Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch starke Kopfschmerzen und eine Reihe anderer Symptome auszeichnet. Sie kann die Arbeitsfähigkeit erheblich beeinträchtigen und Betroffene vor die Herausforderung stellen, ihre Abwesenheit am Arbeitsplatz zu rechtfertigen. Dieser Artikel bietet eine umfassende Betrachtung von Migräne als Entschuldigungsgrund im beruflichen Kontext und beleuchtet sowohl die medizinischen Aspekte als auch die kommunikativen Strategien, um Akzeptanz und Verständnis zu fördern.
Einführung
Es ist frustrierend, wenn Ihre Ideen im Meeting nicht beachtet werden, Sie bei wichtigen Entscheidungen nicht einbezogen werden und Ihre Aufgaben belächelt werden. Nur wenn Sie und Ihre Aussagen ernst genommen werden, können Sie Projekte, Arbeitsabläufe und den Arbeitsalltag aktiv mitgestalten. Eine Migräne kann ein legitimer Grund sein, um der Arbeit fernzubleiben, aber es ist wichtig, dies auf eine Weise zu kommunizieren, die sowohl verständlich als auch respektvoll ist.
Ursachen und Auswirkungen von Migräne
Migräne ist mehr als nur ein einfacher Kopfschmerz. Es handelt sich um eine komplexe neurologische Erkrankung, die eine Vielzahl von Symptomen verursachen kann, darunter:
- Pulsierende, pochende Kopfschmerzen, oft auf einer Seite des Kopfes
- Übelkeit und Erbrechen
- Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Gerüchen
- Sehstörungen (Aura)
- Schwindel
- Konzentrationsschwierigkeiten
Diese Symptome können die Fähigkeit, Aufgaben zu erledigen, erheblich beeinträchtigen und die Notwendigkeit einer Auszeit von der Arbeit erforderlich machen. Insbesondere die chronische Migräne ist kein simpler Kopfschmerz, sondern einer der schlimmsten Schmerzzustände, die Menschen heimsuchen. Sie zählt zu den schwersten Behinderungen, insbesondere von Frauen.
Strategien für die Kommunikation am Arbeitsplatz
Offene Kommunikation
Es ist ratsam, offen mit dem Arbeitgeber über die Migräneerkrankung zu sprechen. Dies schafft Verständnis und ermöglicht es, gemeinsam Strategien zu entwickeln, um die Auswirkungen auf die Arbeit zu minimieren.
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Rechtzeitige Information
Informieren Sie den Arbeitgeber so früh wie möglich über die Notwendigkeit, aufgrund einer Migräne der Arbeit fernzubleiben. Dies ermöglicht es dem Arbeitgeber, die Arbeitsabläufe entsprechend zu planen.
Klare und präzise Angaben
Beschreiben Sie die Symptome und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit klar und präzise. Dies hilft dem Arbeitgeber, die Situation besser zu verstehen.
Ärztliche Bescheinigung
Legen Sie bei Bedarf eine ärztliche Bescheinigung vor, um die Migräneerkrankung und die Notwendigkeit einer Auszeit zu dokumentieren.
Vorschläge zur Kompensation
Bieten Sie, wenn möglich, Möglichkeiten zur Kompensation der verpassten Arbeitszeit an, z. B. durch die Erledigung von Aufgaben zu einem späteren Zeitpunkt oder durch die Übergabe von Aufgaben an Kollegen.
Glaubwürdige Ausreden für die Arbeit bei Migräne
- "Ich habe eine schlimme Migräne." Diese Ausrede ist direkt und erklärt das Problem klar. Es zeigt, dass Sie unter starken Kopfschmerzen leiden, die Ihre Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen.
Umgang mit fehlendem Verständnis
Es kann vorkommen, dass Arbeitgeber oder Kollegen wenig Verständnis für die Migräneerkrankung zeigen. In solchen Fällen ist es wichtig, ruhig und sachlich zu bleiben und die Erkrankung und ihre Auswirkungen zu erläutern. Es kann auch hilfreich sein, auf Informationsmaterialien oder Beratungsstellen zu verweisen.
