Reizhusten und Epilepsie: Behandlungsansätze und Zusammenhänge

Reizhusten, ein quälender und oft langwieriger Zustand, und Epilepsie, eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte Anfälle gekennzeichnet ist, scheinen auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun zu haben. Dennoch können bestimmte Medikamente, die zur Behandlung von Reizhusten eingesetzt werden, Auswirkungen auf Epilepsiepatienten haben. Umgekehrt können einige Antiepileptika Husten als Nebenwirkung verursachen. Dieser Artikel beleuchtet die Behandlungsmöglichkeiten für Reizhusten und Epilepsie und untersucht mögliche Zusammenhänge zwischen beiden Erkrankungen.

Reizhusten: Ursachen, Symptome und Behandlung

Reizhusten, auch bekannt als unproduktiver Husten, ist ein Husten ohne Auswurf von Schleim. Er kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, darunter:

  • Infektionen der Atemwege: Erkältungen, Grippe oder Bronchitis können Reizhusten verursachen.
  • Allergien: Allergische Reaktionen auf Pollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben können die Atemwege reizen und Husten auslösen.
  • Asthma: Reizhusten kann ein Symptom von Asthma sein, insbesondere bei Kindern.
  • Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD): Aufsteigen von Magensäure in die Speiseröhre kann die Atemwege reizen und Husten verursachen.
  • Umweltreize: Rauch, Staub, trockene Luft oder chemische Dämpfe können die Atemwege reizen und Husten auslösen.
  • Medikamente: Einige Medikamente, wie z.B. ACE-Hemmer zur Behandlung von Bluthochdruck, können als Nebenwirkung Husten verursachen.
  • Chronischer Husten: Wenn der Husten länger als acht Wochen anhält, spricht man von chronischem Husten. In manchen Fällen kann die Ursache des chronischen Hustens nicht gefunden werden (ungeklärter chronischer Husten).

Symptome:

  • Trockener, quälender Husten ohne Auswurf
  • Kratzen oder Brennen im Hals
  • Hustenanfälle, die durch bestimmte Reize ausgelöst werden
  • Heiserkeit

Behandlung:

Die Behandlung von Reizhusten richtet sich nach der Ursache. Allgemeine Maßnahmen zur Linderung des Hustenreizes sind:

  • Atemwege feucht halten: Regelmäßiges Trinken von Wasser oder Kräutertee, Inhalieren mit Salzwasser
  • Bonbons und Kaugummi: Kauen von Kaugummi oder Lutschen von Bonbons kann den Hustenreiz lindern.
  • Ablenkung: Ablenkung kann helfen, den Hustenreiz zu dämpfen.
  • Vermeiden von Auslösern: Hustenauslösende Reize wie Rauch, trockene Luft oder langes Sprechen sollten gemieden werden.

Medikamentöse Behandlung:

  • Levodropropizin: Levodropropizin ist ein nicht-opioides Antitussivum, das als Hustenblocker zur Behandlung von Reizhusten eingesetzt wird. Die übliche Dosierung für Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahren beträgt 60 mg Levodropropizin bis zu dreimal täglich. Levodropropizin kann das Reaktionsvermögen beeinträchtigen.
  • Codein und Noscapin: Medikamente mit den Wirkstoffen Codein und Noscapin sind für die Behandlung von Reizhusten zugelassen, aber für den Einsatz speziell bei chronischem Husten sind sie noch nicht ausreichend untersucht. Codein ist ein schwaches Opioid und kann abhängig machen, daher sollte es nur kurzzeitig eingenommen werden.
  • Gabapentin und Morphin: In einigen Fällen kann der Arzt Medikamente mit den Wirkstoffen Gabapentin oder niedrig dosiertes Morphin verschreiben, um den Hustenreflex zu hemmen. Diese Medikamente sind jedoch nicht zur Behandlung von ungeklärtem chronischem Husten zugelassen und haben zahlreiche Nebenwirkungen.
  • Homöopathie: Das homöopathische Mittel Hyoscyamus wird vor allem bei auffallenden Symptomen der Psyche und bei Störungen des zentralen Nervensystems verwendet und soll auch bei Husten helfen können.

Therapien:

  • Logopädische und physiotherapeutische Therapien: Im Rahmen einer Atem-, Sprach-, Sprech- oder Stimmtherapie lassen sich verschiedene Strategien und Techniken erlernen, um besser mit den Beschwerden zurechtzukommen.
  • Psychoedukative Beratung und Aufklärung: Dazu gehört es, Wissen über die Erkrankung zu vermitteln und zu verstehen, dass der Husten auch ohne bekannte Ursache real ist.
  • Übungen zur Kontrolle der Atmung und des Kehlkopfs: Es werden verschiedene Techniken vermittelt, um den Hustenreiz schon im Entstehen erkennen und kontrollieren zu können.
  • Maßnahmen zur Stimmhygiene: Tipps zur Stimmhygiene, Ernährungsgewohnheiten sowie die Rolle der Mund- und Nasenatmung werden besprochen.
  • Weitere physiotherapeutische Maßnahmen: Bindegewebsmassagen, Inhalationen und Wärmetherapie sind möglich.

