Telefonnummer sperren: Nervige Spam-Anrufe und Betrugsversuche effektiv blockieren

Spam-Anrufe und -Nachrichten sind heutzutage leider weit verbreitet und können extrem nerven. Irgendeine Hotline ruft wieder an, und schon wieder landet eine SMS mit einer ominösen Paketbenachrichtigung auf dem Smartphone. Unbekannte Nummern können richtig lästig sein. Ist die eigene Nummer einmal auf der Liste von Betrügern gelandet, wird man die nervigen Attacken nur schwer wieder los. Glücklicherweise bieten sowohl Android als auch iOS unterschiedliche Möglichkeiten, unbekannte oder ungewollte Kontakte zu blockieren, um sich vor unerwünschten Anrufen und potenziellen Gefahren zu schützen.

Kontakte auf dem Android-Smartphone blockieren

Android-Nutzer haben verschiedene Optionen, um sich vor unerwünschten Anrufen zu schützen:

1. Methode: Einzelne Kontakte blockieren

  1. Öffnen Sie auf Ihrem Android-Gerät die Telefon-App und dann unter "Letzte" die Anruf-Liste.
  2. Tippen Sie dann auf einen Anrufer, dessen Nummer Sie blockieren wollen.
  3. Wählen Sie nun einen Kontakt oder eine nicht eingespeicherte Nummer aus, die Sie blockieren möchten.
  4. Nun fragt das Betriebssystem, ob Sie die Nummer wirklich blockieren möchten - bestätigen Sie mit "Blockieren".
  5. Außerdem gibt es die Möglichkeit, die Nummer als Spam zu melden. Das kann dabei helfen, diesen Absender als nicht vertrauenswürdig zu erkennen und zu sperren.

2. Methode: Anrufe unbekannter Nummern blockieren

Spam-Anrufe und -Nachrichten kommen in der Regel von unbekannten Nummern. Es gibt in Android die Möglichkeit, diese von vornherein zu blockieren. Viele Android-Hersteller bieten zudem zusätzliche Funktionen zum Blockieren von Nummern an. Die genaue Vorgehensweise kann je nach Hersteller variieren.

Kontakte auf dem iPhone blockieren

Auch iOS-Nutzer können sich effektiv gegen Spam-Anrufe wehren:

1. Methode: Einzelne Kontakte blockieren

  1. Öffnen Sie die Telefon-App und klicken Sie auf den Reiter "Anrufliste".
  2. Scrollen Sie nun bis ans Seitenende und klicken Sie auf "Anrufer blockieren".
  3. Auf einem iOS-Gerät müssen Sie die betroffene Nummer erst einmal einspeichern. Erst dann können Sie sie in Ihrer Kontaktliste blockieren.

2. Methode: Blockierte Kontakte verwalten

Wie auch bei Android kann man in den Telefon-Einstellungen auch die Liste "Blockierte Kontakte" pflegen.

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Anrufblocker und Community-basierte Sperrlisten

Ist Ihre Telefonnummer in die Hände von dubiosen Adresshändlern gelangt, erhalten Sie nervige Werbeanrufe. Stromrechnung optimieren, bei der Beratung einer Solaranlage unterstützen oder schon wieder einen Hauptgewinn ankündigen, Werbeanrufe können ziemlich nerven. Ist die eigene Telefonnummer mal in die Fänge von Adresshändlern geraten, stehen Telefon und Handy nicht mehr still. Hier helfen Anrufblocker weiter, die Ihnen bekannte Spam-Nummern vom Hals halten. Eine Option ist dabei der kostenlose Dienst PhoneBlock. Er umfasst eine von Community gepflegte Liste mit Telefonnummern, die unter Spam-Verdacht stehen.

PhoneBlock nutzen

Sie haben verschiedene Möglichkeiten, PhoneBlock zu nutzen:

  • FritzBox: Sie können die Telefonliste als Sperrliste zentral auf der FritzBox einrichten. Das ist der Königsweg für Festnetzanschlüsse. So kann die FritzBox automatisch alle unerwünschten Anrufer blockieren. Die Sperrliste aktualisiert sich jede Nacht automatisch.
  • Android: Sie können den kostenlosen PhoneBlock-Dienst auch auf einem Android-Handy nutzen. Dazu wird die kostenlose App PeopleSync empfohlen. Jedoch werden Spam-Nummern hier nur als solche angezeigt, die Anrufe aber nicht blockiert.
  • iPhone: Unter iOS klappt die Einrichtung von PhoneBlock ohne Zusatz-App. Auch hier sehen Sie auf den ersten Blick, wenn Werbeanrufe eintrudeln, blockiert werden sie aber nicht aktiv.

