Taubheitsgefühl im Ohr und in der Wange: Ursachen, Diagnose und Behandlung

Klares, ungetrübtes Hören ist für uns meist selbstverständlich - bis sich etwas an unserem Hörempfinden ändert. Ein Taubheitsgefühl im Ohr kann sehr verstörend und beängstigend sein. Manchmal entsteht der Eindruck, ein Teil des Ohres oder sogar das gesamte Ohr sei betäubt und wie wenn Watte hineingesteckt wäre. Häufig berichten Menschen auch von einem dumpfen oder wattigen Gefühl im Ohr. Den Eindruck verstärkt das Gefühl, dass Geräusche aus weiter Ferne kommen würden. Taubheit im Ohr ist häufig ein Warnsignal: Dahinter können ernste Erkrankungen wie ein Hörsturz stecken. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Ursachen für Taubheitsgefühle im Ohr und in der Wange, erklärt die diagnostischen Methoden und gibt einen Überblick über die verschiedenen Behandlungsansätze.

Ursachen für Taubheitsgefühle im Ohr

Taubheitsgefühle im Ohr können vielfältige Ursachen haben, die von harmlosen bis hin zu ernsten Erkrankungen reichen. Es ist wichtig, die Symptome richtig zu deuten und bei Bedarf einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache abzuklären und eine angemessene Behandlung zu erhalten.

Durchblutungsstörungen im Ohr

Wer schon einmal beim Sitzen die Beine zu lange übereinandergeschlagen hat, kennt die unangenehme Taubheit, die sich danach einstellt. Der Grund: Durchblutungsstörungen. Auch im Ohr kann es zu Durchblutungsstörungen kommen - in der Folge fühlt sich das Ohr taub an. Die Blutgefäße, die das Ohr versorgen, sind sehr fein. Dementsprechend sind sie sehr empfindlich und eine Störung kann sich schnell bemerkbar machen. Die tatsächlichen Ursachen für Durchblutungsstörungen der Ohren zu ermitteln, ist schwierig. Oft gibt es ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Unmittelbare Auslöser für Durchblutungsstörungen im Ohr können Ablagerungen in den Arterien sein. Wenn Blutfette und Kalk die Blutgefäße verstopfen, können die feinen Verästelungen im Ohr (und an anderen Stellen) nicht ausreichend durchblutet werden. Zu Durchblutungsstörungen im Ohr kann es jedoch auch durch Schädelverletzungen oder Blockaden der Halswirbelsäule kommen. Eine weitere Ursache kann Stress sein. Stress steht ebenfalls in Verdacht, die Durchblutung der Ohren beeinträchtigen zu können. Mit Durchblutungsstörungen zusammenhängen kann auch der Ohrinfarkt, eher bekannt unter dem Begriff Hörsturz. Dabei kommt es zu einer Innenohrschwerhörigkeit, die bis zum vorübergehenden oder anhaltenden Hörverlust führen kann. Typischerweise geht der Hörsturz mit einem dumpfen, pelzigen Gefühl im Ohr einher - wie wenn Watte darin stecken würde. Hinzukommen kann auch ein Tinnitus.

Es gibt einige Faktoren, die die das Auftreten von Durchblutungsstörungen im Ohr begünstigen können. Wer Durchblutungsstörungen der Ohren vorbeugen möchte, sollte daher auf eine gesunde Lebensweise achten: Viel Bewegung, ausreichend trinken, eine ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf Alkohol und Nikotin.

Entzündungen im Ohr

Eine vergleichsweise banale Ursache für Taubheitsgefühle im Ohr ist die Erkältung. Bei Erkältung kommt es oft zu einer Verstopfung der Nase und in manchen Fällen auch der Nebenhöhlen. Durch die Verstopfung der Nase und ggfs. auch der Nebenhöhlen wird das Mittelohr nicht richtig belüftet. Aufgrund dieser Verstopfung kann das Mittelohr nicht richtig belüftet werden, sodass auch hier eine Entzündung entstehen kann.

