David Bowie: Ein Chamäleon der Musik und ein bibliophiler Star

David Bowie, geboren als David Robert Jones am 8. Januar 1947 in London und gestorben am 10. Januar 2016 in New York City, war eine Ikone der Musikwelt. Die Bayerische Staatsbibliothek bewahrt in ihrem Bildarchiv ikonische Fotos von ihm, aufgenommen von Isolde Ohlbaum und Felicitas Timpe. Sein Werdegang war geprägt von stetigem Wandel und künstlerischer Innovation.

Anfänge und Durchbruch

Bowies Anfänge waren, wie viele Karrieren, holprig. Er spielte in verschiedenen Bands und suchte nach seinem eigenen Stil, sowohl musikalisch als auch in seinem Auftreten. Der Durchbruch gelang ihm mit dem Song „Space Oddity“, unterstützt von seinem Berater Kenneth Pitt. Das Momentum war auf seiner Seite, besonders im Kontext der Mondlandung. Ursprünglich hatte die BBC den Song aufgrund des Themas zunächst aus dem Äther verbannt, doch nach der Mondlandung erlangte er große Bekanntheit.

Das Chamäleon der Musikbranche

Nach seinem Start wurde David Bowie von Kritikern als „Chamäleon der Musikbranche“ bezeichnet. Er war bekannt für seine ständigen Rollen-, Kleidungs- und Musikstilwechsel. Ein bemerkenswertes Beispiel dafür war der 3. Juli 1973, als er in einer aufwendigen Show im Hammersmith Odeon in London vor versammelter Presse die Kunstfigur „Ziggy Stardust“ sterben ließ, obwohl das Album und die Tournee mit der damals neuartigen Bühnenshow sehr erfolgreich waren.

Auffällige Styles, neue Inszenierungen und wechselnde Musikrichtungen waren sein Lebenselixier. Bowie selbst sagte:

Ich brauche den Gesamteindruck einer Bühnenshow. Ich brauche diese Totalität. Songs zu schreiben, reicht mir nicht, ich will etwas Dreidimensionales schaffen.

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Und weiter:

Die Leute konfrontieren mich immer mit Sachen, die ich mal gesagt hab, und ich sage ihnen, dass das nichts zu bedeuten hat. Man kann doch nicht sein ganzes Leben lang nur einen Standpunkt vertreten.

Erfolge und Drogenabhängigkeit

Nach dem Konzeptalbum mit Ziggy Stardust folgten weitere Erfolge mit Alben wie „Aladdin Sane“ (1973) und „Diamond Dogs“ (1974). Bowie zog nach New York, wo er mit John Lennon zusammenarbeitete. Der Song „Fame“ aus dem Jahr 1975 wurde ein Nummer-1-Hit. Er veröffentlichte die Alben „Young Americans“ (1975) und „Station to Station“ (1976). Zusätzlich übernahm er Rollen als Schauspieler, unter anderem in dem Film „Der Mann, der vom Himmel fiel“ von Nicolas Roeg.

Die Selbstverausgabung führte jedoch zu einer Drogenabhängigkeit. Bowie sagte später über diese Zeit:

Die Tour 1976 habe ich im Grunde gar nicht mitbekommen. Ich erinnere mich an gar nichts.

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Bowie weiter:

Ich habe einfach nichts gespürt. Ich war auf der Tour wie ein Zombie. Danach habe ich mich in Berlin versteckt […].

Die Berliner Jahre

1976 zog David Bowie nach Berlin, wo er in Schöneberg in einer Wohngemeinschaft mit dem Musiker Iggy Pop lebte. Selbst in schwerster Drogenabhängigkeit reiste er mit Massen von Büchern im Gepäck (Stardust-Interviews, 1983, S. 43-44).

Bibliophilie

Die Bibliophilie begleitete ihn sein Leben lang. So antwortete er 1983 auf die Frage, welche Platten (!) er auf die „berühmte einsame Insel“ mitnehmen würde:

Meine Bibliothek! Ich glaube, das ist das Einzige. Was meine Büchersammlung angeht, bin ich sehr eigen. Bücher sind mir das Wichtigste. Wenn ich entspannt bin, lese ich.

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Vielleicht war es auch umgekehrt: Davis Bowie las, um sich zu entspannen? Was er las, verrät eine von ihm veröffentlichte Liste mit seinen 100 Top-Büchern. Anlass der Veröffentlichung war eine Ausstellung mit dem Titel „David Bowie is”, die 2013 im Londoner Victoria & Albert Museum eröffnete und zur Dauerausstellung wurde. In der Literaturliste finden sich psychologisch-analytische Werke wie „Das geteilte Selbst” von Ronald D.

Letzte Jahre und Tod

David Bowie starb am 10. Januar 2016 an einer Krebserkrankung, die er vor der Öffentlichkeit geheim gehalten hatte. Einen Tag später war auf der Programmtafel der Konzerthalle Hammersmith Apollo in London „A Hero for more than one day“ zu lesen - ein Zitat aus seinem Lied „Heroes“, das er in Berlin im Angesicht der Berliner Mauer geschrieben und 1977 veröffentlicht hatte.

Ganz anders ist - naturgemäß - das letzte (26.) Studioalbum Bowies, „Blackstar”, das zwei Tage vor seinem Tod am 8. Januar 2016 erschien. Dort berührt der Todkranke in Songs und Videos wie z. B. „Lazarus”.

Die ersten Zeilen des Songs „Lazarus” (auf Deutsch „Gott hat geholfen”) klingen nach seinem Vermächtnis:

Look up here, I’m in heaven / I’ve got scars that can’t be seen / I‘ve got drama, can’t be stolen / Everybody knows me know (Schaut hier hoch, ich bin im Himmel / Ich habe unsichtbare Narben / Ich habe meine eigene Show, die mir niemand wegnehmen kann / Alle kennen mich jetzt)

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