Der Zusammenhang zwischen Übersäuerung und Alzheimer: Ein umfassender Überblick

Mit zunehmendem Alter lassen viele Körperfunktionen nach. Während Aspekte wie Seh- und Hörvermögen oder Hautbeschaffenheit oft im Fokus stehen, wird die nachlassende Nierenfunktion im Alter weniger beachtet. Ab dem 55. Lebensjahr nimmt die Kreatinin-Ausscheidung der Nieren ab, was ein Indikator für ihre eingeschränkte Funktion ist. Eine verminderte Nierenleistung kann die Säure-Basen-Balance beeinträchtigen und einen Teufelskreis in Gang setzen, bei dem Säureüberschüsse nicht mehr ausreichend ausgeschieden werden können.

Ernährung und Demenz: Eine wichtige Verbindung

Mit fortschreitender Demenz verlieren Betroffene oft grundlegende Fähigkeiten, die für eine adäquate Ernährung notwendig sind. Dies betrifft Kauen, Schlucken, den Umgang mit Besteck sowie die Wahrnehmung von Hunger- und Durstsignalen. Pflegekräfte müssen Veränderungen im Ess- und Trinkverhalten frühzeitig erkennen und geeignete Maßnahmen ergreifen.

Risikoeinschätzung und Warnzeichen

Eine strukturierte Risikoeinschätzung (Screening) ist entscheidend, um Unterernährung und Exsikkose (Austrocknung) frühzeitig zu erkennen. Warnzeichen sind Gewichtsverlust, geringe Trinkmenge und sichtbare Anzeichen von Unterernährung wie trockene Haut und Schleimhäute oder zunehmende Verwirrtheit. Validierte Instrumente wie das Mini Nutritional Assessment - Short Form (MNA-SF) oder der Nutritional Risk Screening (NRS 2002) können hierbei hilfreich sein.

Ursachen für geringe Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme

Es gibt vielfältige Ursachen für eine verminderte Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme bei Demenzpatienten. Diese können in persönliche Faktoren, Unlust, Umgebungsfaktoren und das jeweilige Angebot unterteilt werden.

Persönliche Faktoren/Fähigkeitsverluste:

  • Der Betroffene beherrscht den Ess- oder Trinkvorgang nicht mehr.
  • Funktionseinschränkungen in Händen/Armen.
  • Verletzungen im Mundraum, trockener Mund.
  • Zähne und Zahnprothese sind nicht intakt.
  • Seh- und Hörvermögen sind eingeschränkt.
  • Der Betroffene erkennt vor ihm stehende Getränke nicht oder kann sich Getränke nicht eingießen.
  • Schluckstörungen.

Unlust beim Essen/Appetitlosigkeit:

  • Psychische Belastung.
  • Akute Erkrankung.
  • Schmerzen.
  • Bewegungsmangel.
  • Verdacht auf Medikamentennebenwirkungen.
  • Reduzierter/veränderter Geschmacks- und Geruchssinn.
  • Fehlende Lust am Trinken.
  • Reduziertes Durstgefühl.
  • Wunsch nach geringer Urinausscheidung.
  • Angst vor Verschlucken.

Umgebungsfaktoren:

  • Unangenehme Esssituation (Geräusche, Gerüche, Nachbarn).
  • Inadäquate Essenszeiten (Zeitpunkt, Dauer).
  • Problematische Beziehung zu den Versorgungspersonen.
  • Wenig einladende Trinkgefäße.
  • Getränke sind nicht erreichbar.

Essens-/Trinkangebot:

  • Unzufriedenheit mit dem Angebot, Essen schmeckt nicht.
  • Unangemessene Konsistenz.
  • Unzufriedenheit über Getränke, falsches Angebot.
  • Unangemessene Temperatur des Getränks.

Besonderheiten bei Demenz

Menschen mit Demenz haben oft einen erhöhten Energiebedarf aufgrund von Unruhe und gesteigertem Bewegungsbedürfnis. Gleichzeitig können sie ein gestörtes Hunger- und Sättigungsgefühl haben. Beeinträchtigungen von Fertigkeiten und Kompetenzen, wie der Umgang mit Besteck oder Schluckstörungen, erschweren die Nahrungsaufnahme zusätzlich.

Lesen Sie auch: Informationen für Alzheimer-Patienten und Angehörige

Maßnahmen zur Unterstützung

Es ist wichtig, Maßnahmen zur Unterstützung stets am Willen und Wohlbefinden der Betroffenen auszurichten. Zwangsernährung ist nur in Ausnahmefällen und unter strengen rechtlichen Voraussetzungen zulässig. Kleine Tricks wie Zuprosten oder Fragen nach Geschmack und Temperatur können unauffällig zum Essen anregen. Taktile Reize, wie das Führen der Hand zum Mund, können ebenfalls hilfreich sein.

