Kopfschmerzambulanz der Uniklinik Essen: Umfassende neurologische Versorgung

Die Kopfschmerzambulanz der Uniklinik Essen ist Teil der Klinik für Neurologie und widmet sich der Behandlung jeglicher Form von Kopfschmerzen. Sie ist Anlaufstelle für Patienten mit chronischen Kopfschmerzen, Migräne und anderen Kopfschmerzarten. Die Ambulanz betreut jährlich etwa 4.000 neue Patienten und arbeitet eng mit über 60 niedergelassenen Neurologen und Schmerztherapeuten in Nordrhein-Westfalen zusammen.

Leistungsspektrum der Neurologischen Klinik Essen

Die Neurologische Klinik des Universitätsklinikums Essen bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Leistungen für nahezu alle neurologischen Erkrankungen. Dabei werden modernste Standards und wissenschaftliche Erkenntnisse aus der eigenen Forschung angewendet, um eine bestmögliche Patientenversorgung zu gewährleisten. Die Klinik verfügt über spezialisierte Bereiche und Zentren, die eine umfassende Expertise in verschiedenen neurologischen Fachgebieten bieten.

Schwerpunkte und Spezialbereiche

  • Westdeutsches Kopfschmerzzentrum: Spezialisiert auf die Diagnose und Therapie verschiedener Kopfschmerzarten, einschließlich Migräne, Spannungskopfschmerzen und Cluster-Kopfschmerzen.
  • Epilepsie-Ambulanz: Bietet Diagnostik, Beratung und Behandlung von Epilepsiepatienten, einschließlich Neueinstellung und Anpassung von Medikationen.
  • Zentrum für Neuromuskuläre Erkrankungen: Befasst sich mit Erkrankungen des Rückenmarks, der peripheren Nerven, der neuromuskulären Übergänge und der Muskeln.
  • Zentrum für Gehirngesundheit und Prävention (ZGP-E): Bietet präventive Untersuchungen für Menschen mit erhöhtem Demenzrisiko und ermöglicht frühzeitige Therapieangebote.
  • Rückenschmerzzentrum: Bietet interdisziplinäre Behandlung von Rückenschmerzen in enger Kooperation mit anderen Fachbereichen.
  • Vaskuläre Spezialsprechstunde: Umfassende Beratung und Diagnostik bei neurovaskulären Erkrankungen.
  • Bewegungsstörungen: Behandlung von Erkrankungen, die Körperhaltung und Bewegungsabläufe beeinträchtigen, wie z.B. Dystonie und Spastik.
  • Klinische Neuroonkologie: Behandlung von Patienten mit Tumoren des Gehirns, des Rückenmarks und deren Hüllen, sowie Hirnmetastasen.
  • Neuroimmunologie: Behandlung von autoimmunvermittelten entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems, wie z.B. Multiple Sklerose.
  • Geriatrie: Vorbeugung, Erkennung und Behandlung körperlicher und seelischer Erkrankungen im fortgeschrittenen Lebensalter.

Diagnostische und Therapeutische Verfahren

Die Neurologische Klinik Essen bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Verfahren, darunter:

  • Elektrophysiologie: EEG, EP, EMG zur Untersuchung der Funktion von Gehirn, Nerven und Muskeln.
  • Neurologische Ultraschalldiagnostik: Spezielle Ultraschalluntersuchungen zur Beurteilung der Hirngefäße und Nerven.
  • Botulinumtoxin-Injektionen: Behandlung von Dystonie und Spastik zur Linderung von Verkrampfungen, Schmerzen und Fehlstellungen.
  • Immuntherapie: Behandlung von Multipler Sklerose mit Immuntherapeutika.
  • Medikamentöse Therapie: Einsatz von Antiepileptika, Schmerzmitteln und anderen Medikamenten zur Behandlung neurologischer Erkrankungen.
  • Interdisziplinäre Schmerztherapie: Multimodales Behandlungskonzept mit Ärzten, Psychologen, Physiotherapeuten und Pflegefachkräften zur Behandlung chronischer Schmerzen.
  • Tiefe Hirnstimulation: Operatives Verfahren zur Behandlung von Bewegungsstörungen.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die Neurologische Klinik Essen legt großen Wert auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen des Universitätsklinikums, um eine umfassende und individuelle Patientenversorgung zu gewährleisten. Dazu gehören unter anderem die Neurochirurgie, Orthopädie, Anästhesiologie, Psychosomatik, Psychiatrie und Geriatrie.

Spezielle Ambulanzen und Zentren im Detail

Westdeutsches Kopfschmerzzentrum (WKZ)

Das Westdeutsche Kopfschmerzzentrum (WKZ) ist auf die Behandlung von Kopfschmerzen spezialisiert. Patienten können Termine über Doctolib buchen. Für neue Patienten sind vorab ein kurzes Anschreiben mit Verdachtsdiagnose, aktuelle Laborbefunde und MRT/CT-Befunde erforderlich. Das Zentrum arbeitet mit über 60 niedergelassenen Neurologen und Schmerztherapeuten in NRW zusammen. Ziel ist es, die Schmerzen auf drei bis vier Tage im Monat zu reduzieren.

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Epilepsie-Ambulanz

Die Epilepsie-Ambulanz bietet Diagnostik und Therapie von Epilepsien an. Die Diagnostik umfasst Anamnese, Laborwerte, EEG und Bildgebung. Therapeutisch werden Antiepileptika eingesetzt. Die Ambulanz befindet sich im 1. Obergeschoss. Eine Überweisung vom Neurologen ist erforderlich.

