Was hilft gegen Krämpfe im Rücken: Ursachen und Behandlung

Ein Rückenkrampf, insbesondere im unteren Rückenbereich, kann sehr schmerzhaft sein und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Es handelt sich dabei um eine unwillkürliche Kontraktion oder Überanstrengung der Muskeln, die verschiedene Ursachen haben kann. Glücklicherweise gibt es vielfältige Behandlungsansätze, die oft ohne Operation auskommen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Rückkrämpfen, gibt Ratschläge zur Selbsthilfe und zeigt Behandlungswege auf.

Ursachen von Krämpfen im unteren Rücken

Rückenschmerzen sitzen am häufigsten im unteren Rücken. Die Lendenwirbelsäule (LWS) ist anfälliger für Verletzungen und Schädigungen als die Hals- und Brustwirbelsäule. Verletzungen der Rückenmuskulatur, Sehnen und Bänder können zu Krämpfen führen. Sie können auch mit ernsteren Erkrankungen einhergehen. Neben schwerem Heben kann jede Aktivität, die zu viel Druck auf die Muskeln und Bänder im unteren Rücken ausübt, zu Verletzungen führen. Die Rückenmuskulatur kann anfälliger sein, wenn die Bauchmuskeln, die den Rücken stützen, schwach sind. Rückenschmerzen können auftreten bei Menschen mit Arthritis oder ein Bandscheibenvorfall in der Wirbelsäule. Arthritis im unteren Rücken kann Druck auf die Rückenmark, was zu Schmerzen im Rücken und in den Beinen führt.

  • Muskuläre Ursachen: Muskelverspannungen sind die häufigste Ursache für unspezifische Rückenschmerzen. Eine dauerhaft erhöhte Spannung im Muskel führt zu einer schlechteren Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Gewebes. Dies wiederum verlangsamt den Stoffwechsel und führt zur Ausschüttung von schmerzauslösenden Botenstoffen.
  • Fehlbelastungen und Bewegungsmangel: Langes Sitzen, insbesondere in ungünstiger Haltung, sowie mangelnde Bewegung tragen zur Entstehung von Muskelverspannungen bei.
  • Psychische Faktoren: Stress, Angst und andere starke Emotionen können ebenfalls Muskelverspannungen verursachen, da sie den Körper in Alarmbereitschaft versetzen.
  • Erkrankungen: In einigen Fällen können spezifische Erkrankungen wie Arthritis, Bandscheibenvorfälle oder Osteoporose Rückenschmerzen verursachen. Auch Erkrankungen anderer Organe, wie Nierenbeckenentzündungen oder Herzinfarkt, können sich in Rückenschmerzen äußern.
  • Weitere Ursachen: Flüssigkeitsmangel, Mineralstoffmangel (Magnesium, Kalium, Kalzium), Nebenwirkungen von Medikamenten oder Nerven- und Muskelerkrankungen können ebenfalls zu Krämpfen führen.

Diagnose von Rückenschmerzen

Der Arzt wird eine detaillierte Krankengeschichte und Einzelheiten zu den Krämpfen aufnehmen. Der Arzt kann auch eine Magnetresonanztomographie empfehlen (MRI) oder eine Computertomographie (CT), um die Muskeln und andere Weichteile besser untersuchen zu können.

Die Einteilung der Schmerzen in akut, subakut und chronisch basiert darauf, wie lange die Patientin oder der Patient bereits Symptome beziehungsweise Schmerzen hat.

Akute Rückenschmerzen: „Von akuten Rückenschmerzen sprechen wir, wenn diese zum ersten Mal oder nach mindestens sechs schmerzfreien Monaten auftreten. Die Beschwerden halten maximal sechs Wochen an", sagt Priv.-Doz. Dr. Dr. Terzis. Bei vielen Betroffenen bessern sich die akuten Schmerzen im Rücken innerhalb weniger Wochen.

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Subakute Rückenschmerzen: Wenn die Rückenschmerzen länger als sechs Wochen bis maximal drei Monate anhalten, gelten sie als subakut. Diese Form der Schmerzen bildet den Übergang zwischen akut und chronisch verlaufenden Erkrankungen.

