Sehnervenschädigung erkennen: Ursachen, Diagnose und Therapie

Der Sehnerv spielt eine entscheidende Rolle für unser Sehvermögen, indem er visuelle Informationen vom Auge zum Gehirn weiterleitet. Eine Schädigung dieses Nervs kann zu erheblichen Sehstörungen bis hin zur Blindheit führen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Sehnervschädigung, von den Ursachen und Symptomen über die Diagnosemethoden bis hin zu den verfügbaren Therapieoptionen.

Was ist eine Sehnervschädigung?

Der Sehnerv ist die direkte Verbindung zwischen der Netzhaut und dem Gehirnbereich, der das Gesehene verarbeitet. Die Nervenzellen, aus denen der Sehnerv besteht, sind sehr empfindlich. Eine Schädigung kann daher irreversible Folgen haben. Verschiedene Erkrankungen, Entzündungen oder Druck können diese Nervenzellen schädigen und die Informationsübertragung stören.

Ursachen einer Sehnervschädigung

Schädigungen des Sehnervs können vielfältige Ursachen haben. Zu den häufigsten Gründen für eine Einschränkung des Sehvermögens durch geschädigte Sehnervenfasern gehören:

  • Glaukom (Grüner Star): Ein erhöhter Augeninnendruck führt zu Quetschungen der Nervenfasern. Da sich der Druckanstieg langsam entwickeln kann, wird die Schädigung oft erst spät bemerkt, wenn bereits Gesichtsfeldausfälle auftreten.
  • Diabetische Retinopathie: Langfristig erhöhte Blutzuckerwerte bei schlecht eingestelltem Diabetes können die kleinen Gefäße im Auge schädigen, was zu einer verminderten Durchblutung der Netzhaut und des Sehnervs führt.
  • Optikusneuritis (Sehnerventzündung): Eine Entzündung des Sehnervs kann im schlimmsten Fall zu einer Schädigung führen. Sie äußert sich durch Sehminderung und schmerzhafte Augenbewegungen und kann im Zusammenhang mit Multipler Sklerose stehen.
  • Erhöhter Hirndruck: Erhöhter Hirndruck kann zu einer Stauungspapille führen, einem Ödem im Bereich der Einmündung des Sehnervs in die Netzhaut. Dies kann bei längerem Bestehen die Nervenfasern schädigen.
  • Tumore: Tumore des Auges können durch Druck auf den Nerven einen Verlust von Sehnervenfasern verursachen.
  • Gefäßverschlüsse: Gefäßverschlüsse können eine fehlende Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr des Nervs bedingen, was zum Absterben von Neuronen und in der Folge zu Sehverlusten führt. Diese treten vor allem durch Gefäßverkalkung, Verfettung, Herzerkrankungen sowie Schlaganfälle auf.
  • Genetische Ursachen: Auch genetische Ursachen mit unvollständiger Ausbildung des Sehnervs können ursächlich für eine eingeschränkte Funktionsfähigkeit des Nervs sein.

Neben den genannten Ursachen können auch andere Erkrankungen und Faktoren eine Rolle spielen:

