Die Teufelskralle (Harpagophytum procumbens), eine traditionelle Heilpflanze aus Südafrika und Namibia, erfreut sich aufgrund ihrer potenziellen entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften auch in Europa wachsender Beliebtheit. Ihren Namen verdankt sie ihren ungewöhnlich geformten Früchten mit kräftigen Widerhaken. Medizinisch werden vor allem die unterirdisch wachsenden Speicherwurzeln verwendet.
Inhaltsstoffe und ihre potenzielle Wirkung
Die wirksamen Inhaltsstoffe der Teufelskralle befinden sich in den sekundären Speicherwurzeln. Dazu gehören:
- Bitterstoffe (Iridoide): Insbesondere Harpagosid, dem entzündungshemmende, abschwellende und schmerzlindernde Wirkungen zugeschrieben werden. Es verleiht Teeaufgüssen einen bitteren Geschmack.
- Phenolglykoside
- Kohlenhydrate
Es wird vermutet, dass das Harpagosid eine Rolle spielt, jedoch sind noch nicht alle wirksamen Bestandteile vollständig entschlüsselt.
Anwendungsgebiete der Teufelskralle
Traditionell wird die Teufelskralle bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt. Der Ausschuss für pflanzliche Arzneiprodukte (HMPC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) kommt zu dem Schluss, dass sich Präparate aus Teufelskrallen-Wurzel aufgrund ihrer langjährigen Verwendung zur Anwendung bei leichten Gelenkschmerzen, Verdauungsstörungen und Appetitlosigkeit eignen.
Gelenkschmerzen: Extrakte aus Teufelskrallenwurzel zeigen in Laborversuchen entzündungshemmende und schmerzlindernde Effekte. Viele Menschen wenden Teufelskralle aufgrund dieser potenziellen Wirkungen gegen Arthrose an. Eine systematische Übersichtsarbeit hat zudem die Studienlage für Teufelskralle bei Schmerzen im unteren Rücken untersucht. Die verfügbaren Daten sind vielversprechend: Täglich eingenommene Teufelskralle-Präparate können bei Schmerzen im unteren Rücken eine lindernde Wirkung haben und den Gebrauch von Akut-Schmerzmitteln reduzieren.
Lesen Sie auch: Natürliche Hilfe bei Nervenschmerzen
Verdauungsbeschwerden: Die in der Wurzel enthaltenen Bitterstoffe regen die Verdauung an und steigern den Appetit.
Weitere traditionelle Anwendungen: In der südafrikanischen Volksmedizin wird die Teufelskralle traditionell bei Verdauungsbeschwerden, Furunkeln, Hautverletzungen, als Abführmittel, zur Behandlung von Geschwüren oder zur Linderung von Schmerzen verwendet. Volkstümlich wird sie in Europa auch bei Arthritis, Stoffwechselerkrankungen, Allergien, Gallenproblemen, Leberbeschwerden sowie Blasen- und Nierenleiden eingesetzt.
Teufelskralle bei Nervenschmerzen
Neueren klinischen Studien zufolge verschafft die Teufelskralle auch Linderung bei verschiedenen Arten von Rückenschmerzen, Weichteilrheumatismus und Nervenschmerzen.
Anwendung und Dosierung
Teufelskralle ist in verschiedenen Formen erhältlich:
- Tee: Geeignet bei Verdauungsbeschwerden. Für einen Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel der Teufelskralle mit kochendem Wasser und lässt den Tee schließlich für fünf Stunden ziehen. Dieser kann bis zu dreimal täglich eingenommen werden.
- Fertigarzneimittel: Kapseln, Dragees, Tabletten und Tropfen zur innerlichen Anwendung. Salben, Cremes und Gele mit Teufelskralle zur äußerlichen Anwendung.
- Tinkturen und Salben: Die Wurzeln der Teufelskralle können zur Herstellung von Tees, Tinkturen und Salben genutzt werden.
