Nervenschmerzen, Wechseljahre und Rückenschmerzen: Ursachen und Lösungsansätze

Die Wechseljahre sind eine natürliche Übergangsphase im Leben einer Frau, die mit zahlreichen körperlichen und emotionalen Veränderungen einhergeht. Neben bekannten Symptomen wie Hitzewallungen und Schlafstörungen können auch Nervenschmerzen und Rückenschmerzen auftreten. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen dieser Beschwerden und bietet Lösungsansätze, um die Lebensqualität in dieser Phase zu verbessern.

Einführung in die Wechseljahre

Die Wechseljahre, auch Klimakterium genannt, markieren den Übergang von der fruchtbaren Phase einer Frau zu einem Lebensabschnitt, in dem keine Schwangerschaft mehr möglich ist. Dieser Prozess beginnt meist Mitte 40 und kann sich über mehrere Jahre erstrecken. Die hormonellen Veränderungen, insbesondere der sinkende Östrogenspiegel, sind die Hauptursache für die vielfältigen Symptome, die während dieser Zeit auftreten können.

Ursachen von Nervenschmerzen in den Wechseljahren

Nervenschmerzen, auch Neuralgien genannt, können in den Wechseljahren durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:

  • Hormonelle Veränderungen: Der sinkende Östrogenspiegel kann die Durchblutung von Muskeln und Nerven beeinträchtigen. Dies kann zu einer erhöhten Empfindlichkeit und Schmerzen führen.
  • Periphere Neuropathie: Der Östrogenmangel kann die Wahrscheinlichkeit für eine nervenbedingte Empfindungsstörung (periphere Neuropathie) erhöhen.
  • Vitaminmangel: Ein Mangel an bestimmten Vitaminen, insbesondere Vitamin D, kann ebenfalls Nervenschmerzen verursachen oder verstärken.
  • Weitere Ursachen: Auch andere Faktoren wie Stoffwechselerkrankungen, Autoimmunerkrankungen oder Infektionen können Nervenschmerzen auslösen.

Rückenschmerzen in den Wechseljahren: Ursachen und Zusammenhänge

Rückenschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem, das Frauen in den Wechseljahren besonders häufig betrifft. Mehr als 60 Prozent der Frauen in Deutschland leiden regelmäßig unter Rückenschmerzen. Es gibt verschiedene Ursachen, die zu Rückenschmerzen in dieser Lebensphase beitragen können:

Anatomische Unterschiede

Der weibliche Körper weist einige anatomische Besonderheiten auf, die Frauen anfälliger für Rückenschmerzen machen:

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  • Kleinerer Brustkorb und größerer Bauchanteil: Dies führt zu einer längeren Lendenregion, was die Lendenwirbel stärker beansprucht.
  • Weibliches Becken: Das weibliche Becken ist beweglicher als das männliche, was die Stabilität der Wirbelsäule beeinträchtigen kann.
  • Großer Busen: Das Gewicht großer Brüste kann die Brustmuskulatur überlasten und zu Fehlhaltungen führen, die die Wirbelsäule zusätzlich belasten.

Hormonelle Veränderungen

Die hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren spielen eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Rückenschmerzen:

  • Sinkender Östrogenspiegel: Östrogen spielt eine wichtige Rolle bei der Erhaltung von Muskelmasse und -kraft. Der sinkende Östrogenspiegel in den Wechseljahren kann zu Muskelabbau führen, was die Stabilität der Wirbelsäule beeinträchtigt.
  • Osteoporose: Der Östrogenmangel erhöht das Risiko für Osteoporose, den Abbau der Knochenmasse. Dies kann zu Wirbelbrüchen führen, die als Hexenschuss oder Ischiasschmerzen missdeutet werden können.

