Taumea bei Neuralgien: Erfahrungen, Anwendung und Alternativen

Neuralgien, gekennzeichnet durch heftige Nervenschmerzen, können den Alltag erheblich beeinträchtigen. Viele Betroffene suchen nach wirksamen Behandlungsmethoden, wobei auch homöopathische Arzneimittel wie Taumea in Betracht gezogen werden. Dieser Artikel beleuchtet die Anwendung von Taumea bei Neuralgien, analysiert Erfahrungsberichte und stellt alternative Behandlungsansätze vor.

Was ist Taumea?

Taumea ist ein rezeptfreies, homöopathisches Arzneimittel, das zur Behandlung von Schwindelbeschwerden eingesetzt wird. Es enthält einen Dual-Komplex aus zwei natürlichen Wirkstoffen: Anamirta cocculus (Scheinmyrte) und Gelsemium sempervirens (Gelber Jasmin). Anamirta cocculus soll Schwindelgefühle und Übelkeit lindern, während Gelsemium sempervirens beruhigend auf das Nervensystem wirken und Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen, Benommenheit und Angstgefühle mildern soll.

Taumea bei Neuralgien: Gibt es einen Zusammenhang?

Obwohl Taumea primär zur Behandlung von Schwindel zugelassen ist, stellt sich die Frage, ob es auch bei Neuralgien eingesetzt werden kann. Die Hersteller weisen darauf hin, dass Taumea auf homöopathischen Arzneimittelbildern basiert. Dies bedeutet, dass die Anwendung sich an den Symptomen orientiert, die durch die enthaltenen Wirkstoffe im Rahmen einer homöopathischen Arzneimittelprüfung hervorgerufen werden.

Es gibt keine spezifischen Studien, die die Wirksamkeit von Taumea bei Neuralgien belegen. Einige Anwender berichten jedoch von positiven Erfahrungen, insbesondere im Zusammenhang mit Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen oder Nervosität, die bei Neuralgien auftreten können.

Anwendung und Dosierung von Taumea

Die Einnahme von Taumea erfolgt in Form von Tropfen oder Tabletten.

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  • Tropfen: Bei akuten Zuständen werden alle halbe bis ganze Stunde 5 Tropfen eingenommen, maximal 6-mal täglich. Bei chronischen Beschwerden empfiehlt sich die Einnahme von 3-mal täglich 5 Tropfen.
  • Tabletten: Bei akuten Zuständen wird alle halbe bis ganze Stunde 1 Tablette eingenommen, maximal 6-mal täglich.

Taumea sollte unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Es wird empfohlen, 15 Minuten vor und nach der Einnahme nicht zu essen, zu rauchen, Zähne zu putzen oder zu trinken, um die Aufnahme der Wirkstoffe über die Mundschleimhaut nicht zu beeinträchtigen.

Erfahrungen mit Taumea bei Neuralgien

Die Erfahrungen mit Taumea bei Neuralgien sind unterschiedlich. Einige Anwender berichten von einer Linderung der Beschwerden, insbesondere im Hinblick auf Begleitsymptome wie Kopfschmerzen, Nervosität und Übelkeit. Andere Anwender verspüren keine oder nur eine geringe Wirkung.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Wirkung von homöopathischen Arzneimitteln individuell unterschiedlich sein kann und von verschiedenen Faktoren abhängt, wie beispielsweise der individuellen Empfindlichkeit, der Art der Neuralgie und der Begleitmedikation.

Mögliche Nebenwirkungen und Kontraindikationen

Taumea gilt als gut verträglich. Es sind keine bekannten Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bekannt. Bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber einem der Inhaltsstoffe sollte das Produkt jedoch nicht angewendet werden.

In der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern unter 12 Jahren sollte Taumea nur nach Rücksprache mit einem Arzt angewendet werden.

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Alternativen zu Taumea bei Neuralgien

Bei Neuralgien stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, die je nach Ursache und Schweregrad der Erkrankung eingesetzt werden können.

