breites Spektrum an modernen diagnostischen und therapeutischen Verfahren anbieten. Dieser Artikel beleuchtet die Expertise und Behandlungsmöglichkeiten im Bereich der spinalen Neurochirurgie in Kaiserslautern, insbesondere unter Berücksichtigung des Westpfalz-Klinikums und weiterer relevanter Einrichtungen.
Das Neurozentrum des Westpfalz-Klinikums Kaiserslautern
Das Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern ist ein wichtiger Anlaufpunkt für Patienten mit neurologischen und neurochirurgischen Erkrankungen. Das Neurozentrum des Klinikums bietet ein umfassendes Leistungsspektrum, einschließlich der spinalen Neurochirurgie.
Fachabteilungen und interdisziplinäre Zusammenarbeit
Das Westpfalz-Klinikum verfügt über eine Vielzahl von Fachabteilungen, die eng miteinander kooperieren, um eine umfassende Patientenversorgung zu gewährleisten. Zu den relevanten Abteilungen gehören:
- Klinik für Neurochirurgie
- Klinik für Neurologie
- Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie
- Klinik für Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin
- Klinik für Radiologie
- Klinik für Strahlentherapie
Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht eine ganzheitliche Betrachtung des Patienten und die Entwicklung individueller Therapiekonzepte. Die Neurochirurgen des Westpfalz-Klinikums arbeiten eng mit anderen Fachärzten zusammen, um die bestmögliche Versorgung zu gewährleisten. Dazu gehören beispielsweise Unfallchirurgen und Orthopäden bei Wirbelsäulenproblemen sowie Neurologen bei neurologischen Komplikationen.
Diagnostische Möglichkeiten
Für eine präzise Diagnosestellung stehen modernste bildgebende Verfahren zur Verfügung, darunter:
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- MRT (Magnetresonanztomographie): Die Klinik für Radiologie in Kaiserslautern verfügt über moderne 3-Tesla-MRT-Geräte, die eine detaillierte Darstellung von Wirbelsäule und Rückenmark ermöglichen. Dies ist besonders wichtig für die Diagnose von Gangstörungen bei spinalen Erkrankungen.
- Neuroradiologie: Die Neuroradiologie bietet spezielle diagnostische Verfahren zur Beurteilung von Erkrankungen des Nervensystems, einschließlich des Rückenmarks.
Neurochirurgische Operationsmöglichkeiten bei Gangstörungen
Gangstörungen können vielfältige Ursachen haben, einschließlich spinaler Erkrankungen. Priv.-Doz. Dr. med. Kajetan von Eckardstein, Chefarzt der Neurochirurgie, präsentiert die neuen neurochirurgischen Operationsmöglichkeiten bei Gangstörungen. Die Veranstaltung bietet die Möglichkeit, Rückfragen unter der angegebenen Telefonnummer zu stellen.
Behandlungsspektrum der spinalen Neurochirurgie
Die spinale Neurochirurgie umfasst ein breites Spektrum an Operationen an der Wirbelsäule und dem Rückenmark. Zu den häufigsten Eingriffen gehören:
- Dekompression von Nervenstrukturen: Bei Erkrankungen wie Bandscheibenvorfällen oder Spinalkanalstenosen (Verengung des Wirbelkanals) können Nervenwurzeln oder das Rückenmark eingeengt werden. Durch eine Operation können die einengenden Strukturen entfernt und die Nerven entlastet werden.
- Stabilisierungsoperationen: Bei Instabilität der Wirbelsäule, beispielsweise aufgrund von Verletzungen oder degenerativen Veränderungen, können Stabilisierungsoperationen erforderlich sein. Dabei werden Wirbelkörper miteinander verbunden, um die Stabilität der Wirbelsäule wiederherzustellen.
- Tumorchirurgie: Tumoren im Bereich der Wirbelsäule oder des Rückenmarks können zu neurologischen Ausfällen führen. Die operative Entfernung des Tumors ist oft die einzige Möglichkeit, die Symptome zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.
- Behandlung von Wirbelkörperfrakturen: Wirbelkörperfrakturen können durch Unfälle oder Osteoporose entstehen. Je nach Art und Schwere der Fraktur kann eine operative Stabilisierung erforderlich sein.
- Minimalinvasive Techniken: Viele Eingriffe an der Wirbelsäule können heutzutage minimalinvasiv durchgeführt werden. Dabei werden kleine Hautschnitte verwendet, um die Operation durchzuführen. Dies führt zu weniger Gewebeschäden, geringeren Schmerzen und einer schnelleren Erholung.
Universitätsklinikum des Saarlandes: Klinik für Neurochirurgie
Die Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums des Saarlandes bietet ein breites Spektrum an neurochirurgischen Behandlungen auf höchstem universitärem Niveau. Die Klinik verfügt über vier Operationssäle mit modernster technischer Ausstattung und ein erfahrenes Team aus Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten.