Flüssigkeitszufuhr

Eine Dehydration kann bereits nach wenigen Tagen akute Verwirrtheit und lebensbedrohliche Zustände erzeugen. Der tägliche Flüssigkeitsbedarf älterer Menschen liegt in der Regel bei etwa 30 ml pro Kilogramm Körpergewicht, mindestens jedoch bei 1.500 ml. Mit zunehmendem Alter lässt das Durstgefühl nach, besonders bei Menschen mit Demenz. Es ist daher wichtig, dem Erkrankten häufiger Getränke anzubieten und auf das richtige Trinkgefäß zu achten.

Logopädie bei Schluckbeschwerden

Bei Schluckstörungen (Dysphagien) ist die logopädische Therapie eine Standardmaßnahme. Logopäden unterstützen Betroffene mit gezielten Übungen zur Kräftigung der Schluckmuskulatur, trainieren sichere Schlucktechniken und beraten Pflegekräfte zur Anpassung von Konsistenz und Essenssituation.

Basale Stimulation

Das Konzept der „basalen Stimulation“ hat sich auch bei der Essensaufnahme als sehr wirksam bei Menschen mit Demenz erwiesen. Es bezeichnet die gezielte und systematische Förderung von Wahrnehmung und Kommunikation auf elementarer Ebene.

Eat by Walking

„Eat by Walking“ (das Essen im Gehen) eignet sich oftmals auch für Menschen mit Demenz im frühen Stadium, die nicht mehr ruhig am Tisch sitzen und essen können und ruhelos umherwandern. Fingerfood verbessert die Selbstständigkeit und die Selbstbestimmung.

Lesen Sie auch: Kinder-Alzheimer: Ein umfassender Überblick

Neue Therapieansätze bei Alzheimer

Das St. Josef-Hospital Bochum setzt als eine der ersten Kliniken in Deutschland den neuen Antikörper-Wirkstoff „Lecanemab“ (Handelsname: LEQEMBI) ein. Dieser Wirkstoff richtet sich gegen Amyloidablagerungen, die eine zentrale Rolle bei der Alzheimer-Demenz spielen und kann das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen. Ein weiterer Antikörper, Donanemab (Kisunla), wurde ebenfalls zugelassen.

LEQEMBI ist ein Antikörper, der gegen aggregierte lösliche und unlösliche Formen von Amyloid-beta gerichtet ist. Durch die Bindung aktiviert der Wirkstoff das körpereigene Immunsystem und die Amyloidablagerungen werden abgebaut. Die Behandlung erfolgt über Infusionen und wird von regelmäßigen MRT-Kontrollen sowie neuropsychologischen Untersuchungen begleitet.

Der Säure-Basen-Haushalt und seine Bedeutung

Unser modernes Leben ist oft von einer zunehmenden Säurebelastung des Körpers geprägt. Müdigkeit, Schlafstörungen, Erschöpfungszustände, Verspannungen, Muskelschmerzen, Ohrgeräusche, Allergien, Infektanfälligkeit und mangelnde Konzentration können Begleiterscheinungen sein.

Chronische Übersäuerung

Die chronische Übersäuerung des menschlichen Körpers macht sich nicht in einer Änderung des Blut-pH’s, sondern in einer Verschlackung der Geweberäume bemerkbar. Die dem Körper zur Verfügung stehenden Puffersysteme können bei Dauerstress, falscher Ernährung oder Bewegungsmangel die anfallenden Säuren nicht mehr neutralisieren. Diese werden zur Aufrechterhaltung des Blutmilieus ins Bindegewebe als Schlacke abgelagert. Viele Erkrankungen wie Migräne, rheumatische Erkrankungen, chronische Entzündungen, Allergien und Hautkrankheiten können auf eine chronische Übersäuerung zurückgeführt werden.

Feststellung der Übersäuerung

Es gibt verschiedene Methoden, um eine Übersäuerung festzustellen:

Lesen Sie auch: Alzheimer und Demenz im Vergleich

  1. Messung des Morgen-Urin-pH-Wertes.
  2. pH-Tagesprofil von Speichel und Urin.
  3. Urintitration nach Sander.

Maßnahmen zur Entsäuerung

Ein Kurplan zur Entsäuerung kann folgende Maßnahmen beinhalten:

  • Natriumbicarbonatinfusion
  • Basenmedikamente
  • Baseneinlauf
  • Basenbad
  • Saunabäder
  • Tägliches Brausebad
  • Ernährungsumstellung (basenreiche Ernährung)
  • Kanne Brottrunk
  • Fastenkuren

Übereiweißung

Eine länger bestehende Übereiweißung kann zu Verkalkung von Gewebe und Gefäßen führen, wodurch langfristig Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen können. Es ist wichtig, den Stoffwechsel durch geringeren Konsum an tierischem Eiweiß zu entlasten.

