Vomex A bei Kindern: Risiken und Nutzen bei Übelkeit und Erbrechen - Besonderes Augenmerk auf Krampfanfälle

Vomex A ist ein Medikament, das den Wirkstoff Dimenhydrinat enthält und zur Gruppe der H1-Antihistaminika gehört. Es wird häufig zur Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen unterschiedlichen Ursprungs eingesetzt, insbesondere bei Reisekrankheit. Allerdings ist die Anwendung bei Kindern mit Vorsicht zu genießen, da es insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern zu schweren Nebenwirkungen wie Krampfanfällen kommen kann.

Was ist Vomex A und wie wirkt es?

Vomex A enthält Dimenhydrinat, ein Antiemetikum und Antivertiginosum. Dimenhydrinat wirkt, indem es an verschiedenen Rezeptoren im Körper andockt und dadurch H1-antihistaminische, anticholinerge und zentral sedierende Eigenschaften entfaltet. Es wirkt gegen Erbrechen und hat eine lokal betäubende Wirkung. Dimenhydrinat ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, darunter Kaugummi-Dragees, Tabletten, Zäpfchen und Sirup.

Anwendungsgebiete von Vomex A bei Kindern

Dimenhydrinat wird bei Kindern zur Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen unterschiedlichen Ursprungs eingesetzt, insbesondere bei Reisekrankheit.Die Anwendungsgebiete umfassen:

  • Kaugummi-Dragees (20 mg Dimenhydrinat): Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen bei leichteren Fällen der Reisekrankheit.
  • Tabletten/Dragees (50 mg Dimenhydrinat) und Sirup (3,3 mg/ml Dimenhydrinat): Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen unterschiedlichen Ursprungs, insbesondere bei Reisekrankheit.

Es ist wichtig zu beachten, dass Dimenhydrinat nicht zur alleinigen Behandlung von Zytostatika-induzierter Übelkeit und Erbrechen geeignet ist.

Risiken und Nebenwirkungen von Vomex A bei Kindern

Insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern kann Dimenhydrinat schwere Nebenwirkungen wie Krampfanfälle auslösen. Daher sollte die Indikation zur Behandlung in dieser Patientengruppe streng gestellt werden. Kleinkinder mit einfacher Magendarmgrippe oder fiebrigen Infekten sollten nicht mit Vomex A behandelt werden. Stattdessen sollte auf eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit und Elektrolyten geachtet werden.

Lesen Sie auch: Vomex bei Parkinson - Eine Übersicht

Weitere mögliche Nebenwirkungen von Vomex A sind:

  • Häufig: Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Schwierigkeiten beim Wasserlassen, Benommenheit, begrenzte Wachsamkeit, Schläfrigkeit, Mydriasis (Weitstellung der Pupille), unregelmäßiger Herzschlag.
  • Gelegentlich: Schwindel, Muskelschwäche, erhöhter Augeninnendruck, Gleichgewichtsprobleme, Gedächtnis- oder Konzentrationsschwierigkeiten, Verwirrung, Halluzinationen, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Schwierigkeiten beim Bewegen, unwillkürliche Muskelbewegungen.
  • Selten: Unruhe, Erregung, Nervosität, Zittern, Angstzustände, Verstopfung, Sehstörungen, Blutdruckabfall beim Einnehmen einer aufrechten Position.
  • Sehr selten: Abnorme Bewegungen des Körpers bei Kindern (extrapyramidale Symptome), signifikante Reduktion der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), hämolytische Anämie (abnormale Reduzierung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten)), Thrombozytopenie (Reduktion der Blutplättchen).
  • Nicht bekannt: Versiegen der Milchsekretion, allergische Reaktionen, Lichtempfindlichkeit der Haut, Magen-Darm-Beschwerden, EKG-Veränderungen (Verlängerung des QT-Intervalls), Störungen der Leberfunktion.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Vomex A darf nicht eingenommen werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegenüber Dimenhydrinat, anderen Antihistaminika bzw. einem anderen Bestandteil des Arzneimittels
  • Akutem Asthma-Anfall
  • Engwinkelglaukom
  • Phäochromozytom
  • Porphyrie
  • Prostatahyperplasie mit Restharnbildung
  • Krampfanfällen (Epilepsie, Eklampsie)

