Ein Schlaganfall ist ein einschneidendes Ereignis, das oft mit schweren neurologischen Ausfällen verbunden ist. Glücklicherweise gibt es Möglichkeiten der Vorsorge und Früherkennung, die das Risiko eines Schlaganfalls deutlich reduzieren können. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Schlaganfall-Vorsorge, einschließlich der Leistungen der Krankenkassen und der Bedeutung eines gesunden Lebensstils.
Was ist ein Schlaganfall?
Ein Schlaganfall tritt in der Regel auf, wenn ein Blutgerinnsel ins Gehirn wandert und dort eine Arterie verstopft. Dadurch wird das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, was zum Absterben von Gehirnzellen führt. Eine weitere Ursache kann ein geplatztes Blutgefäß sein, das eine Einblutung ins Gehirn verursacht. In beiden Fällen kommt es fast immer zu neurologischen Ausfällen.
Viele Menschen bemerken kleinere Schlaganfälle nicht, da die Symptome vorübergehend auftreten können. Plötzliches Kribbeln, Taubheitsgefühle, Erblindung auf einem Auge, Doppeltsehen oder ungewöhnlich starke Kopfschmerzen können Anzeichen sein. Oft werden diese Symptome als Stress oder Verspannungen abgetan. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass in diesem Moment bereits Zellen im Gehirn absterben können oder sich ein größerer Schlaganfall ankündigt.
Frühzeitige Erkennung und Reaktion
Wer die Frühzeichen eines Schlaganfalls kennt, kann schnell reagieren und im besten Fall einen Notruf wählen. Selbstmedikation, beispielsweise mit Aspirin, ist gefährlich, da sie die Diagnose und Behandlung durch den Arzt erschweren kann. Der Arzt kann ein Blutgerinnsel nur rechtzeitig und effektiv auflösen, wenn zuvor keine blutverdünnenden Mittel eingenommen wurden.
Risikofaktoren für einen Schlaganfall
Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls erhöhen:
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- Übergewicht und Diabetes: Starkes Übergewicht und Diabetes mellitus sind bekannte Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einschließlich Schlaganfall.
- Mangelhafte Vitaminzufuhr: Eine unausgewogene Ernährung mit zu wenig Vitaminen kann die Gesundheit der Blutgefäße beeinträchtigen.
- Andauernder Stress: Chronischer Stress kann den Blutdruck erhöhen und das Herz-Kreislauf-System belasten.
- Rauchen und Alkohol: Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum schädigen die Blutgefäße und erhöhen das Risiko eines Schlaganfalls erheblich.
- Vorhofflimmern: Vorhofflimmern ist eine Herzrhythmusstörung, die das Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln und damit für einen Schlaganfall erhöht.
- Gefäßverkalkung (Arteriosklerose): Die Gefäßverkalkung ist eine der Hauptursachen für einen Schlaganfall.
Vorsorge durch die Krankenkasse
Ein Schlaganfall entwickelt sich oft über Jahrzehnte hinweg. Elastische Gefäßwände werden starr, Ablagerungen entstehen und die Gefäße verengen sich. Einige Krankenkassen bieten Vorsorgeprogramme zur Früherkennung von Schlaganfallrisiken an. Diese Programme beinhalten in der Regel:
- Ausführliches Vorgespräch: Erhebung der Krankengeschichte, aktueller Beschwerden und familiärer Risikofaktoren.
- Detaillierte Ultraschalluntersuchungen: Untersuchung der Halsarterien, einschließlich der Gefäßinnenschicht (Intima Media Vermessung) und des Herzens.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Vorsorgeuntersuchung und die Durchführung eines Leistungstests nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkasse enthalten sind und somit privatärztliche Untersuchungen sind. Die Satzungsleistungen der Krankenkassen können sich ändern, daher sollte man sich vor Inanspruchnahme der Leistungen bei seiner Krankenkasse informieren.
Ultraschalluntersuchung der Halsschlagader
Rund 30.000 Menschen erleiden in Deutschland pro Jahr einen Schlaganfall, der durch eine verengte Halsschlagader verursacht wird. Eine rechtzeitige Ultraschalluntersuchung hätte dies unter Umständen verhindern können.
