Taubheitsgefühl, Appetitlosigkeit, Übelkeit: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Ein unangenehmes Gefühl im Oberbauch, Brechreiz, Appetitlosigkeit und ein allgemeines Schwächegefühl - diese Symptome können auf verschiedene zugrunde liegende Ursachen hinweisen. Begleitsymptome wie Sodbrennen, Schwindel oder Bauchkrämpfe können ebenfalls auftreten und die Diagnose erschweren. In diesem Artikel werden wir die möglichen Ursachen für diese Beschwerden beleuchten und verschiedene Behandlungsansätze vorstellen.

Mögliche Ursachen für Taubheitsgefühl, Appetitlosigkeit und Übelkeit

Die genannten Symptome können vielfältige Ursachen haben, die von harmlosen vorübergehenden Beschwerden bis hin zu ernsthaften Erkrankungen reichen. Es ist wichtig, die Begleitumstände und weitere Symptome zu berücksichtigen, um die Ursache einzugrenzen.

Hypertensive Krise

Eine hypertensive Krise, bei der der Blutdruck schlagartig auf Werte über 180/110 mmHg ansteigt, kann ebenfalls Übelkeit und Erbrechen verursachen. Prof. Felix Mahfoud erklärt, dass dies auch bei Menschen auftreten kann, deren Blutdruck sich sonst im Normbereich befindet, insbesondere wenn vermehrt Stresshormone ausgeschüttet werden. Begleitsymptome können Kopfschmerzen, ein Druckgefühl im Kopf, ein geröteter Kopf, Nasenbluten, Zittern und Schwindelgefühl sein. In schweren Fällen kann sich eine hypertensive Krise zu einem hypertensiven Notfall ausweiten, der Organschäden an Herz, Hirn oder Nieren verursacht.

Magen-Darm-Beschwerden

Übelkeit und Appetitlosigkeit sind häufige Symptome bei Magen-Darm-Grippe. Auch der Verzehr von großen Mengen schwer verdaulicher Speisen, wie Milchprodukte, Fett oder Rohkost, kann bei vielen Menschen zu Übelkeit führen, ohne dass zwangsläufig eine Lebensmittelunverträglichkeit vorliegen muss. Des Weiteren können eine Gastritis, also eine Magenschleimhautentzündung, Symptome wie Völlegefühl, Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen und Aufstoßen verursachen.

Polyneuropathie

Eine Polyneuropathie, eine Erkrankung des peripheren Nervensystems, kann ebenfalls mit Appetitlosigkeit einhergehen. Autonome Symptome einer Polyneuropathie können Blähgefühl und Appetitlosigkeit sein. Die Nerven steuern die Muskeltätigkeit, tragen das Körpergefühl und die Wahrnehmung auf der Haut und beeinflussen die Funktion der inneren Organe. Bei einer Polyneuropathie ist die Reizweiterleitung der Nerven gestört. Reize werden nicht, zu stark oder abgeschwächt an das Gehirn geleitet. Kommandos vom Gehirn werden nicht mehr zuverlässig an die Muskeln und die inneren Organe weitergeleitet.

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Burn-out und Chronisches Erschöpfungssyndrom

Burn-out und das Chronische Erschöpfungssyndrom sind komplexe Krankheitsbilder, die oft mit Appetitlosigkeit einhergehen. Zu den Symptomen eines chronischen Erschöpfungssyndroms zählen Verdauungsstörungen wie Übelkeit und Appetitlosigkeit. Burn-out-Betroffene leiden unter einer bleiernen Müdigkeit. Sie sind antriebslos und mutlos. Viele Burn-out-Patienten empfinden kaum noch Freude und verspüren eine innere Leere.

Morbus Addison

Morbus Addison, eine seltene Erkrankung der Nebennieren, kann ebenfalls Appetitlosigkeit verursachen. Zu den Symptomen gehören Erschöpfung und niedriger Blutdruck. Das Stresshormon Kortisol ist für die Regulation von Stoffwechselprozessen verantwortlich, die dem Körper bei Bedarf Energie zur Verfügung stellen. Es wirkt sich außerdem auf den Stoffwechsel von Knochen, Haut, Muskulatur und Bindegewebe aus und beeinflusst Appetit, Sexualtrieb und Psyche, etwa die Stressverarbeitung.

