Geeignete Trainingsgeräte bei Parkinson

Für Menschen mit Parkinson ist regelmäßige Bewegung ein wichtiger Bestandteil der Therapie, um die Lebensqualität zu erhalten und den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Es gibt eine Vielzahl von Trainingsgeräten und Übungsmethoden, die speziell auf die Bedürfnisse von Parkinson-Erkrankten zugeschnitten sind. Dieser Artikel gibt einen Überblick über einige geeignete Optionen und ihre potenziellen Vorteile.

Die Bedeutung von Bewegung bei Parkinson

Regelmäßige Bewegung ist ein entscheidender Teil der Parkinson-Therapie, da sie den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen und helfen kann, länger aktiv und selbstständig zu bleiben. Bewegung verbessert nicht nur die Beweglichkeit, sondern wirkt sich auch positiv auf Stimmung, Konzentration und Selbstvertrauen aus. Sport und regelmäßige körperliche Aktivität können den Einschränkungen von Beweglichkeit, Gleichgewicht und Körperhaltung bei Parkinson entgegenwirken. Auch Schlafstörungen, Depressionen und Verstopfung können durch sportliche Betätigung gebessert werden. Aktuelle Forschungsergebnisse deuten außerdem darauf hin, dass Nervenzellen im Gehirn möglicherweise durch regelmäßigen Sport geschützt werden.

Allgemeine Trainingsempfehlungen

Ein ideales Trainingsprogramm enthält Ausdauer-, Kraft-, Gleichgewichts- und Dehnungsübungen und sollte über die Woche verteilt mindestens drei Stunden umfassen. Es ist wichtig, Aktivitäten auszuwählen, die Freude bereiten und tatsächlich durchführbar sind. Um Langeweile und sinkender Motivation entgegenzuwirken, sollte das Trainingsprogramm aus verschiedenen Komponenten bestehen und regelmäßig variiert werden.

Sicherheitshinweise

Bei allen Übungen im Stehen oder Gehen können Sie sich an einer Wand oder Stuhllehne abstützen. Es ist ratsam, feste, rutschfeste Schuhe zu tragen oder barfuß auf einer rutschfesten Unterlage zu üben. Während des Trainings sollte auf den Körper gehört und bei Schmerzen, Schwindel oder anderen Beschwerden die Übung beendet und ein Arzt konsultiert werden.

Spezielle Trainingsgeräte und Methoden

Smovey-Ringe

Die von Johann Salzwimmer, einem Parkinson-Erkrankten, erfundenen smovey-Ringe sind ein Trainingsgerät, das sich in der Praxis bewährt hat. Sie bestehen aus einem schadstofffreien Schlauch, Stahlkugeln und einem Griff. Die Stahlkugeln rollen durch den Schlauch und erzeugen dabei Vibration und verstärken mittels Fliehkraft das Gewicht, auf das der Körper beim Training reagieren muss.

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Vorteile der smovey-Ringe bei Parkinson

  • Überwindung von Freezing: Durch die Vibration und die Fliehkräfte können die Ringe helfen, Freezing zu überwinden.
  • Erleichterung größerer Bewegungen: Die Fliehkräfte erleichtern größere und symmetrischere Bewegungen.
  • Linderung von Steifheit: Das Schwingen entspannt die Muskulatur und löst Verklebungen in den Faszien, wodurch Steifheit und Blockaden gelindert werden können.
  • Ansprache der tiefen Muskulatur: Das reizvolle Schwingen spricht auch die tiefe Muskulatur an.
  • Steigerung der Neuroplastizität: Die smoveyÜBUNGEN können wie jede andere körperliche Aktivität auch die Neuroplastizität steigern und die Neurodegeneration ausbremsen.
  • Stärkung des Gleichgewichts: Das Gleichgewicht und die Rumpfbalance können gestärkt werden.
  • Verbesserung der Haltung: Lästige Haltungsdefizite können verbessert werden.
  • Förderung der Verdauung: Die Bewegung und die Vibration wirken verdauungsfördernd.
  • Anregung von Herz und Kreislauf: Das intensive smoveyTRAINING regt Herz und Kreislauf an.
  • Mentale Stärkung: Das Schwingen macht vielen Menschen Freude und kann dich mental stärken.

