Hirntumoren bei Pferden: Symptome, Diagnose und Behandlungsansätze

Hirntumoren sind eine ernstzunehmende Erkrankung bei Pferden, die jedoch aufgrund ihrer unspezifischen Symptome oft schwer zu erkennen ist. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von Hirntumoren bei Pferden, von den Symptomen über die Diagnose bis hin zu den aktuellen Behandlungsmöglichkeiten.

Neurologische Erkrankungen beim Pferd: Ein Überblick

Neurologische Erkrankungen beim Pferd können sich vielfältig äußern, da die Symptome stark vom betroffenen Teil des Nervensystems abhängen. Bei Erkrankungen des Gehirns und der Gehirnnerven zeigen Pferde häufig Verhaltens- und Bewusstseinsveränderungen, Bewegungsstörungen, Sehstörungen, Augenveränderungen, Krampfanfälle oder Festliegen. Häufige Ursachen sind Infektionen (z. B. Herpes-Virus, Borna-Virus, West-Nile-Virus, Zeckenenzephalitis), metabolische Erkrankungen, Kopfverletzungen, Tumore, Epilepsie oder Schlafstörungen. Erkrankungen des Rückenmarks äußern sich durch Gangstörungen und fehlende Koordination (Ataxie), Niederstürzen oder Festliegen. Häufige Ursachen sind Infektionserkrankungen, das „Wobbler Syndrom“ oder Rückenmarksverletzungen. Periphere Nervenerkrankungen, oft durch Verletzungen oder Entzündungen, zeigen sich häufig durch lokalisierte Veränderungen wie Gangstörungen oder Muskelatrophie.

Diagnostische Verfahren

Die Diagnostik neurologischer Erkrankungen beim Pferd umfasst verschiedene Bereiche. Die Bildgebende Diagnostik umfasst die Untersuchung eines Pferdes mittels digitaler Röntgentechnik, Ultraschall, Computertomografie (CT), Magnetresonanztomografie (MRT) und Szintigrafie.

Hirntumoren beim Pferd: Eine Herausforderung in der Diagnostik

Hirntumoren bei Pferden sind mit etwa 2-4,5 % der Hundepopulation gar nicht so selten. Sie können theoretisch in jedem Alter auftreten. Da diese Tumoren von außen nicht sichtbar sind, werden sie nur durch klinische Symptome und Auffälligkeiten erkannt. Umso wichtiger ist es, die ersten Anzeichen richtig zu deuten und rechtzeitig einen Tierarzt aufzusuchen.

Ein Hirntumor ist immer eine problematische Erkrankung, da er raumfordernd auf das Gehirngewebe drückt und, falls der Patient unbehandelt bleibt, in der Regel nach wenigen Monaten zum Tod führt.

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Was genau sind Hirntumoren?

Gehirntumoren im engeren Sinne gehen unmittelbar vom Nervengewebe des Gehirns aus. Etwas weiter gefasst zählt man auch alle Tumoren innerhalb des Hirnschädels sowie des Rückenmarks und Wirbelkanals dazu.

Hirntumoren im engeren Sinne sind alle Tumoren, die unmittelbar vom Hirngewebe ausgehen. Im weiteren Sinne werden häufig alle Massen innerhalb des Hirnschädels als Hirntumoren bezeichnet, die durch unkontrolliertes Zellwachstum entstehen. Ein solcher Tumor kann prinzipiell von Zellen aller Gewebe ausgehen und je nach Ursprungsgewebe eine unterschiedliche Aggressivität und Prognose aufweisen.

Bei Tumoren, die von den Hirnhäuten ausgehen, spricht man von Meningiomen. Diese Tumoren sind die häufigsten Tumoren im Gehirn unserer Hunde und gelten formal als gutartig. Da sie jedoch infiltrativ wachsen, Hirngewebe verdrängen und Druck ausüben können, sind diese Hirntumoren im weiteren Sinne oft sehr problematisch.

Wenn Zellen des kranialen Stützgewebes entarten und unkontrolliert wachsen, entstehen Astrozytome oder Gliome, die von den so genannten Gliazellen ausgehen. Sie sind die zweithäufigsten Hirntumoren des Hundes.

Auch die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) kann Tumoren entwickeln. Diese werden in gutartige Hypophysenadenome und bösartige Hypophysenkarzinome unterteilt und sind ebenfalls relativ häufig. Auch andere Tumoren wie histiozytäre Sarkome, Lymphome und Plasmozytome sind im Gehirn möglich. Ob ein solcher Tumor gut- oder bösartig ist, kann in der Veterinärmedizin nicht allein durch bildgebende Verfahren bestimmt werden. Generell unterscheidet man zwischen intraaxialen Raumforderungen, wenn die Tumoren direkt vom Hirngewebe ausgehen, und extraaxialen Raumforderungen, wenn sie nicht von Hirnzellen ausgehen.

