Homöopathie bei einem überreizten Nervensystem: Was hilft wirklich?

Stress, Hektik und Leistungsdruck prägen die heutige Arbeitswelt. Viele Menschen klagen über Zeitmangel für ihr Privatleben, was das seelische und körperliche Gleichgewicht beeinträchtigt. Psychische und psychosomatische Beschwerden nehmen in der Praxis von Heilpraktikern einen immer höheren Stellenwert ein. Die Homöopathie bietet hier sanfte, aber wirksame Unterstützung.

Typische Konstitutionsmittel für moderne Probleme

Im Folgenden werden homöopathische Konstitutionsmittel vorgestellt, die bei Stress, Hektik und Leistungsdruck in der heutigen Arbeitswelt helfen können.

Nux vomica: Bei Reizüberflutung und Stress

Das Persönlichkeitsbild von Nux vomica zeigt den hektischen und gestressten Menschen, der ehrgeizig seine Ziele verfolgt. Er ist ständig von Eile getrieben, verarbeitet viele Sinnes-Eindrücke gleichzeitig und mutet sich viel zu. Nux vomica setzt Maßstäbe, gibt den Ton an und reagiert gereizt auf Widerspruch. Er kämpft um seine Position und ist wettbewerbsorientiert.

Nux vomica hat perfektionistische Ansprüche und erarbeitet sich mit großem Pflichtbewusstsein eine Fachautorität. Seine hohen Ansprüche treiben ihn an, ständig mehrere Dinge gleichzeitig erledigen zu wollen. Dabei ist er innerlich rastlos und ungeduldig. Nux vomica delegiert ungern, weil andere seine Ansprüche oft nicht erfüllen. Langsameres Arbeitstempo oder andere Herangehensweisen kann er kaum ertragen.

Nux vomica möchte leiten und führen, Maßstäbe setzen und Impulse geben. Sein Selbstvertrauen und seine Willenskraft helfen ihm, für seinen Machterhalt zu kämpfen. Selbstvertrauen und Selbstdurchsetzung sind dominante Wesenselemente. Das Thema Gewinnen oder Verlieren ist ein wesentlicher Antrieb, seine Position zu verteidigen und auszubauen.

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Nux vomica ist überreizt von seinen Sinneseindrücken, dem selbst auferlegten Stress und dem ständigen Kampf um seine Machtstellung. Da er innerlich unsicher ist, reagiert er gereizt, ärgerlich, missmutig und zornig auf jeden Widerspruch und jede Kleinigkeit, die nicht nach seinen Vorstellungen abläuft. Nux ist auf der rastlosen Suche nach seiner Identität, wobei Beruf und Arbeit ihm Selbstfindung ermöglichen sollen. Jede Unebenheit löst Verunsicherung aus, da er durch Überaktivität seine Gefühle verstecken möchte. Arbeit ist ein Ablenkungsmanöver, um Verletzungen zu vermeiden.

Die große Identifikation mit der Arbeit verdeckt tiefliegende psychische Konflikte. Das Funktionieren in der Arbeit verleiht scheinbare Stabilität. Um seine Funktionalität sicherzustellen, greift Nux zu Genussgiften wie Kaffee und Nikotin, die nur scheinbar Stress reduzieren. Auch füllige, ungesunde Ernährung und Alkohol dienen dazu, den erlebten Stress scheinbar auszugleichen. Nux kann gedanklich kaum von seiner Arbeit abschalten, was zu Schlafstörungen führt. Er erwacht oft morgens gegen 5 Uhr und kann trotz Müdigkeit nicht mehr einschlafen.

Nux vomica verharrt häufig auf einer sitzenden Lebensweise ohne körperlichen Ausgleich und ist sehr kälteempfindlich. Seine Symptome bessern sich durch Wärme und Ruhe. Menschliche Wärme, Geborgenheit und innere Ruhe helfen ihm. Nux ist ein typisches Mittel für Kopfschmerzen und Magenbeschwerden, wobei das Nervensystem überreizt ist. Kopfschmerzen haben organsprachlich mit Überforderung, Leistungsdruck und Stress zu tun. Die große mentale Kontrolle über die eigenen Gefühle staut sich im Kopf. Magenbeschwerden symbolisieren mangelnde gefühlsmäßige Geborgenheit und emotionales Selbstvertrauen.

