Trigeminusneuralgie: Spezialisierte Versorgung in Tübingen

Die Trigeminusneuralgie ist eine äußerst schmerzhafte Erkrankung, die das tägliche Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen kann. In Tübingen gibt es spezialisierte Kliniken, die ein umfassendes Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten anbieten, um Patienten mit Trigeminusneuralgie optimal zu versorgen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Trigeminusneuralgie und die spezialisierten Behandlungsansätze in Tübingen.

Was ist Trigeminusneuralgie?

Die Trigeminusneuralgie ist durch plötzliche, heftige, stechende oder brennende Schmerzen im Gesicht gekennzeichnet. Diese Schmerzen treten typischerweise in den Versorgungsgebieten des Trigeminusnervs auf, der für die sensible Versorgung des Gesichts verantwortlich ist. Die Schmerzattacken können durch alltägliche Aktivitäten wie Sprechen, Essen, Rasieren oder Zähneputzen ausgelöst werden.

Ursachen der Trigeminusneuralgie

Die genauen Ursachen der Trigeminusneuralgie sind nicht vollständig geklärt. In vielen Fällen wird die Erkrankung durch eine Kompression des Trigeminusnervs an seinem Austritt aus dem Hirnstamm verursacht. Diese Kompression kann durch eine benachbarte Arterie oder Vene verursacht werden, die auf den Nerv drückt. Seltener können auch andere Ursachen wie Tumore, Multiple Sklerose oder Verletzungen des Trigeminusnervs zu einer Trigeminusneuralgie führen.

Diagnostik der Trigeminusneuralgie

Die Diagnose der Trigeminusneuralgie basiert in erster Linie auf der Anamnese des Patienten und der Beschreibung der typischen Schmerzsymptomatik. Eine neurologische Untersuchung kann weitere Hinweise liefern. In einigen Fällen kann eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Schädels durchgeführt werden, um andere Ursachen für die Gesichtsschmerzen auszuschließen oder eine Nervenkompression zu identifizieren.

Behandlung der Trigeminusneuralgie in Tübingen

In Tübingen stehen verschiedene Behandlungsoptionen für die Trigeminusneuralgie zur Verfügung, die individuell auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt werden.

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Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Therapie ist in der Regel die erste Wahl bei der Behandlung der Trigeminusneuralgie. Antikonvulsiva wie Carbamazepin oder Oxcarbazepin werden häufig eingesetzt, um die Schmerzattacken zu reduzieren. Auch andere Medikamente wie Baclofen oder Gabapentin können in einigen Fällen hilfreich sein.

Neurochirurgische Verfahren

Wenn die medikamentöse Therapie nicht ausreichend wirksam ist oder unerwünschte Nebenwirkungen verursacht, können neurochirurgische Verfahren in Betracht gezogen werden. In Tübingen werden verschiedene neurochirurgische Techniken zur Behandlung der Trigeminusneuralgie angeboten:

  • Mikrovaskuläre Dekompression (MVD): Bei diesem Eingriff wird der Trigeminusnerv von der komprimierenden Arterie oder Vene befreit. Die MVD ist eine offene Operation, die in der Regel eine hohe Erfolgsrate aufweist.

  • Perkutane Verfahren: Diese minimalinvasiven Verfahren zielen darauf ab, die Schmerzleitung im Trigeminusnerv zu unterbrechen. Zu den perkutanen Verfahren gehören die Radiofrequenzläsion, die Ballondilatation und die Injektion von Glycerol.

  • Stereotaktische Radiochirurgie (Gamma Knife): Bei diesem Verfahren werden hochdosierte Strahlen auf den Trigeminusnerv gerichtet, um die Schmerzleitung zu unterbrechen. Die Gamma-Knife-Behandlung ist eine nicht-invasive Option, die in ausgewählten Fällen eingesetzt werden kann.

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Neuromodulative Verfahren

Neuromodulative Verfahren wie die repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) können ebenfalls zur Behandlung der Trigeminusneuralgie eingesetzt werden. Bei der rTMS werden magnetische Impulse auf bestimmte Hirnareale abgegeben, um die Schmerzverarbeitung zu modulieren.

Multimodale Schmerztherapie

In einigen Fällen kann eine multimodale Schmerztherapie sinnvoll sein, die verschiedene Behandlungsansätze kombiniert. Eine multimodale Therapie kann neben medikamentösen und interventionellen Verfahren auch Physiotherapie, Psychotherapie und Entspannungstechniken umfassen.

Spezialisierte Kliniken in Tübingen

In Tübingen gibt es mehrere Kliniken, die sich auf die Behandlung von Trigeminusneuralgie spezialisiert haben. Zu diesen Kliniken gehören unter anderem:

  • Universitätsklinikum Tübingen, Neurologische Klinik: Die Neurologische Klinik bietet eine Spezialambulanz für Kopfschmerz und neuropathischen Schmerz an, in der Patienten mit Trigeminusneuralgie umfassend betreut werden.

  • BG Klinik Tübingen: Die BG Klinik verfügt über ein Zentrum für neuromodulative Schmerztherapie, in dem modernste Verfahren zur Behandlung chronischer Schmerzen, einschließlich Trigeminusneuralgie, angewendet werden.