Zahnmedizin und Alzheimer

Eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparats (Parodontitis) könnte für die Demenz verantwortlich sein. Bei Alzheimer kommt es zu einer Reihe von Infektionen im Gehirn, wobei eine Infektion durch Porphyromonas gingivalis, den Schlüsselerreger der chronischen Parodontitis, besonders auffällig ist.

Prävention

Durch gezielte Prävention kann das Risiko an Alzheimer zu erkranken, gesenkt werden. Dazu gehören eine gesunde, bewusste Ernährung und eine Anpassung des Lebensstils.

Zucker und Alzheimer

Hohe Blutzuckerwerte können eine Art Verzuckerung von Eiweißmolekülen (Glykation) verursachen, die deren Struktur und Funktion schädigt. Im Zusammenhang mit Alzheimer spricht man auch von einem „kandierten Hirn“, „Karies im Hirn“ oder „Diabetes Typ3“.

Immunzellen und Alzheimer

Immunzellen, die den Körper eigentlich schützen sollen, könnten im Gehirn Schäden anrichten und Krankheiten wie Alzheimer antreiben.

Regeln für ein gesundes Körpersystem und zur Reduzierung des Alzheimer-Risikos

  • Ersetzen Sie tote Zähne durch Keramik-Implantate.
  • Achten Sie auf gepflegte, gesunde Zähne und regelmäßige Prophylaxe.
  • Ernähren Sie sich gesund - biologisch, basenüberschüssig, pflanzlich und bunt.
  • Achten Sie auf eine exzellente Vitalstoffversorgung!
  • Vermeiden Sie Dauerstress und sorgen Sie bei Belastung für entspannenden Ausgleich.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig und moderat.

Funktionelle Medizin und Biologische Zahnmedizin

Die Funktionelle Medizin und die Biologische Zahnmedizin betrachten es als ihren Ansatz, die Regulationsprozesse des Körpers von Störfaktoren zu befreien und die funktionelle Selbstregulation des Körpers bis auf molekulare Ebenen zu stärken.

Der Säure-Basen-Haushalt im Detail

Ein ausbalancierter Säure-Basen-Haushalt ist die Grundvoraussetzung für ein gesundes Leben. In der heutigen Gesellschaft ist nahezu jeder Mensch übersäuert.

Ursachen der Übersäuerung

Eine ungesunde Lebensweise, wie eine falsche Ernährung, zu wenig Wasser trinken, zu wenig Bewegung und psychischer Stress, kann zu einer Übersäuerung führen.

Folgen der Übersäuerung

Die Folgen eines entgleisten Säure-Basen-Haushalts sind vielfältig. Vom Unwohlsein bis hin zu chronischen oder gar schwerwiegenden Erkrankungen.

Messung des Übersäuerungs-Status

Der einfachste Weg seinen Übersäuerungs-Status zu messen, ist über eine ph-Wert-Messung des Urins mittels Indikatorstreifen.

Maßnahmen zur Ausbalancierung des Säure-Basen-Haushaltes

  1. Ausgeglichene und basische Ernährung.
  2. Ausreichendes Trinken eines guten, reinen Quell- oder Mineralwassers.
  3. Viel Bewegung in der Natur, bewusstes Atmen, sowie Stressvermeidung.

Medikamente und Demenz

Die Einnahme von Medikamenten, die die Magensäure reduzieren (Protonenpumpeninhibitoren, PPI), geht mit einem häufigeren Auftreten von Demenz einher.

Amyloid-beta und pH-Wert

Die Bildung von schädlichen Eiweißstrukturen aus Amyloid-beta-(Aß)-Molekülen ist in hohem Maße vom pH-Wert abhängig. Bei leicht sauren Bedingungen bilden sie sich 8.000-mal schneller als bei neutralem pH-Wert.

Ketonkörper und Alzheimer

Sogenannte Ketonkörper, die vor allem aus dem Stoffwechsel von mittelkettigen Fettsäuren enstehen, dienen dem Gehirn als wichtige Energiequelle, und es zeigte sich, dass die Zufuhr dieser Fette eine deutliche Verbesserung bei Alzheimer bewirken kann. Um eine Übersäuerung durch Ketonkörper zu vermeiden, bedarf es einer basischen Ernährung.

tags: #uebersaeuerung #und #alzheimer