Schmerz ist eine Abwehrreaktion des Organismus, die uns vor Schäden bewahrt. Doch viele Menschen suchen nach Wegen, Schmerzen zu lindern. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Schmerzen, Behandlungsansätze und wann ein Arztbesuch unerlässlich ist, mit besonderem Fokus auf die Trigeminusneuralgie und die Anwendung von kalten und warmen Umschlägen.
Schmerz: Eine notwendige, aber oft unerwünschte Empfindung
Schmerzen sind ein häufiger Grund für Arztbesuche. Sie können akut oder chronisch sein und unterschiedliche Ursachen haben. Akute Schmerzen entstehen als Reaktion auf Entzündungen oder Gewebeschäden, während chronische Schmerzen auf langfristige Gewebeschädigung oder Fehlfunktionen des Nervensystems zurückzuführen sein können. Neuropathische Schmerzen entstehen durch Fehlfunktionen des Nervensystems und äußern sich oft durch brennende, kribbelnde oder krabbelnde Empfindungen.
Die Fähigkeit, Schmerzen zu ertragen, variiert stark, und die Schmerzintensität entspricht nicht immer dem Grad der Schädigung.
Wie und warum treten Schmerzen auf?
Schmerzrezeptoren, somatische und viszerale, reagieren auf Reize. Somatische Rezeptoren in Haut und Bindegewebe verursachen lokalisierte Schmerzen, während viszerale Rezeptoren in inneren Organen weit verbreitete oder projizierte Schmerzen verursachen können.
Häufige Ursachen für akute Schmerzen sind:
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- Zahnprobleme: Karies, Pulpitis, Zahntraumata usw.
- Kopfschmerzen: Spannungskopfschmerzen, Migräne, Sinusitis, Meningitis usw.
- Muskelschmerzen: Verstauchungen, Krämpfe, Entzündungen, Fibromyalgie usw.
- Rückenschmerzen: Osteochondrose, Bandscheibenvorfälle, Ischias, Verletzungen usw.
- Unterleibsschmerzen: Infektionen, Entzündungen, Magengeschwüre, Darmkoliken usw.
- Brustschmerzen: Herzinfarkt, Interkostalneuralgie, Verdauungsprobleme, Lungenentzündung usw.
Die Selbstbestimmung der Schmerzquelle ist nicht immer einfach, daher ist ein rechtzeitiger Arztbesuch wichtig.
Grundlegende Behandlungsmethoden von Schmerzen
Zur Behandlung akuter Schmerzen werden oft Analgetika eingesetzt, insbesondere nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) und Paracetamol. NSAR wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend. Paracetamol hat eine schwächere entzündungshemmende Wirkung.
Bekannte NSAR sind:
- Ibuprofen
- Nimesulid
- Diclofenac
- Dexketoprofen
- Naproxen
- Ketorolac
- Meloxicam
- Celecoxib
Paracetamol und Ibuprofen gelten als relativ sichere Schmerzmittel, wobei Ibuprofen bei verschiedenen Schmerzarten wirksam ist. Diclofenac hat eine starke Wirkung, aber auch mehr Nebenwirkungen. Nimesulid sollte nur als Mittel der zweiten Wahl eingesetzt werden. Meloxicam und Celecoxib werden häufig bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzt.
Richtige Anwendung von NSAR
NSAR sollten in der niedrigsten wirksamen Dosis über einen kurzen Zeitraum eingenommen werden. Bei längerer Therapie sollten selektive COX-2-Hemmer bevorzugt werden. Bei starken Schmerzen können Injektionen initial eingesetzt werden, gefolgt von Tabletten oder Lösungen. Bei Prellungen und Verstauchungen sind topische Formen geeignet. Bei Nierenfunktionsstörungen ist Vorsicht geboten. Eine Langzeitbehandlung erfordert Überwachung von Blutbild und Stuhl. NSAIDs sollten nicht bei unspezifischen Bauchschmerzen eingesetzt werden, um das Krankheitsbild nicht zu verschleiern.
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Weitere Medikamente zur Schmerzlinderung
- Antispasmodika: Entspannen die glatte Muskulatur und sind wirksam bei Koliken, Krämpfen und Spannungskopfschmerzen. Beliebte Mittel sind Drotaverin und Mebeverin.
- Antikonvulsiva: Gabapentin und Pregabalin werden bei neuropathischen Schmerzen eingesetzt, z.B. bei diabetischer Polyneuropathie, Trigeminusneuralgie und Fibromyalgie.
