Stechende Schmerzen hinter dem Auge: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Schmerzen hinter dem Auge sind ein Symptom, das viele Menschen betrifft und von leichtem Druck bis zu starken, stechenden Schmerzen reichen kann. Die Ursachen für diese Art von Schmerz sind vielfältig und können sowohl harmloser Natur als auch Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung sein. Es ist wichtig, die möglichen Auslöser zu kennen, um die richtigen Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden ergreifen zu können.

Mögliche Ursachen für Schmerzen hinter dem Auge

Es gibt zahlreiche Faktoren, die Schmerzen hinter dem Auge verursachen können. Hier eine Auswahl der häufigsten Ursachen:

Augenprobleme

  • Trockene Augen: Wenn die Augen nicht ausreichend mit Tränenflüssigkeit benetzt werden, kann dies zu Reizungen und Schmerzen führen. Ursachen für trockene Augen können trockene Raumluft, Klimaanlagen, langes Tragen von Kontaktlinsen, Hormonveränderungen oder bestimmte Erkrankungen sein.
  • Bindehautentzündung (Konjunktivitis): Eine Entzündung der Bindehaut, der Schleimhaut, die den Augapfel und die Innenseite der Augenlider überzieht, kann durch Bakterien, Viren oder Allergien verursacht werden. Typische Symptome sind gerötete, tränende und juckende Augen sowie ein Fremdkörpergefühl.
  • Hornhauterkrankungen: Verletzungen oder Entzündungen der Hornhaut können starke Schmerzen verursachen. Eine Hornhautabschürfung, beispielsweise durch einen Kratzer oder Fremdkörper, ist oft sehr schmerzhaft und führt zu Lichtempfindlichkeit. Eine Hornhautentzündung kann durch Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten verursacht werden, insbesondere bei Kontaktlinsenträgern.
  • Gerstenkorn oder Hagelkorn: Ein Gerstenkorn ist eine Entzündung einer Lidranddrüse, die sich als eitrige Kugel am Augenlid äußert und schmerzhaft sein kann. Ein Hagelkorn ist eine Entzündung einer Talgdrüse, die in der Regel weniger schmerzhaft ist. Beide können ein Fremdkörpergefühl im Auge verursachen.
  • Glaukom: Diese Augenerkrankung führt zu einer Schädigung des Sehnervs und kann unbehandelt zu Sehstörungen oder sogar zum Sehverlust führen. Ein akuter Glaukomanfall ist ein medizinischer Notfall, der sofort behandelt werden muss, um irreversible Schäden zu vermeiden. Symptome eines Glaukomanfalls sind starke Augen- und Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, gerötetes Auge, harter Augapfel, weite Pupille und Sehstörungen.
  • Überanstrengung der Augen: Langes und konzentriertes Lesen, Arbeiten am Bildschirm oder andere anstrengende Tätigkeiten können die Augen überlasten und zu Müdigkeit, Schweregefühl und Schmerzen führen. Nicht oder schlecht korrigierte Sehfehler können die Augen ebenfalls anstrengen.
  • Entzündung weiterer Anteile des Auges: Schmerzen bei Augenbewegungen können durch eine Entzündung der Augenmuskeln oder des Sehnervs verursacht sein. Auch die mittlere Augenhaut (Uveitis), die Lederhaut oder das Augeninnere können sich entzünden.

Kopfschmerzen

  • Spannungskopfschmerzen: Diese Art von Kopfschmerz äußert sich oft durch ein dumpfes oder pulsierendes Gefühl im Kopf, das sich auf beide Seiten ausbreiten kann. Verspannungen der Nackenmuskulatur können ebenfalls zu Schmerzen hinter dem Auge führen.
  • Migräne: Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die häufig mit starken, pochenden Kopfschmerzen einhergeht, die sich auf eine Seite des Kopfes und den Bereich hinter dem Auge konzentrieren können. Begleitende Symptome können Lichtempfindlichkeit, Übelkeit und Erbrechen sein.
  • Cluster-Kopfschmerz: Diese seltene, aber sehr schmerzhafte Kopfschmerzart verursacht heftige Schmerzen im Bereich des Auges oder der Schläfe. Begleitende Symptome können Augentränen, eine laufende Nase, ein hängendes Augenlid und Unruhe sein.

