Teufelskralle bei eingeklemmtem Nerv: Wirkung, Anwendung und weitere Therapieansätze

Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit, die viele Ursachen haben kann. Eine davon ist ein eingeklemmter Nerv, der oft mit starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verbunden ist. Neben konventionellen Behandlungsmethoden wie Schmerzmitteln und Physiotherapie gibt es auch pflanzliche Alternativen, wie die Teufelskralle, die bei der Linderung der Beschwerden helfen kann.

Rückenschmerzen: Eine verbreitete Volkskrankheit

Rückenschmerzen sind ein weit verbreitetes Gesundheitsproblem, das die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann. Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI) hatten 61,3 % der Bevölkerung innerhalb der letzten 12 Monate mindestens einmal Rückenschmerzen. Besonders bedenklich ist, dass etwa ein Sechstel der Befragten (15,5 %) an chronischen Rückenschmerzen leidet.

Rückenschmerzen können in jedem Wirbelsäulenabschnitt auftreten, am häufigsten jedoch im Lendenbereich. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von Verletzungen und Abnutzungserscheinungen über Überlastung und Fehlhaltungen bis hin zu rheumatischen Erkrankungen und eingeklemmten Nerven.

Ursachen für Rückenschmerzen

Die Ursachen für Rückenschmerzen sind vielfältig:

  • Muskelverspannungen: Verhärtete Muskeln können die umliegenden Nervenfasern reizen und Schmerzen verursachen. Muskelverspannungen sind die häufigste Ursache für Rückenschmerzen.
  • Fehlstellungen der Wirbelsäule: Skoliose oder andere Fehlstellungen können zu einer ungleichmäßigen Belastung der Wirbelsäule und damit zu Schmerzen führen.
  • Bandscheibenvorfall: Verlagerungen der Bandscheibe im unteren Rückenbereich können auf Nerven drücken und starke Schmerzen verursachen, die bis in die Beine ausstrahlen.
  • Nervenreizungen: Kühle Zugluft, Nässe oder Erkältungen können Nervenreizungen verursachen.
  • Nervenentzündungen: Infektionen wie Gürtelrose (Herpes zoster) können Nervenentzündungen verursachen.
  • Nervenschädigungen: Chronische Krankheiten wie Diabetes oder Rheuma sowie Verletzungen wie Knochenbrüche können Nervenschädigungen verursachen.

Der Ischiasnerv als häufige Ursache für Rückenschmerzen

Besonders häufig ist der Ischiasnerv Auslöser für Rückenschmerzen. Der Ischiasnerv versorgt den Gesäßbereich sowie die Beine. Bei einer Reizung des Ischiasnervs können Schmerzen, Kribbeln oder Taubheitsgefühle in den Beinen auftreten.

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Was passiert bei einem eingeklemmten Nerv?

Ein eingeklemmter Nerv entsteht, wenn ein Nerv durch umliegendes Gewebe, wie Knochen, Knorpel, Muskeln oder Sehnen, eingeengt wird. Dieser Druck kann die Nervenfunktion stören und zu Schmerzen, Taubheit, Kribbeln oder Muskelschwäche führen. Ein eingeklemmter Nerv kann in verschiedenen Bereichen des Körpers auftreten, einschließlich des Rückens.

Symptome eines eingeklemmten Nervs im Rücken

Die Symptome eines eingeklemmten Nervs im Rücken können je nach Lage und Schweregrad der Einklemmung variieren. Häufige Symptome sind:

  • Stechender, brennender Schmerz, der in den Rücken, das Gesäß oder die Beine ausstrahlen kann
  • Taubheitsgefühl oder Kribbeln im Rücken, Gesäß oder den Beinen
  • Muskelschwäche in den Beinen
  • Schmerzen, die sich bei bestimmten Bewegungen oder Positionen verschlimmern
  • Gefühl, dass der Fuß "einschläft"

Teufelskralle: Eine pflanzliche Hilfe bei Rückenschmerzen

Die Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) ist eine Pflanze aus der afrikanischen Savanne, deren Wurzeln traditionell zur Behandlung von Fieber, Schmerzen und Magen-Darm-Problemen eingesetzt werden. Inzwischen ist die Teufelskralle auch in der westlichen Medizin als pflanzliches Mittel zur Linderung von Rückenschmerzen und anderen Gelenkbeschwerden anerkannt.

Wirkstoffe und Wirkungsweise der Teufelskralle

Die wertvollen Wirkstoffe der Teufelskralle stecken in der Wurzel. Forscher haben herausgefunden, dass diese schmerzstillende und entzündungshemmende Eigenschaften besitzen. Die Teufelskralle enthält unter anderem Harpagosid, ein Glykosid, das als Hauptwirkstoff gilt.

Die Teufelskralle wirkt auf verschiedene Weise:

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  • Schmerzlindernd: Die Inhaltsstoffe der Teufelskralle können die Schmerzwahrnehmung reduzieren.
  • Entzündungshemmend: Die Teufelskralle kann Entzündungsprozesse im Körper hemmen.
  • Abschwellend: Die Teufelskralle kann Schwellungen reduzieren.