Typische Ängste von Nux vomica sind:

  • Angst vor unkalkulierbaren Geschehnissen
  • Angst vor Unglück
  • Angst vor der Meinung anderer
  • Angst, Geld auszugeben
  • Furcht in einer Menschenmenge
  • Furcht, berührt zu werden
  • Furcht zu erblinden

Diese Ängste beziehen sich vor allem auf sein Bedürfnis nach Funktionalität in der Arbeitswelt und Sicherheit. Nux hat große Angst, seinen Besitzstand und seine Macht zu verlieren oder seiner Fähigkeit beraubt zu sein, zu funktionieren und seine Ansprüche zu erfüllen. Dahinter steckt eine große Angst vor seinen tiefen Gefühlen, die durch unkalkulierbare Veränderungen seiner Situation ausgelöst werden könnten.

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Typische Träume von Nux vomica sind:

  • Streit
  • Ärger
  • Verfolgung durch Hunde oder Katzen
  • Fallträume

Streit deutet auf widersprüchliche Gefühle, Gedanken und Verhaltensweisen hin. Verfolgungsträume weisen darauf hin, dass unbewusste Inhalte ins Bewusstsein drängen. Der Hund steht symbolisch für Aggressionen, die Katze für das Streben nach Individualität. Fallträume haben mit Zweifel, Unsicherheit, mangelndem Selbstvertrauen und dem Verlust von Macht und Ansehen zu tun.

Nux vomica lässt mit seiner Tendenz zu Hektik, Eile, Leistung und Dominanz seine innersten Gefühle nur bedingt zu. Er ist ichbezogen und deutet Widerspruch als Bedrohung seiner Macht und Freiheit. In seinen Traum-Motiven wird die Ambivalenz zwischen seinem Streben nach Individualität, Macht, Konkurrenz und Selbstbehauptung einerseits sowie seinen Zweifeln und seiner Verunsicherung andererseits deutlich. Diese Gefühle kompensiert er mit Aggressivität, weil er sich von ihnen in seinem Selbstbewusstsein bedroht fühlt.

Die hauptsächliche Verschlimmerungszeit von Nux vomica ist 8 Uhr, zuweilen auch 5 Uhr morgens. Die jahreszeitliche Entsprechung ist der Winter, in dem die geistige und arbeitsmäßige Aktivität stärker betont ist und die Kälteempfindlichkeit besonders stark ist.

Lycopodium: Bei mangelndem Selbstvertrauen

Lycopodium hat mangelndes Selbstvertrauen und das Gefühl, für kleiner gehalten zu werden, als er sich fühlt. Er kompensiert dieses Minderwertigkeitsgefühl, indem er sich nach außen stärker darstellt. Aus Angst vor Versagen zeigt Lycopodium eine "Bluff-Mentalität", übertreibt und spiegelt Tatsachen vor. Er hat die Tendenz zur Selbsttäuschung, rückt sich in den Mittelpunkt und möchte immer Recht haben.

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Seine Familie und Kindheitsgeschichte sind oft dadurch gekennzeichnet, dass ein Elternteil, meist der Vater, das Selbstvertrauen des Kindes untergräbt. Dies geschieht durch die Beschreibung seiner großartigen Leistungen als Kind, was Versagensängste und eine Schwächung der eigenen Leistungsfähigkeit hervorruft. Eine weitere Variante ist die unbewusste Übertragung des mangelnden Selbstvertrauens eines Elternteils auf das Kind.