Weitere Ursachen

  • Sinus-Infektion (Nasennebenhöhlenentzündung): Eine Entzündung der Nasennebenhöhlen kann sich auf die Augenhöhlen ausbreiten und Schmerzen hinter dem Auge verursachen. Weitere Symptome können Nasenverstopfung, Fieber, Husten und Halsschmerzen sein.
  • Zähneknirschen: Eine sehr hartnäckiges Problem, was nicht selten in Deutschland vorkommt. Hauptursachen wie Stress aber auch immer wiederkehrende gleiche Haltungs- und Bewegungsmuster in den Kopfgelenken und der oberen Halswirbelsäule führen dazu, dass starke Irritationen des Schädels hervorgerufen werden. Spannungen innerhalb des Schädels sind aus osteopathischer Sicht einer der Hauptfaktoren.
  • Verspannungen der Nackenmuskulatur: Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich können Druck auf die Nerven im Nacken ausüben, der sich auf die Augen auswirken und Schmerzen hinter dem Auge verursachen kann.
  • Gürtelrose (Herpes Zoster): Diese Viruserkrankung kann am Kopf auftreten und das Auge erfassen. Typische Symptome sind Schmerzen, Kribbeln und Bläschen auf einer Stirnseite, am Augenlid und an der Nasenspitze.
  • Spezielle Schlaganfall-Form: Ein Riss in der Halsschlagader kann einseitige Kopf- oder Nackenschmerzen verursachen, die auf den Bereich eines Auges begrenzt sind.
  • Stress: Stress kann die Tränenproduktion verringern und zu trockenen Augen führen. Er kann auch Muskelverspannungen um das Auge herum verursachen, was ebenfalls zu Schmerzen und Beschwerden führen kann.
  • Allergien: Allergische Reaktionen können den normalen Abfluss von Tränenflüssigkeit blockieren und die Augen schwellen lassen. Sie können auch eine Entzündung der Bindehaut verursachen.
  • Erkrankungen der Nasennebenhöhlen: Eine Nasennebenhöhlenentzündung, zum Beispiel im Rahmen einer Erkältung, kann sich auf die Augenhöhlen ausbreiten. Augenprobleme oder Beschwerden wie Schmerzen im Gesicht, hohes Fieber oder Schwellungen um die Augen oder die Stirn, sollten umgehend ärztlich untersucht werden. Polypen oder Tumoren der Nasennebenhöhlen sind weitere mögliche Gründe für Schmerzen im Augenbereich.

Symptome von Schmerzen hinter dem Auge

Die Symptome von Schmerzen hinter dem Auge können je nach Ursache variieren. Einige häufige Symptome sind:

Diagnose von Schmerzen hinter dem Auge

Bei anhaltenden oder starken Schmerzen hinter dem Auge ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache abzuklären. Der Arzt wird zunächst eine Anamnese erheben, um die Art und den Verlauf der Beschwerden zu erfassen. Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei der insbesondere die Augen untersucht werden. Dabei werden unter anderem die Sehschärfe, das Gesichtsfeld, die Augenbeweglichkeit, die Weite und Funktion der Pupillen sowie der Augeninnendruck geprüft.

Je nach Verdacht können weitere Untersuchungen erforderlich sein, wie beispielsweise:

Lesen Sie auch: Behandlungsmöglichkeiten bei stechenden Schmerzen

  • Blutuntersuchung
  • Bildgebende Verfahren (Röntgen, CT, MRT) der Nasennebenhöhlen oder des Gehirns
  • Neurologische Untersuchung

Behandlung von Schmerzen hinter dem Auge

Die Behandlung von Schmerzen hinter dem Auge richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Einige allgemeine Maßnahmen, die zur Linderung der Beschwerden beitragen können, sind:

  • Schmerzmittel: Bei leichten bis mittelschweren Schmerzen können rezeptfreie Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol helfen.
  • Entspannungstechniken: Stress kann ein Auslöser für Kopfschmerzen und Augenbeschwerden sein. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder progressive Muskelentspannung können helfen, Stress abzubauen.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Dehydration kann zu trockenen Augen führen. Es ist wichtig, ausreichend Wasser zu trinken, um den Körper hydriert zu halten.
  • Warme oder kalte Kompressen: Warme Kompressen können bei Muskelverspannungen helfen, während kalte Kompressen bei Entzündungen lindernd wirken können.
  • Augenmassage: Eine sanfte Massage der Augenpartie kann die Durchblutung fördern und Verspannungen lösen.
  • Koffeinhaltige Getränke und Zigaretten vermeiden: Koffein und Nikotin können Kopfschmerzen und Augenbeschwerden verstärken.
  • Blutdruck in einem normalen Bereich halten: Hoher Blutdruck kann zu Kopfschmerzen und Augenproblemen führen.
  • Sonne oder zu starke Lichtquellen meiden: Helles Licht kann Migräneattacken auslösen und die Augen reizen.
  • Stressabbau: Stress kann eine Vielzahl unterschiedlicher Symptome verursachen, darunter auch Schmerzen hinter dem Auge. Es wird angenommen, dass Stress die Tränenproduktion verringert und dazu führt, dass die Augen trockener werden. Trockene Augen können zu Schmerzen und Beschwerden hinter dem Auge führen, da die sensiblen Augenstrukturen die Trockenheit spüren. Stress kann auch dazu führen, dass sich Muskeln um das Auge herum verkrampfen, was ebenfalls zu Schmerzen und Beschwerden hinter dem Auge führen kann.
  • Bildschirmarbeit: Menschen, die lange Stunden vor Computern oder anderen Bildschirmen verbringen, haben ein erhöhtes Risiko für Augenbelastung und damit verbundene Schmerzen hinter den Augen. Stelle deshalb sicher, dass dein Computerbildschirm auf Augenhöhe positioniert ist und dass du die richtigen Bildschirmhelligkeit und -kontrasteinstellungen verwendest. Wenn du Computerarbeit machst oder viel Zeit vor Bildschirmen verbringst, achte darauf, ausreichend zu blinzeln und Pausen einzulegen, um deine Augen zu entlasten.

Zusätzlich zu diesen allgemeinen Maßnahmen kann der Arzt spezifische Behandlungen für die zugrunde liegende Ursache der Schmerzen hinter dem Auge verordnen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Antibiotika: Bei bakteriellen Infektionen der Augen oder Nasennebenhöhlen.
  • Antiallergika: Bei allergisch bedingten Beschwerden.
  • Tränenersatzmittel: Bei trockenen Augen.
  • Migränemedikamente: Bei Migräne.
  • Sauerstofftherapie: Bei Cluster-Kopfschmerzen.
  • Verapamil: am häufigsten aber der Wirkstoff Verapamil.
  • Operation: In seltenen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, beispielsweise bei einem Glaukomanfall oder bei Tumoren der Nasennebenhöhlen.

Vorbeugung von Schmerzen hinter dem Auge

Einige Maßnahmen können helfen, Schmerzen hinter dem Auge vorzubeugen:

  • Regelmäßige Augenuntersuchungen: Regelmäßige Augenuntersuchungen können dazu beitragen, Probleme frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
  • Gesunde Lebensweise: Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und regelmäßige körperliche Aktivität können die allgemeine Gesundheit verbessern und das Risiko von Kopfschmerzen und Augenbeschwerden reduzieren.
  • Stressmanagement: Stress kann ein Auslöser für Kopfschmerzen und Augenbeschwerden sein. Es ist wichtig, Stress abzubauen und Entspannungstechniken zu erlernen.
  • Ergonomischer Arbeitsplatz: Ein ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz kann die Augen entlasten und Überanstrengung vorbeugen.
  • Schutz der Augen vor UV-Strahlung: Tragen Sie eine Sonnenbrille mit UV-Schutz, um Ihre Augen vor schädlicher UV-Strahlung zu schützen.
  • Ausreichend Blinzeln: Wer viel und konzentriert am Computer arbeitet oder lange aufs Smartphone starrt, neigt womöglich dazu, das Blinzeln zu vergessen. Der Lidschlag verteilt den Tränenfilm auf dem Auge und schützt gegen Austrocknen.
  • Pausen achten: Oft wird die 20-20-20-Regel empfohlen: Alle 20 Minuten für 20 Sekunden ein Objekt in 20 Fuß Entfernung betrachten. Das sind ungefähr sechs Meter. So stellen sich die Augen zwischendurch auf die Ferne ein, was Überlastungen vorbeugen soll. Und man wird an nötige Pausen und damit auch an das regelmäßige Blinzeln erinnert. Allerdings handelt es sich bei dieser Regel nur um eine grobe Faustregel. Eine exakte wissenschaftliche Grundlage haben diese Zahlen nicht.

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