- Opioid-Analgetika: Narkotische Analgetika wie Morphin und Fentanyl werden bei akuten Schmerzen, Krebsschmerzen und zur Palliativversorgung eingesetzt. Sie können jedoch abhängig machen.
Alternative Methoden der Schmerzlinderung
Alternative Methoden werden oft bei Rücken-, Kopf- und Muskelschmerzen eingesetzt:
- Massage
- Akupunktur
- Perkutane elektrische Stimulation
- Physiotherapie (Magnettherapie, Elektrophorese)
- Yoga und Stretching
- Verhaltenstherapie und kognitive Therapie
- Meditation und Atemtechniken
- Wärme- und Kältetherapie
Bei schweren Schmerzen können invasive Methoden wie Nervenblockaden und Gelenkinjektionen eingesetzt werden.
Volkstümliche Heilmittel gegen Schmerzen
Volksmethoden haben weniger Nebenwirkungen, sollten aber die Krankheit nicht verschlimmern:
- Kräutertees (Kamille, Weidenrinde)
- Umschläge (warm bei Muskelkrämpfen, kalt bei Prellungen)
- Trockene Wärme bei Interkostalneuralgie
- Inhalationen mit ätherischen Ölen (Lavendelöl bei Spannungskopfschmerzen)
- Bäder mit Meersalz oder entspannenden Kräutern
- Tiefe Atmung
- Selbstmassage
Vorsicht ist bei selbstgemachten Einreibungen geboten. Es ist ratsam, sich an ärztliche Anweisungen zu halten und nicht auf zweifelhafte Ratschläge zurückzugreifen.
Hausmittel gegen Nervenschmerzen
Verschiedene Hausmittel haben sich gegen Nervenentzündungen und Nervenschmerzen bewährt, wobei die Wirkung individuell unterschiedlich sein kann.
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Kräuter und Tee
- Teufelskrallenwurzel: Kann schmerzlindernde Eigenschaften haben.
- Brennnessel-Geist und Apfelessig: Als Massageöl auf die betroffenen Stellen auftragen.
- Kümmel-Samen-Säckchen: Auf die schmerzende Stelle legen, ggf. mit Wärmekissen.
- Brennnessel- und Ingwer-Tee: Wirken entzündungshemmend und schmerzstillend. Ingwer hilft zusätzlich bei Übelkeit.
- Grüner Tee: Kann das Allgemeinbefinden stärken und Nervenschmerzen verbessern.
- Weidenrinde-Tee: Hat sich ebenfalls bewährt.
Wärme und Kälte
Wechselbäder oder der Wechsel zwischen Eisbeutel und Wärmeauflage können wirksam sein. Kälte betäubt den Schmerz, während Wärme für Entspannung sorgt.
Chili (Capsaicin)
Capsaicin in Chili- und Cayenne-Pfeffer wirkt wärmend, schmerzlindernd, durchblutungsfördernd und anregend für die Nerven. Es kann in Salbenform oder als Schmerzpflaster angewendet werden.
Johanniskraut
Johanniskrautöl kann bei Nervenschmerzen im Rückenbereich Linderung verschaffen. Auch die innere Anwendung als Tee oder Tablette ist möglich. Es wirkt entzündungshemmend und beruhigend.
Pfefferminzöl
Pfefferminzöl wirkt kühlend und krampflösend und kann Nervenschmerzen reduzieren.
Olivenöl
Oleocanthal in Olivenöl wirkt entzündungshemmend und blutverdünnend.
Wichtig: Johanniskraut kann die Wirkung bestimmter Medikamente abschwächen und die Hautempfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht verstärken.
Hausmittel gegen psychische Folgen
Bei psychischen Symptomen wie Unruhe, Aggressivität oder Depressionen können Johanniskraut oder Baldriantee Linderung verschaffen. Entspannungsverfahren wie Meditationen oder autogenes Training können ebenfalls helfen.
Bewegung
Bewegung kann helfen, die Symptome zu lindern. Eine einfache Übung bei Nervenschmerzen im Rückenbereich ist das Anziehen der Knie in Rückenlage.
Wichtig: Bei Nervenschmerzen sollte frühzeitig ein Arzt aufgesucht werden.
