Vegetatives Nervensystem: Behandlung bei vorzeitigen Wechseljahren

Die Wechseljahre sind ein natürlicher Übergang im Leben einer Frau, der jedoch mit unangenehmen Symptomen einhergehen kann. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Wechseljahre, insbesondere im Hinblick auf vorzeitige Wechseljahre, und bietet einen umfassenden Überblick über Behandlungsmöglichkeiten, wobei ein besonderer Fokus auf dem vegetativen Nervensystem liegt.

Was sind die Wechseljahre?

Die Wechseljahre, auch Klimakterium genannt, sind eine normale hormonelle Umstellung im Leben einer Frau, die den Übergang von der fruchtbaren Phase zum natürlichen Ende der Menstruation markiert. Die Menopause bezeichnet den Zeitpunkt der letzten Regelblutung, der bei den meisten Frauen zwischen dem 51. und 52. Lebensjahr liegt, aber auch früher oder später eintreten kann. Viele Frauen bemerken erste Veränderungen bereits ab Mitte 40.

In den Wechseljahren verringert sich allmählich die Hormonproduktion der Eierstöcke, insbesondere die Menge an Östrogen. Dies hat weitreichende Auswirkungen auf den gesamten Körper und kann verschiedene Beschwerden auslösen.

Phasen der Wechseljahre

Die Wechseljahre verlaufen bei jeder Frau unterschiedlich. Manche Frauen erleben die Umstellung innerhalb von drei Jahren, während sie bei anderen zehn Jahre oder länger dauert. Im Durchschnitt geht man von einer Dauer von fünf bis acht Jahren aus. Medizinisch wird die Zeit in drei Phasen unterteilt:

  • Prämenopause: Die Jahre vor der letzten Regelblutung, in denen erste Veränderungen im Zyklus und der Hormonlage auftreten.
  • Perimenopause: Die Phase rund um die Menopause, in der der Zyklus unregelmäßig wird, Blutungen aussetzen und Beschwerden wie Hitzewallungen oder Schlafstörungen auftreten können.
  • Postmenopause: Die Zeit nach der letzten Regelblutung, in der sich der Körper dauerhaft auf den neuen Hormonstatus einstellt.

Symptome in den Wechseljahren

Die Wechseljahre können sich auf den gesamten Körper und die Psyche auswirken. Welche Beschwerden auftreten und wie stark sie empfunden werden, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Häufige körperliche Beschwerden sind:

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  • Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen
  • Schlafstörungen
  • Zyklusveränderungen
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Verdauungsprobleme
  • Trockene Schleimhäute
  • Reizblase oder häufiges Wasserlassen
  • Osteoporose

Emotionale und psychische Symptome können sein:

  • Stimmungsschwankungen
  • Innere Unruhe oder Angstgefühle
  • Konzentrationsschwierigkeiten oder Vergesslichkeit ("Menopause Brain Fog")

Das vegetative Nervensystem und die Wechseljahre

Der in den Wechseljahren abnehmende Östrogenspiegel beeinflusst auch das vegetative Nervensystem. Dieses System steuert unbewusste Körperfunktionen wie Herzschlag, Atmung, Verdauung und Stoffwechsel. Veränderungen im vegetativen Nervensystem können zu einer Vielzahl von Symptomen führen, darunter:

  • Hitzewallungen
  • Herzrasen, Herzflattern, Herzstolpern oder Herzklopfen
  • Schlafstörungen
  • Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Angstgefühle
  • Innere Unruhe

Vorzeitige Wechseljahre (Klimakterium praecox)

Von vorzeitigen Wechseljahren spricht man, wenn die Menopause vor dem 40. Lebensjahr eintritt. Davon sind etwa ein Prozent der Frauen betroffen. Mögliche Ursachen sind:

  • Genetische Faktoren
  • Autoimmunerkrankungen
  • Entzündungen der Eierstöcke
  • Stoffwechselstörungen
  • Entfernung der Eierstöcke (z.B. aufgrund von Krebserkrankungen)
  • Bestimmte medizinische Behandlungen (z.B. Chemotherapie, Strahlentherapie)
  • Rauchen

Die Symptome vorzeitiger Wechseljahre sind die gleichen wie bei normalen Wechseljahren, können aber aufgrund des frühen Beginns besonders belastend sein.

Maßnahmen und Behandlung in den Wechseljahren

Ein ganzheitlicher Ansatz ist besonders hilfreich, um Beschwerden vorzubeugen oder zu lindern. Viele Frauen profitieren von einer Kombination aus gesunder Lebensweise, emotionaler Unterstützung und gezielten Therapieformen.

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Selbsthilfemaßnahmen

  • Bewegung: Moderate Bewegung wie Spazierengehen, Yoga, Schwimmen oder Radfahren wirkt positiv auf Kreislauf, Stimmung und Schlaf.
  • Ausgewogene Ernährung: Viel Gemüse, Eiweiß, Omega-3-Fettsäuren und wenig Zucker helfen dem Körper, in Balance zu bleiben. Calcium und Vitamin D unterstützen die Knochengesundheit.
  • Stressabbau & Achtsamkeit: Entspannungsübungen wie Meditation, Atemtechniken oder progressive Muskelentspannung stärken das Nervensystem.
  • Gesunder Schlafrhythmus: Feste Schlafenszeiten, Abendroutinen und ein ruhiges Schlafzimmer helfen dem Körper, zur Ruhe zu kommen.
  • Soziale Kontakte pflegen: Gespräche mit Freundinnen, Austausch in Gruppen oder Beratungsgespräche helfen, sich emotional unterstützt zu fühlen.
  • Vermeidung von Auslösern: Bestimmte Faktoren wie Alkohol, Koffein und scharf gewürzte Gerichte können Hitzewallungen auslösen.