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Vorurteile und Diskriminierung
Verschiedene gesellschaftliche Gruppen werden per se weniger ernst genommen. Generell kämpfen Frauen häufiger als Männer um Anerkennung. Hier liegt die Verantwortung bei Kollegen und Vorgesetzten, einen diskriminierungsfreien Umgang am Arbeitsplatz zu schaffen. Werden Personen aufgrund ihres Geschlechts bestimmte negative Merkmale oder Verhaltensweisen zugeschrieben, kann das weitreichende Folgen haben. Es kann sich sogar noch steigern in Vermutungen wie „sie hat die Position doch nur, weil sie ein Verhältnis mit dem Chef hat“. Wirklich bewusst sind sich dessen nur die Wenigsten und so spielt Sexismus am Arbeitsplatz eine weitaus größere Rolle, als die Beteiligten ahnen.
Altersdiskriminierung im Beruf ist in vielen Ländern per Gesetz verboten. In Deutschland regelt das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), wann eine verbotene Diskriminierung vorliegt. Eine Ungleichbehandlung verschiedener Personen aufgrund ihres Alters kann durchaus in Ordnung sein, wenn sie durch die Umstände gerechtfertigt ist. Unzulässig wäre es dagegen, ältere Arbeitnehmer von Weiterbildungsmaßnahmen auszuschließen.
Strategien zur Stärkung des Selbstbewusstseins
Es kommt vor, dass Menschen, die sich nicht ernst genommen fühlen, selbst unbewusst dazu beitragen. Unsicheres Auftreten und Schüchternheit vermitteln jedem Gegenüber, dass bei Respektlosigkeiten mit wenig Gegenwehr zu rechnen ist. Um im Beruf ernst genommen zu werden, kommt es vor allem darauf an, dass Sie andere Menschen wie Kollegen, Vorgesetzte, Kunden und Mitarbeiter von sich überzeugen. Am einfachsten funktioniert das, wenn man sich selbst vertraut und in den Dingen, die man gerade vertritt, tatsächlich recht hat. Vielen Menschen fehlt aber genau die notwendige Selbstsicherheit und das Durchsetzungsvermögen, obwohl sie in ihrem Beruf ausreichend qualifiziert sind und ihr Aufgabengebiet kompetent beherrschen.
Eine selbstsichere Haltung und Stimme sorgen für einen überzeugenden Auftritt. Das gelingt nicht so ohne Weiteres, wenn das Selbstbewusstsein angekratzt ist. Wer tief in den Bauch atmet, hat eine volle Stimme. Auch wenn der Unterschied nur auf der Meta-Ebene sichtbar ist, wird das Umfeld selbst die kleinsten Anzeichen unbewusst wahrnehmen. Wer den Grund für seine Unsicherheit kennt, kann gegensteuern.
Aktives Zuhören und Empathie
Wer aktiv zuhören kann, dabei Verständnis für die Probleme und Schwierigkeiten des anderen beweist und Mitgefühl zeigt, wirkt sympathisch. Das Miteinander im Job profitiert von diesen kleinen Dingen, die ganz nebenbei passieren.
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Positive Selbstwahrnehmung
Üben Sie sich darin, mit sich selbst positiv zu sprechen, ohne Forderungen zu stellen. Vermeiden Sie negative Selbstgespräche. Beginnen Sie mit Kleinigkeiten und nennen Sie sich dabei beim Vornamen. Arbeiten Sie an der Überwindung Ihrer Ängste und Zweifel und konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken und Fähigkeiten. Lernen Sie, Ihre Fehler zu akzeptieren und aus ihnen zu lernen, anstatt sich selbst unablässig zu kritisieren.
Kompetenz und Qualifikation
Kompetenz ist nach allgemeiner Auffassung die wichtigste Eigenschaft, die jemand für seine berufliche Position mitbringen muss. Für den beruflichen Erfolg ist die wahrgenommene Kompetenz bedeutsamer, als es die realen Fähigkeiten sind. Es bringt erwiesenermaßen wenig, im stillen Kämmerchen fleißig zu arbeiten und bescheiden darauf zu warten, dass die Umwelt die eigenen Fähigkeiten schon entdecken und honorieren wird. Sprechen Sie sachlich über Ihre Fähigkeiten, zum Beispiel, wenn ein neues Projekt ansteht und die Aufgaben im Team verteilt werden. Achten Sie darauf, Ihre Kollegen nicht schlecht dastehen zu lassen, sondern stellen Sie stattdessen Ihre Erfahrungen in den Vordergrund.