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Forschung zur Trigeminusneuralgie in Tübingen

In Tübingen wird auch aktiv Forschung zur Trigeminusneuralgie betrieben. Ziel dieser Forschung ist es, die Ursachen der Erkrankung besser zu verstehen, neue diagnostische Verfahren zu entwickeln und innovative Therapieansätze zu erproben.

Fazit

Die Trigeminusneuralgie ist eine belastende Erkrankung, die jedoch in vielen Fällen erfolgreich behandelt werden kann. In Tübingen stehen spezialisierte Kliniken und erfahrene Ärzte zur Verfügung, die ein umfassendes Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten anbieten. Durch eine individuelle Behandlungsplanung können die Schmerzen gelindert und die Lebensqualität der Betroffenen verbessert werden.

Zusätzliche Informationen

Hypophysenadenome: Forschung und Behandlung in Tübingen

Ein weiterer Schwerpunkt der Forschung und Behandlung in Tübingen sind Hypophysenadenome. Diese gutartigen Tumore der Hirnanhangsdrüse können verschiedene hormonelle Störungen verursachen. In Tübingen werden innovative Methoden zur Diagnose und Behandlung von Hypophysenadenomen eingesetzt, einschließlich der intraoperativen Kernspintomographie und der molekularen Analyse von Tumorgewebe.

Wachstumsdynamik von Hypophysenadenomen

Ein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Wachstumsdynamik von Hypophysenadenomen. Ziel ist es, genetische Faktoren zu identifizieren, die einen Einfluss auf die Entstehung und Größenzunahme dieser Tumore haben. Daraus ergeben sich Ansatzpunkte für eine gezielte Therapie.

Intraoperative Kernspintomographie

Seit 2011 steht in Tübingen der erste deckenmontierte intraoperative Kernspintomograph Europas zur Verfügung. Dieses Gerät ermöglicht es, während der Operation von Hypophysenadenomen den Resektionserfolg zu kontrollieren und Tumorresten zu entfernen.

Lebensqualität bei Hypophysentumoren

Die Arbeitsgruppe Hypophyse an der Klinik hat sich intensiv mit der Lebensqualität und der Kognition bei Patienten mit Hypophysentumoren beschäftigt. Es wurde ein mehrdimensionaler Fragebogen zur krankheitsspezifischen Lebensqualität bei Morbus Cushing entwickelt, der im Rahmen von Studien und Registern zum Einsatz kommt.

Weitere neurologische Schwerpunkte in Tübingen

Neben der Trigeminusneuralgie und Hypophysenadenomen gibt es in Tübingen weitere neurologische Schwerpunkte:

  • Schlaganfall: In den BG Kliniken stehen Schlaganfall-Akutstationen (Stroke Units) zur Verfügung, in denen Patienten nach einem Schlaganfall von Experten aus den verschiedenen Fachgebieten rund um die Uhr kompetent versorgt werden.

  • Multiple Sklerose (MS): In Tübingen werden Patienten mit Multipler Sklerose umfassend diagnostiziert und behandelt.

  • Epilepsie: Die Abteilung Neurologie mit Schwerpunkt für Epileptologie behandelt Patienten mit Epilepsie und Differentialdiagnosen.

  • Bewegungsstörungen: In Tübingen werden Patienten mit Bewegungsstörungen wie Parkinson oder Tremor behandelt.

  • Demenzerkrankungen: Die Neurologie in Tübingen bietet differenzierte Diagnostik und Therapie von Demenzerkrankungen an.

  • Kopfschmerzen: Neben der Trigeminusneuralgie werden in Tübingen auch andere Kopfschmerzformen wie Migräne und Spannungskopfschmerzen behandelt.

  • Nervenverletzungen: Die Ambulanz für Nervenverletzungen beschäftigt sich speziell mit Verletzungen des peripheren Nervens.

Repetitive Transkranielle Magnetstimulation (rTMS)

Die repetitive Transkranielle Magnetstimulation (rTMS) ist eine neue Technologie, durch die kortikale Neurone durch elektromagnetische Induktion stimuliert werden können. Für die Behandlung depressiver oder ängstlicher Störungen werden wiederholt (über drei bis sechs Wochen hinweg täglich) frontale Gehirnareale (DLPFC: linker oder rechter dorsolateraler präfrontaler Cortex) durch ein starkes Magnetfeld stimuliert.

Neurochirurgische Schmerztherapie

Chronische Schmerzen sind weit verbreitet und können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. In Tübingen werden modernste neuromodulative Verfahren zur Behandlung chronischer Schmerzen angewendet.

Verfahren der neurochirurgischen Schmerztherapie

  • Rückenmarksstimulation (Spinal Cord Stimulation, SCS)
  • Dorsalganglienstimulation (DGS)
  • Periphere Nervenstimulation (PNS)
  • Occipitalnerv-Stimulation (ONS)
  • Hinterwurzeleintrittszone (DREZ)
  • Schmerzpumpe
  • Motorcortexstimulation
  • Tiefe Hirnstimulation (THS)

Kopfschmerzambulanz in Tübingen

In der Spezialambulanz für Kopfschmerz und neuropathischen Schmerz werden Patienten mit allen Formen von Kopf- und Gesichtsschmerzen (unter anderem Migräne, Spannungskopfschmerzen, Cluster-Kopfschmerz, Trigeminusneuralgie etc.) betreut.

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