Nervenschmerzen im Gesicht: Trigeminusneuralgie
Schmerzen im Gesicht oder an den Zähnen lassen sich oft nicht exakt einem Entstehungsort zuordnen. Infrage kommen Haus-, Augen-, Zahn- und HNO-Ärztinnen sowie Neurologinnen.
Behandlung von Gesichtsschmerzen
- Akute Schwellungen oder entzündungsbedingte Schmerzen: Lokale Kälteanwendungen (kalte Kompresse).
- Verspannungsbedingte Schmerzen: Wärmeanwendungen.
- Stressbedingte Gesichtsschmerzen: Mind-Body-Therapien (Yoga, progressive Muskelrelaxation, autogenes Training).
- Akute Zahnschmerzen: Gewürznelke kauen (entzündungshemmend und antibakteriell).
Die Trigeminusneuralgie
Die Trigeminusneuralgie ist ein extremer, einschießender Gesichtsschmerz, der sich auf das Versorgungsgebiet des Drillingsnervs (Nervus trigeminus) beschränkt. Dieser Nerv ist für die Empfindungen der Gesichtshälften zuständig.
Komplementärmedizinische Verfahren
Ergänzend zur konventionellen Behandlung können komplementärmedizinische Verfahren eingesetzt werden:
- Physiotherapie: Mobilisierung und Muskelaufbau, sensomotorische-funktionelle Einzelbehandlungen.
- Hydrothermotherapie: Kalte oder wechselwarme Güsse (Vorsicht bei gestörter Thermosensibilität).
- CO2-Bäder: Periphere Stimulation des Gewebes mit Gefäßerweiterung und verbesserter Hautdurchblutung.
- Elektrotherapie: Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS).
- Ätherische Öle: Fichtennadel-, Kiefernadel-, Minz-, Pfefferminz-, oder Rosmarinöl (kühlend und schmerzlindernd).
- Johanniskrautöl: Warme Johanniskrautölauflagen (einmal täglich für ca. 20 Minuten).
- Capsaicin: Salben oder Wärmepflaster mit Capsaicin (lokal hyperämisierend und analgetisch).
- Weiße Senfsamen: Breiumschlag (max. zwei Wochen Anwendungsdauer).
- Orthomolekulare Medizin: Hochdosierte neurotrope B Vitamine (B1, B2, B6, B12 und Nicotinamid), Vitamin E, Vitamin C, Alpha-Liponsäure, Omega-3-Fettsäuren, Selen.
- Moderate Ganzkörperhyperthermie (mGKHT): Stoffwechselsteigerung, schmerzlindernd, entspannend, vegetativ ausgleichend und mild antidepressiv.
- Segmentale Therapie mit Schröpfen oder Blutegeln: Bei Polyneuropathien der unteren Extremitäten oder Post-Zoster-Neuralgie.
- Neuraltherapie: Als Segmenttherapie.
- Aconit Nerve Oil Shoulder-Neck Compress: Aconitum/Camphora comp. oleum (bei Nervenreizungen, akuten Nervenschmerzen, Neuralgien).
Fallbeispiel
Eine 27-jährige Patientin mit Depressionen und starken Nackenschmerzen und Gesichtsschmerzen wurde erfolgreich mit Aconit/Camphor comp. Ölkompressen behandelt.
Neuritis und Neuralgie
Neuritis und Neuralgie bezeichnen im Grunde genommen das gleiche, die schmerzhafte Entzündung eines Nerven. Als Unterscheidungsmerkmal gilt der Druckschmerz, der bei der Neuralgie kaum, bei der Neuritis deutlich vorhanden ist.
Ursachen
Häufige mitverursachende Faktoren sind Unterkühlung, Infektionskrankheiten, Raumbeengung im Wirbelsäulenbereich und seelische Belastungen. Auch Alkoholmissbrauch kann eine Nervenentzündung verursachen (Alkohol-Neuritis).
Kneippsche Maßnahmen
Bei Nervenentzündungen können sowohl kalte als auch warme Anwendungen hilfreich sein, wobei die Verträglichkeit entscheidend ist. Kalte Wickel können sehr erfolgreich sein, wobei die Selbsterwärmung des behandelten Körperteiles ein Kriterium für den Erfolg ist. Bei der Trigeminusneuralgie ist der Erfolg Kneippscher Maßnahmen nicht in gleicher Weise eindeutig wie bei den anderen Neuralgien.
Ernährung
Keine Innereien, keine Wurst, Fleisch einschränken.
Homöopathie
Arsenicum alb.
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