Anwendung der Teufelskralle bei Rückenschmerzen

Die Teufelskralle kann in verschiedenen Formen angewendet werden:

  • Kapseln: Teufelskrallenkapseln sind eine praktische Möglichkeit, die Wirkstoffe der Pflanze einzunehmen.
  • Tee: Teufelskralletee kann zur unterstützenden Behandlung von Rückenschmerzen getrunken werden.
  • Salbe: Teufelskrallensalbe kann direkt auf die schmerzenden Stellen aufgetragen werden.

Studiendaten zur Teufelskralle

Es gibt einige Studien, die die Wirksamkeit der Teufelskralle bei Rückenschmerzen belegen. Eine Analyse von Studien hat gezeigt, dass bei etwa ⅔ der Patienten die chronischen unspezifischen Rückenschmerzen zufriedenstellend gelindert werden konnten. Ein systematisches Review kam zu dem Schluss, dass die Evidenzlage für Präparate mit mindestens 50 mg Harpagosid in der Tagesdosis besser ist als für Präparate mit geringerer Harpagosidzufuhr.

Wann sollte bei Rückenschmerzen unbedingt ein Arzt aufgesucht werden?

Hausmittel haben ihre Grenzen. Wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen, trotz Behandlung nicht besser oder sogar schlimmer werden, sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. Insbesondere bei folgenden Symptomen ist eine ärztliche Abklärung erforderlich:

  • Starke Schmerzen, die nicht auf Schmerzmittel ansprechen
  • Neurologische Ausfälle wie Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen
  • Fieber oder andere Anzeichen einer Infektion
  • Verlust der Darm- oder Blasenkontrolle

Mögliche Nebenwirkungen und Kontraindikationen

Die Einnahme von Teufelskrallenwurzelextrakt ist bei Patientinnen mit ulzerösen Magen-Darm-Krankheiten kontraindiziert. Aufgrund ungenügender Datenlage sollte der Extrakt nicht während der Schwangerschaft und Stillperiode eingenommen werden. Gastrointestinale Nebenwirkungen können bei empfindlichen Patientinnen aufgrund des Bitterstoffgehalts auftreten, v.a. bei höheren Dosen.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten bei Rückenschmerzen

Neben der Teufelskralle gibt es noch weitere Behandlungsmöglichkeiten bei Rückenschmerzen:

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Behandlung der auslösenden Ursache

Bei der Behandlung von neuropathischen Schmerzen versucht der Arzt zunächst, die Ursache der Neuropathie (Nervenschädigung) zu beseitigen bzw. so gut wie möglich zu behandeln. Dazu ist es beispielsweise notwendig, dass Betroffene, falls möglich, auf potenziell nervenschädigende Substanzen (z.B. Alkohol oder bestimmte Krebsmedikamente) verzichten. Löst eine Erkrankung wie etwa Diabetes mellitus die Nervenschmerzen aus, behandelt der Arzt zuerst diesen (z.B. durch eine verbesserte Einstellung des Blutzuckers mit Medikamenten).

Ist eine Bakterien- oder Virusinfektion (z.B. bei Gürtelrose) für die Schmerzen verantwortlich, verabreicht der Arzt Antibiotika gegen Bakterien bzw. Medikamente gegen Viren (Virostatika). Manche Erkrankungen wie etwa das Karpaltunnelsyndrom oder bestimmte Tumorerkrankungen drücken mitunter auf die Nerven, zwängen sie ein oder schädigen sie anderweitig. Dann ist eine Operation nötig, die die Nerven vom Schmerzauslöser befreien, etwa wenn diese eingeklemmt sind. Manchmal wird der Arzt die Schmerzen auch ausschalten, in dem er die betroffenen Nerven mit Medikamenten verödet.

Grundsätzlich sollten Nervenschmerzen frühzeitig von einem Arzt abgeklärt und behandelt werden!

Medikamentöse Therapie

Neuropathische Schmerzen sind nicht leicht zu behandeln, weil viele „klassische" Schmerzmittel mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen (nicht-steroidale Antirheumatika, kurz: NSAR), nicht oder nicht ausreichend wirken.

Der Arzt setzt daher meist folgende Schmerzmittel gegen Nervenschmerzen ein, die deutlich wirksamer sind:

  • Antikonvulsiva (z.B. die Wirkstoffe Gabapentin, Pregabalin, Carbamazepin)
  • Trizyklische Antidepressiva (z.B. die Wirkstoffe Amitriptylin, Imipramin oder Doxepin)
  • Selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (z.B. die Wirkstoffe Duloxetin, Venlafaxin, Milnacipran)
  • Opiate (z.B. die Wirkstoffe Tramadol, Hydromorphon, Fentanyl)
  • Örtliche Schmerztherapie (z.B. die Wirkstoffe Lidocain, Capsaicin, Botulinumtoxin)

Diese Medikamente sind verschreibungspflichtig. Ihr Arzt wird Ihnen genau erklären, wie das jeweilige Mittel zu dosieren und anzuwenden ist.