Eine Strategie von Lycopodium, diesen Mangel auszugleichen, ist die Suche nach Popularität und Gefallen. Er versucht, sich die Gunst von Freunden, Bekannten und Vorgesetzten durch Gefälligkeiten anzudienen. Hierdurch erwartet er sich Image, Ansehen und eigene Vorteile. Dies ist besonders gegenüber Menschen wichtig, von denen er sich abhängig fühlt. Durch freundliches und schmeichelndes Verhalten möchte er in deren Ansehen steigen und Wohlwollen und Förderung erhalten.

Lycopodium ist der typische Aufsteiger in einem hierarchischen Betrieb, der von seinen Untergebenen als fachlich nicht sonderlich qualifiziert angesehen wird, aber mit großem Elan die Karriereleiter emporklimmt. Seine vielfältigen Kontakte, seine Gefälligkeiten und sein Drang und seine Fähigkeit, zu glänzen, fördern dies in nicht unerheblichem Maße. Zudem hat Lycopodium die Fähigkeit, sich an wechselnde Umstände und unterschiedliche Positionen intuitiv anzupassen. Er beherrscht das Spiel der Selbstdarstellung und auch das persönliche Spiel mit der Macht.

Eine ständige Angst vor Bloßstellung und Versagen kursiert eine typisch lycopodische Art der Kommunikation. Überwiegend handelt es sich bei Lycopodium um Menschen, die sich Sorgen um ihre Fähigkeiten und um ihre Beliebtheit vor allem im Arbeitsbereich machen. Sie leugnen oder spielen ihre Schwächen herunter und zeigen sich zuweilen stärker, als sie wirklich sind.

Emotional wird der durchschnittliche Lycopodium-Mann nie richtig erwachsen. In seinen Beziehungen ist er entweder angenehm, aber reserviert, oder abhängig. In einer engen Beziehung ist er meist auf der Suche nach einer Mutterfigur, denn er will geliebt werden, ohne allzu viel zurückgeben zu müssen. Eine weitere Variante ist die Distanz-Beziehung, denn sie bietet die Chance, in seinen innersten Gefühlen und seinem mangelnden Selbstvertrauen nicht durchschaut zu werden. Lycopodium-Menschen fühlen sich schwach und nicht in der Lage, ihren Verpflichtungen im Leben nachzukommen und so meiden sie Verantwortung, wo immer es geht. Nach außen hin zeigen sie sich jedoch gern als tüchtig.

Natrium chloratum: Bei alten Wunden und Kontrollmechanismen

Natrium chloratum thematisiert die Wunde des ungeliebten Kindes, die sorgsam nach außen abgeschottet wird, aus Angst, den alten Schmerz wiederholt zu spüren. Die Rolle des fürsorglichen Gebers ist der Ausgleich. Unter den heutigen Bedingungen in der Arbeitswelt werden diese alten Wunden wieder stärker aufgerissen, trotz großer Kontrollmechanismen der Betroffenen.

Weitere homöopathische Mittel und ihre Anwendungsgebiete

Neben den genannten Konstitutionsmitteln gibt es weitere homöopathische Mittel, die bei einem überreizten Nervensystem und damit verbundenen Beschwerden helfen können.

Avena sativa: Bei nervöser Erschöpfung

Avena sativa (Hafer) wird bei nervöser Unruhe, nervöser Erschöpfung (Neurasthenie) sowie bei Ein- und Durchschlafstörungen eingesetzt. Es eignet sich gut zur Anwendung bei Kindern. Es soll als Kräftigungsmittel nach erschöpfenden Krankheiten wirken und die Nerven bei nervöser Erschöpfung stärken. So soll es Überreizung, Herzklopfen, Schlaflosigkeit, Appetitverlust oder Konzentrationsprobleme lindern und helfen, ruhig zu bleiben.

Homöopathisches Avena sativa soll sich eignen, wenn die körperliche oder nervliche Schwäche eine Folge bestimmter Umstände ist - wie sexuelle Überreizung, ausgeprägte Sorgen, erschöpfende Krankheiten sowie ein übermäßiger Ge- oder Missbrauch von Genussmitteln und Drogen. Die Folgen dieser auslösenden Faktoren können sich in den unterschiedlichsten Beschwerden äußern wie Nervosität oder Kopfschmerzen.