Chronische Rückenschmerzen: Chronische Rückenschmerzen sind Schmerzen, die länger als zwölf Wochen andauern. Es handelt sich um rezidivierende, also wiederkehrende Schmerzen, bei denen die Schmerzintensität in dieser Zeit variieren und mal stärker und mal schwächer ausfallen kann. Mit zunehmenden Alter treten chronische Rückenschmerzen häufiger auf. „Oftmals gehen chronische Rückenschmerzen mit zusätzlichen Erkrankungen, sogenannten Komorbiditäten, einher. Etwa verschleißbedingte und entzündliche Gelenkerkrankungen, Osteoporose, Schlaganfall, Herzschwäche, Depressionen oder auch mit starkem Übergewicht", erklärt Priv.-Doz. Dr. Dr. Rückenschmerzen je nach UrsacheRückenschmerzen lassen sich je nach Ursache in zwei Kategorien einteilen: spezifische und nicht-spezifische Rückenschmerzen.Spezifische RückenschmerzenDie Ursache der Rückenschmerzen ist eindeutig feststellbar. Sie muss aber nicht im Bereich der Wirbelsäule liegen. Oft sind Erkrankungen anderer Organe der Grund für die Beschwerden im Rücken. Mögliche Ursachen von spezifischen Rückenschmerzen sind unter anderem:MuskelverspannungenBlockaden der WirbelBandscheibenvorfallVerschleiß der WirbelsäuleOsteoporose (Knochenschwund)SchwangerschaftGürtelroseAkute ProstataentzündungNierenbeckenentzündungNierensteineBrustengeHerzinfarktLungenentzündungWirbelsäulen- und RippentumorNicht-spezifische RückenschmerzenDie Ärzt:innen können keine eindeutige Ursache für die Beschwerden finden. „Die Mehrheit der Beschwerden ist den nicht-spezifischen Rückenschmerzen zuzuschreiben", sagt Priv.-Doz. Dr. Dr.

Was tun bei Rückenschmerzen? Selbsthilfe-Tipps und erste Maßnahmen

Die beste Art, mit Rückenkrämpfen umzugehen, besteht darin, aktiv zu bleiben und Behandlungsmöglichkeiten zu Hause auszuprobieren. Was tun bei Rückenschmerzen? Wir haben einige Tipps und Tricks zur Selbsthilfe für Sie gesammelt.

  • Stufenlagerung: Legen Sie sich mit dem Rücken auf eine Decke auf den Boden. Legen Sie Ihre Unterschenkel auf einem Hocker oder ähnlichem ab, sodass Ihr Hüft- und Kniegelenk in etwa einen 90-Grad-Winkel bilden. Schieben Sie Ihr Gesäß bis an den Hocker an, sodass die Lendenwirbelsäule flach auf dem Boden liegt. Diese Übung eignet sich gut für akute Schmerzen in der Lendenwirbelsäule, da sie die Bandscheiben entlasten und den Druck auf die Nervenwurzeln mindern kann.
  • Wärme: Legen Sie sich eine Wärmflasche, ein Kirschkernkissen oder ein kleines, im Wasserbad erwärmtes Frotteetuch auf die schmerzende Stelle. Auch Wärmepflaster aus der Apotheke oder dem Drogeriemarkt können helfen. Wärme kann akute Rückenschmerzen lindern, indem sie Muskeln lockert und Verspannungen löst.
  • Massagen: Hilfreich bei chronischen Rückenschmerzen können Massagen von ausgebildeten Masseuren sein, aber mit etwas Vorsicht können auch Laien eine Massage durchführen. Wichtig ist dann, dass Massagen nicht die Schmerzgrenze überschreiten. Durch den Druck beim Streichen, Reiben und Kneten wird die Durchblutung gefördert und Verspannungen werden vermindert. Bei akuten Rückenschmerzen empfiehlt es sich hingegen, auf Massagen zu verzichten.
  • Bewegung: Fahren Sie Fahrrad, gehen Sie schwimmen oder machen Sie einfach einen Spaziergang. Denn: Bewegungsmangel kann zu Rückenschmerzen beitragen. Besser als Schonen ist also moderate, rückenfreundliche Bewegung. Sind keine Alarmsignale für eine ernsthafte Erkrankung gegeben, sollten Sie in Ihrem Alltag Bewegungen soweit wie möglich gewohnt ausführen, auch wenn es manchmal ziept.
  • Entspannung: Untersuchungen zeigen, dass eine Kombination aus Bewegung und Entspannung besonders wirksam gegen Rückenschmerzen ist. Mithilfe von speziellen Körpertechniken und Entspannungsübungen können Sie sich und Ihrem Rücken etwas Gutes tun.

