Eingeklemmter Nerv in der Brustwirbelsäule (BWS): Symptome, Ursachen und Behandlung von Durchblutungsstörungen

Ein eingeklemmter Nerv im Bereich der Brustwirbelsäule (BWS) kann eine Vielzahl von Beschwerden verursachen, die von lokalen Schmerzen bis hin zu neurologischen Ausfällen reichen. Oftmals wird der Begriff "eingeklemmter Nerv" umgangssprachlich für plötzliche Schmerzen verwendet, die sich anfühlen, als wäre tatsächlich ein Nerv eingeklemmt. Medizinisch gesehen handelt es sich jedoch meist um Druckschäden an Nerven, die durch Muskeln, Sehnen oder andere Gewebe verursacht werden. Dieser Artikel beleuchtet die Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten eines eingeklemmten Nervs in der BWS und geht auch auf das verwandte BWS-Syndrom und die Unterscheidung zu anderen Erkrankungen ein.

Einführung in das BWS-Syndrom

Das BWS-Syndrom ist ein Sammelbegriff für Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule. Es handelt sich dabei nicht um eine spezifische Krankheit, sondern um verschiedene Beschwerden, die im mittleren Rücken auftreten können. Menschen mit einem Brustwirbelsäulensyndrom, kurz BWS-Syndrom, haben mit einer Reihe von Beschwerden zu kämpfen, die im Bereich der Brustwirbelsäule auftreten. Typische Symptome sind ziehende Schmerzen im Brustkorb und Beeinträchtigungen beim Atmen, besonders bei tiefen Atemzügen. Häufig führt ein BWS-Syndrom auch zu schmerzvollem Ziehen, welches entlang der Rippen ausstrahlt, da Brustwirbel und Rippen über Gelenke miteinander verbunden sind. Auch Muskelverspannungen im Rücken- und Schulterbereich sind Begleiterscheinungen, bisweilen treten sogar Taubheitsgefühle in Armen und Händen auf. Manche Patienten klagen über eingeschränkte Beweglichkeit und Steifheit im Brustwirbelsäulenbereich und wieder andere über Übelkeit - und die Schmerzen bei einer Brustwirbelblockade fühlen sich für einige an, also ob sie kurz vor einem Herzinfarkt stehen. Wobei wirbelsäulenbedingte Leiden meist in Ruhe auftreten. Unbehagen am Herz zeigen sich dagegen größtenteils bei körperlicher Arbeit, Stress oder Ärger.

Symptome eines eingeklemmten Nervs in der BWS

Ein eingeklemmter Nerv kann sich auf unterschiedliche Weise äußern. Die Symptome hängen von der Lokalisation des Nervs und dem Ausmaß der Kompression ab. Typische Anzeichen sind:

  • Schmerzen: Das Spektrum reicht von einem dumpfen, langsam zunehmenden Druckgefühl bis hin zu plötzlich einschießenden, brennenden oder stechenden Schmerzen. Schmerzen bei bestimmten Bewegungen: Zunahme der Schmerzen bei bestimmten Bewegungen oder Haltungen, z.B.
  • Empfindungsstörungen (Parästhesien): Kribbeln, Taubheitsgefühle oder das bekannte "Einschlafen" von Gliedmaßen sind typische Anzeichen.
  • Funktionsausfälle: Bleibt ein Nerv über längere Zeit unter Druck, kann die Signalübertragung zur Muskulatur gestört sein. Die Folge: Muskelschwäche oder vorübergehende Lähmungserscheinungen oder Muskelschwäche, die sich meist wieder zurückbilden, sobald sich der Nerv erholt.
  • Typische Anzeichen sind Schmerzen, Kribbeln, Taubheit oder Schwäche - meist in Rücken, Arm oder Bein.
  • Sind besonders empfindliche Nerven - beispielsweise im Bereich der Halswirbelsäule - eingeklemmt, können durch die gestörte Signalübertragung zum Gehirn zusätzliche Symptome wie Schwindel oder Erbrechen auftreten.
  • Schmerzen an Brustkorb und Rippen, Atemprobleme und Magenschmerzen sind Symptome für das BWS-Syndrom. Das ziehende Gefühl zwischen die Schulterblätter kann sich über den Rippenbogen bis nach vorn ziehen und sogar bis in den Bauchraum gehen. Blockaden der Brustwirbelsäule schränken die Beweglichkeit ein und erschweren die Atmung.