Smoveys können durch eine angenehme Vibration und die Nutzung der Fliehkraft helfen:

  • leichter zu bewegen
  • Freezing und Steifheit zu überwinden
  • dein Wohlbefinden zu steigern
  • den Stoffwechsel und die Zelltätigkeit anzuregen
  • Stress abzubauen
  • mental klarer zu werden
  • innerlich ruhiger zu werden
  • ausgeglichener zu sein

Die smovey-Ringe bieten vielseitige Übungsmöglichkeiten und können im Sitzen, Stehen oder Liegen verwendet werden. Es gibt sogar AQUAsmoveys, die im Wasser genutzt werden können.

MOTOmed Bewegungstherapie

Die MOTOmed Bewegungstherapie wurde für Menschen mit Bewegungseinschränkungen entwickelt und ergänzt physio-, ergo- und sporttherapeutische Maßnahmen. Anwender können sitzend im Rollstuhl oder vom Stuhl aus trainieren. Die gerätebasierte Bewegungstherapie mit dem MOTOmed ist in Deutschland bei vielen Indikationen von den gesetzlichen Krankenkassen als Hilfsmittel anerkannt.

Forced Exercise mit MOTOmed

Bei dem bewegungstherapeutischen Konzept „Forced Exercise“ werden die unteren Extremitäten von Parkinson Patienten deutlich schneller bewegt, als sie dies von sich aus aufgrund der Symptome ihrer Erkrankung tun können. Die MOTOmed Parkinson Modelle besitzen einen softwaregesteuerten Motor, der ein Bewegungstraining bei hohen Drehgeschwindigkeiten ermöglicht. Parkinson Patienten können sich bewegen lassen oder selbst aktiv mitarbeiten. Therapieeinheiten mit dem MOTOmed können positive Effekte bei der Gehfähigkeit, dem Gleichgewicht, der Akinese (Bewegungsarmut), der Feinmotorik und der Haltungsstabilität bewirken. Mit der MOTOmed Bewegungstherapie können zudem Symptome wie Tremor und Rigor (Muskelsteifheit) verringert werden.

Therapie-Modi

  • Passiv: Die motorbetriebene Bewegung ohne Kraftaufwand eignet sich zur Regulierung des Muskeltonus, zur Lockerung der Muskulatur und zur Frühmobilisation nach langen Ruhezeiten. Das passive Training fördert die Durchblutung, die Verdauung und die Gelenkbeweglichkeit.
  • Assistiv: Bei der motorunterstützten Bewegungstherapie ermöglicht die Funktion MOTOmed ServoTreten einen leichten Übergang vom passiven zum aktiven Training. Die assistive Bewegung fördert Kraft und Ausdauer schon bei geringsten Eigenkräften.
  • Aktiv: Das aktive Training mit eigener Muskelkraft gegen fein dosierbare Bremswiderstände kräftigt die Bein-, Arm- und Oberkörpermuskulatur und stärkt das Herz-/Kreislaufsystem.

Funktionen

  • Einstiegshilfe: Die Funktion Einstiegshilfe erleichtert vor dem Trainingsstart das Einlegen der Füße in die Fußschalen.
  • BewegungsSchutz: Tritt während des Trainings eine Muskelverkrampfung, Spastik oder Bewegungsblockade (Freezing) auf, stoppt diese Funktion die Pedalbewegung.
  • ServoTreten / ServoDrehen: Ähnlich einem Fahrrad mit Hilfsmotor unterstützt die MOTOmed Funktion ServoTreten (Beintraining) bzw. ServoDrehen (Armtraining) die anwendende Person bei der Ausführung ihrer aktiven Bewegung.
  • SymmetrieTraining: Die Funktion SymmetrieTraining entfaltet ihre förderliche Wirkung, wenn es darum geht, gezielt die schwächere Seite zu stärken.
  • Trainingsfeedback: Alle MOTOmed Modelle geben der anwendenden Person ein vielfältiges Trainingsfeedback.