Weitere Ursachen

Weitere mögliche Ursachen für Übelkeit und Appetitlosigkeit sind:

  • Schwangerschaft: Vor allem im ersten Schwangerschaftsdrittel tritt bei vielen Frauen Übelkeit und Erbrechen auf.
  • Nebenwirkungen von Medikamenten: Bestimmte Medikamente können Übelkeit und Appetitlosigkeit als Nebenwirkung haben.
  • Stoffwechsel- oder Hormonstörungen: Störungen des Stoffwechsels oder des Hormonhaushaltes können ebenfalls zu diesen Symptomen führen.
  • Störungen im Gehirn oder des Gleichgewichtsorgans: Erkrankungen des Gehirns oder des Gleichgewichtsorgans können Übelkeit und Schwindel verursachen.
  • Starke Schmerzen oder psychische Belastung: Auch starke Schmerzen oder psychische Belastungen können Übelkeit und Appetitlosigkeit auslösen.
  • Pfeiffersches Drüsenfieber: Das Epstein-Barr-Virus kann auch auf Leber und Milz übergehen. Die dadurch angegriffenen, geschwollenen Organe können Übelkeit und Bauchschmerzen auslösen. Weitere Symptome sind Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen und Orientierungsstörungen.

Diagnostik

Um die Ursache für Taubheitsgefühl, Appetitlosigkeit und Übelkeit zu finden, ist eine gründliche Anamnese und körperliche Untersuchung erforderlich. Der Arzt wird Fragen zu den genauen Beschwerden, Begleitsymptomen, Vorerkrankungen und eingenommenen Medikamenten stellen. Je nach Verdacht können verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden, wie z.B.:

  • Blutuntersuchung: Um Entzündungen, Stoffwechselstörungen, Hormonmangel oder andere Erkrankungen festzustellen. Bei Verdacht auf Morbus Addison werden die Blutwerte der Salze Natrium und Kalium und der Hormone Kortisol und ACTH (adrenocorticotropes Hormon) untersucht.
  • Urinuntersuchung: Um Hinweise auf Nierenerkrankungen oder andere Stoffwechselstörungen zu finden.
  • Ultraschalluntersuchung des Abdomens: Um die Organe im Bauchraum zu beurteilen und beispielsweise eine Entzündung der Gallenblase oder eine Vergrößerung der Leber oder Milz festzustellen.
  • Magenspiegelung (Gastroskopie): Bei Verdacht auf eine Gastritis oder ein Magengeschwür.
  • Neurologische Untersuchung: Bei Verdacht auf eine Polyneuropathie oder andere neurologische Erkrankungen.
  • Psychologische Tests: Bei Verdacht auf Burn-out oder ein chronisches Erschöpfungssyndrom.
  • EKG (Elektrokardiogramm): Bei Verdacht auf eine Herzinsuffizienz oder andere Herzerkrankungen.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung von Taubheitsgefühl, Appetitlosigkeit und Übelkeit richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache.

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Hypertensive Krise

Bei einer hypertensiven Krise ist es wichtig, den Blutdruck schnell zu senken, um Organschäden zu vermeiden. Prof. Mahfoud erklärt, dass Patienten und Patientinnen umgehend eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen sollten, wenn der Blutdruck plötzlich stark ansteigt und sich nicht wieder beruhigt. In der Regel werden orale Blutdrucksenker, sogenannte Antihypertensiva, verabreicht. Um einer hypertensiven Krise vorzubeugen, ist es bei chronischem Bluthochdruck besonders wichtig, Medikamente zur Blutdruckregulierung sorgfältig und regelmäßig einzunehmen.