Spezifische Übungen zur Linderung von Rückenschmerzen

Die folgenden Übungen können schnell gegen akute Rückenschmerzen helfen:

  1. Übung: Knie schaukeln

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    • Legen Sie sich mit dem Rücken auf eine Decke auf den Boden, die Beine sind angewinkelt und hüftbreit auseinandergestellt. Die Handflächen liegen neben dem Körper. Pendeln Sie mit den Knien sanft nach links und rechts.
  2. Übung: Becken wippen

    • Ausgangsposition aus Übung 1, die Füße am Boden. Kippen Sie das Becken leicht nach oben, die Lendenwirbel werden dabei stärker auf den Boden gedrückt, der Po schwebt eine Handbreit über dem Boden. Kippen Sie dann das Becken in die Gegenrichtung. Po und Becken liegen auf dem Boden, zwischen Lendenbereich und Boden entsteht ein Spalt.
  3. Übung: Rücken wiegen

    • Ausgangsposition aus Übung 1. Umfassen Sie Ihre angewinkelten Beine mit den Armen und ziehen Sie sie an die Brust. Wiegen Sie auf dem Rücken sanft hin und her. Der Kopf bleibt entspannt und gerade.
  4. Übung: Rumpf stabilisieren

    • Ausgangsposition aus Übung 1. Heben Sie Kopf und Schultern vom Boden ab und ziehen Sie Ihre Arme seitlich vom Körper nach vorn, als hingen sie an einem imaginären Seil, das Sie nach vorne zieht. Wiederholen Sie die Übung so oft, wie Sie sie noch entspannt durchführen können.
  5. Übung: Rumpf strecken

    • Knien Sie im „Vierfüßlerstand“, also mit Händen und Knien auf dem Boden. Ihr Rücken ist gerade und der Blick auf den Boden gerichtet. Strecken Sie erst das rechte Bein, dann den linken Arm parallel zum Boden von sich weg. Halten Sie diese Position für einige Sekunden, dann wechseln Sie die Seiten.

Machen Sie nach jeder Übung eine Minute Entspannungspause und wiederholen Sie sie sechs Mal.

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Medikamentöse Behandlung von Rückenschmerzen

Ist der akute Schmerz so stark, dass Ihnen trotz dieser Tipps vor jeder Bewegung graut? Dann kann es sinnvoll sein, zeitlich begrenzt Schmerzmittel einzunehmen. Sie können helfen, dem Teufelskreis aus Schmerz und Bewegungslosigkeit zu entkommen. In der akuten Phase können schmerzlindernde Salben mit Wirkstoffen wie Ibuprofen, Paracetamol oder Diclofenac für Entlastung sorgen. Auch die Einnahme von Tabletten gegen Schmerzen kann in der ersten Phase der Verspannung helfen. Hier kann auf die gleichen Wirkstoffe wie in den Salben zurückgegriffen werden. Sie sollten Schmerzmittel allerdings nicht mehr als vier Tage am Stück nehmen und die tägliche Höchstdosis nicht überschreiten.

In schweren Fällen und wenn die Ursache der Krämpfe nicht behandelbar ist, kann der Arzt oder die Ärztin Chininsulfat verordnen.