Das Tolle an PhoneBlock ist, dass der Dienst aktuell kostenlos bereitgestellt wird. Damit das aber funktioniert, ist die Mitarbeit der Nutzer nötig. Erhalten Sie trotz PhoneBlock einen unerwünschten Anruf, erstellen Sie dafür einen Eintrag im PhoneBlock-Adressbuch direkt auf Ihrer FritzBox. PhoneBlock will der Spam-Filter für Ihr Telefon sein.

PhoneBlock in der FritzBox einrichten

Unerwünschte Anrufe können über die FritzBox blockiert werden. Über unsere Web-App kommen Sie zum PhoneBlock-Dienst, für den Sie sich zuerst ein kostenloses Nutzerkonto holen müssen. Hat das geklappt, spuckt PhoneBlock drei wichtige Angaben aus, die Sie zur Einrichtung brauchen:

  • Server-Adresse: Dreh- und Angelpunkt von PhoneBlock ist das Verzeichnis der Sperrnummern, das über einen CardDAV-Server bereitgestellt wird.
  • Benutzername: Das ist Ihr Benutzername für die Anmeldung.
  • Passwort: Ein vom Anbieter vergebenes Passwort.

Am besten speichern Sie diese Daten in einem Passwortmanager wie Bitwarden ab. Melden Sie sich zur Einrichtung von PhoneBlock an Ihrer heimischen FritzBox an, links im Menü klicken Sie erst auf "Telefonie" und dann auf "Telefonbuch":

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  1. Klicken Sie rechts auf "Neues Telefonbuch"
  2. Tragen Sie als Namen "Blocklist" ein und wählen Sie "Telefonbuch eines Online-Anbieters nutzen" aus.
  3. Unter "Anbieter" stellen Sie "CardDAV-Anbieter" ein und tragen die oben gespeicherten Anmeldedaten ein.
  4. Bestätigen Sie mit "Ok".

Das neue Telefonbuch "Blocklist" sollte jetzt in der Telefonbuchübersicht der FritzBox auftauchen.

Der eigentliche Trick kommt jetzt, unter "Telefonie" und "Rufbehandlung" steuern Sie den Punkt "Rufnummernbereiche sperren" an.

  1. Klicken Sie auf "Bereich hinzufügen".
  2. Wählen Sie bei "Bereich" den Eintrag "Telefonbuch" aus und bei "Telefonbuch" dann "Blocklist".
  3. In FritzOS 8 werden diese Punkte leicht umbenannt, Sie müssen dort "Gesamtes Telefonbuch" auswählen und "an allen Rufnummern", darunter dann "Blocklist".

Sollten manche Werbeanrufe nicht blockiert werden, können Sie diese unter "Anrufe" über "Zum Telefonbuch hinzufügen" als neuen Eintrag in der "Blocklist" anlegen. Wichtig: Diese Einträge werden mit allen anderen PhoneBlock-Nutzern geteilt. Es sollten also nur tatsächliche Spam-Nummern hinzugefügt werden.

Wer den nervigen Nachbarn sperren will, sollte das lokal in der FritzBox machen. PhoneBlock hält Ihnen auch den Rücken frei, wenn Sie nicht im heimischen WLAN hinter der FritzBox sitzen. Android-Nutzer brauchen die kostenlose App PeopleSync als Helfer, iPhone-Nutzer kommen mit Bordmitteln aus.

Gefährliche Spam-Nummern und aktuelle Betrugsmaschen

Anrufe von unbekannten Nummern sind nicht nur nervig, sondern können auch gefährlich sein. Dahinter verbergen sich nicht selten Betrüger. Mit Spam-Anrufen wollen Betrüger an Ihre Daten und Ihr Geld. Besonders beliebt sind Kostenfallen mit Abos. Viele der nervigen Anrufe stammen aus Düsseldorf und den Niederlanden.

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Ein ständig klingelndes Handy kann erheblichen Stress verursachen, vor allem wenn Telefonieren nicht zu Ihren Lieblingsbeschäftigungen gehört. Schneller als Sie lieb ist, arten die Anrufe von unbekannten Nummern in Telefonterror aus und rauben Ihnen den letzten Nerv. Zudem können die Spam-Anrufe gefährlich werden, wenn Sie die Telefonbetrüger gekonnt mit ihrer Redekunst in die Falle locken. Damit Sie Ihre Ruhe vor derartigen Anrufen haben und keiner Masche auf den Leim geht, sollten Sie bekannte Spam-Nummern bereits im Vorfeld blockieren.

