Die Neurochirurgie ist ein hochspezialisiertes Feld der Medizin, das sich mit der operativen Behandlung von Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems befasst. Dies umfasst das Gehirn, das Rückenmark, die peripheren Nerven und die dazugehörigen Strukturen. Am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und anderen führenden medizinischen Einrichtungen wird die Neurochirurgie auf höchstem Niveau praktiziert, wobei innovative Techniken und Forschungsergebnisse zum Wohle der Patienten eingesetzt werden.
Schwerpunkte der Neurochirurgie
Die Klinik für Neurochirurgie unter der kommissarischen Leitung von PD Dr. med. Lasse Dührsen und PD Dr. med. Hanno Meyer am UKE behandelt Patienten mit einem breiten Spektrum an Erkrankungen des Gehirns und des Rückenmarks. Zu den Behandlungsschwerpunkten zählen:
- Tumoren des Gehirns und des Rückenmarks: Die operative Entfernung von Tumoren ist ein zentraler Bestandteil der Neurochirurgie. Hierbei kommen modernste Techniken zum Einsatz, um das umliegende gesunde Gewebe bestmöglich zu schonen.
- Gefäßerkrankungen des Gehirns: Aneurysmen, Angiome, Kavernome und Fisteln können zu schweren neurologischen Schäden führen. Die Neurochirurgie bietet verschiedene operative und interventionelle Verfahren, um diese Erkrankungen zu behandeln.
- Tumoren der Hirnanhangdrüse / Neuroendokrinologie: Tumoren der Hirnanhangdrüse können hormonelle Störungen verursachen. Die Hypophysenchirurgie zielt darauf ab, diese Tumoren zu entfernen und die normale Hormonproduktion wiederherzustellen.
- Operative Behandlung zentral gelegener Tumore: Tumoren im Hirnstamm, der Pinealisregion, den Ventrikeln oder dem Rückenmark stellen besondere Herausforderungen dar. Die Neurochirurgie verfügt über spezielle Techniken und Expertise, um diese komplexen Eingriffe durchzuführen.
- Zentrale Bewegungsstörungen: Bei Patienten mit Morbus Parkinson oder anderen Bewegungsstörungen kann die tiefe Hirnstimulation (THS) eine Linderung der Symptome bewirken.
- Epilepsieleiden: In manchen Fällen kann eine Operation helfen, die Anfälle bei Epilepsiepatienten zu reduzieren oder ganz zu beseitigen.
- Erkrankungen der Wirbelsäule und des Rückenmarks: Bandscheibenvorfälle, Stenosen des Wirbelkanals und Rückenmarkstumoren können zu Schmerzen und neurologischen Ausfällen führen. Die Neurochirurgie bietet verschiedene operative Verfahren, um diese Probleme zu beheben.
- Erkrankungen des zentralen Nervensystems im Kindesalter: Maligne Gliome, Hirntumoren, Hydrocephalus und kraniofaziale Fehlbildungen erfordern eine spezielle neurochirurgische Expertise.
Innovative Techniken in der Neurochirurgie
Um die Eingriffe so schonend und erfolgreich wie möglich durchzuführen, setzt die Neurochirurgie am UKE und anderen führenden Kliniken auf innovative Techniken:
- Minimal-invasive Chirurgie: Durch kleine Hautschnitte und den Einsatz von Endoskopen können Operationen mit geringerer Belastung für den Patienten durchgeführt werden.
- Endoskopie: Mit Hilfe von Endoskopen können auch schwer zugängliche Bereiche des Gehirns und des Rückenmarks erreicht und operiert werden.
- Laserbestrahlung: Der Laser ermöglicht eine präzise und schonende Entfernung von Tumoren.
- Intraoperatives Monitoring: Während der Operation werden die Hirnfunktionen des Patienten kontinuierlich überwacht, um Schäden zu vermeiden.
- Wachoperationen: Bei Operationen in der Nähe wichtiger Hirnregionen kann der Patient während des Eingriffs wach sein und mit dem Operationsteam kommunizieren, um die Funktionen dieser Regionen zu überprüfen.
Forschung in der Neurochirurgie
Die Klinik für Neurochirurgie am UKE betreibt intensive Forschung zur Entstehung und zum Wachstum von Hirntumoren. Ziel ist es, neue Ansätze zur gezielten Therapie von Tumoren des zentralen Nervensystems zu entwickeln, insbesondere auf der Grundlage von Zellwanderung und Gefäßneubildungen. Diese Forschung wird durch die Deutsche Krebshilfe und andere Förderungseinrichtungen unterstützt.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Die Neurochirurgie ist ein interdisziplinäres Fachgebiet, das eng mit anderen Disziplinen wie der Neurologie, der Neuroradiologie, der Onkologie und der Strahlentherapie zusammenarbeitet. Durch diese enge Zusammenarbeit wird eine optimale Versorgung der Patienten gewährleistet. Am Universitätsklinikum Essen finden beispielsweise regelmäßig interdisziplinäre Schmerzkonferenzen statt, bei denen Experten verschiedener Fachrichtungen gemeinsam Behandlungsstrategien für Schmerzpatienten entwickeln.
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Aktuelle Herausforderungen und Kontroversen
Neben den medizinischen und technischen Herausforderungen steht die Neurochirurgie auch vor ethischen und rechtlichen Fragen. Ein aktueller Fall am UKE zeigt, dass auch Vorwürfe wie Mobbing und unangemessenes Verhalten gegenüber Mitarbeitern die Arbeit einer neurochirurgischen Klinik belasten können. In diesem Fall wurde ein Chefarzt aufgrund von Vorwürfen entlassen, die er jedoch bestreitet. Das Arbeitsgericht prüft nun, ob die Kündigung rechtswirksam war. Dieser Fall verdeutlicht, wie wichtig eine offene und respektvolle Kommunikationskultur in einer Klinik ist, um das Wohl der Patienten und Mitarbeiter zu gewährleisten.
Veranstaltungen und Weiterbildung
Um das Wissen und die Fähigkeiten der Ärzte und des Pflegepersonals auf dem neuesten Stand zu halten, werden regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen angeboten. So finden beispielsweise am Universitätsklinikum Essen regelmäßig "Essener Endokrinologie Updates" und das "Essener Transitions Symposium" statt. Auch das "Essener Neurologie Symposium" bietet eine Plattform für den Austausch von Wissen und Erfahrungen.
Patientenversorgung und Anfragen
Die Neurochirurgie am UKE behandelt jährlich etwa 3.500 Patienten stationär und 7.500 Patienten ambulant. Patienten, die eine Behandlung wünschen, können ihre Anfrage direkt an das UKE International Office richten.
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