  • Multiple Sklerose (MS): Die Optikusneuritis tritt manchmal im Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose (MS) auf. Bei dieser Erkrankung greift das Immunsystem die Schutzhüllen der Nerven im Gehirn und Rückenmark an, was auch den Sehnerv beeinträchtigen kann.
  • Infektionen: Infektionen, insbesondere virale Infektionen, können ebenfalls Entzündungsreaktionen im Körper auslösen, die auf den Sehnerv übergreifen können.
  • Psychische Belastung: Ein Grund für Sehstörungen, der vor allem bei beruflich gestressten, besonders ehrgeizigen Menschen auftritt, ist Retinopathia Centralis Serosa (RCS). Psychische Dauerbelastung bedeutet nämlich eine erhöhte Ausschüttung des Stresshormons Cortisol. Die Durchblutung verläuft zunehmend schleppend, die Aderhaut der Augen wird porös und unter der Netzhaut sammelt sich Flüssigkeit an.
  • Halswirbelsäulensyndrom (HWS): Das sogenannte Halswirbelsäulensyndrom (HWS) kann zu Sehstörungen in Form von Flimmern führen. Hinter Sehstörungen als Auswirkung des Zervikalsyndroms steckt die Tatsache, dass womöglich Nerven eingeklemmt sind und die Durchblutung gehemmt ist. Fehlt es im Augenbereich an Durchblutung, kann das ungeliebte Flimmern entstehen.
  • Bluthochdruck: Im Falle eines Bluthochdrucks etwa spüre der Patient zwar zunächst keine Beschwerden direkt am Auge. „Aber bei der Untersuchung des Augenhintergrundes finden Augenärzte typische Gefäßveränderungen an der Netzhaut“, fügt der Direktor der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Düsseldorf hinzu.
  • Fehlfunktionen der Schilddrüse: Auch Fehlfunktionen der Schilddrüse können sich schmerzlos am Auge bemerkbar machen. „In diesem Fall zeigt sich die Lederhaut, das ‚Weiße‘ über der Iris unterhalb des Oberlides, an einem oder beiden Augen“, sagt Geerling.
  • Borreliose: „Eine Borreliose beispielweise kann sich als Entzündung an jedem Teil des Auges bemerkbar machen, an der Bindehaut, Hornhaut oder am Lid“, so der DOG-Experte.
  • Tuberkulose: Auch eine Tuberkulose kann die Augen befallen und eine Entzündung an der Gefäßhaut im Augeninneren auslösen, eine sogenannte Uveitis. „Die Patienten registrieren eine starke Rötung, vor allem aber eine Sehverschlechterung“, berichtet Geerling.
  • Syphilis: Ähnliches gilt für eine Syphilis, die auf die Augen übergreift. In diesen Fällen gilt: „Laboruntersuchungen und die Überweisung an den Spezialisten schaffen Klarheit, ob eine solche Infektion vorliegt.
  • Rheuma: Mitunter kann ein Rheuma der Gelenke und Wirbelsäule als erstes die Augen befallen, oft in Form einer Regenbogenhautentzündung.
  • Arterienentzündung: Ein wichtiger Hinweis sind verhärtete, geschlängelte Schläfenarterien, die auf leichten Druck hin schmerzen. Dann droht dem Sehnerven Gefahr. „Der Sehnerv kann durch die Entzündung der Blutgefäße eine Art Schlaganfall erleiden, was zum Verlust des Sehvermögens führt“, betont Geerling.
  • Medikamente, Drogen und Alkohol: Auch das Doppel- bzw. Mehrfachsehen kann harmlose oder gravierende Ursachen haben und ist damit nicht ganz leicht einzuordnen. Mögliche Auslöser sind natürlich einerseits Alkohol, Medikamente bzw. Drogen oder auch Müdigkeit.