Im Zuge einer neuen Masche rufen beziehungsweise schreiben Sie Kontakte aus Indien (Vorwahl +91), Indonesien (Vorwahl +62) und Malaysia (Vorwahl +60) an.

Verhalten bei verdächtigen Anrufen

Trotz Sicherheitsvorkehrungen kann es dennoch passieren, dass Sie ein Betrüger anruft und Sie den Hörer abnehmen. Finden Sie sich in solch einer Situation wieder, müssen Sie unbedingt ein paar Grundregeln beachten:

  • Geben Sie niemals Ihre persönlichen Daten preis und bestätigen Sie auch keine Informationen des Gesprächspartners.
  • Zudem empfehlen wir, das Wort "Ja" zu vermeiden. Telefonbetrüger sind dafür bekannt, die Anrufe auszeichnen. Mit einer Aufnahme Ihrer Bestätigung, können sie das Wort aus dem Kontext schneiden und Ihnen so beispielsweise eine Vertragszustimmung unterjubeln.

Zusätzliche Tools und Maßnahmen

Zusätzliche Abhilfe beim Kampf gegen Spam-Anrufe kann eine kostenlose App von "Das Örtliche Telefonbuch" schaffen. Sie verfügt über eine Rückwärtssuche, eine automatische Anruf-Erkennung und Spam-Schutz.

Weitere Tipps zur Vermeidung von Spam-Anrufen

  • Anrufschutz von Tellows: Wenn Sie Zuhause ein Festnetztelefon nutzen, empfehlen wir den Anrufschutz von tellows. Dieser beinhaltet ein passendes Telefonbuch, basierend auf den tellows Scorelisten. Die als unseriös eingestuften Telefonnummern werden als solche erkannt und automatisch blockiert.
  • Sperre über den Anbieter: Viele Mobilfunkanbieter wie die Telekom oder Vodafone ermöglichen es Ihnen, im Online-Kundencenter eigene Sperrlisten ("Negativlisten") anzulegen. Der Vorteil: Der Anruf wird schon im Netz abgefangen und erreicht Ihr Gerät gar nicht erst.
  • Router als Türsteher nutzen: Moderne Router, allen voran die FRITZ!Box, bieten umfangreiche Anruffilter fürs Festnetz. Sie können hier direkt alle anonymen Anrufe abweisen oder Positivlisten ("Whitelists") für wichtige Kontakte anlegen, die Sie immer erreichen sollen.
  • Spam-Anrufe melden: Melden Sie belästigende Anrufe konsequent der Bundesnetzagentur.

Spam-Anrufe erkennen: Typische Anzeichen

Betrüger nutzen verschiedene Maschen, um Sie in die Falle zu locken. Achten Sie auf diese typischen Anzeichen, um einen Spam-Anruf schnell zu entlarven:

  • Ping-Anrufe: Das Telefon klingelt nur ein einziges Mal. Die Betrüger hoffen auf Ihren teuren Rückruf ins Ausland.
  • Verzögerung nach dem Abheben: Heben Sie ab, hören Sie erst eine kurze Stille oder ein Knacken in der Leitung, bevor sich jemand meldet. Das ist ein Zeichen dafür, dass ein Wählcomputer Sie automatisch angerufen hat.
  • Spoofing: Im Display erscheint eine scheinbar bekannte Rufnummer, etwa von einer Behörde oder Ihrer Bank. Betrüger fälschen ihre Kennung technisch, um Ihr Vertrauen zu erschleichen.

Die Gefahren von Spam-Anrufen

Während manche Anrufe nur nerven, stellen andere ein erhebliches Risiko dar. Die möglichen Folgen reichen von finanziellem Verlust durch erschlichene Bankdaten bis hin zum Identitätsdiebstahl, bei dem Täter Ihre persönlichen Daten für kriminelle Zwecke missbrauchen. Ein weiteres Risiko ist die Installation von Schadsoftware auf Ihrem Computer oder Smartphone, oft getarnt als Anruf eines angeblichen IT-Mitarbeiters. Nicht zu unterschätzen ist auch der Stress, den pausenlose Anrufe verursachen können.

Unbekannte Anrufer abwehren: Die effektivste Methode

Die wirksamste Waffe gegen die meisten Spam-Anrufe, insbesondere gegen das erwähnte "Spoofing", ist die pauschale Sperre für alle unbekannten Nummern.

Auf dem iPhone: Aktivieren Sie unter "Einstellungen" -> "Telefon" den Schalter "Unbekannte Anrufer stummschalten". Aktivieren Sie hier die Option "Unbekannt". Die Anrufe werden dann abgewiesen, bevor Ihr Handy überhaupt klingelt.

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