Koffein und seine Auswirkungen auf Spastik, Polyneuropathie und den Körper

Koffein ist ein weit verbreitetes Stimulans, das in Kaffee, Tee, Energy-Drinks und einigen Lebensmitteln enthalten ist. Es ist bekannt für seine belebende Wirkung und wird oft zur Steigerung der Aufmerksamkeit und zur Bekämpfung von Müdigkeit eingesetzt. Allerdings kann Koffein auch verschiedene Auswirkungen auf den Körper haben, sowohl positive als auch negative. Dieser Artikel untersucht die Auswirkungen von Koffein auf Spastik, Polyneuropathie und den Körper im Allgemeinen.

Koffein und Multiple Sklerose (MS)

Reduziertes MS-Risiko durch Kaffeekonsum?

Eine aktuelle Meta-Analyse deutet darauf hin, dass regelmäßiger Kaffeekonsum mit einem reduzierten Risiko für Multiple Sklerose (MS) verbunden sein könnte. Die Analyse von zehn Beobachtungsstudien mit über 19.000 Teilnehmern ergab, dass Kaffeetrinker ein um 34 % geringeres MS-Risiko hatten. Nach Anpassung weiterer Faktoren erhöhte sich dieser Wert sogar auf 58 %.

Wirkmechanismus: Koffein als Nervenschützer?

Als Hauptwirkstoff wird Koffein diskutiert, da es antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften besitzt. Es beeinflusst die Signalverarbeitung im Gehirn und kann die Blut-Hirn-Schranke passieren. Koffein scheint Nerven zu schützen, was die Autoren einer Studie über Kaffeegenuss und MS-Risiko aus ihren Ergebnissen schließen.

Moderate Mengen sind entscheidend

Frühere Studien vermuteten, dass ein präventiver Effekt bei einem Konsum von vier bis sechs Tassen pro Tag eintreten könnte. Die MS-Gesellschaft Wien hält bereits zwei bis drei Tassen täglich für vertretbar. Allerdings sollte Kaffee nicht in übertriebenem Maße konsumiert werden, da zu viel Koffein Schlafprobleme, Nervosität, Angst oder Hitzewallungen auslösen kann.

Kaffee als Teil eines gesunden Lebensstils

Kaffee ist kein Allheilmittel, aber eingebettet in einen gesunden Lebensstil könnte er Teil eines vorbeugenden Gesamtkonzepts sein. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, der Verzicht auf Rauchen und ein bewusster Umgang mit Stress sind ebenfalls entscheidend.

Lesen Sie auch: Aktuelle Forschung zu Demenz und Corona-Impfung

Koffein und Polyneuropathie

Keine Hinweise auf schädliche Auswirkungen

Es gibt keine wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass Kaffee bei Polyneuropathie schädlich sein könnte. Eine Leserin hatte gelesen, man solle den Kaffeekonsum einschränken, da er die Polyneuropathie verschlimmere. Es gibt jedoch keinen Grund, bei Polyneuropathie grundsätzlich auf Kaffee zu verzichten.

Forschungsergebnisse aus Tierstudien

Bei der Suche nach Informationen finden sich kaum Studien zum Thema mit Menschen. Es gibt jedoch zwei Studien mit Mäusen, die an Diabetes litten. Durch den Diabetes wurden bei diesen Mäusen Schäden an den Gehörnerven ausgelöst (sie litten an Auditorischer Neuropathie). Wenn die Tiere Kaffee bekamen, schützte das die Gehörnerven. Die Nerven funktionierten besser und konnten besser Signale verarbeiten. Die Mäuse konnten also besser hören, denn die Nerven funktionierten besser, wenn sie Kaffee bekamen.

Kaffee und Diabetes

Regelmäßiger Kaffeekonsum kann bei Diabetes sogar helfen. Durch Kaffeekonsum wird die Gefahr, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, reduziert. Auch wenn man schon an Diabetes leidet, kann regelmäßiger Kaffeekonsum den Blutzucker etwas senken.

Vitamine und Polyneuropathie

Kaffee enthält Niacin (Vitamin B3) und fördert die Aufnahme von Vitamin B12. Ein Mangel an B-Vitaminen kann ebenfalls eine Polyneuropathie auslösen, weshalb ein Mangel vermieden werden sollte. Gleichzeitig scheint der Kaffee aber zu einem Verlust an Vitamin B1 zu führen.

Fazit: Kaffee in Maßen genießen

Lassen Sie sich den Kaffee wegen der Polyneuropathie nicht vermiesen. Man muss als Polyneuropathiepatient schon auf so vieles achten. Da muss man die Lebensqualität nicht noch verschlechtern, indem man auch noch auf den Kaffee verzichtet, insbesondere, weil es keine belastbaren Gründe dafür gibt.