  • Vergiftungen: Auch Vergiftungen etwa mit Alkohol kann sich wie eine Sehnerventzündung darstellen.

Symptome einer Sehnervschädigung

Die Symptome einer Sehnervschädigung können je nach Ursache und Ausmaß der Schädigung variieren. Häufige Anzeichen sind:

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  • Verschwommenes Sehen: Betroffene können eine plötzliche Verschlechterung des Sehvermögens erleben. Das Sehen kann unscharf oder verschwommen erscheinen.
  • Verlust des Farbsehens: Ein auffälliges Symptom ist der Verlust der Fähigkeit, Farben korrekt wahrzunehmen. Dies betrifft oft das Erkennen von Rot-Grün-Kontrasten. Bei einer typischen Neuritis nervi optici ist vor allem die Farbsättigung für Rot abgeschwächt.
  • Zentrale Gesichtsfeldverluste: Ein zentrales Gesichtsfeld, das in der Mitte des Blickfeldes liegt, kann beeinträchtigt sein, was zu einem "tunnelartigen" Blickwinkel führt. Bei einer Sehnerventzündung liegt häufig eine Einschränkung des Gesichtsfeldes im zentralen Bereich vor (Zentralskotom).
  • Sehverschlechterung beim Bewegen des Auges: Das Sehvermögen kann sich beim Bewegen des Auges verschlimmern, wodurch Augenbewegungen schmerzhaft sein können.
  • Augenschmerzen: Einige Betroffene können Schmerzen oder Unbehagen rund um das betroffene Auge verspüren, insbesondere wenn sie es bewegen. Schmerzen neben oder hinter dem Auge, besonders beim Bewegen der Augen, sind charakteristische Symptome dieser Erkrankung.
  • Blendungsempfindlichkeit: Lichtempfindlichkeit oder Blendungsempfindlichkeit können auftreten, insbesondere bei hellem Licht.
  • Kontrastverlust: Die Fähigkeit, Unterschiede zwischen hellen und dunklen Bereichen zu erkennen, kann beeinträchtigt sein. Die Niedrigkontrast-Sehschärfe ist in der akuten Phase stark beeinträchtigt und erholt sich langsamer als der Visus und das Gesichtsfeld.
  • Doppelbilder: Bei Störungen in der Steuerung der Augenbewegungen kommt es zu Doppelbildern, verschwommenem Sehen und Bildinstabilität.
  • Flimmern: Das sogenannte Halswirbelsäulensyndrom (HWS) kann zu Sehstörungen in Form von Flimmern führen.
  • Skotome: In den Augengefäßwänden entstehen nun aufgrund der schlechten Durchblutung Einlagerungen, die im schlimmsten Fall platzen und Ausfälle im Blickfeld, sogenannte Skotome, verursachen können.
  • Anopsien: Bei Schäden oder Krankheiten des Sehnervs oder des Seh-Hirns (Occipital-Hirn) kommt es neben dem unscharfen Sehen häufig zu Gesichtsfeldausfällen wie (Hemi)-Anopsien oder Skotomen. Dabei nehmen die Betroffenen Teile ihrer optischen Umgebung nicht mehr wahr und ecken an, stolpern, übersehen Bekannte etc. Oft bemerken sie das Problem zunächst gar nicht, denn es gibt dann keinen „schwarzen Fleck“ zu sehen, sondern der Gesichtsfeldteil ist einfach nicht da.
  • Seelenblindheit: In schweren Fällen erkennen die Patienten bei dieser neurologischen Sehstörung gar nichts mehr (sog. „Seelenblindheit“).