Boxen für Parkinson

Boxen für Parkinson ist eine „Bewegung“, die sich zumindest in den USA derzeit rasant ausbreitet. Im Boxtraining ist die ganze Muskulatur des Körpers gefordert: die großen Stränge ebenso wie die kleinen, die quergestreifte und die glatte, lange dünne Fasern nicht weniger als kurze dicke - und last not least die leichter zu bedienende Muskulatur ebenso wie die oft schwer zu erreichende tiefliegende. Darüber hinaus ist Bein- und Fußarbeit ebenso vonnöten wie die des Kopfes; die Konzentration muss sich vielfach splitten und gilt dem Gegner ebenso wie der eigenen körperlichen und seelischen Verfassung im Moment des Kampfes als auch der Positionierung im Raum. Währenddessen müssen noch die Raumwahrnehmung und die allseitige Orientierung als Ganzes funktionieren; viele Sinnesorgane laufen hochtourig und verharren in permanenter Anspannung. In solch einer Stresssituation befindet sich der Organismus quasi im Alarmzustand. Die Trainings im Ring sollen den Einzelnen nicht nur physisch, sondern auch mental für das Leben mit der Erkrankung stärken.

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Pedalo-Produkte

Pedalo bietet spezialisierte Produkte, die gezielt zur Unterstützung der Parkinson-Therapie entwickelt wurden. Pedalo Produkte sind darauf ausgerichtet, die motorischen Fähigkeiten, die Gleichgewichtssinne und die Beweglichkeit zu fördern - entscheidende Faktoren im Umgang mit und bei Behandlung von Parkinson.

Weitere Sportarten und Übungen

Neben den genannten Geräten und Methoden gibt es eine Vielzahl weiterer Sportarten und Übungen, die für Menschen mit Parkinson geeignet sind:

  • Tanzen: Insbesondere Tango, aber auch Walzer oder Foxtrott können die Bewegungsfähigkeit, das Gleichgewicht und die Gehstrecke verbessern.
  • Nordic Walking: Trainiert das flüssige Laufen.
  • Radfahren: Gut für Gleichgewicht und Koordination.
  • Yoga: Kann den Bewegungsradius vergrößern.
  • Schwimmen: Geeignet zur Sturzprophylaxe und zur Stärkung der körperlichen Leistungsfähigkeit.
  • Wassergymnastik: Ebenfalls gut zur Sturzprophylaxe und zur Stärkung der körperlichen Leistungsfähigkeit.
  • Thai Chi: Gezielte Übungen zur Sturzprophylaxe und zur Stärkung der körperlichen Leistungsfähigkeit.
  • Sitzübungen: Aktivierende Sitzübungen können bequem im Sitzen ausgeführt werden.
  • Balance- und Kraftübungen: Stabilisierende Balance- und Kraftübungen helfen, die Standfestigkeit zu verbessern.
  • Übungen zur Verbesserung der Sprechmotorik: Gezielte Übungen können die Beweglichkeit, Geschicklichkeit und Sprechmotorik verbessern.

Motivation und Spaß

Wichtig ist, dass die gewählte Aktivität Freude bereitet und regelmäßig durchgeführt werden kann. Musik oder rhythmische Bewegungen können dabei helfen, im richtigen Takt zu bleiben und das sogenannte Einfrieren („Freezing“) zu vermeiden. Einige Aktivitäten lassen sich besser in einer Gruppe umsetzen und machen so auch mehr Spaß.

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