Wer Teufelskralle versuchsweise gegen Arthrosebeschwerden einnimmt, sollte wissen: Die potenziellen Effekte treten erst nach mehreren Wochen ein. Gegen akute Schmerzen eignet sich die Pflanze nicht. Zudem zeigen die Studien, die zu positiven Ergebnissen gekommen sind, dass eine hohe Dosierung nötig ist, damit sich überhaupt eine Wirkung bemerkbar macht. Sie sollten Teufelskrallenzubereitungen daher als Fertigarzneimittel einnehmen. Ein Tee enthält viel zu geringe Mengen der potenziell wirksamen Stoffe, um gegen Gelenkschmerzen helfen zu können.
Lesen Sie auch: Hüft-TEP und Nervenschmerzen
Die jeweilige Packungsbeilage informiert Sie über die richtige Dosierung und Anwendungsdauer der Präparate mit Teufelskralle. Sie können dazu auch Ihren Arzt oder Ihre Apothekerin befragen. Bei Gelenksarthrose (Osteoarthrose) wird empfohlen, Teufelskralle unter ärztlicher Aufsicht mindestens zwei bis drei Monate anzuwenden.
Worauf ist bei der Einnahme zu achten?
- Nebenwirkungen: Teufelskrallenwurzel kann Übelkeit, Bauchschmerzen und Durchfall auslösen. Auch zu Kopfschmerzen, Schwindel und allergischen Reaktionen kann es kommen. Bei rund drei Prozent der mit Teufelskralle behandelten Personen kam es Studien zufolge zu milden Nebenwirkungen, zumeist im Bereich des Magen-Darm-Trakts. Sehr selten reichen die Überempfindlichkeitsreaktionen bis zu einem anaphylaktischen Schock.
- Wechselwirkungen: Teufelskralle kann Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben, darunter nichtsteroidale Antirheumatika (Ibuprofen, Celecoxib, Feldene), Blutverdünner und Medikamente, die Magensäure reduzieren sollen.
- Gegenanzeigen: Wer an einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür leidet, sollte das Heilkraut nicht anwenden. Auch bei Gallenleiden, Magen- oder Herzproblemen und Diabetes sollten Sie die Heilpflanze nur nach ärztlicher Rücksprache anwenden. Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte die Teufelskralle nicht eingenommen werden. Ebenso bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren. Kinder unter 12 Jahren sollten das Arzneimittel in der Regel nicht anwenden.
- Hinweis: Bei akuten Zuständen, die z. B. mit Rötung, Schwellung oder Überwärmung von Gelenken einhergehen, sowie andauernden Beschwerden ist ein Arzt aufzusuchen.
Teufelskralle-ratiopharm® 480 mg Filmtabletten
Teufelskralle-ratiopharm® 480 mg Filmtabletten können zur Linderung von Gelenkschmerzen und Entzündungen eingesetzt werden, die durch Arthrose oder Arthritis hervorgerufen werden. Sie zeichnen sich durch ihre gute Verträglichkeit aus und können daher auch über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Die Filmtabletten sind für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren geeignet. Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Fazit
Extrakte aus Teufelskralle sind pflanzliche Wirkstoffe mit langer Tradition und einem vielversprechenden Potenzial bei entzündlichen Erkrankungen des Bewegungsapparats. Präparate mit Harpagophytum procumbens können die klassische Therapie von Arthrose, Rückenschmerzen und rheumatischen Gelenkschmerzen in bestimmten Fällen sinnvoll ergänzen. Klären Sie am besten mit dem Arzt ab, ob es in Ihrem Fall sinnvoll ist, ein Präparat mit Teufelskralle anzuwenden. Das pflanzliche Mittel kann nicht die Standardtherapie ersetzen, sondern diese höchstens ergänzen.
Lesen Sie auch: Nervenschaden nach Zahnbehandlung: Symptome und Therapie
tags: #teufelskralle #bei #nervenschmerzen