Magen-Darm-Beschwerden

Bei einer Magen-Darm-Grippe ist es wichtig, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen und Schonkost zu essen. Gegen Übelkeit können Medikamente wie Metoclopramid oder Dimenhydrinat helfen. Bei einer Gastritis richtet sich die Behandlung nach dem Typ der Gastritis und der Ursache. Medikamente, die die Magensäureproduktion hemmen (Protonenpumpenhemmer), können die Beschwerden lindern und die Heilung fördern.

Polyneuropathie

Am besten lässt sich eine Polyneuropathie therapieren, wenn die Ursache herausgefunden wurde und behandelt werden kann. Im Fachbereich für neurologische Rehabilitation werden Polyneuropathien nach einem ganzheitlichen und interdisziplinären Therapiekonzept behandelt. Bei der Behandlung der Polyneuropathie durch Diabetes, steht die Behandlung des Diabetes im Vordergrund. Für eine erfolgreiche Therapie von alkoholbedingter Polyneuropathie ist eine absolute Alkoholabstinenz notwendig. Auch wenn die Ursache der Erkrankung nicht eindeutig sein sollte, kann man Polyneuropathie symptomatisch behandeln. Dazu werden vor allem physikalische Therapie und Medikamente genutzt.

Burn-out und Chronisches Erschöpfungssyndrom

Die Therapie von Burn-out und Chronischem Erschöpfungssyndrom ist komplex und umfasst in der Regel eine Kombination aus Psychotherapie, Entspannungsverfahren, Bewegungstherapie und gegebenenfalls Medikamenten. Es ist wichtig, die individuellen Ursachen und Auslöser der Erkrankung zu erkennen und Strategien zur Stressbewältigung zu entwickeln.

Morbus Addison

Die Therapie des Morbus Addison besteht in der lebenslangen Einnahme der fehlenden Hormone Kortisol und Aldosteron. Zu Beginn erfolgt die Therapie mit Hydrokortison- oder Prednison-Tabletten. Die meisten Patientinnen und Patienten benötigen zusätzlich Fludrocortison, um die Ausscheidung von Natrium und Kalium zu normalisieren.

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Allgemeine Maßnahmen

Unabhängig von der Ursache können folgende allgemeine Maßnahmen helfen, die Beschwerden zu lindern:

  • Schonkost: Vermeiden Sie schwer verdauliche Speisen, fettige Speisen, Kaffee, Alkohol und Nikotin.
  • Regelmäßige Mahlzeiten: Essen Sie mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt, anstatt weniger großer Mahlzeiten.
  • Ausreichend Flüssigkeit: Trinken Sie ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee.
  • Entspannung: Sorgen Sie für ausreichend Entspannung und Schlaf.
  • Stress vermeiden: Versuchen Sie, Stress zu reduzieren. Entspannungsverfahren wie Yoga oder Meditation können dabei helfen.
  • Hausmittel: Kräutertees, Ingwer oder Akupressur können oft schon zur Linderung der Beschwerden führen.

Fibromyalgie

Fibromyalgie, auch bekannt als Fibromyalgiesyndrom (FMS) oder Faser-Muskel-Schmerz, ist eine chronische Schmerzerkrankung, die sich durch umfassende Schmerzen in Muskeln, Sehnen und anderen Weichteilstrukturen äußern kann. Typische Symptome wie weit verbreitete Schmerzen, chronische Müdigkeit und Schlafstörungen beeinträchtigen die Lebensqualität erheblich. Eine Heilung gibt es bisher nicht, jedoch können unterschiedliche Maßnahmen die Beschwerden lindern. Hier können gezielte Übungen sinnvoll sein, um Spannungen in Muskeln sowie Faszien zu normalisieren und die Beweglichkeit beziehungsweise Flexibilisierung zu fördern.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum anhalten, sich verschlimmern oder von anderen Symptomen begleitet werden. Insbesondere bei folgenden Warnzeichen sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden:

  • Starke Bauchschmerzen
  • Blut im Erbrochenen oder Stuhl
  • Hohes Fieber
  • Atemnot
  • Schwindel oder Ohnmacht
  • Neurologische Ausfälle wie Lähmungen oder Sprachstörungen

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