Nicht medikamentöse Therapie

Darüber hinaus wirken auch Behandlungen ohne Medikamente unterstützend gegen Nervenschmerzen. Dazu zählen beispielsweise:

  • Krankengymnastik: Eine Physio- und/oder Ergotherapie hilft in vielen Fällen, Nervenschmerzen zu lindern. Sie umfasst unter anderem Übungen, die Muskeln kräftigen, Massagen und physikalische Behandlungen (z.B. Anwendungen mit Wärme, Kälte, Licht oder elektrischen Reizen).
  • Akupunktur: Auch Akupunktur hilft bei Nervenschmerzen.
  • Ruhigstellen des betroffenen Körperteils (z.B. mittels Schiene): Manchmal hilft es, den betroffenen Körperbereich mittels Schienen oder Bandagen vorübergehend ruhig zu stellen.
  • Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS): Auch die TENS soll Menschen mit Nervenschmerzen manchmal helfen.
  • Kältetherapie: Auch Kältemaßnahmen wie kühlende Sprays, Kältepackungen oder kalte Wickel versprechen vielen Menschen mit Nervenschmerzen Linderung.
  • Entspannungsübungen: Entspannungstechniken setzen das Schmerzempfinden (zusätzlich) herab. Dazu zählen etwa autogenes Training, Muskelentspannung nach Jacobson, Hypnose, Meditation oder Biofeedback.
  • Psychotherapie: Auch eine begleitende psychologische Unterstützung (z.B. eine Psychotherapie) wirkt unterstützend gegen Nervenschmerzen.

Operation

Lassen sich die neuropathischen Schmerzen trotz verschiedener Therapieansätze nicht ausreichend lindern, hilft je nach Ursache nur eine Operation gegen die Nervenschmerzen. Dazu führt der Arzt zum Beispiel eine Neuromodulation durch. Hier setzt er operativ Elektroden in der Nähe des Rückenmarks ein. Diese geben spezielle elektrische Impulse ab, die die neuropathischen Schmerzen deutlich verringern.

Manchmal muss der Arzt Nervenfasern des betroffenen Nervs teilweise oder vollständig operativ entfernen oder einen Teil des Nervs herausschneiden und so durchtrennen, um den Schmerz „auszuschalten“. Ist ein Nerv eingeklemmt, legt der Arzt den Nerv durch eine Operation frei, um den Druck zu beseitigen, der die Schmerzen verursacht.

Bei neuropathischen Schmerzen besteht das Risiko, dass der Körper ein sogenanntes Schmerzgedächtnis entwickelt und die Schmerzen chronisch werden. Um dem vorzubeugen, ist es wichtig, dass ein Arzt die Nervenschmerzen möglichst früh und wirksam behandelt.

Hausmittel und Tipps zur Linderung von Rückenschmerzen

Einige Menschen mit Nervenschmerzen berichten, dass ihnen bestimmte Hausmittel Linderung verschaffen. Demnach können vor allem Wärme und/oder Kälte gegen die Schmerzen helfen. Für Kälteanwendungen eignen sich Kühlkompressen, für Wärmeanwendungen warme Bäder oder Heizkissen. Manche profitieren auch von Wechselbädern in warmem und kaltem Wasser.

Auch eine gesunde Ernährung, die viele B-Vitamine enthält, ist bei Nervenschmerzen hilfreich. Vor allem Vitamin B6 und B12 benötigt der Körper für eine optimale Nervenversorgung.

Weitere pflanzliche und homöopathische Mittel

Auch pflanzliche Mittel, Heilkräuter oder homöopathische Mittel wie Globuli sollen manchen Menschen mit Nervenschmerzen helfen. Speziell gegen Nervenschmerzen sollen sich zum Beispiel die Rinde der Silberweide, Weihrauch, Chili (enthält Capsaicin), Teufelskralle, Beinwell und Arnika bewährt haben.

Vorbeugung von Rückenschmerzen

Um Rückenschmerzen vorzubeugen, können folgende Maßnahmen ergriffen werden:

  • Regelmäßige Bewegung: Bewegung stärkt die Muskulatur und stabilisiert die Wirbelsäule.
  • Ergonomischer Arbeitsplatz: Ein ergonomisch eingerichteter Arbeitsplatz kann Fehlhaltungen vermeiden und die Wirbelsäule entlasten.
  • Richtiges Heben: Beim Heben schwerer Gegenstände sollte auf eine korrekte Technik geachtet werden, um die Wirbelsäule nicht zu überlasten.
  • Stressabbau: Stress kann zu Muskelverspannungen führen und Rückenschmerzen verursachen. Entspannungstechniken können helfen, Stress abzubauen.
  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen ist wichtig für die Gesundheit der Wirbelsäule und der Nerven.

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