Zentrum für Neuromuskuläre Erkrankungen

Das Zentrum für Neuromuskuläre Erkrankungen diagnostiziert und behandelt Erkrankungen des Rückenmarks, der peripheren Nerven, der neuromuskulären Übergänge und der Muskeln. Eine ausführliche Diagnostik unter Zuhilfenahme technischer Verfahren wie Elektrophysiologie ist erforderlich.

Zentrum für Gehirngesundheit und Prävention (ZGP-E)

Das Zentrum für Gehirngesundheit und Prävention (ZGP-E) bietet Menschen mit erhöhtem Demenzrisiko präventive Untersuchungen an. Ziel ist es, Betroffenen frühzeitig neue Therapien anbieten zu können. Die Sprechstunde wird von Frau Dr. Iris Trender-Gerhard geleitet.

Rückenschmerzzentrum

Das Rückenschmerzzentrum bietet in Kooperation mit anderen Kliniken eine interdisziplinäre Behandlung von Rückenschmerzen an. Für die Vorstellung ist ein Überweisungsschein vom Neurologen oder Hausarzt erforderlich.

Vaskuläre Spezialsprechstunde

Die Vaskuläre Spezialsprechstunde bietet eine umfassende Beratung und Diagnostik bei allen neurovaskulären Erkrankungen an. Die Sprechstunde wird von Prof. Dr. med. geleitet.

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Ambulanz für Bewegungsstörungen

In der Ambulanz für Bewegungsstörungen werden u.a. Dystonien, Spastik und andere Bewegungsstörungen behandelt. Durch Botulinumtoxin-Injektionen können die Symptome von Dystonie und Spastik wie Verkrampfungen, Schmerzen und Fehlstellungen gebessert werden.

Klinische Neuroonkologie

Der Schwerpunkt Klinische Neuroonkologie behandelt Patientinnen/Patienten mit gutartigen und bösartigen Tumoren des Gehirns, des Rückenmarks und ihrer Hüllen, mit Hirnmetastasen anderer Krebserkrankungen und mit Tumoren, die durch lokale Ausbreitung in das Schädelinnere eingedrungen sind. Es werden neueste medikamentöse Therapieentwicklungen und Studien angeboten.

Neuroimmunologie (Multiple Sklerose)

Die Klinik bietet eine Behandlung mit Immuntherapeutika für den milden/moderaten Verlauf und den hoch-aktiven Verlauf der Multiplen Sklerose an. Es werden auch begleitende Beschwerden behandelt.

Funktionelle Neurologische Störungen

Funktionelle neurologische Störungen sind neurologische Symptome, denen keine Schädigung des Nervensystems zugrunde liegt, sondern eine Fehlschaltung zwischen Bewegungskontrolle und Gedankenwelt. Auslöser können akute Krankheitszustände oder chronische Belastungen sein. Für die ambulante Vorstellung ist ein Überweisungsschein von einem niedergelassenen Neurologen erforderlich.

Geriatrie

Die Geriatrie bietet eine modernste Struktur zur Vorbeugung, Erkennung, konservative und interventionelle Behandlung körperlicher und seelischer Erkrankungen im biologisch fortgeschrittenen Lebensalter.

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Besonderheiten der Klinik

  • Moderne Führungsstrukturen: Flache Hierarchien und ein kollegialer Austausch mit allen Berufsgruppen.
  • Breite thematische Ausrichtung: Eigenständige Bereiche in verschiedenen neurologischen Fachgebieten.
  • Ärztliches Führungsteam: Expertinnen/Experten auf ihrem jeweiligen Gebiet, die eine Ausbildung auf höchstem Niveau sicherstellen.
  • Planbare Freistellungen für Forschungsaktivitäten: Strukturierte Clinician Scientist Programme sind vorhanden.
  • Moderne Arbeitszeitmodelle: Ermöglichen flexible Arbeitszeitgestaltung.
  • Erwerb von Zusatzbezeichnungen: Intensivmedizin, Schmerztherapie und Geriatrie.
  • Zertifikate: EEG, EP, EMG und Ultraschall.

Poliklinik

Die Poliklinik stellt die Schnittstelle zwischen der Klinik und den Bürgern dar. Für die Vorstellung ist ein Überweisungsschein vom Neurologen oder Hausarzt erforderlich. Privatpatienten können direkt einen Termin bei einem Oberarzt vereinbaren.

Universitäre Schmerzmedizin

Die Universitäre Schmerzmedizin bündelt die Expertise aller Kliniken, Institute und Fachzentren, die sich der Behandlung akuter und chronischer Schmerzen widmen. Es wird ein ganzheitliches Konzept angeboten, bei dem Diagnostik und Therapie interdisziplinär erfolgen.

Kritik und Verbesserungspotenzial

Trotz der hohen Qualität der medizinischen Versorgung gibt es auch Kritikpunkte, die in Patientenberichten geäußert wurden:

  • Lange Wartezeiten in der Notaufnahme: Patienten berichten von langen Wartezeiten in der Notaufnahme, insbesondere bei nicht lebensbedrohlichen Symptomen.
  • Mangelhafte Kommunikation: Einige Patienten bemängeln die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten bzw. Angehörigen, insbesondere bei älteren Patienten.
  • Organisatorische Mängel: Es gibt Berichte über organisatorische Probleme, wie z.B. fehlende Informationen bei der Überleitung in eine Rehaklinik oder vergessene Überleitungsgespräche.
  • Unzureichende Ausstattung: Einige Patienten bemängeln die Ausstattung der Stationen, insbesondere die Sanitäranlagen.
  • Hohe Parkgebühren für Behinderte: Die hohen Parkgebühren für Behinderte werden als ungerecht empfunden.

Es ist wichtig, diese Kritikpunkte ernst zu nehmen und kontinuierlich an der Verbesserung der Patientenversorgung zu arbeiten.

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