Äußeres Erscheinungsbild
Menschen, die im Job ernst genommen werden möchten, können diesen Anspruch durch ihr Outfit unterstreichen. Angemessene Kleidung drückt auf gleich zwei Wegen Respekt aus: Zum einen teilt ein seriöser Kleidungsstil der Umwelt mit, dass sein Träger sich nicht bequem in der Freizeit wähnt. Er nimmt seine Aufgaben ernst und erscheint im professionellen Outfit am Arbeitsplatz. Zum anderen zeigt die eigene Art sich zu kleiden, wie viel Respekt jemand für die Menschen aufbringt, die er in dienstlichen Zusammenhängen trifft.
Respektvolle Kommunikation
Kommunikation ist der Schlüssel, um im Berufsleben ernstgenommen zu werden. Wenn Sie anderen mit anderen respektvoll kommunizieren, zeigen Sie, dass Sie sie wertschätzen und ernst nehmen. Es ist ein Zeichen von Stärke und Professionalität.
Konstruktive Auseinandersetzung
Begegnen Sie Ihrem Gegenüber mit der Wertschätzung, die Sie seinerseits vermissen. So fällt es dem anderen leichter, Ihnen entgegenzukommen und seinen Standpunkt selbstkritisch zu hinterfragen. Wer ernst genommen werden will, hat hier sogar eine ausgezeichnete Gelegenheit, sich dem gesamten Umfeld als vernünftig und souverän zu präsentieren, indem er mit gutem Vorbild vorangeht. Unterscheiden Sie deutlich zwischen dem Menschen an sich und seinem Verhalten Ihnen gegenüber. Führen Sie aus, warum Sie trotz der Differenzen eine gute Meinung über die andere Person haben. Benennen Sie den Punkt, bei dem Sie eine Änderung wünschen, genau und erklären Sie, warum Ihre Forderung wichtig ist. Bleiben Sie bei sich und seien Sie konstruktiv. Vermeiden Sie es, den anderen direkt anzugreifen. Stattdessen sollten Sie Ihre Gedanken und Gefühle ausdrücken, ohne ihn zu maßregeln.
Weitere plausible Ausreden für die Arbeit
Es kann vorkommen, dass man nicht zur Arbeit gehen kann oder will, aber den Grund dafür nicht offen sagen möchte. Oder dass man schlicht keinen guten Grund hat. In solchen Fällen brauchen Sie glaubwürdige Ausreden für die Arbeit, damit der Arbeitgeber Ihr Fehlen akzeptiert.
- Psychische Probleme: Niemand kann nachvollziehen, wie es Ihnen psychisch geht. Falls Sie sich bei Ihrer Arbeitsunfähigkeit auf psychische Probleme berufen, ist es auch kein Problem, wenn der Chef oder ein Kollege Sie in der Öffentlichkeit sieht - selbst Barbesuche wären unkritisch. Der Nachteil dieser Ausrede: Je nachdem, wie der Vorgesetzte zum Thema psychische Erkrankungen steht, könnte sich das negativ auf sein Bild von Ihnen auswirken.
- Rückenschmerzen: Rückenschmerzen sind weit verbreitet. Als Ausrede für die Arbeit haben sie den Vorteil, dass sie so schnell niemand überprüfen kann.
- Kopfschmerzen oder Migräne: Kopfschmerzen oder Migräne vorzuschieben ist eine weitere Option, die sich eignet, wenn Sie nur kurzzeitig fehlen möchten.
- Tinnitus: Tinnitus kann sehr störend sein und die Arbeitsfähigkeit stark einschränken.
- Erkältung: Besonders in der kalten Jahreszeit sind viele Menschen ständig erkältet. Das könnte auch Ihre Ausrede sein. Sie eignet sich aber weniger, wenn Sie nur einen Tag fehlen wollen.