Alternative Behandlungsmethoden

  • Physiotherapie: Bei akuten Rückenschmerzen erhalten Barmer Mitglieder eine als Heilmittel verordnete Physiotherapie oder Massage.
  • Manuelle Therapie: Manuelle Therapien lösen die Verspannung und fördern die Beweglichkeit, Bewegungstherapien stärken die Muskulatur und dehnen die betroffenen Areale. Um dauerhafte Fehlhaltungen auszugleichen, ist in der Regel eine physiotherapeutische Anleitung nötig. Rückenschulen können ebenfalls gezielt Schwachpunkte entlang der Wirbelsäule kräftigen.
  • Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, Yoga oder Atemübungen helfen, die Anspannung zu reduzieren.
  • Triggerpunkt-Behandlung: Knötchen in der Muskulatur, die sich bei Druck schmerzhafter äußern, werden umgangssprachlich als Triggerpunkt (auch Triggerpoint) bezeichnet. Sie entstehen oft in Bereichen des Rückens, die wiederholt belastet werden, wie Nacken oder Schultern. Die gängigste Therapiemethode ist die lokale Kompression. Dabei übt der Physiotherapeut oder die Physiotherapeutin mit dem Daumen oder einem Massagegerät vorsichtig Druck auf die Stelle aus. Triggerpunkte lassen sich jedoch auch sehr gut selbst behandeln, zum Beispiel mit einem Tennisball: Wer Hilfe hat, lässt ihn sich kräftig mit der Handfläche über die schmerzende Muskulatur rollen, wer allein ist, kann den Tennisball zwischen Rücken und Wand einklemmen und durch langsame Bewegungen die betroffene Stelle massieren.

Vorbeugung von Rückenschmerzen

  • Regelmäßige Bewegung: Bewegungsmangel kann zu Rückenschmerzen beitragen. Besser als Schonen ist also moderate, rückenfreundliche Bewegung.
  • Ergonomischer Arbeitsplatz: Gestalten Sie Ihren Arbeitsplatz ergonomisch, um eine gesunde Sitzposition zu fördern. Wichtig ist, die Haltung regelmäßig zu wechseln. Ein höhenverstellbarer Schreibtisch bietet dabei mehr Flexibilität und ermöglicht auch das dynamische Stehen.
  • Richtiges Heben und Tragen: Gehen Sie beim Hochheben und Abstellen von Lasten immer in die Knie und halten Sie den Rücken gerade. Beim Tragen sollten Sie die Last nahe am Körper halten.
  • Gesundheitskurse: Nutzen Sie bis zu 200 Euro für Gesundheitskurse pro JahrEgal ob Bewegung, gesunde Ernährung oder Stressbewältigung: Finden Sie mit nur wenigen Klicks den für Sie passenden Gesundheitskurs - online oder vor Ort.
  • Stressmanagement: Unsere seelische Verfassung kann bei Rückenschmerzen eine große Rolle spielen. Stress bei der Arbeit oder im Privatleben kann dazu führen, dass wir nicht nur seelisch unter Druck stehen, sondern auch unsere Muskeln angespannt sind - Schmerzen und Verspannungen sind die Folge. Wer häufig gestresst ist, nimmt Schmerzen außerdem verstärkt wahr. Rückenschmerzen sind also meist eine Forderung des Rückens nach mehr Bewegung und signalisieren uns auch: Kümmere dich mehr um dich!
  • Ausreichend Trinken: Richtig ist aber: Über den Schweiß verlieren wir Wasser und Mineralstoffe wie Natrium, Magnesium oder Kalium. Diese sind wichtig, damit die Weiterleitung von Impulsen vom Gehirn an den Muskel richtig funktioniert. Achten Sie also darauf, genügend zu trinken, am besten kalorienarme Getränke wie Mineralwasser oder eine Saftschorle.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Oft stecken relativ harmlose Ursachen hinter den Kreuzschmerzen, etwa Muskelverspannungen durch falsche Körperhaltung oder unzureichende Bewegung. „Betroffene sollten immer dann einen Arzt aufsuchen, wenn ihre Lebensqualität durch die Schmerzen stark eingeschränkt wird und die Beschwerden mehrere Tage in Folge anhalten", rät der Mediziner.