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Symptome von Hirntumoren

Hirntumoren kann man von außen nicht sehen, so dass der Verdacht immer durch klinische Auffälligkeiten entsteht. Deshalb ist es wichtig, jede neurologische Veränderung abzuklären. Hunde mit Hirntumoren werden häufig mit folgenden Symptomen vorgestellt:

  • Krampfanfälle
  • Antriebslosigkeit
  • Unkoordinierte Bewegungen
  • Gangstörungen
  • Starren ins Leere
  • Erblindung
  • Deutlich vermehrte Wasseraufnahme
  • Muskelschwund

Alle Symptome können aber auch eine andere Ursache haben, so dass eine Selbstdiagnose zu Hause nicht möglich ist. Die sichere Diagnose bzw. der Ausschluss eines zentralnervösen Problems mit der richtigen Untersuchungsmethode ist bei all diesen Symptomen besonders wichtig. Die Unterschiede in den klinischen Symptomen hängen vor allem von der Lokalisation ab.

So verursachen Tumoren im Bereich des Großhirns typischerweise epileptische Anfälle. Ein Tumor im Bereich des Hirnstamms oder des Kleinhirns kann mit Gangstörungen und unkoordinierten Bewegungen einhergehen. Ein hypophysäres Adenom kann aktiv sein, dann zeigen die Patienten typische Symptome eines gestörten Hormonhaushaltes, z.B. Hyperadrenokortizismus was auch als Cushing-Syndrom bezeichnet wird. Typisch sind dann vermehrtes Trinken, verbunden mit vermehrtem Harnabsatz, Abbau der Muskulatur und schlechte Fellqualität. Das Adenom kann aber auch inaktiv sein. In diesem Fall werden die Patienten häufig mit Müdigkeit (Apathie), vermindertem Appetit oder im fortgeschrittenen Stadium mit Erblindung vorgestellt.

Diagnostische Verfahren zur Erkennung von Hirntumoren

Eine wichtige Rolle bei der Eingrenzung der Diagnose spielt die neurologische Untersuchung. Erhärtet sich hier der Verdacht auf einen Hirntumor, sind bildgebende Verfahren das Mittel der Wahl für die weitere Diagnostik. Mit der Magnetresonanztomographie (MRT) kann das Hirngewebe mit sehr gutem Kontrast dargestellt werden. Der Tumor selbst wird deutlich sichtbar und zusätzlich kann die Verschiebung des Hirngewebes durch einen Verdrängungseffekt der Raumforderung beurteilt werden. Um den Hirntumor herum ist oft eine zusätzliche Schwellung zu erkennen, die als Ödem bezeichnet wird.

Alternativ kann auch die Computertomographie (CT) eingesetzt werden, wenn keine MRT zur Verfügung steht. Allerdings ist hier der Kontrast deutlich schlechter und die Diagnosestellung und Differenzierung in einigen Fällen deutlich erschwert. Wie bei der CT ist auch bei der MRT eine kurze Narkose notwendig, um das Tier zu lagern und die Untersuchungen in hoher Qualität durchführen zu können. Bei Hirntumorpatienten, insbesondere bei Tieren, die bereits einen Krampfanfall erlitten haben, muss ein Anstieg des intrakraniellen Drucks vermieden werden. Stress und übermäßige Belastung sind zu vermeiden. Optimal ist es, wenn der Kopf auch im Liegen leicht erhöht ist.

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Eine definitive Diagnose durch eine Probeentnahme (Biopsie) wird heute in der Veterinärmedizin nur selten durchgeführt, manchmal ist aber die Punktion von Liquor (Gehirnwasser) hilfreich.

Gutartig oder bösartig?

Bei etwa der Hälfte der Patienten wird ein gutartiger Gehirntumor, zum Beispiel ein Meningiom oder ein Adenom der Anhangdrüse diagnostiziert. Leider kann aber auch ein Meningiom in vielen Fällen ein infiltratives Wachstum zeigen und tendiert nach einer Operation dazu zurückzukommen, also zu rezidivieren. Metastasen sind im Allgemeinen bei Gehirntumoren eher selten. Zum Staging bei diesen Tumoren gehört dennoch ein Brustkorbröntgen und ggf. ein Bauchultraschall oder eine Ganzkörper-Computertomographie.