Ursachen eines eingeklemmten Nervs in der BWS

Ein eingeklemmter Nerv entsteht, wenn Druck auf den Nerv ausgeübt wird. Dadurch kann er nicht mehr richtig funktionieren, was zu schmerzhaften oder unangenehmen Symptomen führen kann. Häufige Ursachen sind:

  • Verspannungen: Muskelverspannungen im Rücken- und Schulterbereich können Nerven einquetschen. Eine permanent schlechte Körperhaltung, die durch falsche Sitzpositionen entsteht oder durch eine dauernd sitzende Tätigkeit, die zu Verspannungen und sogar Fehlstellungen der Brustwirbelsäule führen. Auch eine einseitige Belastung der Rückenmuskulatur und psychischer Stress können zu Muskelverspannungen im Rückenbereich beitragen und somit indirekt Blockaden der Brustwirbelsäule begünstigen.
  • Degenerative Veränderungen: Verschleißerscheinungen wie Bandscheibenvorfälle, Arthrose oder Osteochondrose können den Raum für die Nerven einengen. Degenerative Veränderungen sind durch Abnutzung hervorgerufene Verschleißerscheinungen, wie zum Beispiel Schäden an den Bandscheiben. Zu ihnen gehören die Bandscheibenwölbung und der Bandscheibenvorfall.
  • Fehlhaltungen: Eine dauerhaft falsche Körperhaltung, insbesondere bei sitzenden Tätigkeiten, kann zu einer Überlastung der Muskulatur und somit zu Nervenkompressionen führen.
  • Verletzungen: Stürze, Unfälle oder Überlastungen können zu Verletzungen der Wirbelsäule und somit zu einem eingeklemmten Nerv führen.
  • Bewegungsmangel: Bewegungsmangel, aber auch plötzliche ruckartige oder ungewohnte Bewegungen sind die Vorläufer eines Brustwirbelsyndroms. Dies ist häufig der Fall, wenn Muskeln nicht richtig aufgewärmt wurden.
  • Weitere Ursachen: Ebenfalls können generalisierte Skeletterkrankungen, wie zum Beispiel Osteoporose oder Osteomalazie, auslösende Krankheiten für das BWS-Syndrom sein. Hierbei führen der mit den Erkrankungen einhergehende Knochenschwund bzw. Weitere Ursachen für das BWS-Syndrom können verschiedene Arten von Fehlstellungen der Wirbelsäule sein. Es besteht die Möglichkeit, dass durch viele verschiedene entzündliche Krankheiten Beschwerden im Bereich der Brustwirbelsäule entstehen und damit zum BWS-Syndrom führen. Natürlich können auch Verletzungen bzw. Frakturen der Brustwirbelsäule, zum Beispiel durch unglückliche Stürze, zu entsprechenden Beschwerden führen. Ebenfalls kann eine HWS-Distorsion, umgangssprachlich als Schleudertrauma bezeichnet, mitverantwortlich sein.

Diagnose eines eingeklemmten Nervs in der BWS

Zunächst erfolgt eine gründliche Anamnese und körperliche Untersuchung durch einen Neurologen oder Orthopäden. Zunächst versucht der Arzt oder die Ärztin die Ursachen mit Fragen und einer körperlichen Untersuchung herauszufinden. Eine wichtige Methode ist auch zu messen, wie leitfähig der betroffene Nerv ist. Provokationstests wie das Hoffmann-Tinel-Zeichen oder der Phalen-Test helfen dabei, einen eingeklemmten Nerv zu diagnostizieren.6 Durch gezielte Bewegungen oder leichten Druck auf den betroffenen Bereich können typische Symptome wie Schmerzen, Kribbeln oder Taubheitsgefühle ausgelöst oder verstärkt werden. Um die genaue Ursache und den Schweregrad der Nervenkompression festzustellen, können bildgebende Verfahren wie Röntgen, MRT oder CT eingesetzt werden. Mit einem modernen 3-D-Scanner nehmen wir Ihren Rücken auf, um haltungsbedingte Störungen objektiv und mit maximaler Messgenauigkeit beurteilen zu können. So finden wir die Schmerzursache schnell heraus und können die Therapien noch besser an Ihre Anatomie anpassen!