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Die sog. Otits media entsteht, wenn ein Virus oder Bakterium eine Infektion im Mittelohr verursacht. Eine Mittelohrentzündung (Otitis media) kann aufgrund einer Belüftungsstörung im Rahmen einer Erkältung auftreten. In diesem Fall verschließt sich das Ohr mit Schleim und/oder Flüssigkeit. Eine Mittelohrentzündung verursacht starke Schmerzen und kann von Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl und Hörstörungen begleitet sein. Dies geht mit Symptomen wie Kribbeln und Taubheitsgefühlen in der Ohrregion, Übelkeit und/oder Fieber einher. Im Extremfall kann es zum Platzen des Trommelfells kommen, nachdem meistens der Schmerz nachlässt.

Bei der Gehörgangexostose sammelt sich Wasser im Ohr an. Darin können sich Bakterien und Pilze stark vermehren. Dadurch entzündet sich der äußere Gehörgang, was mit Schmerzen, Rötungen und tauben Gefühlen im Ohr einhergeht. In diesem Zusammenhang spricht man auch von einem sog. "Surferohr“. Dies ist eine häufig auftretende Entzündung des äußeren Gehörgangs, die mit Schmerzen, Rötung und Kribbeln im Ohr einhergeht.

Wenn sich die Eustachische Röhre aufgrund einer Entzündung verengt oder verschließt, kann sich eine Mittelohrentzündung mit gängigen Symptomen wie Schmerzen, Fieber, Kribbeln und Taubheitsgefühl entwickeln.

Sensibilitätsstörungen im Bereich des Ohrs und der Wange können aufgrund einer Reaktivierung der Windpockenviren auftreten, den sogenannten Varizella Zoster oder Gürtelrose.

Ohrenschmalzansammlung

Druckgefühle, Ohrensausen, Schwerhörigkeit, Schwindelgefühle oder Taubheitsgefühle können eine weitere einfache Ursache haben: Eine ungewöhnliche Ansammlung von Ohrenschmalz am Ende des Gehörgangs, aus der sich eine kompakte Masse bilden kann. Diese kann sich auf dem Trommelfell anheften oder das Ohr verstopfen. Das Ohrenschmalz erfüllt wichtige Aufgaben; Beispiel hält es die Haut des Gehörgangs feucht und fungiert als Schutzschild zwischen dem Trommelfell und der Außenwelt. Ohrenschmalz kann jedoch zu Juckreiz im Ohr führen.

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Migräne

Migräneattacken sind heftige, anfallsartig auftretende starke Kopfschmerzen - meist auf nur einer Seite des Kopfes. Es handelt sich dabei um eine neurologische Erkrankung. Bewegung, Licht und Lärm verschlimmern die Schmerzen. Die Anfälle können von Übelkeit und Erbrechen begleitet werden. Manche Patientinnen und Patienten leiden an einer speziellen Migräne-Form und haben eine Aura. Darunter versteht man Symptome/neurologische Ausfälle, die den Kopfschmerzen vorausgehen. Das können Sehausfälle, Taubheitsgefühle an der Wange oder am Ohr, Sprachstörungen und Lähmungserscheinungen sein.

Schlaganfall

Ein häufigen Erscheinungsbild eines Schlaganfalls ist eine einseitige Lähmung von Gesicht und Arm mit begleitender Sensibilitätsstörung in Form von Taubheit. Manchmal ist zusätzlich auch das Bein oder die Sprache betroffen. Kleinere Schlaganfälle können auch ausschließlich Sensibilitätsstörungen verursachen.

Tinnitus

Tinnitus bzw. Der Tinnitus ist eine auditive Wahrnehmung oder Ohrgeräusch, das sich als Rauschen, Brummen, Piepen oder Klingeln äußern kann. Es gibt zahlreiche mögliche Ursachen für den subjektiven Tinitus: Entzündungen im Mittelohr, Gehörgangsverschlüsse, Schädigung des Gehörorgans durch einen lauten Schall oder Knall und mehrere systemische Erkrankungen. Auch Medikamente wie Aminoglykoside oder Schleifendiuretika können giftig für das Innenohr sein und einen Tinnitus verursachen.

CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion)

Im fortgeschrittenen Stadium der "CMD" kann es zu Sensibilitätsstörungen im Gesicht kommen. Typischerweise treten diese Sensibilitätsstörungen einseitig auf. Sie werden vom Patienten beschrieben, als prickelndes Gefühl, oder als Ziehen, oder als spinnenwebenartiges Gefühl. Auch eine Taubheit in einem größeren Gesichtsbereich (ohne operativen Voreingriff) wird relativ häufig beschrieben.

Andere Ursachen

  • Diabetes: Diabetikern kann eine bestimmte Form peripherer Neuropathie auftreten; dabei handelt es sich um einen Schaden des peripheren Nervensystems, der ein Kribbeln oder Taubheitsgefühl im Gesicht und in den Ohren verursachen kann.
  • Nervenkompression: Infolge eines Unfalls können Nerven eingeklemmt werden.
  • Neurologische Erkrankungen: Neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Parkinson oder eine Gürtelrose können ebenfalls ein Kribbeln an unterschiedlichen Körperstellen auslösen.
  • Tumore oder hormonelle Störungen: Durchaus möglich, aber sehr selten, sind hormonelle Störungen oder Tumore, die ein Kribbeln bedingen.
  • Halswirbelsäulenprobleme (HWS): Ein Taubheitsgefühl in der linken Gesichtshälfte kann manchmal von Problemen mit der Halswirbelsäule (HWS) herrühren.

Ursachen für Taubheitsgefühle in der Wange

Taubheitsgefühle in der Wange können wie Taubheitsgefühle im Ohr vielfältige Ursachen haben.

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Fazialisparese (Gesichtslähmung)

Bei einer Gesichtslähmung (medizinisch: Fazialisparese) erschlaffen sie ganz oder teilweise. Wange und Mundwinkel hängen, häufig nur auf einer Gesichtsseite, herab. Oft schließt sich das Augenlid nicht mehr vollständig, die Augen sind trocken. Zuständig für alle wichtigen Gesichtsmuskeln ist der Gesichtsnerv, auch Fazialisnerv oder siebter Hirnnerv. Die Impulse aus dem Gehirn laufen über ihn zu den Muskeln von Stirn, Augen, Wangen und Mund. Der Fazialisnerv steuert zudem den Speichel- und Tränenfluss, die Drüsen der Nasenschleimhaut und das Schmeckempfinden (der Geschmackssinn) auf den vorderen zwei Dritteln der Zunge. Ist er entzündet oder geschädigt, funktionieren die zugehörigen Muskeln oder Drüsen nicht mehr richtig.

Eine Fazialisparese bildet sich innerhalb weniger Stunden aus, manchmal wachen Patienten damit sogar am Morgen auf. Die Beschwerden sind davon abhängig, an welchen Stellen der Nerv geschädigt ist. Mediziner teilen die Schwere der Erkrankung darüber hinaus in sechs Stufen. In Stufe I wirkt das Gesicht in Ruhe sowie Bewegung normal und unauffällig. Bei der peripheren Gesichtslähmung sind alle Äste im Gesicht betroffen: Der Patient kann die Stirn nicht mehr runzeln, das Auge auf der betroffenen Seite kann nie völlig geschlossen werden. Bei dem Versuch dreht sich der Augapfel nach oben (Bell-Phänomen). Im Gegensatz hierzu kann bei einer zentralen Fazialisparese die Stirn gerunzelt und das betroffene Auge meist noch vollständig geschlossen werden. Beiden Typen ist der hängende Mundwinkel auf einer Seite, der sich beim Sprechen nicht bewegt, gemeinsam. Dadurch wird die Aussprache undeutlicher und Speichel rinnt aus diesem Mundwinkel. Es können ein trockener Mund sowie ein trockenes Auge, Probleme beim Essen und mit dem Schmecken sowie Schluckstörungen hinzukommen.