Schwerpunkte und Spezialambulanzen
Zu den Schwerpunkten der Klinik gehören:
- Endoskopisch-minimalinvasive Chirurgie
- Hirntumorchirurgie
- Schädelbasischirurgie
- Vaskuläre Chirurgie
- Wirbelsäulenchirurgie
- Behandlung des Hydrozephalus
- Funktionelle und stereotaktische Neurochirurgie mit Tiefer Hirnstimulation
- Behandlung von Kindern mit neurochirurgischen Erkrankungen
In der neurochirurgischen Hochschulambulanz mit verschiedenen Spezialambulanzen werden Patienten von ausgewiesenen Fachspezialisten ausführlich beraten und langfristig weiterbetreut.
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Modernste und minimalinvasive operative Therapie
Ein besonderes Merkmal der Klinik ist die Anwendung und Weiterentwicklung minimalinvasiver operativer Techniken. Bei diesen Methoden werden chirurgische Eingriffe mit möglichst kleinen Schnitten und Zugängen durchgeführt, um Gewebeschäden zu minimieren. Zur Umsetzung werden unter anderem Endoskopie, modernste Mikroskope und 3D-Neuronavigation eingesetzt.
Wissenschaftliche Expertise
Wissenschaftliche Forschung sowie das regelmäßige Ausrichten internationaler Kurse und Kongresse tragen zu einer ausgeprägten wissenschaftlichen Expertise bei, von der die Patientinnen und Patienten bei ihrer Behandlung und Betreuung direkt profitieren.
Mikrochirurgische Techniken und moderne Technologien
Moderne Technologien und mikrochirurgische Techniken spielen eine entscheidende Rolle in der spinalen Neurochirurgie. Sie ermöglichen präzisere Eingriffe, minimieren das Risiko von Komplikationen und fördern eine schnellere Genesung.
Mikrochirurgie
Bei der Mikrochirurgie wird ein Operationsmikroskop verwendet, um das Operationsfeld zu vergrößern und besser auszuleuchten. Dies ermöglicht dem Chirurgen, feinste Strukturen wie Nervenwurzeln und Blutgefäße zu erkennen und zu schonen.
Neuronavigation
Die Neuronavigation ist ein computergestütztes Verfahren, das dem Chirurgen hilft, sich im Operationsgebiet zu orientieren. Dabei werden präoperative Bilddaten (z.B. MRT oder CT) mit der Position des Instruments im Operationssaal in Echtzeit abgeglichen. Dies ermöglicht eine präzise Platzierung von Instrumenten und Implantaten.
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Intraoperatives Neuromonitoring
Das intraoperative Neuromonitoring dient dazu, die Funktion von Nerven während der Operation zu überwachen. Durch die Ableitung von Nervenimpulsen können potenzielle Schädigungen frühzeitig erkannt und vermieden werden.
Endoskopie
Bei der Endoskopie wird ein Endoskop (ein dünner Schlauch mit einer Kamera am Ende) verwendet, um das Operationsgebiet zu visualisieren. Dies ermöglicht minimalinvasive Eingriffe mit kleinen Hautschnitten.
3D-Röntgengerät
Mit einem 3D-Röntgengerät können während der Operation dreidimensionale Bilder der Wirbelsäule erstellt werden. Dies ermöglicht eine präzise Platzierung von Schrauben und Implantaten.
Rehabilitation und Nachsorge
Nach einer Operation an der Wirbelsäule ist eine umfassende Rehabilitation und Nachsorge wichtig, um den Behandlungserfolg zu sichern und dieFunktionsfähigkeit des Patienten wiederherzustellen. Die Rehabilitation kann je nach Art und Umfang des Eingriffs stationär oder ambulant erfolgen.
Ziele der Rehabilitation
Die Ziele der Rehabilitation sind:
- Schmerzlinderung
- Verbesserung der Beweglichkeit
- Stärkung der Muskulatur
- Wiederherstellung der Selbstständigkeit im Alltag
Maßnahmen der Rehabilitation
Zu den Maßnahmen der Rehabilitation gehören:
- Physiotherapie: Durch gezielte Übungen werden die Beweglichkeit und Kraft der Wirbelsäule verbessert.
- Ergotherapie: Die Ergotherapie hilft dem Patienten,Alltagsaktivitäten wieder selbstständig auszuführen.
- Schmerztherapie: Bei Bedarf werden schmerzlindernde Medikamente oder andere Verfahren eingesetzt, um die Schmerzen zu reduzieren.
- Psychologische Betreuung: Eine psychologische Betreuung kann helfen, mit den Folgen der Erkrankung oder Operation umzugehen.
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