Epilepsie: Ursachen, Symptome und Behandlung

Epilepsie ist eine chronische neurologische Erkrankung, die durch wiederholte epileptische Anfälle gekennzeichnet ist. Ein epileptischer Anfall ist eine vorübergehende Funktionsstörung des Gehirns, die durch eine plötzliche, übermäßige Entladung von Nervenzellen verursacht wird.

Ursachen:

  • Genetische Faktoren: In einigen Fällen ist Epilepsie erblich bedingt.
  • Hirnschäden: Hirnschäden durch Verletzungen, Schlaganfall, Infektionen oder Tumore können Epilepsie verursachen.
  • Entwicklungsstörungen: Entwicklungsstörungen des Gehirns können zu Epilepsie führen.
  • Unbekannte Ursache: In vielen Fällen ist die Ursache der Epilepsie unbekannt.

Symptome:

Die Symptome eines epileptischen Anfalls können sehr unterschiedlich sein, je nachdem, welcher Bereich des Gehirns betroffen ist. Häufige Symptome sind:

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  • Bewusstseinsverlust: Der Betroffene verliert das Bewusstsein und stürzt.
  • Krämpfe: Der Körper verkrampft und zuckt.
  • Bewegungsstörungen: Es können unkontrollierte Bewegungen auftreten.
  • Sensorische Störungen: Es können verändertes Sehen, Riechen, Schmecken, Fühlen oder Hören auftreten.
  • Sprachstörungen: Es kann zu Schwierigkeiten beim Sprechen oder Verstehen von Sprache kommen.
  • Absencen: Kurze Bewusstseinsaussetzer ohne Krämpfe.

Behandlung:

Das Ziel der Epilepsiebehandlung ist es, die Anfälle zu kontrollieren und die Lebensqualität des Patienten zu verbessern. Die Behandlungsmöglichkeiten umfassen:

  • Medikamentöse Behandlung: Antiepileptika sind Medikamente, die die Anfälle blockieren sollen. Es gibt viele verschiedene Antiepileptika, und die Wahl des Medikaments hängt von der Art der Epilepsie und den individuellen Bedürfnissen des Patienten ab.
  • Chirurgische Behandlung: In einigen Fällen kann eine Operation helfen, die Anfälle zu kontrollieren. Eine epilepsiechirurgische Behandlung kommt in Frage, wenn die genaue Lage und Ausdehnung der epileptogenen Zone im Gehirn festgestellt werden kann und die Anfälle durch Medikamente nicht ausreichend kontrolliert werden können.
  • Stimulationsverfahren: Stimulationsverfahren wie die Vagusnervstimulation (VNS) oder die tiefe Hirnstimulation (DBS) können die Anfallsaktivität durch elektrische Reize vermindern.
  • Ketogene Diät: Eine spezielle Diät, die reich an Fett und arm an Kohlenhydraten ist, kann bei einigen Patienten mit Epilepsie helfen, die Anfälle zu reduzieren.

Reizhusten und Epilepsie: Mögliche Zusammenhänge

Obwohl Reizhusten und Epilepsie unterschiedliche Erkrankungen sind, gibt es einige mögliche Zusammenhänge:

  • Medikamente: Einige Medikamente, die zur Behandlung von Reizhusten eingesetzt werden, können Auswirkungen auf Epilepsiepatienten haben. Beispielsweise kann Levodropropizin das Reaktionsvermögen beeinträchtigen, was für Epilepsiepatienten, die auf ihre Fahrtüchtigkeit angewiesen sind, problematisch sein kann. Codein und Noscapin können bei manchen Menschen Krampfanfälle auslösen. Umgekehrt können einige Antiepileptika Husten als Nebenwirkung verursachen.
  • Epileptische Anfälle als Ursache von Husten: In seltenen Fällen können epileptische Anfälle Husten auslösen. Dies ist wahrscheinlicher, wenn der Anfall die Bereiche des Gehirns betrifft, die für die Steuerung der Atemwege zuständig sind.
  • Gemeinsame Auslöser: Bestimmte Faktoren, wie z.B. Stress oder Schlafmangel, können sowohl Reizhusten als auch epileptische Anfälle auslösen.

Besonderheiten bei der Behandlung von Reizhusten bei Epilepsiepatienten

Bei der Behandlung von Reizhusten bei Epilepsiepatienten ist es wichtig, die möglichen Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten zu berücksichtigen. Einige Hustenmittel können die Wirkung von Antiepileptika beeinflussen oder das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen. Daher sollten Epilepsiepatienten vor der Einnahme von Hustenmitteln immer ihren Arzt oder Apotheker konsultieren.

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