UKE Migräne Sprechstunde: Umfassende Versorgung bei Kopfschmerzerkrankungen

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) bietet eine spezialisierte Migräne Sprechstunde an, die sich der umfassenden Versorgung von Patient:innen mit Kopfschmerzerkrankungen widmet. Die Klinik für Neurologie des UKE verfügt über eine besondere Expertise in der Behandlung und Erforschung von Gefäßerkrankungen, Schlaganfällen, Multipler Sklerose, Bewegungsstörungen sowie Kopfschmerz- und Schmerzpatienten.

Schwerpunkte der Neurologischen Klinik

Die Klinik und Poliklinik für Neurologie des UKE versorgt Patient:innen mit Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems und der Muskulatur. Zu den Schwerpunkten gehören:

  • Gefäßerkrankungen: Insbesondere die Behandlung von Schlaganfällen, durch die Schlaganfallstation (Stroke Unit) und die Kampagne "Hamburg gegen den Schlaganfall" konnte die Versorgung von Schlaganfallpatienten kontinuierlich verbessert werden. Eine aktuelle Studie unter Leitung des UKE und des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) zeigte, dass die Katheterbehandlung auch bei schweren Schlaganfällen wirksam ist und bei etwa 20 Prozent der behandelten Patient:innen Tod oder Pflegebedürftigkeit verhindern konnte.
  • Multiple Sklerose: Die Betreuung von Patienten mit Multipler Sklerose erfolgt auf höchstem Niveau.
  • Bewegungsstörungen: Die Behandlung von Bewegungsstörungen wie Morbus Parkinson ist ein weiterer Schwerpunkt.
  • Schmerzerkrankungen: Spezialisierte Ärzteteams kümmern sich um die optimale Therapie von Kopfschmerz- und anderen Schmerzpatienten.

Die Kopfschmerzambulanz am UKE

Die Kopfschmerzambulanz am UKE besteht seit 2005 und wird von Herrn Prof. Dr. Arne May geleitet. Sie ist spezialisiert auf die Behandlung von:

  • Migräne
  • Spannungskopfschmerzen
  • Trigemino-autonomen Kopfschmerzen (z. B. Clusterkopfschmerz)
  • Trigeminusneuralgie
  • Persistierendem Idiopathischen Gesichtsschmerz (früher: Atypischer Gesichtsschmerz)
  • Weitere seltene Kopf- und Gesichtsschmerzerkrankungen.

Diagnostik und Therapiekonzepte

Die Kopfschmerzambulanz bietet eine ausführliche Diagnostik und Erarbeitung von Therapiekonzepten in Zusammenarbeit mit dem Hauptbehandler (z. B. Neurologe oder Hausarzt). Ziel ist es, Patienten zu beraten und individuelle Therapieansätze zu entwickeln.

Multimodale Schmerztherapie

Chronische Schmerzen werden im UKE mit einem multimodalen Schmerzkonzept behandelt, das neben einer optimierten medikamentösen Therapie auch Physiotherapie, Ergotherapie, Akupunktur und psychologische Verfahren umfasst.

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Psychologische Schmerztherapie

Eine psychologische Schmerztherapie (Schmerzpsychotherapie) wird für Patient:innen mit Schmerzen angeboten, die erlernen möchten, selbst etwas gegen ihre Schmerzen zu tun. Häufige Schmerzen wirken sich auf unser Fühlen, Denken und Verhalten aus. Ebenso beeinflussen die Gefühle, Gedanken und auch unser Verhalten, wie wir die Schmerzen wahrnehmen. Stress, Angst, Unzufriedenheit, hektische, angespannte Lebensweise und überhöhte Leistungsansprüche können zu einer Zunahme der Schmerzen führen.

Migräne: Eine Volkskrankheit

Migräne ist eine weit verbreitete Erkrankung. Etwa 14 Prozent der Deutschen leiden unter Migräne. Typische Anzeichen einer Migräne-Attacke sind stechende Kopfschmerzen, Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit.

Ursachen und Auslöser

Die Ursachen für Kopfschmerzen sind individuell. Häufige Auslöser sind Stress und Schlafmangel. Es wird daher empfohlen, ein Kopfschmerz-Tagebuch zu führen, um individuelle Auslöser zu identifizieren.

Behandlung von Migräne

Die Kopfschmerzambulanz am UKE bietet verschiedene Behandlungsansätze für Migräne an. Dazu gehören:

  • Medikamentöse Therapie: Bei häufigen Attacken können Betablocker oder Antidepressiva zur Senkung der Attackenfrequenz eingesetzt werden.
  • Akupunktur: Akupunktur kann bei etwa 30 Prozent der Betroffenen helfen.
  • Biofeedback: Biofeedback ermöglicht es den Patienten, ihr Wohlbefinden und damit die Schmerzattacken selbst zu beeinflussen.
  • Verhaltenstherapie: Verhaltenstherapie hilft den Betroffenen, sich und ihre Bedürfnisse wahrzunehmen und ihnen ausreichend Raum zu geben.
  • Neue Behandlungsansätze: Für Patienten mit Cluster-Kopfschmerzen gibt es eine neue operative Methode, bei der ein Nervenstimulator (SPG-Stimulator) unter die Haut implantiert wird, um neue Attacken zu unterdrücken. Derzeit in der Entwicklung: eine Spritze, die Migräne-Patienten prophylaktisch für einen bestimmten Zeitraum vor Kopfschmerz-Attacken schützen soll.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Treten Kopfschmerzen häufiger als vier Tage pro Monat auf, ist es sinnvoll, einen Experten aufzusuchen. Es ist wichtig abzuklären, ob ernsthafte Erkrankungen wie ein Tumor oder eine Entzündung im Gehirn als Ursache vorliegen.

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Anfahrt und Kontakt

Die Klinik für Neurologie befindet sich im Hauptgebäude O10 des UKE.

  • Stationen: 1B, 4D, 5C, 5D in O10 (erreichbar über den blauen Fahrstuhl in O10, Gang B)
  • Privatambulanz, Sekretariate und Büros: O10, 2. OG (über die Rolltreppen der Eingangshalle in den 2. Stock, den Gang der Shoppingmeile entlang, bis rechterhand die Glastür zur Neurologie kommt)
  • Funktionsdiagnostik: O10, EG (Gefäßsprechstunde, Ultraschall, NLG, EMG, EEG)
  • Tageskliniken für Parkinson und Multiple Sklerose: W34, EG (auf dem UKE-Gelände unmittelbar linkerhand des Kreisverkehrs an der Haupteinfahrt)

Terminvergabe

Die Terminvergabe für die Kopfschmerzambulanz erfolgt nur am ersten Arbeitstag eines jeden Monats ab 8:00 Uhr unter der Telefonnummer +49 (0) 40 7410 - 52780 für gesetzlich Versicherte. Es wird eine Zuweisung vom behandelnden Neurologen benötigt.

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