Ein Taubheitsgefühl nach einem Holzsplitter kann verschiedene Ursachen haben. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Gründe für dieses Gefühl und stellt verschiedene Behandlungsansätze vor. Dabei werden sowohl die unmittelbaren Folgen eines Holzsplitters als auch mögliche Komplikationen und zugrunde liegende Erkrankungen betrachtet, die zu Taubheitsgefühlen führen können.
Direkte Ursachen durch den Holzsplitter
Ein Holzsplitter, der in die Haut eindringt, kann direkt Nervenbahnen schädigen oder reizen. Die Nähe der Nervenendigungen zur Hautoberfläche macht sie anfällig für Verletzungen durch Fremdkörper.
Verletzung von Nervenbahnen
Wenn ein Holzsplitter in die Haut eindringt, kann er kleine Nervenbahnen verletzen oder quetschen. Diese Nerven sind für die Weiterleitung von Empfindungen wie Berührung, Schmerz und Temperatur zuständig. Eine Beschädigung dieser Nerven kann zu einem Taubheitsgefühl im betroffenen Bereich führen.
Entzündungsreaktion
Der Körper reagiert auf das Eindringen eines Fremdkörpers wie einem Holzsplitter mit einer Entzündungsreaktion. Diese Reaktion dient dazu, den Fremdkörper zu isolieren und abzuwehren. Botenstoffe des Körpers bewirken eine gesteigerte Durchblutung im betroffenen Gebiet, was zu einer Schwellung führen kann. Diese Schwellung kann wiederum Druck auf die umliegenden Nerven ausüben und so ein Taubheitsgefühl verursachen.
Infektionen
Dringen durch den Holzsplitter Bakterien in die Wunde ein, kann es zu einer Infektion kommen. Eiterbildung ist ein Zeichen für eine solche bakterielle Infektion. Auch hier kann der Druck durch die Schwellung und die Entzündung die Nerven beeinträchtigen und ein Taubheitsgefühl hervorrufen.
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Mögliche Komplikationen und Folgeerkrankungen
Neben den direkten Folgen des Holzsplitters können auch Komplikationen und zugrunde liegende Erkrankungen zu Taubheitsgefühlen führen.
Tetanus (Wundstarrkrampf)
Tetanus ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Clostridium tetani verursacht wird. Diese Bakterien kommen weltweit im Erdreich und im Kot von Tieren vor. Gelangen die Bakterien über eine Verletzung, wie zum Beispiel durch einen Holzsplitter, in den Körper, können sie sich vermehren und Giftstoffe produzieren. Diese Giftstoffe stören die Nervenzellen und können zu Muskelkrämpfen führen. Ein Taubheitsgefühl im Bereich der Wunde kann ein erstes Anzeichen für eine Tetanusinfektion sein.
Symptome von Tetanus:
- Schwierigkeiten beim Öffnen des Mundes durch Verkrampfung der Kaumuskeln
- Atemprobleme
- Plötzliche, schmerzhafte Muskelkrämpfe
- "Teufelsgrinsen" durch Verkrampfung der Gesichtsmuskulatur
- Überstreckung der Rücken- und Nackenmuskulatur
Vorbeugung:
Der beste Schutz gegen Tetanus ist eine rechtzeitige Impfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, die Tetanus-Impfung im Erwachsenenalter alle zehn Jahre aufzufrischen.
Narbenbildung
Nach einer Verletzung kann es zu Narbenbildung kommen. Narbengewebe kann Nerven einklemmen oder reizen und so Taubheitsgefühle verursachen.
Entzündung der Fingerkuppe
Eine Entzündung der Fingerkuppe kann durch kleine Verletzungen, wie sie durch einen Holzsplitter entstehen können, ausgelöst werden. Diese Entzündung kann sich unter dem Fingernagel im Nagelbett befinden und sehr schmerzhaft sein, da die Schwellung durch den Nagel begrenzt wird.
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Symptome einer Entzündung der Fingerkuppe:
- Schmerzen bei Berührung
- Rötung und Überwärmung
- Schwellung
- Pulsierender Schmerz oder Pochen
- Funktionseinschränkungen
- Mögliche Begleiterscheinungen wie feine Risse, kleine Bläschen oder Eiterbildung
Weitere Ursachen für Taubheitsgefühle
Es gibt auch Erkrankungen, die unabhängig von einem Holzsplitter zu Taubheitsgefühlen führen können.
Diabetische Polyneuropathie (DPNP)
Jeder dritte Diabetiker entwickelt eine diabetische Polyneuropathie (DPNP). Dabei kommt es zu Nervenschädigungen infolge der Zuckerkrankheit. Ein auffälliger Befund ist die verminderte Fähigkeit, die Position von Füßen und Zehen wahrzunehmen. Außerdem reduziert sich das Druckempfinden, und die Wahrnehmung von Hitze und Kälte verändert sich. Ohne erkennbare Ursachen spüren die Betroffenen brennende Spontanschmerzen und Schmerzattacken.