Typische Krankheiten und Zustände, die gut auf Avena sativa ansprechen sollen:

  • Nervöse Erschöpfung
  • Nervenzusammenbruch
  • Allgemeine Schwäche
  • Nervöses Herzklopfen
  • Schlaflosigkeit
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Kopfschmerzen
  • Appetitmangel
  • Magen-Darm-Störungen
  • Potenzprobleme
  • Menstruationsbeschwerden

Folgende Symptome und Beschwerden sollen auf Avena sativa hinweisen:

  • Unfähigkeit, sich auf etwas zu konzentrieren
  • Vorausgehende sexuelle Ausschweifungen
  • Taubheitsgefühle in den Extremitäten
  • Kraftlosigkeit
  • Vorausgehende schwere Krankheiten, auch Grippe
  • Missbrauch von Drogen und Genussmitteln
  • Zittern

Die Beschwerden werden schlimmer durch:

  • Ermüdung
  • Aufregung
  • Geistige Anstrengung

Avena sativa wird entweder als Urtinktur oder in niedrigen Potenzen angewendet. Die Urtinktur ist eine aus gleichen Teilen bestehende Mischung von Pflanzenpresssaft und Ethanol. Durch schrittweises Verdünnen und sogenanntes „Verschütteln“ lassen sich daraus die verschiedenen Potenzen herstellen. Dieses Potenzieren soll die Avena-sativa-Wirkung verstärken.

Am häufigsten ist Avena sativa Bestandteil homöopathischer oder pflanzlicher Kombinationsmittel, die zur Stärkung von Körper und Geist eingesetzt werden. Sie können Avena sativa aber auch als Einzelmittel nutzen. Meist nimmt man zur Stärkung und bei schwachen Nerven mehrmals täglich fünf bis fünfzehn Tropfen der Tinktur ein. Dazu verdünnen Sie die Tropfen mit etwas Wasser. Bei Schlaflosigkeit wird die Einnahme von zehn bis zwanzig Tropfen der Tinktur in heißem Wasser empfohlen. Am besten nehmen Sie das Mittel sowohl drei Stunden vor dem Schlafengehen als auch unmittelbar davor ein.

Bei Appetitlosigkeit oder anderen Problemen, die nach schweren Krankheiten auftreten, können Sie Avena sativa D4 oder Avena sativa D6 einsetzen. Nehmen Sie mehrmals täglich jeweils drei Globuli. Avena sativa D30 nehmen Sie besser nur nach Rücksprache mit einer erfahrenen Heilpraktikerin ein.

Calmvalera®: Bei Überreizung und Nervosität

Calmvalera® ist ein bewährtes Komplexmittel bei Überreizung und Nervosität. Die Globoli bringen das vegetative Nervensystem, das alle unbewussten Lebensvorgänge und damit auch den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert, wieder ins Gleichgewicht. CALMVALERA® Globoli sind gut verträglich, es treten keine Gewöhnungseffekte auf - auch nicht bei Anwendung über einen längeren Zeitraum.

Die Streukügelchen enthalten eine Kombination von drei sorgfältig ausgesuchten naturheilkundlichen Wirkstoffen, die auf natürliche Weise effektiv wirken: Avena sativa, Nux vomica und Zincum valerianicum.

  • Avena sativa (Hafer) wird bei nervöser Unruhe, nervöser Erschöpfung (Neurasthenie) sowie bei Ein- und Durchschlafstörungen eingesetzt.
  • Nux vomica (Brechnuss) beruhigt vor allem bei erhöhter Reizbarkeit, gesteigerter Empfindlichkeit sowie Nervosität. Es hilft auch bei nervösen oder stressbedingten Magen-Darm-Beschwerden.
  • Zincum valerianicum (Zinkisovalerianat) fördert den Schlaf und lindert nervös bedingte Beschwerden.