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Differenzialdiagnose: Abgrenzung zu anderen Erkrankungen

Es ist wichtig, einen eingeklemmten Nerv von anderen Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen abzugrenzen. Dazu gehören:

  • Herzinfarkt: Brustschmerzen, Atemnot und Übelkeit können auch Symptome eines Herzinfarkts sein. Brustschmerzen, Atemnot und Übelkeit - das können auch Symptome eines Herzinfarkts oder bei Brustenge sein. Schmerzen bei körperlicher Aktivität, Ärger, Stress oder durch Kälte sind eher auf das Herz zurückzuführen, betont die Deutsche Herzstiftung. Der Körper schüttet in diesen Situationen Stresshormone und andere Botenstoffe aus, die die Herzkranzgefäße verengen. Wichtig: Bei diesen Erkrankungen ist - ebenso wie beim Herzinfarkt - Eile geboten.
  • Angina pectoris: Diese Erkrankung kann ebenfalls Brustschmerzen auslösen, die jedoch meist unter Belastung auftreten.
  • Erkrankungen der Speiseröhre: Sodbrennen und Schluckbeschwerden können auf eine Entzündung der Speiseröhre hindeuten. Schmerzen hinter dem Brustbein, Sodbrennen und schmerzhafte Schluckbeschwerden können auf eine Entzündung der Speiseröhre (Refluxösophagitis) hinweisen.
  • Bandscheibenvorfall: Ein Bandscheibenvorfall in der BWS kann ähnliche Symptome wie ein eingeklemmter Nerv verursachen.

Behandlung eines eingeklemmten Nervs in der BWS

Die Behandlung eines eingeklemmten Nervs in der BWS richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Beschwerden. In den meisten Fällen kommen konservative Maßnahmen zum Einsatz:

  • Schmerzlinderung: Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac können helfen, die Schmerzen zu lindern. Bei muskulären Verspannungen eignen sich Ibuprofen und Diclofenac besonders gut. Ohne Rücksprache mit dem Arzt sollten sie nicht länger als eine Woche angewendet werden.
  • Entzündungshemmung: Entzündungshemmende Medikamente können die Reizung des Nervs reduzieren. Ärzte verschreiben oft entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente.
  • Physiotherapie: Gezielte Übungen können helfen, die Muskulatur zu dehnen, zu kräftigen und die Körperhaltung zu verbessern. Außerdem können gezielte Übungen im Rahmen einer Physiotherapie helfen, die Rückenmuskulatur zu dehnen und zu stärken. Spezifische Übungen und gezieltes Krafttraining helfen, Ihre Muskulatur zu kräftigen und eine gesunde Haltung zu erlernen. Unser Physiotherapeut passt die Intensität der Übungen langsam an, damit das Zusammenspiel aus Nerven und Muskulatur optimal geschult wird.
  • Manuelle Therapie: Chiropraktik oder Osteopathie können Blockaden lösen und die Beweglichkeit der Wirbelsäule verbessern. Manuelle Therapie wie Chiropraktik oder Osteopathie können bei chronischen Beschwerden Blockaden lösen und verhärtetes Gewebe lockern.
  • Wärme- und Kälteanwendungen: Wärme kann verspannte Muskeln entspannen, während Kälte bei akuten Entzündungen helfen kann. Eine Wärmflasche, ein Heizkissen oder ein warmes Bad können hier Wunder wirken. Bei akuten Schmerzen oder Entzündungen kann Kälte jedoch ebenfalls hilfreich sein. Kühlende Pads, Kompressen und Schmerzgele verringern die Durchblutung und zeigen dadurch eine abschwellende, schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung. Wenn chronische Schmerzen nach einem Bandscheibenvorfall in der Brustwirbelsäule auf Muskelverspannungen hindeuten, eignen sich Wärmeanwendungen wie Wärmepflaster, Sauna oder eine Bestrahlung mit Infrarotlicht. Wärme fördert die Durchblutung und Regeneration des betroffenen Gewebes und kann in vielen Fällen schmerzlindernd wirken.
  • Injektionen: In seltenen Fällen können Kortison-Injektionen erwogen werden, um Entzündungen und Schmerzen zu lindern. Bei einer Facetteninfiltration gelangen Schmerzmittel direkt in die Bereiche der Zwischenwirbelgelenke, wo sie ihre Wirkung entfalten können.
  • Operation: In schweren Fällen, insbesondere bei Bandscheibenvorfällen oder ausgeprägten Nervenkompressionen, kann eine Operation erforderlich sein, um den Druck auf den Nerv zu verringern. In einigen Fällen, besonders bei schwer­wie­genden oder chro­nischen Nerven­kom­pres­sionen, kann eine Operation zur Dekompression notwendig werden.5 Bei einem Bandscheibenvorfall kann beispielsweise ein minimalinvasiver Eingriff durchgeführt werden, um den Druck auf den betroffenen Nerv zu verringern und die Nervenwurzeln zu entlasten.