Behandlungsmöglichkeiten von Hirntumoren

Je nach Lokalisation können Gehirntumoren zwar operiert werden, allerdings darf dabei nicht vergessen werden, dass die Mehrheit der Gehirntumoren ein infiltratives Wachstum zeigt. Diese Infiltration wird durch die Operation nicht behandelt, der Tumor kann also in vielen Fällen nicht vollständig entfernt werden. Bei diesen Fällen ist es eine Frage der Zeit, bis die übrig gebliebenen Zellen eine neue Masse bilden. Zusätzlich sind Operationen am Gehirn sehr anspruchsvoll und mit einem hohen Komplikationsrisiko verbunden.

In Gegensatz dazu ist die Strahlentherapie heutzutage technisch in diesen Lokalisationen sehr gut und sicher durchführbar. Der infiltrative Teil des Tumors wird dabei mitbehandelt, die Patienten zeigen in den meisten Fällen eine schnelle klinische Besserung und die publizierten Strahlentherapie-Protokolle haben selten deutliche Nebenwirkungen.

Damit ein Gehirntumor bestrahlt werden kann, ist eine Computertomographie als Planungs-CT notwendig. Es wird dabei eine spezielle Lagerungshilfe mit Beißblock, einem Gebissabdruck und einer Vakuummatratze hergestellt. Auf den Schnittbildern wird in einem speziellen computerbasierten Planungssystem ein individueller Bestrahlungsplan erstellt. Dieses Vorgehen ermöglicht es den Tumor mit einer hohen Dosis zu bestrahlt, während das umliegende Normalgewebe geschont wird.

Für die genaue und präzise Bestrahlung von Gehirntumoren setzen wir individuelle Lagerungshilfen wie Vakuummatratzen, Gebissabdrücke und Beißkeile ein. Kunststoffmasken kommen bei EQUINOX HEALTHCARE nur in Ausnahmefällen zum Einsatz, da sie die Genauigkeit nur selten verbessern.

Rassespezifische Anfälligkeit

Es gibt keine deutliche Rasse- oder Geschlechtsprädisposition für einen Gehirntumor. Bei kurznasigen, sogenannten brachycephalen Rassen kommen intraaxiale Tumoren häufiger vor als bei anderen Hunderassen.

Prognose bei Hirntumoren

Je früher ein Hirntumor diagnostiziert wird, desto besser sind die Chancen auf eine lange Tumorkontrolle. Mit einer Strahlentherapie ist eine durchschnittliche Tumorkontrolle von zwei Jahren bei sehr guter Lebensqualität möglich. Dabei muss der Tumor nicht unbedingt verschwinden.

Differenzialdiagnosen: Cushing Syndrom und Equines Metabolisches Syndrom (EMS)

Bei der Diagnose von Hirntumoren ist es wichtig, andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen auszuschließen. Dazu gehören insbesondere das Equine Cushing Syndrom (ECS) und das Equine Metabolische Syndrom (EMS).

Equines Cushing Syndrom (ECS)

Das Equine Cushing Syndrom (ECS) ist die häufigste Hormonstörung bei Pferden und tritt besonders bei älteren Pferden ab dem 15. Lebensjahr auf. Beim Cushing Syndrom ist der mittlere Teil der Hirnanhangdrüse beim Pferd betroffen. Dieser Teil wird als „Pars Intermedia“ bezeichnet. Aus diesem Grund wird die Krankheit international auch PPID (Pituitary Pars Intermedia Dysfunction) genannt. In der Pferdewelt hat sich dieser Begriff aber noch nicht wirklich durchgesetzt. Obwohl der Fachbegriff PPID die Krankheit beschreibender bezeichnet. Es handelt sich hierbei konkret um eine Störung der Hormonabgabe in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse). Bleiben an Cushing/PPID erkrankte Pferde unbehandelt, wird die Entstehung schwerwiegender Krankheiten, wie Hufrehe oder Infektionen, begünstigt.

Cushing wird auch zu den sogenannten Wohlstandkrankheiten gezählt, da die Erkrankung oft bei übergewichtigen, unterbeschäftigten und leichtfuttrigen Pferden festgestellt wird. In der freien Wildbahn tritt Cushing nicht auf, was vermutlich an der geringeren Energie- und Stärkezufuhr sowie der höheren Aktivität liegt.