Soweit nicht anders verordnet, nehmen Erwachsene bei akuten Zuständen alle halbe bis ganze Stunde, höchstens 6-mal täglich, je 5 Streukügelchen ein. Säuglinge ab 6 Monaten erhalten nach Rücksprache mit einem Arzt nicht mehr als ein Drittel der Erwachsenendosis. Kleinkinder zwischen dem 1. und 6. Lebensjahr erhalten nicht mehr als die Hälfte, Kinder zwischen dem 6. und 12.

Cocculus: Bei Beschwerden des zentralen Nervensystems

Das homöopathische Mittel Cocculus soll gegen Beschwerden helfen, die mit dem zentralen Nervensystem in Verbindung stehen - besonders bei Schwindel. Angewendet wird es zur Behandlung einer harmlosen Reisekrankheit ebenso wie zur Unterstützung bei voranschreitenden neurologischen Krankheiten wie Multipler Sklerose.

Anamitra cocculus (indische Scheinmyrte) ist eine in Südostasien beheimatete Schlingpflanze. Als homöopathisches Mittel wird Cocculus vielfältig eingesetzt. Es soll vor allem auf das zentrale Nervensystem einwirken und bei nervöser Überreizung, Schwindel, nervösen Verdauungsbeschwerden und auch muskulärer Schwäche sowie Zittern helfen. Besonders bei der Reisekrankheit wird Cocculus oft eingesetzt.

Viele nervöse Symptome hängen unmittelbar mit Schlafmangel zusammen. Besonders wenn Beschwerden durch Schichtarbeit oder Nachtwachen am Krankenbett eines geliebten Menschen ausgelöst werden, soll Cocculus helfen. Eventuell lässt sich auch ein Jetlag nach einer Flugreise mit Cocculus behandeln.

Typische Krankheiten und Zustände, die gut auf Cocculus ansprechen sollen:

  • Reisekrankheit
  • Schwindel
  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen / Migräne
  • Nervöse Verdauungsbeschwerden
  • Schwangerschaftserbrechen
  • Schmerzhafte Menstruation
  • Zittern von Händen, Armen und Beinen
  • Überreizung und Schwäche durch Schlafmangel und Schichtarbeit
  • Chronisches Erschöpfungs-Syndrom
  • Jetlag

Typische Symptome und Beschwerden, die auf Cocculus hinweisen sollen:

  • Selbst geringer Schlafmangel kann heftige Symptome hervorrufen
  • Schlaflosigkeit durch Sorgen
  • Große Besorgnis, wenn ein geliebter Mensch krank im Bett liegt
  • Überempfindlichkeit gegen Alkohol
  • Drehschwindel, wie betrunken
  • Abneigung gegen Geruch von Speisen oder beim Gedanken an Essen
  • Reisekrankheit bei allen Arten von Verkehrsmitteln (Auto, Zug, Bus, Schiff, Flugzeug)

Die Beschwerden werden besser:

  • Im Sitzen und Liegen
  • Beim Ausruhen
  • In Ruhe
  • In warmen Räumen

Die Beschwerden werden schlimmer:

  • Beim Fahren im Auto, Bus, Zug, Schiff und im Flugzeug
  • Bei Angst
  • Bei Bewegung
  • Durch Erschütterung
  • Bei Kälte
  • An frischer Luft
  • Bei Lärm
  • Bei seelischer Belastung

Für die Behandlung der Reisekrankheit oder die vorbeugende Einnahme verwenden Sie am besten Cocculus D4. Das ist auch für Kinder möglich. Diese Potenz können Sie im Bedarfsfall viertel- bis halbstündlich einnehmen. Dauert die Reise länger als einen Tag, sollten Sie die Einnahme von Cocculus D4 auf zwölf Mal täglich beschränken.