Sensibilitätsstörungen der Wange können auch ein Frühsymptom einer Gesichtslähmung (periphere Fazialisparese) sein. Manche Patienten berichten von Taubheitsgefühle und Missempfindungen einige Tage bevor die Lähmung erscheint.

Trigeminusneuralgie

Eine häufige und fast immer unzutreffende Verlegenheitsdiagnose lautet: Atypische Trigeminusneuralgie! Die typische Trigeinsuneuralgie ist nämlich durch folgende Charakteristika gekennzeichnet: 1. Triggerzone. 2. im Zusammenhang mit einer Arteriosklerose. 3. Erkrankung typischerweise jenseits des 60.LJ.

Andere Ursachen

  • Kribbeln im Gesicht: Kribbeln im Gesicht ist meist unangenehm und eine störende subjektive Empfindung, die unterschiedliche Ursachen haben kann. Die häufigste Ursache für Kribbeln der Kopfhaut, Kribbeln im Nacken oder im Gesicht sowie für ein Taubheitsgefühl im Gesicht ist eine Schädigung der peripheren Nerven.
  • Schnupfen: Bei allergischem Schnupfen oder mit Beginn eines Erkältungsschnupfens können Jucken und Kribbeln im Gesicht sowie in der Nase auftreten.
  • Lippenherpes: Auch eine Herpesinfektion kann zu Kribbeln und Schmerzen im Gesicht führen.
  • Kontaktallergie: Beim Kribbeln im Gesicht kann es sich auch um eine Kontaktallergie handeln.
  • Stress: Stress führt regelmäßig zur Verspannung von Muskeln und auch zu Nervenverspannungen, die nicht nur ein unangenehmes Gefühl, sondern auch Kribbeln im Bereich des Kopfes oder Gesichts auslösen können.
  • Nährstoffmangel: Bei Kribbeln im Gesicht ist immer auch an einen Magnesiummangel zu denken, der einhergehen kann mit Muskelkrämpfen und Herz-Rhythmus-Störungen. Auch bei einem Mangel an Folsäure, Vitamin B und Eisen kann es zu einem Kribbeln im Gesicht kommen.
  • Kaliumüberschuss: Ein Kaliumüberschuss im Blut kann ebenfalls zu Missempfindungen führen.
  • Unfall: Infolge eines Unfalls können Nerven eingeklemmt werden. Auch eine Gehirnerschütterung kann ein Kribbeln im Kopf auslösen, das mit Orientierungsproblemen und Schwindel einhergehen kann.
  • Neurologische Erkrankungen: Neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Parkinson oder eine Gürtelrose können ebenfalls ein Kribbeln an unterschiedlichen Körperstellen auslösen.
  • CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion): Im fortgeschrittenen Stadium der "CMD" kann es zu Sensibilitätsstörungen im Gesicht kommen.

Diagnose von Taubheitsgefühlen im Ohr und in der Wange

Taubheitsgefühle in den Ohren sind immer ein Grund, den HNO-Arzt aufzusuchen. Wenn Sie sich grundsätzlich nicht gut fühlen, die Situation mit Ihren Ohren Sie beunruhigt und Sie die Beschwerden mit keinem direkten Auslöser verbinden können, dann vereinbaren Sie bitte einen Termin in einer HNO-Praxis.

Um eine Diagnose zu stellen bei Taubheitsgefühl am Ohr ist an erster Stelle ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung nötig. Hier sind begleitende Symptome und Vorerkrankungen wichtig, sowie eine genaue Beschreibung der Beschwerden. In der körperlichen Untersuchung muss sowohl die Neurologie untersucht werden, wie auch das Ohr und evtl. Sensibilitätsstörungen lassen sich schwer objektiv testen, allerdings sollte man Gefühls-, Temperatur-, Vibration- und Schmerzempfinden testen.

Anhand einer sorgsamen Untersuchung können Ärzte sich z. B. mit der Otoskopie oder der Hör- und Schwindeldiagnostik einen Überblick über die Gesundheit Ihrer Ohren verschaffen.

