Peter Hofmann, geboren am 22. August 1944 in Marienbad, war ein vielseitiger Künstler, der sowohl in der Opernwelt als auch in der Rockmusik Erfolge feierte. Sein Leben war geprägt von Triumphen auf den großen Bühnen der Welt, aber auch von persönlichen Schicksalsschlägen, insbesondere seiner Parkinson-Erkrankung. Er starb am 29. November im Alter von 66 Jahren in einem Klinikum in Selb an den Folgen einer Lungenentzündung.
Frühe Jahre und sportliche Erfolge
Hofmann wuchs in Darmstadt auf und begann seine musikalische Laufbahn als Sänger und Gitarrist in einer Rock'n'Roll-Band. Bereits in jungen Jahren zeigte er sein sportliches Talent und wurde mehrfach hessischer Jugendmeister im Zehnkampf. Nach seinem Dienst bei der Bundeswehr, wo er als Fallschirmjäger tätig war, begann er ein Gesangsstudium an der Musikhochschule Karlsruhe.
Durchbruch in der Opernwelt
Sein Operndebüt gab Hofmann 1972 am Theater Lübeck als Tamino in Mozarts "Zauberflöte". Ab 1974 war er für zwei Spielzeiten am Opernhaus Wuppertal engagiert. 1976 feierte er seinen internationalen Durchbruch bei den Bayreuther Festspielen als Siegmund in Richard Wagners "Die Walküre" unter der musikalischen Leitung von Pierre Boulez. Diese Rolle etablierte ihn als einen der führenden Wagner-Tenöre seiner Zeit.
"Siegmund heiß' ich und Siegmund bin ich!" - Mit diesem Ausruf verkörperte Peter Hofmann den Siegmund in Patrice Chéreaus Bayreuther "Ring"-Inszenierung, einer Aufführung, die ihn international bekannt machte.
In Bayreuth sang er bis 1988 auch Lohengrin, Tristan und Walther von Stolzing in den "Meistersingern von Nürnberg". Hofmann gastierte an den wichtigsten Opernhäusern der Welt, darunter die Opéra Garnier in Paris und die Metropolitan Opera in New York. Er galt als "schönster Lohengrin aller Zeiten".
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Ausflüge in die Rockmusik
Parallel zu seiner Opernkarriere widmete sich Hofmann der Rockmusik. 1982 startete er mit seiner Platin-gekrönten LP "Rock Classics" eine zweite Karriere als Popsänger. Er präsentierte seine eigene Show mit dem Titel "Hofmanns Träumereien" und tourte mit internationalen Rock-Hits, Elvis-Presley-Titeln, deutschsprachigen Songs und später auch Country-Musik durch Europa. Seine Ausflüge in die U-Musik wurden von Kritikern teilweise mit Häme kommentiert, doch sein Publikum feierte ihn für seine Vielseitigkeit.
Bereits das erste Album Rock Classics erhielt nach kurzer Zeit Doppel-Platin. Die Alben Unsre Zeit, Peter Hofmann 2, Monuments und Rock Classics Vol. 2 wurden in Deutschland mit Gold ausgezeichnet. Das letztgenannte Album erlangte auch in Österreich Goldstatus.
"Das Phantom der Oper" und spätere Karriere
1990 übernahm Hofmann die Titelrolle in Andrew Lloyd Webbers Musical "Das Phantom der Oper" in Hamburg. Er spielte die Rolle in rund 300 Vorstellungen und erntete großen Erfolg. Der Soundtrack wurde zum erfolgreichsten deutschen Musical-Tonträger.
1997 wirkte er als Old Firehand bei den Bad Segeberger Karl-May-Festspielen mit.
Parkinson-Erkrankung und Rückzug
1994 zeigten sich erste Symptome der Parkinson-Erkrankung, die Hofmann zunächst mit Sport und Medikamenten zu bekämpfen suchte. Im August 1999 bekannte er sich öffentlich zu seiner Krankheit. Trotz seiner Erkrankung startete er im Oktober 1999 noch eine Deutschland-Tournee mit Anna Maria Kaufmann mit Stücken aus dem Musical "Das Phantom der Oper".
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"Parkinson. Diese Krankheit passt nicht zu mir. Diese Krankheit passt zu niemandem": So überschrieb er sein Engagement für die Parkinson-Forschung, in der Hoffnung, dass die Schüttellähmung "schon bald niemandem mehr Grenzen setzen muss". Seinen täglichen Kampf gegen die Krankheit beschrieb er mit den Worten: "Sie stört und zerstört. Sie setzt immer enger werdende Grenzen."
Aufgrund seiner fortschreitenden Erkrankung gab Hofmann 2004 offiziell das Ende seiner Karriere bekannt.
Persönliches Leben
Peter Hofmann war dreimal verheiratet. Aus seiner ersten Ehe stammen zwei Söhne. Von 1983 bis 1990 war er mit der amerikanischen Sängerin Deborah Sasson verheiratet. 2007 heiratete er seine Physiotherapeutin Sabine Zimmerer, mit der er eine Tochter hatte.
In seinen letzten Jahren lebte Hofmann zurückgezogen in einer kleinen Gemeinde am Rand des Fichtelgebirges. Er engagierte sich für die Parkinson-Forschung und versuchte, anderen Betroffenen Mut zu machen.
Vermächtnis
Peter Hofmann war ein Ausnahmekünstler, der mit seiner Stimme und seiner Bühnenpräsenz ein breites Publikum begeisterte. Er schaffte den Spagat zwischen Oper und Rockmusik und prägte eine ganze Generation von Sängern. Trotz seiner schweren Erkrankung verlor er nie seinen Lebensmut und seinen Optimismus. Er bleibt in Erinnerung als ein vielseitiger Künstler und ein Kämpfer gegen die Parkinson-Krankheit.
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In der Stadtbücherei Kemnath ist ihm ein Gedenkraum gewidmet. Gezeigt werden zahlreiche Fotos, ein Gemälde, das ihn als Siegmund in Bayreuth zeigt, die erste seiner vielen Goldenen Schallplatten sowie eine DVD-Dokumentation.