Homöopathie bei psychischen Beschwerden

Gezielte Entspannung und eine typgerechte, gesunde Lebensweise sind wichtige Voraussetzungen, um die innere Balance zu erhalten beziehungsweise wiederzuerlangen. Daneben bietet die Homöopathie sanfte, aber wirksame Unterstützung für das Gleichgewicht von Körper und Seele. Sie kann bei leichten Verstimmungen in der Selbsthilfe angewendet werden, ist aber auch bei schweren psychischen Erkrankungen als unterstützende Therapie durch einen erfahrenen Therapeuten auf jeden Fall anzuraten.

Es gibt wichtige homöopathische Arzneien, die sich bei der Behandlung von psychischen Beschwerden bewährt haben:

  • Aconitum D12 (der Sturmhut): Das wichtigste Mittel nach Erleben eines Schocks mit Todesangst.
  • Gelsemium D12 (der Gelbe oder Wilde Jasmin): Bei Lähmung und Kraftlosigkeit nach einem Schrecken.
  • Argentum nitricum D12 (das Silbernitrat): Bei Unruhe und Aufregung vor besonderen Ereignissen, Lampenfieber.
  • Ignatia D12 (die Ignatiusbohne): Bei Trennungsschmerzen und Kummer.
  • Natrium chloratum D12 (das Kochsalz): Das Kummermittel schlechthin, bei Depressionen als Folge von Kummer und Ärger.
  • Opium: Bei großer Benommenheit und eingeschränktem Bewusstsein und Gefühl nach einem Schreck.
  • Nux vomica D12 (die Brechnuss): Für streitbare, jähzornige Menschen mit cholerischem und hypochondrischem Temperament.

Zur Dosierung: Erwachsene nehmen 2-mal täglich 5 Globuli, nach einer dreiwöchigen Einnahme sollte eine einwöchige Pause eingelegt werden, um danach die Einnahme fortzusetzen; bei Besserung des Befindens kann das Arzneimittel abgesetzt werden.

Weitere Maßnahmen zur Beruhigung des Nervensystems

Neben der Homöopathie gibt es weitere Maßnahmen, die zur Beruhigung des Nervensystems beitragen können:

  • Regelmäßige Bewegung: Spaziergänge im Wald, Radfahren, Schwimmen oder andere Sportarten können zur Beruhigung beitragen.
  • Hausmittel: Beruhigungstee, Buttermilch oder pflanzliche Präparate wie Baldrian und Hopfen.
  • Ernährung: Ein genauer Blick auf die eigene Ernährung, um Mangelerscheinungen auszuschließen und eine ausgewogene Ernährung sicherzustellen.
  • Bewusster Umgang mit Reizen: Reduzierung von Stressoren, bewusster Verzicht auf ständige Erreichbarkeit und Reizüberflutung.
  • Entspannungstechniken: Erlernen und Anwenden von Entspannungstechniken wie Autogenem Training,Progressiver Muskelentspannung oder Meditation.
  • Psychotherapie: In Anspruch nehmen professioneller Hilfe bei Bedrückendem, Ängsten und Sorgen.
  • Pflanzenheilkunde: Beruhigende Pflanzen wie Baldrianwurzel, Hopfenzapfen, Passionsblumenkraut und Melissenblätter.
  • Bitterstoffe: Vermehrt Bittermittel in die eigene Ernährung integrieren, wie z. B. Chicoree, Endiviensalat, Radicchio, Artischocken.

Homöopathie bei Hochsensibilität

Hochsensible Menschen reagieren intensiv auf alle Arten von Reizen. Hier kann es ebenfalls zu starken Reaktionen auf homöopathische Mittel kommen (sog. Erstverschlimmerungen), und das schon bei Dosierungen, die für nicht hochsensible Menschen unproblematisch sind.

Es gibt Mittel, die in Problemsituationen eingesetzt werden, mit denen hochsensible Menschen es öfter zu tun haben. Darüber hinaus können auch pflanzliche Mittel in niedrigen Potenzen und sog. Idealerweise sollten hochsensible Menschen eine homöopathische Behandlung in Zusammenarbeit mit erfahrenen Homöopath:innen durchführen.

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