  • Schmerzmittel: Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac können bei leichten bis mittelschweren Schmerzen eingesetzt werden. Bei stärkeren Schmerzen können Opioide erforderlich sein.
  • Antikonvulsiva: Medikamente wie Carbamazepin oder Gabapentin werden häufig zur Behandlung von Neuralgien eingesetzt, da sie die Nervenaktivität reduzieren können.
  • Antidepressiva: Bestimmte Antidepressiva, wie Amitriptylin oder Duloxetin, können ebenfalls zur Schmerzlinderung bei Neuralgien eingesetzt werden.
  • Lokalanästhetika: Lidocain-Pflaster oder -Cremes können lokal aufgetragen werden, um die Schmerzen zu lindern. Injektionen mit Lokalanästhetika können ebenfalls in Betracht gezogen werden.
  • Physiotherapie: Physiotherapeutische Maßnahmen können helfen, die Muskeln zu entspannen und die Beweglichkeit zu verbessern.
  • Alternative Therapien: Akupunktur, Neuraltherapie oder Entspannungsverfahren können ebenfalls zur Schmerzlinderung beitragen.
  • Operation: In einigen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um die Ursache der Neuralgie zu beseitigen oder den Nerv zu entlasten.

Es ist wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache der Neuralgie abzuklären und die geeignete Behandlungsmethode zu finden.

Kritik an Kombinationspräparaten und rezeptfreien Medikamenten

Es ist wichtig zu beachten, dass Stiftung Warentest viele Kombinationspräparate kritisch bewertet. Diese enthalten oft mehrere Wirkstoffe, die sich nicht sinnvoll ergänzen oder unerwünschte Nebenwirkungen verursachen können. So werden beispielsweise Erkältungsmittel wie "Grippostad C Kapseln" kritisiert, da sie Paracetamol, Chlorphenamin, Koffein und Vitamin C enthalten. Laut Warentest ist diese Kombination "nicht sinnvoll", da das Antihistaminikum müde machen würde und sich über das Blut im ganzen Körper verteile, während es nur lokal wirken soll, indem es die Nasenschleimhaut abschwellen soll.

Auch Schmerzmittel wie "Neuralgin" und "Thomapyrin", die auf den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Koffein basieren, werden kritisiert. Der Wachmacher Koffein könne den Patienten dazu verleiten, die Mittel zu oft und zu lange einzunehmen, warnt Warentest. Die Kombination zweier Schmerzmittel biete zudem "keinen zusätzlichen therapeutischen Nutzen", berge aber das Risiko "unterschiedlicher unerwünschter Wirkungen".

Es ist daher ratsam, bei der Einnahme von rezeptfreien Medikamenten kritisch zu sein und sich von einem Arzt oder Apotheker beraten zu lassen.

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Traumeel als Alternative bei Beschwerden des Bewegungsapparates

Traumeel ist ein weiteres homöopathisches Arzneimittel, das bei entzündlichen oder degenerativen Erkrankungen des gesamten Bewegungsapparates Anwendung findet. Es enthält eine Reihe pflanzlicher Inhaltsstoffe in homöopathischen Dosen und soll den Organismus zur Selbstheilung anregen.

Traumeel wird häufig bei Verstauchungen, Verrenkungen, Prellungen, Blut- und Gelenkergüssen, Sehnenscheiden- und Schleimbeutelentzündungen, Arthrosen und Tennisarm eingesetzt. Auch bei Knochenbrüchen und nach Operationen oder Verletzungen wird Traumeel wegen seiner abschwellenden Wirkkomponenten eingesetzt.

Generell sind bei homöopathischen Arzneimitteln durch die extrem niedrige Dosierung keine Nebenwirkungen im klassischen Sinn zu erwarten. Ein typisches Phänomen ist aber auch bei der Traumeel-Anwendung die sogenannte Erstverschlimmerung - das heißt: Die Beschwerden können zu Beginn der Behandlung sogar zunehmen.

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