Weitere Faktoren

Neben anatomischen und hormonellen Ursachen gibt es weitere Faktoren, die Rückenschmerzen in den Wechseljahren begünstigen können:

  • Zunehmende Inaktivität: Viele Frauen neigen dazu, in den Wechseljahren weniger aktiv zu sein, was zu Muskelabbau und einer Verschlechterung der Körperhaltung führen kann.
  • Veränderungen des Stoffwechsels: Der Stoffwechsel verlangsamt sich häufig im Laufe der Jahre, was sich auf die Gesundheit der Muskeln auswirken kann.
  • Stress und psychische Belastung: Hohe Arbeitsbelastung, familiäre Verpflichtungen und soziokulturelle Anforderungen können zu Stress und Verspannungen der Muskulatur führen.
  • Berufliche Überlastung: Körperlich anstrengende Tätigkeiten oder langes Sitzen im Büro können ebenfalls Rückenschmerzen verursachen.

Spezifische Schmerzregionen

Die Lokalisation der Rückenschmerzen kann Hinweise auf die möglichen Ursachen geben:

  • Nackenschmerzen und Probleme im oberen Rücken: Diese treten häufig bei Frauen in den Wechseljahren aufgrund des Östrogenmangels auf, der die Durchblutung von Muskeln und Gelenken beeinträchtigt.
  • Schmerzen im mittleren Rückenbereich: Diese können durch Bandscheibenvorfälle, falsche Schlafhaltung oder andere Faktoren ausgelöst werden.
  • Schmerzen im unteren Rücken (Kreuzschmerzen): Diese sind oft unspezifisch und können durch Muskelverspannungen, Fehlhaltungen oder andere Ursachen verursacht werden.

Diagnose von Rückenschmerzen

Um die genaue Ursache von Rückenschmerzen herauszufinden, ist eine gründliche Diagnostik erforderlich:

  • Anamnese: Die Ärztin oder der Arzt führt ein ausführliches Gespräch mit der Patientin, um Informationen über die Symptome, den Verlauf der Schmerzen, mögliche Auslöser und begleitende Beschwerden zu erhalten.
  • Körperliche Untersuchung mit Funktionstests: Die Patientin wird einer gründlichen körperlichen Untersuchung unterzogen, bei der der Arzt nach Druck- und Bewegungsschmerzpunkten sucht.
  • Bildgebende Verfahren: Zur weiteren Abklärung können bildgebende Verfahren wie Röntgen, Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (MRT) eingesetzt werden.

Lösungsansätze und Behandlungsmöglichkeiten

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Nervenschmerzen und Rückenschmerzen in den Wechseljahren zu behandeln und die Lebensqualität zu verbessern:

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Konservative Maßnahmen

  • Schmerzmedikamente: Schmerzmittel können helfen, die Schmerzen zu lindern.
  • Krankengymnastik und Muskeltraining: Gezielte Übungen können die Muskulatur stärken und die Stabilität der Wirbelsäule verbessern.
  • Wärmeanwendungen: Wärmeanwendungen wie Fango, Wärmflasche oder Kirschkernkissen können die Durchblutung der Muskulatur fördern und Verspannungen lösen.
  • Bewegung: Moderate Bewegung wie Spaziergänge, Schwimmen oder Radfahren stärkt die Rückenmuskulatur, schmiert die Gelenke und massiert die Bandscheiben.
  • Stressabbau: Stress kann zu Verspannungen im Rücken führen. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Atemübungen können helfen, Stress abzubauen.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Kalzium, Vitamin D und Proteinen kann die Knochen- und Muskelgesundheit unterstützen. Eiweißreiche Nahrungsmittel wie Hülsenfrüchte und Nüsse sind besonders empfehlenswert.
  • Gewichtsmanagement: Übergewicht belastet den Stütz- und Bewegungsapparat. Eine fettreduzierte Ernährung kann helfen, das Gewicht zu reduzieren.
  • Geeignete Schuhe: Schuhe mit ausreichender Unterstützung und Dämpfung können die Belastung für den Rücken reduzieren.
  • Nicht rauchen: Rauchen beeinträchtigt die Durchblutung und die Sauerstoffversorgung des Gewebes, also auch der Rückenmuskulatur.