Selbsthilfe bei einem eingeklemmten Nerv in der BWS

Neben den ärztlichen und therapeutischen Maßnahmen können Betroffene auch selbst einiges tun, um die Beschwerden zu lindern und die Heilung zu fördern:

  • Schonung und gezielte Bewegung: Die betroffenen Stellen sollte zunächst geschont werden, besonders wenn der Nerv im Rücken, Nacken oder Schulterbereich betroffen ist. Unnatürliche Schonhaltungen und ruckartige Bewegungen sollten möglichst vermieden werden. Die Idee ist zwar naheliegend, den Rücken zu entlasten, indem man ihn möglichst wenig bewegt. Aber diese Ansicht ist mittlerweile überholt. Im Gegenteil: Bettruhe verstärkt die Beschwerden nur noch.
  • Ergonomie am Arbeitsplatz: Eine ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes hilft, eingeklemmten Nerven vorzubeugen. Bei sitzenden Tätigkeiten im Büro sind eine aufrechte Haltung, passende Stühle und Tische sowie Hilfsmittel wie Handauflagen sinnvoll.
  • Regelmäßige Bewegung: Körperliche Aktivität beugt Verspannungen vor und stärkt die Muskulatur. Über den Tag verteilt, gilt es immer wieder aktiv zu sein. Dehnen, strecken, recken ist das Mindeste. Häufiges Gehen ist günstig, Treppensteigen auch. Und zum Einkaufen lieber radeln oder rollern, statt das Auto zu nehmen.
  • Stressmanagement: Muskelverspannungen können durch Stress begünstigt werden.
  • Übergewicht reduzieren: Ein gesundes Körpergewicht entlastet die Wirbelsäule und verhindert zusätzlichen Druck auf Nerven.
  • Regelmäßige Dehnübungen: Regelmäßige Dehnübungen, bei denen eine Muskelstreckung über einen längeren Zeitraum konstant gehalten wird, setzen willkommene Reize, um verhärteten Muskeln und verkürzten Bändern entgegenzuwirken. Und vor allem gilt: Kaputtmachen kann man damit nichts.
  • Richtige Sitzhaltung: Außerdem sollten Sie im Alltag darauf achten, richtig bzw. gesund zu sitzen. Tipps und Übungen für das richtige Sitzen finden Sie unter anderem hier. Und auch Hilfsmittel, wie zum Beispiel ein Keilkissen oder orthopädische Einlagen können die Wirbelsäule entlasten und etwaige Fehlhaltungen korrigieren.

Vorbeugung eines eingeklemmten Nervs in der BWS

Um einem eingeklemmten Nerv in der BWS vorzubeugen, sollten folgende Maßnahmen beachtet werden:

  • Ergonomischer Arbeitsplatz: Passen Sie Ihren Arbeitsplatz so an, dass Sie eine aufrechte Körperhaltung einnehmen und Fehlbelastungen vermeiden.
  • Regelmäßige Bewegung: Integrieren Sie regelmäßige Bewegung in Ihren Alltag, um die Muskulatur zu stärken und Verspannungen vorzubeugen.
  • Gesunde Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, um Übergewicht zu vermeiden und die Knochengesundheit zu fördern.
  • Stressmanagement: Erlernen Sie Entspannungstechniken, um Stress abzubauen und Muskelverspannungen vorzubeugen.
  • Vermeidung von Fehlhaltungen: Achten Sie im Alltag auf eine korrekte Körperhaltung, insbesondere beim Sitzen, Stehen und Heben von Lasten.

Die Rolle der Osteochondrose bei Nervenkompressionen

Osteochondrose, eine degenerative Erkrankung von Knorpeln und Knochen, kann ebenfalls zu Nervenkompressionen in der BWS führen. Bei dieser Erkrankung kommt es zu einer Störung der Durchblutung unterhalb des Gelenkknorpels, was im weiteren Verlauf zu Knorpelschäden und knöchernen Anbauten führen kann. Diese Veränderungen können den Raum für die Nerven einengen und somit zu ähnlichen Symptomen wie bei einem eingeklemmten Nerv führen. Die Behandlung der Osteochondrose richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung und kann von Schmerzmitteln und Physiotherapie bis hin zu operativen Eingriffen reichen.

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