- Magen-Darm-Probleme: Magen-Darm-Probleme gehören zu den typischen psychosomatischen Beschwerden, die relativ weit verbreitet sind.
- Operationen: OPs sind ein guter Grund, nicht zur Arbeit gehen zu können, weil der Zeitpunkt oft relativ unflexibel ist.
- Unfall oder Verletzung: Sie könnten auch sagen, dass Sie einen Unfall hatten oder sich verletzt haben. Der Nachteil: Der Arbeitgeber könnte sichtbare Verletzungen erwarten.
- Familiäre Ereignisse: Ein guter Grund für einen Fehltag im Job können familiäre Ereignisse wie Hochzeiten oder Taufen sein. Auch Todesfälle oder Notfälle im engsten Kreis oder bei einem Haustier eignen sich als Ausrede.
- Menstruationsbeschwerden: Frauen könnten sagen, dass sie ihre Periode haben und unter starken Unterleibsschmerzen leiden. Tatsächlich können Menstruationsbeschwerden Arbeit unmöglich machen.
- Allergien: In manchen Fällen sind Allergien so stark, dass man nicht arbeiten kann.
- Lebensmittelvergiftung: Lebensmittelvergiftungen sind selten, können Betroffene aber vorübergehend voll ausknocken.
- Krankes Kind: Wenn Sie Kinder haben, könnten Sie Ihr Fehlen auf Ihr (angeblich) krankes Kind schieben.
- Arzttermine: Manche Arzttermine sind schwer zu bekommen, so dass man nehmen muss, was man kriegen kann. Oder sie müssen wegen der Art des Termins zu bestimmten Zeiten stattfinden.
- Zahnschmerzen: Ob Sie Zahnschmerzen haben, kann Ihr Arbeitgeber nicht überprüfen.
Konsequenzen von falschen Angaben
An der Arbeit blaumachen ist riskant - es kann immer passieren, dass der Arbeitgeber Verdacht schöpft, dass man gar nicht wirklich arbeitsunfähig ist. Das gilt besonders, wenn es öfter vorkommt. Oder wenn man von Kollegen oder dem Vorgesetzten selbst in der Öffentlichkeit gesehen wurde - offensichtlich topfit.
Wenn der Arbeitgeber überzeugt ist, dass sein Mitarbeiter über seine Arbeitsunfähigkeit gelogen hat, kann er ihn dafür abmahnen. Auch eine Kündigung ist denkbar - selbst fristlos, denn Krankfeiern ist rechtlich gesehen Betrug.
Legitimierung von Ausnahmen
In Ausnahmefällen kann es legitim sein, sich für das eigene Fehlen an der Arbeit eine Ausrede einfallen zu lassen. Das könnte zum Beispiel auch dann der Fall sein, wenn man einen privaten Termin hat, über den man den Arbeitgeber nicht in Kenntnis setzen möchte. Wenn das „Blaumachen“ die absolute Ausnahme ist, ist das etwas anderes, als wenn es Beschäftigten darum geht, regelmäßig ein paar Tage frei zu haben.
Tipps zur Vorbereitung auf eine Krankmeldung
- Vermeiden Sie es vorher anzukündigen: „Dann bin ich eben krank!“ - Solche Sätze sollten Ihnen nicht über die Lippen kommen.
- Reichen Sie die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht zu spät ein: Das kann Misstrauen wecken und Ihnen Probleme bescheren.
Die Rolle des Arztes
Ihr behandelnder Arzt könnte Ihr wichtigster Verbündeter sein! Aktuelle ärztliche Stellungnahmen & ärztliche Atteste in der Berufsunfähigkeitsversicherung sind für uns in der Praxis extrem wichtig.
Wichtig wäre immer, dass Du den Arzt auf folgenden Inhalt für das Attest hinweist:
- Wann war die Diagnose und die Behandlung?
- Warum gab es die Erkrankung?
- Wie wurde behandelt?
- Wann war die Erkrankung / Diagnose wieder ausgeheilt und alles in Ordnung?
Kurz in einem Satz zusammengefasst kannst Du deinem Arzt schlichtweg um Folgendes bitten "WAS war WANN, WARUM, WIE wurde behandelt, wann war WIEDER GUT".
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