Übungen bei Nervenschmerzen im Bein: Ein umfassender Leitfaden

Nervenschmerzen im Bein können sehr belastend sein und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Glücklicherweise gibt es eine Vielzahl von Übungen und Behandlungen, die helfen können, die Schmerzen zu lindern und die Funktion wiederherzustellen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene Übungen, Hausmittel und Behandlungsansätze, die bei Nervenschmerzen im Bein eingesetzt werden können.

Ursachen von Nervenschmerzen im Bein

Nervenschmerzen im Bein können verschiedene Ursachen haben. Eine häufige Ursache ist die Ischialgie, bei der der Ischiasnerv, der vom unteren Rücken über das Gesäß und die Beine verläuft, gereizt oder eingeklemmt wird. Dies kann durch einen Bandscheibenvorfall, degenerative Veränderungen der Wirbelgelenke oder Muskelverspannungen verursacht werden.

Weitere mögliche Ursachen für Nervenschmerzen im Bein sind:

  • Polyneuropathie: Eine Erkrankung, die mehrere periphere Nerven betrifft und zu Schmerzen, Taubheitsgefühlen und Schwäche in den Beinen und Füßen führen kann.
  • Nervenwurzelkompression: Eine Kompression einer Nervenwurzel im Rückenmark, die zu ausstrahlenden Schmerzen in die Beine führen kann.
  • Muskelverspannungen: Verspannungen in den Muskeln des Gesäßes oder der Oberschenkel können den Ischiasnerv einklemmen und Schmerzen verursachen.
  • Durchblutungsstörungen: Eine schlechte Durchblutung der Beine kann zu Nervenschmerzen, Kribbeln und Taubheitsgefühlen führen.
  • Entzündungen: Entzündungen im Bereich der Nerven können ebenfalls Schmerzen verursachen.
  • Bandscheibenvorfall: Ausgetretenes Bandscheibenmaterial kann auf die Nervenwurzel drücken und so Schmerzen verursachen.

Übungen zur Linderung von Nervenschmerzen im Bein

Es gibt eine Vielzahl von Übungen, die helfen können, Nervenschmerzen im Bein zu lindern. Diese Übungen zielen darauf ab, die Muskeln zu dehnen und zu kräftigen, die Nerven zu mobilisieren und die Durchblutung zu verbessern.

Dehnübungen

Dehnübungen können helfen, verspannte Muskeln zu lockern und den Druck auf die Nerven zu reduzieren. Einige effektive Dehnübungen für Nervenschmerzen im Bein sind:

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  • Dehnung der Plantarfaszie: Diese Übung hilft, die Sehnenplatte an der Fußsohle zu dehnen und Schmerzen bei Plantarfasziitis zu lindern. Setzen Sie sich auf einen Stuhl und legen Sie den schmerzenden Fuß mit dem Außenknöchel auf den Oberschenkel des anderen Beins. Ziehen Sie die Zehen des schmerzenden Fußes mit der Hand in Richtung Schienbein, bis Sie eine Dehnung spüren. Halten Sie diese Position für etwa 10 Sekunden und streichen Sie während der Dehnung mit der anderen Hand mit etwas Druck langsam an der Fußsohle entlang.
  • Waden- und Kniekehlendehnung: Stellen Sie sich aufrecht hin, legen Sie eine Medi-Rolle vor sich und platzieren Sie einen Gegenstand zum Abstützen dahinter. Legen Sie Ihre Fußspitzen auf die Rolle ab - Ihre Ferse bleibt dabei fest auf dem Boden. Beugen Sie sich mit Ihrem Oberkörper über die Rolle, gehen Sie in ein Hohlkreuz und halten Sie sich mit beiden Händen an Ihrer Stütze fest, um nicht ins Schwanken zu geraten. Achten Sie darauf, den Rücken nicht zu runden, sondern schön im Hohlkreuz zu bleiben.
  • Hüftbeugerdehnung: Knien Sie auf dem Boden und stellen Sie ein Bein vor sich auf. Schieben Sie Ihr Becken nach vorne, um eine Dehnung in der Leiste zu erzeugen. Spannen Sie das Bein, auf dem Sie knien, so an, als wollten Sie es nach vorne ziehen.
  • Seitliche Rumpfbeuge: Stellen Sie sich aufrecht hin, die Hände in die Seite gestützt, und beugen Sie sich langsam nach links und rechts, bis Sie eine leichte Spannung und ein Ziehen in der Seite spüren.