In Risikofällen ist die Ultraschalluntersuchung eine Kassenleistung. Bei den gesetzlichen Krankenkassen gehört eine Untersuchung der Halsschlagader für Versicherte ab dem 35. Lebensjahr zum Check-up, auf das alle drei Jahre Anspruch besteht. Dabei werden die Halsschlagadern abgehört. Stellt der Arzt dabei Hinweise auf eine Störung fest, kann er eine Ultraschalluntersuchung anordnen und zu einem Gefäßspezialisten (Angiologe) überweisen. Dieser führt dann eine Dopplersonografie durch, eine Ultraschalluntersuchung, bei der die Geschwindigkeit des Blutflusses durch die Halsschlagadern gemessen wird.
Manche Hausärzte bieten diese Untersuchung als IGeL-Leistung (individuelle Gesundheitsleistung) an. Die Kosten können variieren, liegen aber oft deutlich über dem Betrag, den die Krankenkasse bei einer Überweisung zum Spezialisten übernehmen würde. Eine Indikation für eine solche Leistung besteht, wenn der Hausarzt beim Abhören der Halsschlagader Unregelmäßigkeiten feststellt, bei Patienten mit Arterienverkalkung, Herzkranken mit Bypass-Operation oder Stents sowie bei Menschen, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben.
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Finger-zeigen.de: Vorhofflimmern frühzeitig erkennen
Vorhofflimmern ist ein Hauptrisikofaktor für Schlaganfälle. Das Programm "Finger-zeigen.de" bietet eine Möglichkeit, Vorhofflimmern frühzeitig zu erkennen und das Schlaganfallrisiko zu senken. Das Programm beinhaltet:
- Messungen mit der App Preventicus Heartbeats: Eigenständige Messungen mit der App, jederzeit und überall.
- Fachliche Überprüfung bei Auffälligkeiten: Verdächtige Messergebnisse werden vom Telecare-Service und dem dortigen fachärztlichen Personal überprüft.
- Schneller Facharzttermin: Bei bestätigtem Verdacht erhalten Sie innerhalb von 14 Tagen einen Facharzttermin bei einem teilnehmenden Kardiologen.
- Erweiterte EKG-Aufzeichnung: Ein modernes, kabelloses EKG erfasst Daten über einen längeren Zeitraum von bis zu 14 Tagen.
- Kardiologische Diagnose und Therapieempfehlung: Abschließend erhalten Sie von dem Kardiologen die Diagnose und Therapieempfehlung.
Ein gesunder Lebensstil als Prävention
Neben den Vorsorgeangeboten der Krankenkassen spielt ein gesunder Lebensstil eine entscheidende Rolle bei der Schlaganfallprävention:
- Gesunde Ernährung: Eine obst- und gemüsereiche Ernährung mit vorwiegend gefäßschützenden pflanzlichen Fetten ist empfehlenswert.
- Regelmäßige Bewegung: Ausdauersportarten wie Wandern, Walking, Schwimmen oder Radfahren trainieren die Gefäße und regulieren Blutdruck-, Cholesterin- und Blutzuckerwerte.
- Normalgewicht: Übergewicht gilt als bedeutender Risikofaktor für einen Schlaganfall.
- Rauchverzicht: Nikotin lässt die Blutgefäße verkalken und erhöht das Schlaganfallrisiko deutlich.
- Stressreduktion: Dauerhafter Stress treibt den Blutdruck in die Höhe und belastet das Herz-Kreislauf-System.
Die Symptome eines Schlaganfalls erkennen
Die Symptome eines Schlaganfalls treten meist plötzlich aus relativem Wohlbefinden heraus auf:
- Halbseitige Lähmungen und/oder Taubheitsgefühle in Beinen, Armen oder Gesicht.
- Ein- oder beidseitige Sehstörungen; kurzes Erblinden eines Auges oder Doppelbilder.
- Sprachstörungen, z. B. undeutliches Sprechen oder Schwierigkeiten, Gesprochenes zu verstehen.
- Gesichtsfeldausfälle.
- Gleichgewichtsstörungen, Koordinationsprobleme, Schluckstörungen oder motorische Ausfälle.
Im Notfall zählt jede Minute
Ein Schlaganfall ist lebensbedrohlich. Jede Minute zählt, um das Leben des Betroffenen zu retten und schwerwiegende Ausfälle zu verhindern. Bei Verdacht auf einen Schlaganfall sollte sofort der Notruf 112 gewählt werden.
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