Diagnose einer Sehnervschädigung

Zur Diagnose einer Sehnervschädigung stehen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung:

  • Anamnese: Der Arzt wird zunächst ausführlich zur Krankheitsgeschichte befragen, um Informationen über den Beginn der Symptome, Begleiterkrankungen und mögliche Risikofaktoren zu erhalten. Dabei stellt er Ihnen unter anderem folgende Fragen:Wann hat sich Ihr Sehen verschlechtert?Bereiten Ihnen Augenbewegungen Schmerzen?Ist das Sehen auf einer Seite schlechter als auf der anderen?Waren Sie in der letzten Zeit erkältet oder hatten Sie Fieber?Hatte ein Familienmitglied von Ihnen bereits ähnliche Symptome?Leiden Sie an einer Grunderkrankung (z.B. Multipler Sklerose, Lupus erythematodes)?Ist in Ihrer Familie ein Fall von Multipler Sklerose bekannt?Ist Ihnen schwindelig oder haben Sie Schwächen Ihrer Muskulatur bemerkt?Rauchen Sie, trinken Sie Alkohol oder nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein?Sind die Beschwerden bei Wärme stärker (zum Beispiel,wenn Sie ein Bad nehmen, in der Sauna sitzen oder Sport machen)?Nehmen Sie Lichtblitze wahr?
  • Spaltlampenuntersuchung: Die Spaltlampe ermöglicht es dem Augenarzt, den Augenhintergrund zu betrachten und die Papille des Sehnervs (der Punkt, an dem der Sehnerv in die Netzhaut mündet) zu beurteilen. Farbliche Abweichungen oder Veränderungen der Form können auf ein Krankheitsgeschehen hinweisen.
  • Funduskopie (Augenspiegelung): Anschliessend spiegelt der Arzt Ihren Augenhintergrund (Funduskopie oder Fundoskopie). Dafür leuchtet er mit einem Augenspiegel (Ophthalmoskop) in Ihre Augen. So kann er die Netzhaut beurteilen. Er achtet dabei unter anderem auf Veränderungen der Blutgefäße und jener Stelle, an der der Sehnerv das Auge verlässt (Papille).
  • Untersuchungen der Sehschärfe, des Farbsehens und des Gesichtsfeldes: Diese Tests helfen, das Ausmaß der Sehstörung zu bestimmen. Mithilfe einer in bestimmten Abstand angebrachten Buchstaben- oder Zahlentafel wird Ihre Sehschärfe bestimmt. Sie ist bei einer Sehnerventzündung gemindert.
  • Bestimmung des Augeninnendrucks: Dies ist besonders wichtig zur Erkennung des Glaukoms.
  • Test der Pupillenreaktion: Danach leuchtet Ihr Arzt abwechselnd mit einer kleinen Lampe in Ihre Augen und beobachtet die Reaktion Ihrer Pupillen. Normalerweise verengen sich beide Pupille gleich stark, egal, auf welches Auge der Arzt den Lichtkegel richtet.Bei einer Retrobulbärneuritis liegt jedoch oft ein sogenannter relativer afferenter Pupillendefekt (RAPD) vor. Das bedeutet, dass der Sehnerv des betroffenen Auges die eingehenden Lichtsignale nicht so gut ins Gehirn leitet wie der andere Sehnerv. In der Folge verengen sich beide Pupillen weniger, wenn der Arzt das Licht auf das erkrankte Auge richtet, und stärker, wenn er ins gesunde Auge leuchtet.
  • Prüfung der Augenbeweglichkeit: Außerdem überprüft der Arzt die Beweglichkeit Ihrer Augen. Dazu sollen Sie etwa seinem Finger oder einem Stift ausschließlich mit dem Blick folgen (nicht mit dem ganzen Kopf) und angeben, ob die Augenbewegungen Sie schmerzen oder Sie Doppelbilder sehen.
  • Bestimmung des Gesichtsfeldes: Als nächstes wird Ihr Gesichtsfeld getestet. Das ist der Bereich der Umwelt, den die Augen sehen können, ohne dass Sie Ihren Kopf bewegen. Das Gesichtsfeld kann grob mit den Fingern des Untersuchers überprüft werden. Dabei bewegt der Arzt seinen Finger in verschiedene Richtungen vor Ihrem Augen, und Sie müssen Sie Bescheid sagen, sobald Sie den Finger in Ihrem Gesichtsfeld sehen beziehungsweise nicht mehr sehen.Mit einem sogenannten Perimeter kann die Gesichtsfeldüberprüfung genauer durchgeführt werden. Dabei blinken verschiedene Lichtpunkte auf, die Sie in Ihrem Gesichtsfeld erkennen sollen.
  • Prüfung der Farbwahrnehmung: Auch Ihre Farbwahrnehmung wird getestet.
  • Test der Sehnervleitung: Mithilfe von visuell evozierten Potenzialen (VEP) kann die Leitungsgeschwindigkeit des Sehnervs überprüft werden. Bei dieser Messmethode werden Elektroden an Ihrem Kopf angebracht. Nach der Reizung Ihres Sehnervs durch das Zeigen von Bildern, wird über die Elektroden gemessen, welche Signale wie schnell über den Sehnerv im Gehirn ankommen. Bei einer Entzündung des Sehnervs sind die Messwerte häufig verändert.
  • Bildgebende Verfahren: In einigen Fällen können bildgebende Verfahren wie eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) notwendig sein, um die Ursache der Schädigung zu identifizieren oder andere Erkrankungen auszuschließen. Manchmal werden für die Diagnose des Optikusneuritis bildgebende Verfahren wie eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns eingesetzt, um andere mögliche Ursachen für die Sehstörungen auszuschließen und den Zustand des Sehnervs genauer zu beurteilen.
  • Optische Kohärenztomographie (OCT): Die optische Kohärenztomographie (OCT) ist eine nicht-invasive Untersuchung, die hochauflösende Bilder der Netzhaut und des Sehnervs liefert. Dies kann helfen, den Grad der Schädigung des Sehnervs zu bestimmen.
  • Lumbalpunktion (Liquoruntersuchung): In einigen Fällen kann eine Lumbalpunktion durchgeführt werden, um den Gehalt bestimmter Zellen oder Proteine im Rückenmarksflüssigkeit zu untersuchen, was Hinweise auf eine Entzündungsreaktion liefern kann.
  • Elektrophysiologische Untersuchungen (ERG, EOG und VEP): Elektrophysiologische Untersuchungen (ERG, EOG und VEP), bei denen wir die Umsetzung der Lichtsignale in elektrische Impulse in der Netzhaut sowie deren Weiterleitung prüfen.

Therapie einer Sehnervschädigung

Die Therapiemethoden bei einer Sehnervschädigung sind vielfältig und richten sich nach der zugrunde liegenden Ursache:

  • Glaukom: Unverzügliche Senkung des Augeninnendrucks durch Augentropfen, Lasertherapie oder operative Eingriffe. Beim Glaukom ist es wichtig unverzüglich eine Senkung des Augeninnendrucks vorzunehmen, da andernfalls irreversible Schäden des Sehnervs drohen. Hier kann eine Therapie mit Augentropfen zur Verringerung und zur Verbesserung des Abflusses des Kammerwassers oder eine Lasertherapie erfolgen.
  • Diabetische Retinopathie: Frühzeitige Behandlung des Diabetes und optimale Blutzuckereinstellung. Zur Vermeidung der diabetischen Retinopathie hingegen ist die frühzeitige Behandlung des Diabetes und Blutzuckereinstellung von zentraler Bedeutung, zudem sollten regelmäßige augenärztliche Kontrollen erfolgen.
  • Optikusneuritis: Medikamentöse Behandlung mit Steroiden zur Reduzierung der Entzündung. Auch eine Entzündung des Nervs wird medikamentös behandelt, es erfolgt in der Regel die Gabe von Steroiden.
  • Tumore: Operative Entfernung oder Bestrahlung des Tumors.
  • Gefäßverschlüsse: Behandlung der Grunderkrankung (z.B. Herzerkrankung, Diabetes) und Maßnahmen zur Verbesserung der Durchblutung.
  • Symptomatische Behandlung: Je nach den auftretenden Symptomen können auch spezifische Behandlungen erforderlich sein. Zum Beispiel können Schmerzmittel oder Augentropfen zur Linderung von Schmerzen oder trockenen Augen verschrieben werden.
  • Kortikosteroide: Entzündungshemmende Medikamente wie Kortikosteroide werden häufig eingesetzt, um die Sehnerventzündung zu reduzieren. Sie können oral eingenommen oder als intravenöse Infusion verabreicht werden.
  • Plasmapherese: In schweren Fällen kann eine Plasmapherese in Betracht gezogen werden. Dabei wird Blutplasma aus dem Körper entfernt, gereinigt und dann wieder in den Körper zurückgeführt. Diese Methode kann dazu beitragen, schädliche Antikörper, Entzündungsmediatoren und andere Toxine aus dem Blutkreislauf zu entfernen, um das Immunsystem zu modulieren und die Gesundheit zu fördern.
  • Immunsuppressiva: In einigen Fällen können andere immunsuppressive Medikamente verschrieben werden, um das Immunsystem zu unterdrücken und die Entzündung zu kontrollieren.
  • Rehabilitation: Nach einer Sehnerventzündung kann die Sehkraft beeinträchtigt sein. Eine visuelle Rehabilitation, die von einem Optometristen oder Orthoptisten durchgeführt wird, kann helfen, die verbleibende Sehkraft zu maximieren und dem Patienten bei der Anpassung an mögliche Sehveränderungen zu unterstützen.
  • Visuelles Explorationstraining (VET): Im Visuellen Explorationstraining (VET) trainieren Sie gezielte Blickbewegungen und lernen so in den für Sie „blinden“ Bereich gezielt hinein zu sehen. Das Ziel des Trainings ist, dass Sie die raschen Blickbewegungen im Alltag nutzen, um die Gesichtsfeldausfälle auszugleichen.
  • Visuellen Restitutionstherapie (VRT): Mit der Visuellen Restitutionstherapie (VRT) trainieren Sie die Erweiterung des eingeschränkten Gesichtsfeldes. Nachdem wir Ihnen alles genau erklärt haben und mit Ihnen das Training eingeübt haben, führen Sie es selbstständig an einem Computer durch („Hausaufgaben“). Die Therapie wird an Ihre persönliche Sehstörung angepasst und monatlich aktualisiert. Damit Sie dieses Training auch nach Ihrem Aufenthalt ambulant fortsetzen können, arbeiten wir mit mehreren Firmen zusammen.
  • Krankengymnastik für die Augen: Bei einigen Störungen der Augenmotorik hilft Ihnen die von uns entwickelte „Krankengymnastik für die Augen“. Sie kommen dann möglicherweise ohne Prismenbrille aus. Eine Prismenbrille korrigiert eine Winkelfehlsichtigkeit und wird bei Menschen, die schielen eingesetzt. Falls die Krankengymnastik für die Augen in Ihrem Falle nicht ausreicht, um die Sehstörungen zu beheben, überweisen wir Sie zu einem Augenarzt zur Prismenversorgung.
  • Wechselstrom-Therapie: Demnach kann z.B. eine Behandlung mit Wechselstrom das Sehvermögen von Menschen mit Funktionsstörungen der Netzhaut, des Sehnervs oder des Gehirns deutlich verbessern.

Kann sich der Sehnerv regenerieren?

Kommt es zu einem gänzlichen Ausfall des Sehnervs aufgrund des Untergangs der Sehnervenfasern, ist eine Regeneration nicht möglich, da sich die Neuronen nicht neubilden können. Bei Patienten mit einem restlichen Sehvermögen kann beispielsweise anhand einer Behandlung mit Wechselstrom versucht werden, einige Funktionseinschränkungen zu verbessern. Aufgrund der fehlenden Regenerationsfähigkeit der Nervenfasern ist es von großer Bedeutung, einen möglichen Krankheitsprozess des Sehnervs frühzeitig zu erkennen. Entsprechende Vorsorgeuntersuchungen, vor allem bei Diabetikern und zur Erkennung des Glaukoms, sollten aus diesem Grund regelmäßig erfolgen.

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