Hormontherapie

Eine Hormonersatztherapie (HRT) kann bei starken Beschwerden in Erwägung gezogen werden. Östrogen fördert den Knochenaufbau und schützt das Gefäßsystem. Die HRT kann auch Nervenschmerzen und Rückenschmerzen verbessern, die durch den Östrogenmangel verursacht werden. Es ist wichtig, die möglichen Risiken und Vorteile einer HRT mit einem Arzt zu besprechen.

Pflanzliche Mittel

Pflanzliche Präparate mit Traubensilberkerze (Cimicifuga), Salbei, Rotklee, Granatapfelextrakt, sibirischer Rhabarberwurzel oder Phytoöstrogenen (z.B. Soja-Isoflavone) können bei manchen Frauen leichte Beschwerden lindern.

Chirurgische Eingriffe

In fortgeschrittenen Fällen kann ein chirurgischer Eingriff in Erwägung gezogen werden, insbesondere bei Ursachen wie Bandscheibenvorfall, Wirbelgleiten oder Spinalkanalstenose.

Spezielle Tipps für Frauen mit Rückenschmerzen

  • Auf den richtigen BH achten: Ein gutsitzender BH, gerade bei Frauen mit großen Brüsten, kann dazu beitragen, Schmerzen im oberen und unteren Rücken zu verringern oder zu verhindern.
  • Regelmäßige Bewegung: Frauen, die aufgrund ihres Körperbaus (wie beispielsweise durch große Oberweite) anfälliger für Rückenschmerzen sind, sollten ihre Muskulatur gezielt stärken.

Weitere Symptome der Wechseljahre

Neben Nervenschmerzen und Rückenschmerzen können in den Wechseljahren noch weitere Symptome auftreten:

  • Hitzewallungen: Plötzliche, intensive Wärmegefühle, die meist im Oberkörper beginnen und sich auf Gesicht und Hals ausbreiten können.
  • Nachtschweiß: Hitzewallungen, die nachts auftreten und zu Schweißausbrüchen führen.
  • Schlafstörungen: Schwierigkeiten beim Ein- und Durchschlafen.
  • Stimmungsschwankungen: Reizbarkeit, Nervosität, Angstzustände oder Depressionen.
  • Trockene Scheide: Der Östrogenmangel führt dazu, dass die Schleimhäute im Genitalbereich dünner und trockener werden.
  • Gewichtszunahme: Viele Frauen nehmen während der Wechseljahre kontinuierlich zu.
  • Blasenschwäche: Ein Mangel an Östrogenen kann eine Reizblase in den Wechseljahren auslösen.
  • Müdigkeit: Chronische Erschöpfung und fehlende Energie.
  • Schwindel: Hormonelle Schwankungen können Schwindel verursachen.
  • Juckreiz: Juckreiz im Genitalbereich aufgrund von Feuchtigkeitsmangel.
  • Herzrasen: Starkes Herzklopfen, oft in Verbindung mit Hitzewallungen.
  • Konzentrationsprobleme: Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren und sich Dinge zu merken.
  • Veränderungen im vaginalen Ausfluss: Veränderungen in Farbe, Beschaffenheit, Menge oder Geruch des Scheidensekrets.
  • Brustschmerzen oder Brustspannen: Diese können durch eine Hormonersatztherapie oder ein Missverhältnis von Östrogenen zu Progesteron verursacht werden.
  • Brennende Füße: Der sinkende Spiegel an Sexualhormonen kann die Wahrscheinlichkeit für eine nervenbedingte Empfindungsstörung (periphere Neuropathie) erhöhen.
  • Übelkeit: Manche Frauen klagen in den Wechseljahren über Übelkeit, ähnlich wie in der Schwangerschaft.

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