Eine Untersuchung des Blutdruckes und der Blutwerte gehören beim Verdacht auf Durchblutungsstörungen ebenfalls zu den diagnostischen Methoden. Bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomographie und Computertomographie helfen dabei, die Durchblutungsstörungen zu lokalisieren.

Zur Ausschlussdiagnostik kann ein MRT mit Kontrastmittel bei der Bell-Parese eine Anreicherung im siebten Hirnnerv zeigen, wohingegen die CT bei Verdacht auf eine Fraktur (Längs- und Querfrakturen des Felsenbeins) oder Insult ratsam wäre. Ein Röntgen-Thorax und die Bestimmung des Serum-ACE sind zur Untersuchung auf eine Sarkoidose sinnvoll, da die Autoimmunkrankheit mit dem Heerfordt-Syndrom assoziiert ist und eine beidseitige wiederkehrende Gesichtslähmung hervorrufen kann.

Behandlung von Taubheitsgefühlen im Ohr und in der Wange

Die Behandlung von Taubheitsgefühlen im Ohr und in der Wange ist nicht einheitlich geregelt. Sie richtet sich nach der Ursache der Beschwerden und muss daher individuell erfolgen. Anhand der Untersuchungsergebnisse leiten Ärzte die Therapie ein. Diese kann z. B. aus der Gabe von Medikamenten wie Antibiotika oder Kortison bestehen. In einer HNO-Praxis werden auch die spezielle Hörsturz- und Tinnitustherapie angeboten.

Bei einer Virusinfektion können virushemmende (virustatische) Medikamente helfen.

Eine Kontrolle des Blutdrucks und eine Therapie der Arteriosklerose können helfen, die Beschwerden zu verbessern. Blutverdünnende Medikamente können ebenso angewendet werden. Werden die Beschwerden von Wirbelsäulenproblemen ausgelöst, können Physiotherapie und Osteopathie eingesetzt werden. Bei einem akuten Hörsturz findet die Erstversorgung meist mit Kortison statt.

Auch wenn der Arzt eine andere Erkrankung als Auslöser der Taubheitsgefühle am Ohr identifiziert hat, richtet sich die Therapie primär nach der Grunderkrankung, also etwa dem Schlaganfall, der Erkältung bzw.

Bei Störungen der Wirbelsäule oder des Kiefergelenks ist eine physiotherapeutische bzw. Im Fall einer systemischen Erkrankung, wie zum Beispiel Bluthochdruck, Schilddrüsenfunktionsstörungen oder neurologische Erkrankungen kann eine medikamentöse Therapie versucht werden.

Behandlung der Fazialisparese

Gute Heilungschancen haben die häufigen idiopathischen Fazialislähmungen. Sie gehen teilweise spontan zurück oder verschwinden nach einer Behandlung mit Kortison. Gezielte krankengymnastische Übungen gehören oft zur Therapie. Sind die Augenmuskeln von der Lähmung stark betroffen, so dass der Patient das Auge nicht mehr richtig schließen kann, setzen die Ärzte zusätzlich Schutzmaßnahmen für die Hornhaut ein. Das können zum Beispiel Tropfen sein, die als Tränenersatz dienen, Salben, die Entzündungen vorbeugen, sowie ein spezieller Verband (Uhrglasverband), der das Auge abschirmt.

Das frühzeitige Einleiten der Therapie ist wichtig, da die Gesichtslähmung unbehandelt eher zu Defektheilungen mit Synkinesien führt. „Die Therapieziele sind die Rückgewinnung von mimischer Muskulatur durch Training mit Hilfe von Logopädie und selbstständigem Training durch Grimassieren“, erklärt Dr. Nave. „Eine medikamentöse Therapie erfolgt - sofern der Therapiebeginn innerhalb von drei Tagen nach den ersten Symptomen liegt - mit Cortison und nachrangiger antiviraler Therapie (Acyclovir/Valacyclovir, Anm. d. Red.). „In seltenen Fällen sind bei Persistenz der Symptome eine operative Therapie wie die Tarsorrhaphie nötig, einem temporären Verschluss der Lidspalte“, so Dr. Nave.