„Das gilt auch, wenn sich ein Taubheitsgefühl in den Beinen bemerkbar macht", ergänzt der Experte. Er empfiehlt zudem, eine ärztliche Praxis aufzusuchen, wenn es sich um untypische, anhaltende oder zunehmende Rückenschmerzen handelt.

Wer über anhaltende Schmerzen im unteren Rücken klagt, sollte ein Praxis für Orthopädie oder Neurochirurgie aufsuchen, die auf die Wirbelsäule spezialisiert ist. Auch Schmerzpraxen sind bei speziellen Fällen die richtigen Anlaufstellen.

Magnesium bei Krämpfen?

Die meisten Menschen dehnen bei einem Krampf instinktiv die betroffene Muskelpartie. In der Regel hilft das, den Krampf zu unterbrechen. „Nimm Magnesium“ lautet ein anderer, häufiger Ratschlag. Es kann eventuell einen Versuch wert sein. Allerdings wirken solche Präparate vermutlich nur, wenn tatsächlich ein Magnesiummangel vorliegt. Mit einer ausgewogenen Ernährung lässt sich dem in der Regel gut vorbeugen. Besprechen Sie sich also besser mit Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin, statt einfach zu einem Magnesium-Präparat zu greifen. Denn diese können auch Nebenwirkungen, zum Beispiel Durchfall, haben. Wer Medikamente schluckt oder bekannte Erkrankungen hat, sollte sich vor der Einnahme von Magnesium zumindest in der Apotheke beraten lassen. Es gibt Gründe, die gegen die Anwendung sprechen können, auch Wechselwirkungen sind möglich!

Michael Behringer, Professor für Sportmedizin und Leistungsphysiologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main meint: „Es gibt momentan so gut wie keine Evidenz dafür, dass Magnesium bei Muskelkrämpfen hilft. Trotzdem ist das fest in unseren Köpfen verankert - es ist ganz schwer rauszubekommen."

Gurkenwasser gegen Muskelkrämpfe?

Um einen Krampf zu stoppen, schwören manche Athletinnen und Athleten auf Gurkenwasser: jene salzige und essighaltige Flüssigkeit, in der Gurken eingelegt sind. Laut einer kleinen US-amerikanischen Studie könnte da etwas daran sein. Das Gebräu verkürzte die Krampfdauer bei Männern mit Flüssigkeitsmangel. Da die Wirkung nahezu sofort einsetzte, sei sie nicht dadurch erklärbar, dass Flüssigkeit oder Elektrolyte aufgefüllt werden, folgern die Autoren. Stattdessen müsse es etwas mit den Nerven zu tun haben.

Dieser Ansicht ist auch Michael Behringer. „Vermutlich stimuliert die Essigsäure bestimmte Rezeptoren im Mund-Rachenraum“, sagt er. Dieses Signal unterbricht offenbar den Krampf. Wie das im Detail funktioniert, ist noch nicht klar.

Können Stromimpulse Muskelkrämpfe verhindern?

Sagt das Gehirn dem Muskel: Spann dich an, sendet es im Grunde nichts anderes als elektrische Impulse. Setzt man solche von außen, kann man absichtlich einen Krampf auslösen. Laut Behringer gibt es hierfür eine minimale Frequenz, eine „Krampfschwelle“, wie er es nennt. In einer Studie, bei der sein Team die Elektrostimulation bei Testpersonen (eigentlich mit einem anderen Ziel) anwandte, stellte es Überraschendes fest: Die übliche Frequenz reichte nicht mehr, um einen Krampf auszulösen. „Offenbar haben wir ihre Krampfschwelle erhöht.“

Inzwischen konnte sein Team in mehreren kleinen Studien Hinweise sammeln, dass ein Training mit elektrischen Impulsen Menschen helfen könnte, die häufig unter Krämpfen leiden: War ihre Krampfschwelle höher, krampften ihre Muskeln viel seltener. Die Methode muss aber noch weiter untersucht werden.

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