Kräftigungsübungen

Kräftigungsübungen können helfen, die Muskeln zu stärken, die die Wirbelsäule und das Becken stützen, und so den Druck auf die Nerven zu reduzieren. Einige effektive Kräftigungsübungen für Nervenschmerzen im Bein sind:

  • Kniebeugen: Stellen Sie sich aufrecht hin, die Beine etwa hüftbreit geöffnet. Strecken Sie die Arme waagerecht nach vorne aus, beugen Sie die Knie langsam und schieben Sie dabei den Po möglichst weit nach hinten. Achten Sie darauf, dass die Fersen auf dem Boden bleiben.
  • Aufstehen und Hinsetzen ohne Armunterstützung: Setzen Sie sich auf einen Stuhl, die Beine im 90-Grad-Winkel und leicht geöffnet aufgestellt. Kreuzen Sie die Arme vor der Brust und neigen Sie den Oberkörper leicht nach vorne. Stehen Sie nun ohne Unterstützung durch die Arme langsam auf und setzen Sie sich wieder hin.
  • Beinheben: Setzen Sie sich auf eine Matte, strecken Sie die Beine aus und heben Sie die gestreckten Beine parallel leicht nach oben. Halten Sie diese Position einige Sekunden lang und legen Sie die Beine dann wieder auf die Matte.
  • Bauchlage mit Arm- und Beinheben: Legen Sie sich auf den Bauch, die Arme nach vorne und die Beine nach hinten gestreckt. Heben Sie den rechten Arm und das linke Bein parallel leicht an. Nach einigen Sekunden legen Sie beide Extremitäten wieder auf die Matte und heben den linken Arm und das rechte Bein.

Nervenmobilisationsübungen

Nervenmobilisationsübungen können helfen, die Beweglichkeit der Nerven zu verbessern und den Druck auf die Nerven zu reduzieren. Eine effektive Nervenmobilisationsübung für den Ischiasnerv ist:

  • Nervengleiten: Setzen Sie sich auf einen Stuhl. Strecken Sie das Bein, in das die Beschwerden ausstrahlen, und legen Sie gleichzeitig den Kopf in den Nacken. Dann kehren Sie die Bewegung um und beugen das Knie, während der Kopf auf die Brust kommt.

Faszien-Rollmassage

Die Faszien-Rollmassage ist ein wichtiger Bestandteil zur Lösung von verfilzten, unflexiblen Faszien. Das Rollen fördert die Durchblutung und versorgt das Gewebe mit frischer Flüssigkeit. Dadurch gewinnen die Faszien wieder an Elastizität.

  • Fußsohlenmassage: Legen Sie eine Mini-Rolle auf den Boden und krallen Sie sich mit Ihren Zehen an ihr fest. Rollen Sie die Rolle langsam über die gesamte Fußsohle ab.

Weitere Übungen

  • Gleichgewichtsübungen: Stehen Sie auf einem Bein und versuchen Sie, das Gleichgewicht zu halten. Sie können den Schwierigkeitsgrad erhöhen, indem Sie die Augen schließen oder auf einem Balance-Pad stehen.
  • Koordinationsübungen: Werfen Sie zwei Tennisbälle mit beiden Händen in die Luft und fangen Sie sie wieder auf.
  • Übungen für den sicheren Gang: Gehen Sie bewusst im Zeitlupentempo und achten Sie auf Ihr Gleichgewicht. Sie können den Schwierigkeitsgrad erhöhen, indem Sie die Knie hochziehen oder auf Zehenspitzen gehen.
  • Medizinische Trainingstherapie (MTT): Ein strukturiertes Programm spezifischer Übungen, das geschädigte Nerven stimulieren, die Balance verbessern und die Muskulatur kräftigen kann.