Behandlung des Tinnitus

Bei einem objektiven Tinnitus muss man die Quelle des Schalls lokalisieren. Die kann man dann mikrochirurgisch oder durch Bestrahlung entfernen. Bei der Therapie des subjektiven Tinitus unterscheiden wir zwischen dem, der eine erkennbare Ursache hat und dem, der keine hat.

Behandlung der CMD

Bei Eingliederung eines adjustierten Aufbissbehelfs und Einstellung einer physiologischen Bisslage verschwindet dieses Gefühl der zu großen Zunge.

Dauer der Beschwerden

Da viele verschiedene Ursachen für das Taubheitsgefühl in Frage kommen, lässt sich keine Pauschalaussage zur Dauer machen. Bei einer Mittelohrentzündung bessern sich oft spontan die Beschwerden innerhalb der ersten 24 Stunden. Die Gürtelrose kann 2-4 Wochen anhalten. Beim Schlaganfall richtet sich die Dauer der Beschwerden nach dem Grundzustand des Patienten und dem betroffenen Hirnareal. Sehr oft dauert der Tinnitus nur zwei bis drei Tage. Wenn das nicht der Fall ist, dann muss eine Therapie eingeleitet werden und die Symptome können in den nächsten drei Monate verschwinden. Migräne und Gürtelrose können immer wieder auftreten. Während die Gürtelrose aber vom Zustand des Immunsystems abhängig ist, lösen bestimmte Trigger eine Migräneattacke aus.

In der Regel bilde sich die Gesichtslähmung in 80 bis 90 Prozent der Fälle innerhalb von circa drei Wochen bis drei Monaten selbständig zurück. Hierbei spielt das Ausmaß der Nervenschädigung eine wesentliche Rolle. Bei Erhalt einer Teilfunktion kommt es meist zu einer völligen Erholung innerhalb von einigen Monaten.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Lähmungserscheinungen sind immer ein Alarmzeichen, das die unterschiedlichsten Ursachen haben kann. Wer also feststellt, dass er bestimmte Muskeln im Gesicht plötzlich nicht mehr gezielt bewegen kann, sollte in jedem Fall umgehend einen Arzt aufsuchen, auch wenn er sich ansonsten wenig beeinträchtigt fühlt. Ansprechpartner kann zunächst der Hausarzt sein, der seinen Patienten dann je nach Verdacht möglicherweise an einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder einen Facharzt für Nervenerkrankungen (Neurologe) überweisen wird. Je früher der Arzt Form und Ursache der Lähmung feststellen und mit einer Therapie beginnen kann, umso besser stehen die Chancen, dass die Störung vollständig zurückgeht.

Bestehen Anzeichen für einen Schlaganfall wie plötzlich auftretende Seh- und Sprachprobleme, einseitige Lähmungserscheinungen, starke Kopfschmerzen und andere (siehe oben und Link: Ratgeber "Schlaganfall (Apoplex)"), unverzüglich den Rettungsdienst (Notrufnummer 112) kontaktieren. Der Betroffene muss so rasch wie möglich in ein Krankenhaus - am besten in eine Klinik mit einer Schlaganfallstation (Stroke Unit).

Ebenso ist es wichtig, bei anhaltendem oder wiederkehrendem Taubheitsgefühl einen Arzt aufzusuchen, um die genaue Ursache festzustellen und eine angemessene Behandlung zu erhalten.

Vorbeugung

Um Taubheitsgefühlen im Ohr und in der Wange vorzubeugen, sollten Sie ein paar Tipps beachten. Achten Sie zunächst auf eine ausgewogene Ernährung, die reich an Vitaminen und Mineralstoffen ist. Stress kann auch zu Taubheitsgefühlen führen. Regelmäßige Bewegung fördert die Durchblutung und kann somit ebenfalls vorbeugend wirken. Wenn Sie rauchen, denken Sie über einen Rauchstopp nach.

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