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Vomex A ist erforderlich bei:

  • Eingeschränkter Leberfunktion
  • Nierenproblemen
  • Herzrhythmusstörungen (z.B. Herzjagen)
  • Kalium- oder Magnesiummangel
  • Verlangsamtem Herzschlag (Bradykardie)
  • Bestimmten Herzerkrankungen (angeborenes QT-Syndrom oder andere klinisch bedeutsame Herzschäden)
  • Gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die ebenfalls das QT-Intervall im EKG verlängern oder zu einer Hypokaliämie führen
  • Chronischen Atembeschwerden und Asthma
  • Verengung am Ausgang des Magens (Pylorusstenose)

Dosierung und Anwendung

Die Dosierung von Vomex A richtet sich nach dem Körpergewicht des Kindes. Es ist wichtig, die empfohlene Dosierung genau einzuhalten und nicht eigenmächtig zu erhöhen. Überdosierungen können insbesondere bei Kindern unter drei Jahren lebensbedrohlich sein und müssen unter allen Umständen vermieden werden.

  • Kaugummi-Dragees: Kaugummi-Dragees werden wie ein normaler Kaugummi gekaut. Man beginnt ca. 1 Stunde vor Reisebeginn mit dem 1. Kaugummi-Dragee; die weiteren folgen im Abstand von jeweils 1/2 Stunde. Die Kaugummi-Dragées sind jeweils 30 Minuten lang kräftig und gründlich zu kauen; danach kann die Kaumasse aus dem Mund entfernt werden. Versehentliches Verschlucken ist unbedenklich. Bei Kindern setzt die Anwendung deren sicheren Umgang mit Kaugummis voraus.
  • Dragees/Tabletten: Dragees/Tabletten sollen unzerkaut und mit reichlich Flüssigkeit eingenommen werden. Zur Prophylaxe von Kinetosen (Reisekrankheit/Bewegungskrankheit) erfolgt die erstmalige Gabe ca. 1/2 bis 1 Stunde vor Reisebeginn. Zur Therapie von Übelkeit und Erbrechen werden die Gaben in regelmäßigen Abständen über den Tag verteilt.
  • Sirup: Zur Therapie von Übelkeit und Erbrechen werden die Gaben in regelmäßigen Abständen über den Tag verteilt.

Vomex A ist, wenn vom Arzt nicht anders verordnet, nur zur kurzzeitigen Anwendung vorgesehen. Bei anhaltenden Beschwerden sollte deshalb ein Arzt aufgesucht werden. Spätestens nach 2-wöchiger Behandlung sollte geprüft werden, ob eine Behandlung weiterhin erforderlich ist.

Lesen Sie auch: Kontraindikationen von Vomex A: Epilepsie

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Bei gleichzeitiger Einnahme von Vomex A mit anderen Arzneimitteln kann es zu Wechselwirkungen kommen. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Ihr Kind andere Arzneimittel einnimmt/anwendet bzw. vor Kurzem eingenommen/angewendet hat, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Besondere Vorsicht ist geboten bei der Einnahme von:

  • Atropin und/oder andere Atropin-Substanzen
  • Depressoren des zentralen Nervensystems
  • Ototoxische Antibiotika
  • Arzneimittel, die das QT-Intervall im EKG verlängern (Antiarrhythmika)
  • Sympathomimetika (Adrenalin, Noradrenalin)
  • Monoaminooxidase-Hemmer (z.B. Isoniazid, Isocarboxazid, Phenelzin)
  • Procarbazin (Anti-Krebs-Medikament)

Alternativen zu Vomex A bei Kindern

Bei leichten Fällen von Übelkeit und Erbrechen können zunächst nicht-medikamentöse Maßnahmen versucht werden, wie z.B.:

  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • Leichte, gut verdauliche Kost
  • Ruhe und Entspannung
  • Ingwer (z.B. als Tee oder Kaugummi)
  • Akupressur

Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichend helfen, sollte ein Arzt konsultiert werden, um die Ursache der Übelkeit und des Erbrechens abzuklären und eine geeignete Behandlung einzuleiten.

Lesen Sie auch: Umfassender Überblick: Vomex A bei Krämpfen

tags: #vomex #kinder #krampfanfall