Medizinische Behandlungen

  • Hormontherapie (HRT): Sie kann Symptome wie Hitzewallungen oder Schlafstörungen lindern, ist aber mit möglichen Risiken und Nebenwirkungen verbunden. Eine individuelle ärztliche Beratung ist wichtig. Es gibt verschiedene Hormonpräparate, die die Sexualhormone Progesteron und Östrogen enthalten. Unterschieden wird zwischen synthetisch hergestellten Hormonpräparaten, bioidentischen Präparaten und so genannten Phytoöstrogenen.
  • Pflanzliche Mittel & Naturheilkunde: Heilpflanzen wie Mönchspfeffer, Traubensilberkerze oder Johanniskraut werden häufig unterstützend eingesetzt - am besten unter fachlicher Anleitung. Pflanzen wie Traubensilberkerze (Cimicifuga), Soja, Rotklee oder sibirischer Rhabarber zeichnen sich durch einen besonders hohen Anteil an Phytoöstrogenen aus.
  • Psychologische Begleitung: Gesprächstherapie oder Coaching helfen dabei, emotionale Herausforderungen besser zu bewältigen.
  • Osteopathie: Die Osteopathie ist eine sanfte und ganzheitliche Methode, um Frauen in den Wechseljahren wirkungsvoll zu unterstützen. Sie kann helfen, körperliche und emotionale Beschwerden zu lindern und das allgemeine Wohlbefinden spürbar zu verbessern. Mit gezielten Handgriffen stimulieren Osteopath*innen unter anderem das hormonelle System, das lymphatische System und den venösen Rückfluss.
  • Weitere Medikamente: In bestimmten Fällen können auch andere Medikamente wie Antidepressiva oder Anticholinergika zur Linderung spezifischer Symptome eingesetzt werden.

Natürliche Helfer bei Wechseljahresbeschwerden

  • Cimicifuga comp.: Bei körperlichen Symptomen wie Hitzewallungen.
  • Visiodoron Malva® Augentropfen: Bei Trockenheit der Schleimhäute, insbesondere der Augen.
  • Sepia comp. Mischung: Bei Stimmungsschwankungen.
  • Aurum /Lavandula comp. Creme: Zur Beruhigung bei vegetativen Herz-Kreislauf-Störungen mit Nervosität.
  • Salbeitee: Hemmt die Schweißabsonderung bei Hitzewallungen.
  • Frauenmanteltee: Soll gegen Stimmungsschwankungen und Hitzewallungen wirken.
  • Wechselfußbäder: Helfen gegen Kreislaufbeschwerden, Schlaflosigkeit oder Bluthochdruck.

Weißdorn-Spezialextrakt WS® 1442 (Crataegutt® 450 mg Herz-Kreislauf-Tabletten)

Für Frauen und Männer, die erste Beschwerden einer nachlassenden Herzleistung verspüren, kann Weißdorn eine Option sein. Er stärkt die Pumpkraft des Herzens und hält die Gefäße elastisch.

GABA 500

Ich empfehle dieses Präparat zur natürlichen Behandlung von Herzrasen, nächtlichem Schwitzen, Ungeduld, Verlangen nach Kohlenhydraten, Angststörungen und Schlafstörungen.

Nachtkerzenöl 500

Täglich 2 mal 1 Kapsel pro Tag zu oder zwischen den Mahlzeiten. Reich an Gamma-Linolensäure, einer direkte Vorstufe von Prostaglandin E1, welches in den Eierstöcken die Progesteronproduktion anregt. Hilft bei Wassereinlagerungen und Brustschmerzen.

Osteo Caldebor vegan

Täglich 3 x 1 Kapsel mit viel Flüssigkeit zu einer Mahlzeit einnehmen. Mit Mineralstoffen und Vitaminen zum Erhalt stabiler Knochenstrukturen.

Wichtige Hinweise

  • Individuelle Behandlung: Jede Frau erlebt die Wechseljahre anders. Daher ist es wichtig, eine individuelle Behandlungsstrategie zu entwickeln, die auf die spezifischen Bedürfnisse und Symptome zugeschnitten ist.
  • Ärztliche Beratung: Eine ärztliche Beratung ist unerlässlich, um die Ursachen der Beschwerden abzuklären, die geeigneten Behandlungsoptionen zu besprechen und mögliche Risiken und Nebenwirkungen abzuwägen.
  • Regelmäßige Kontrollen: Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig, um das Risiko für Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere altersbedingte Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
  • Umgang mit Stimmungsschwankungen: Es ist wichtig zu wissen, dass Stimmungsschwankungen in den Wechseljahren normal sind. Gespräche mit Freunden, Familie oder einem Therapeuten können helfen, die emotionalen Herausforderungen dieser Zeit besser zu bewältigen.

Wechseljahre und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Während der Menopause sinkt der Östrogenspiegel im Körper. Östrogen hilft, die Blutgefäße elastisch zu halten und den Blutdruck zu senken. Werden die Gefäße steifer, steigt der Widerstand in den Gefäßen und damit der Blutdruck an.

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Neue Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass Frauen während der Menopause auch Veränderungen in ihren Blutfettwerten erleben. Es kommt zu einem Anstieg des “schlechten” LDL-Cholesterins und einem Rückgang des “guten” HDL-Cholesterins. Diese Veränderungen machen sich in den Gefäßen bemerkbar und erhöhen das Risiko für Herzkrankheiten.

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