Lesen Sie auch: Parkinson-Ursachen und Stress

Koffein und Bluthochdruck

Kaffee senkt den Blutdruck

Mit dem Gerücht, dass Kaffee den Bluthochdruck fördert, kann die Nephrologin Prof. Dr. Marianne Haag-Weber aufräumen. Neue Studien zeigten, dass Kaffee vielmehr den Blutdruck senkt, die Niere schützt und Arteriosklerose vorbeugt. Verantwortlich für diese positive Wirkung sei nicht das Koffein, sondern andere Substanzen.

Koffein und die Blase

Koffein als möglicher Auslöser für Blasenprobleme

Koffeinhaltige Getränke wirken harntreibend und können die Blase reizen. Daher kann es sich lohnen, bei Blasenproblemen den Konsum von Kaffee, grünem oder schwarzem Tee und Energydrinks zu reduzieren.

Individuelle Auslöser finden

Jeder Körper reagiert unterschiedlich auf Lebensmittel. Es empfiehlt sich, ein Ernährungs- und Symptomtagebuch zu führen, um Zusammenhänge zwischen Nahrungsmitteln und Symptomen zu erkennen. Verdächtige Lebensmittel können testweise weggelassen werden, um zu beobachten, ob sich etwas verbessert.

Koffein und Stress

Koffein versetzt den Körper in einen Stresszustand

Kaffee versetzt den menschlichen Körper in einen Kämpf-oder-Flieh-Zustand, indem das Koffein die Nebenniere zur Adrenalinproduktion anregt. Koffein regt auch die Produktion von Norepinephrin an, ein anderes Stresshormon, das direkt auf das Gehirn und das Nervensystem wirkt. Wer seinen Körper konstant auf einem hohen Koffeinlevel hält, verweilt also permanent in einer körperlichen Stresssituation.

Koffeinismus

"Koffeinismus" ist ein Zustand von chronischer Vergiftung, der aus einem exzessiven Konsum von Koffein entsteht. Koffeinismus verbindet eine körperliche Abhängigkeit mit einer grossen Bandbreite sich auf die Psyche auswirkender Effekte, so vor allem Angstzustände, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Depression und Erschöpfung.

Lesen Sie auch: Kälte als Auslöser von Trigeminusneuralgie

Nebennierenerschöpfung

Als Folge eines lang anhaltenden "Koffeinismus" tritt der Körper in einen Zustand ein, der als "adrenale Erschöpfung" (Erschöpfung der Nebennieren) bezeichnet werden kann. Kaffee zwingt Ihre Nebennieren dazu, den Stoff auszuschütten, selbst dann, wenn sie kaum noch etwas ausschütten können. Daher müssen sie tiefer und tiefer "graben", was Sie zunehmend erschöpft. Über die Jahre benötigen Sie immer mehr Koffein, um den gleichen Effekt erzielen zu können.

Koffeinentzug

Wenn eine Person, die an hohe Mengen Koffein gewöhnt ist, ihren Konsum limitiert, wird das Resultat Erschöpfung sein, die möglicherweise von Kopfschmerzen begleitet wird. Während der Koffeinentgiftung ist es wichtig, auf eine ausreichende Nährstoffeinnahme zu achten.

Koffein und Blutzucker

Koffein und Heißhunger

Koffein kann zunächst den Blutzuckerwert senken; das allerdings löst ein Hungergefühl in uns aus, oder einen Heisshunger nach Süssigkeiten. Wenn Koffein aufgenommen wird, wird das Nervensystem angeregt. Adrenalin wird freigesetzt, was die Leber dazu veranlasst, gespeicherten Blutzucker abzugeben.

Die physiologischen Wirkungen von Koffein

Koffein als Adenosin-Antagonist

Koffein bindet sich an die Andockstellen für Adenosin. Wenn Adenosin an seine Rezeptoren andockt, hemmt es das Enzym Adenylatcyclase. Heftet sich stattdessen das Koffein an dieselben Rezeptoren, hat das die entgegengesetzte Wirkung: Die Adenylatcyclase wird aktiviert.

Auswirkungen auf Muskeln, Blutgefäße und Bronchien

In Muskeln beeinflussen die Proteinkinasen die Kontraktion der Fasern. Die Muskelfasern der Blutgefäßwände werden veranlasst, sich zusammenzuziehen, wodurch der Blutdruck steigt. Dagegen dehnen sich die Muskeln in den Wänden der Bronchialgefäße aus; diese Bronchodilatation erleichtert den Atmungsvorgang.

Koffein kurbelt den Fettstoffwechsel an

Koffein stimuliert die Lipasen, also die Enzyme für den Abbau von Fett. Diese transformieren es in energiereiche Stoffwechselprodukte, was eine zusätzliche Möglichkeit zur Energiegewinnung darstellt.

Koffein als Dopingmittel

Koffein hat "Doping"-Eigenschaften, da es die Atmungskapazität und die Ausdauer erhöht.

Koffein und Gehirndurchblutung

Indem Koffein die Blutgefäße verengt, vermindert es zugleich die Durchblutung des Gehirns und damit dessen Versorgung mit Glucose.

tags: #verstarkt #koffein #eine #spastik