Verletzungen und Schäden im Bereich des Gesichtsnervs
Bei einer Kopfverletzung durch einen Aufprall oder heftigen Schlag kann auch die Schädelbasis brechen. Verläuft der Bruch im Bereich des Felsenbeins, ist häufig der Gesichtsnerv mit betroffen. Knochensplitter, Überdehnungen und Risse können ihn schädigen oder durchtrennen, was zu Schwindel, Hörminderung oder -verlust, Ohrgeräuschen und Gesichtslähmung führen kann.
Karpaltunnelsyndrom
Das Karpaltunnelsyndrom ist eine Erkrankung, bei der ein Nerv im Handgelenk eingeklemmt wird. Dies kann zu Taubheitsgefühlen, Schmerzen und Kribbeln in den Fingern und der Hand führen.
Periphere Gesichtsnervenlähmung
Periphere Gesichtsnervenlähmungen sind mehrheitlich idiopathisch, haben also keine eindeutig erkennbare Ursache. Sie können jedoch, wenn auch weniger häufig, Folge einer infektiösen oder entzündlichen Erkrankung sein, wenn diese neben bestimmten Organen (und Nerven) auch den Fazialisnerv direkt in Mitleidenschaft zieht. Die Lähmungserscheinungen treten dann akut neben anderen typischen Symptomen auf.
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Mögliche Ursachen:
- Lyme-Borreliose
- Ohrherpes ("Gürtelrose des Ohrs")
- Akute Mittelohrentzündung mit Mastoiditis
- Chronische Mittelohrentzündung mit Cholesteatom
- Guillain-Barré-Syndrom
- Sarkoidose
Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung von Taubheitsgefühlen nach einem Holzsplitter richtet sich nach der Ursache.
Entfernung des Holzsplitters
Der erste Schritt ist die Entfernung des Holzsplitters. Dies sollte vorsichtig und unter sterilen Bedingungen erfolgen, um das Risiko einer Infektion zu minimieren.
Wundversorgung
Nach der Entfernung des Holzsplitters sollte die Wunde gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Ein Pflaster oder steriler Wundverband schützt die Wunde vor Schmutz und Keimen.
Entzündungshemmende Maßnahmen
Bei einer Entzündung können entzündungshemmende Salben oder Medikamente helfen, die Beschwerden zu lindern. Auch Kühlung und Hochlagern des Fingers können die Schwellung reduzieren.
Antibiotika
Bei einer bakteriellen Infektion kann eine antibiotische Therapie erforderlich sein.
Tetanus-Impfung
Wenn der Impfschutz gegen Tetanus nicht aktuell ist, sollte eine Auffrischimpfung erfolgen.
Ärztliche Behandlung
Bei anhaltenden oder zunehmenden Schmerzen, deutlicher Schwellung und Rötung, Eiterbildung oder Fieber sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Behandlung der Grunderkrankung
Wenn eine Grunderkrankung wie Diabetes oder Karpaltunnelsyndrom vorliegt, sollte diese entsprechend behandelt werden.
Konservative Behandlung bei Diskusläsion
Ein konservativer Behandlungsversuch mit Ruhigstellung und anschließender Krankengymnastik zur Stabilisierung und Kräftigung der Handgelenkstabilisatoren kann in einigen Fällen eine Besserung bringen.
Handgelenksarthroskopie bei Diskusschadens
Bei Vorliegen eines sogenannten Diskusschadens ist die Therapie der Wahl die Handgelenksarthroskopie. Hierbei werden über wenige kleine Schnitte am handrückenseitigen Handgelenk die Kamera und weitere Instrumente (Tasthaken, Zangen) in das Handgelenk eingebracht.
Hausmittel
Im Rahmen einer Entzündung in der Fingerkuppe sind Hausmittel sinnvoll, die zur Schmerzlinderung und zur Abschwellung beitragen und solche, die antientzündlich / entzündungshemmend wirken. Generell ist es empfehlenswert, sich ausgewogen zu ernähren und ausreichend zu trinken, insbesondere dann, wenn der Körper eine Immunreaktion aufrechterhalten muss. Dabei unterstützen können Lebensmittel, die entzündungshemmend wirken sollen, wie grünes Gemüse oder Beeren. Zu den gängigsten Hausmitteln bei tiefliegenden Entzündungen zählen die Zugsalbe und ein Kamillenbad. Sie helfen dabei, die Entzündung aus der Tiefe zu „ziehen“ und können außerdem noch Schmerzen oder Druckgefühle lindern.
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