Hausmittel gegen Nervenschmerzen im Bein

Neben Übungen gibt es auch eine Reihe von Hausmitteln, die helfen können, Nervenschmerzen im Bein zu lindern:

  • Wärme- und Kälteanwendungen: Wechseln Sie zwischen kalten und warmen Kompressen oder Bädern, um die Schmerzen zu lindern und die Durchblutung zu fördern.
  • Kräuter und Tee: Einige Kräuter und Tees, wie Teufelskrallenwurzel, Brennnesseltee und Ingwertee, haben entzündungshemmende und schmerzstillende Eigenschaften.
  • Chili (Capsaicin): Capsaicin, der Wirkstoff in Chili und Cayennepfeffer, kann in Salbenform oder als Schmerzpflaster aufgetragen werden, um die Nerven zu desensibilisieren und Schmerzen zu lindern.
  • Johanniskrautöl: Eine Massage mit Johanniskrautöl kann bei Nervenschmerzen im Rückenbereich Linderung verschaffen.
  • Pfefferminzöl: Pfefferminzöl hat eine kühlende und krampflösende Wirkung und kann bei Nervenschmerzen helfen.
  • Olivenöl: Oleocanthal in Olivenöl wirkt entzündungshemmend und blutverdünnend, was sich positiv bei Nervenentzündungen und damit verbundenen Nervenschmerzen auswirken kann.
  • Entspannungsverfahren: Entspannungsverfahren wie Meditation, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung können helfen, psychische Beschwerden im Zusammenhang mit Nervenschmerzen zu reduzieren.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und gesunden Fetten kann helfen, Entzündungen im Körper zu reduzieren und die Nervenfunktion zu unterstützen.

Weitere Behandlungen

In einigen Fällen können weitere Behandlungen erforderlich sein, um Nervenschmerzen im Bein zu lindern:

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  • Physiotherapie: Ein Physiotherapeut kann Ihnen spezifische Übungen und Techniken zeigen, um Ihre Schmerzen zu lindern und Ihre Funktion zu verbessern.
  • Medikamente: Schmerzmittel, entzündungshemmende Medikamente oder Antidepressiva können helfen, die Schmerzen zu lindern.
  • Injektionen: Kortikosteroid-Injektionen können helfen, Entzündungen zu reduzieren und Schmerzen zu lindern.
  • Operation: In seltenen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um den Druck auf den Nerv zu beseitigen.

Wichtige Hinweise

  • Es ist wichtig, bei Nervenschmerzen im Bein frühzeitig einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache der Schmerzen zu ermitteln und einen individuellen Behandlungsplan zu erstellen.
  • Die Wirksamkeit von Übungen und Hausmitteln kann von Person zu Person variieren. Es ist wichtig, verschiedene Methoden auszuprobieren, um herauszufinden, was für Sie am besten funktioniert.
  • Achten Sie darauf, die Übungen korrekt auszuführen, um Verletzungen zu vermeiden. Wenn Sie sich unsicher sind, fragen Sie einen Physiotherapeuten um Rat.
  • Seien Sie geduldig und konsequent mit Ihren Übungen. Es kann einige Wochen oder Monate dauern, bis Sie eine deutliche Verbesserung Ihrer Symptome feststellen.
  • Vermeiden Sie Aktivitäten, die Ihre Schmerzen verschlimmern.
  • Achten Sie auf eine gute Körperhaltung und vermeiden Sie langes Sitzen oder Stehen in einer Position.
  • Reduzieren Sie Stress und sorgen Sie für ausreichend Schlaf.
  • Suchen Sie professionelle Hilfe, wenn Sie unter psychischen Problemen im Zusammenhang mit Ihren Nervenschmerzen leiden.

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