Untersuchungen haben ergeben, dass 20% bis 30% der Pferde, die älter als 15 Jahre waren, an Cushing erkrankt sind. Das heißt, dass etwa 1 von 5 Pferden über 15 Jahren an Cushing erkrankt. Zudem stellte sich heraus, dass nur ein kleiner Teil der Besitzer dieser Pferde wusste oder erkannte, dass ihre Pferde an dieser Krankheit litten. Obwohl die Wahrscheinlichkeit geringer ist, können auch schon jüngere Pferde an Cushing erkranken. In Deutschland wird die Diagnose Cushing, bzw. PPID, immer häufiger gestellt. Das liegt zum einen daran, dass das Bewusstsein der Pferdebesitzer für diese Erkrankung steigt und Symptome schneller erkannt werden. Zum anderen werden die Pferde immer älter, wodurch die Wahrscheinlichkeit von altersbedingten Erkrankungen steigt. Für eine sichere und schnelle Diagnose wurden spezifische Bluttests sowie Untersuchungsmethoden entwickelt. Der Tierarzt kann also einen Anfangsverdacht schnell bestätigen und mit der Behandlung beginnen.

Cushing ist eine sehr komplexe Hormonerkrankung, die verschiedene Prozesse im Pferdekörper beeinflusst. Bei Cushing handelt es sich konkret um eine Erkrankung der Hirnanhangdrüse (Hypophyse). Bei gesunden Pferden schüttet die Hirnanhangdrüse das Hormon ACTH (Adrenocorticotropes Hormon) geregelt aus. ACTH stimuliert die Nebenniere, Kortisol zu produzieren. Kortisol hat einen Einfluss auf fast alle Organe. Die Hormone gelangen über den Blutkreislauf in den Körper. Leidet dein Pferd unter dem Cushing Syndrom, wird im Hypothalamus die Produktion des Botenstoffes Dopamin stark eingeschränkt. Eine wichtige Aufgabe von Dopamin ist aber die Kontrolle der Produktion von dem Hormon ACTH.

Die Symptome von Cushing sind sehr verschieden und variieren in der Ausprägung je nach Krankheitsverlauf. Es kann nur schwierig „das eine“ Symptom von Cushing genannt werden. Das Gleiche gilt für die Begleiterkrankungen, die auf Cushing hinweisen können, da viele auch Bestandteil anderer Erkrankungen sind. Gerade am Anfang der Erkrankung ist es oft schwierig, die Veränderungen am Pferd auf Cushing zu beziehen. Das auffälligste Symptom ist das oft lockige Fell und der gestörte Fellwechsel im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit. Auch Hufrehe wird häufig mit Cushing in Verbindung gebracht. Grund hierfür ist der gestörte Zuckerstoffwechsel bei Pferden mit Cushing, der eine zusätzliche Empfindlichkeit gegenüber einer zuckerreichen Fütterung bewirkt.

Pferde, die an der Hormonstörung erkranken, verändern oft ihr Verhalten. Sie wirken schlapp, träge und erschöpft, auch ohne große Anstrengungen. Bei einem älteren Pferd wird Trägheit und/oder verringerte Leistung gern dem Alter zugeschrieben. Aber es kann sich dabei auch um erste Anzeichen dieser Krankheit handeln. Darüber hinaus kann sich die Bemuskelung deines Pferdes ändern. Andere Symptome sind unter anderem leichtes bis starkes Schwitzen, eine vermehrte Wasseraufnahme und erhöhter Harnabsatz, erhöhte Anfälligkeit für Infektionen durch ein geschwächtes Immunsystem, verringerte Fruchtbarkeit sowie eine unnatürliche Fettverteilung (z.B. Langes „Winterfell“ auch im Sommer. Veränderte Fettverteilung, z.B.

Die Abgrenzung zu EMS (Das Equine Metabolische Syndrom) ist nicht einfach zu treffen. Hufrehe, eine Insulinresistenz sowie eine unnatürliche Fettverteilung sind auch bei EMS typische Symptome. Nur dein Tierarzt kann eine aussagekräftige Diagnose stellen und Cushing von EMS abgrenzen.

Seit einigen Jahren ist die Diagnose von Cushing einfach: Alles, was der Tierarzt für einen Cushing Test bei deinem Pferd benötigt, ist eine Blutprobe. Diese wird auf ein Hormon untersucht: das ACTH-Hormon der Hirnanhangsdrüse. Beachte dabei jedoch, dass der ACTH Wert und die damit verbundenen Normwerte je nach aktueller Jahreszeit stark schwanken können. Von November bis Juli sollte der ACTH Wert eines gesunden Pferdes unter 29 pg/ml liegen. Von August bis Oktober unter 47 pg/ml. Ein deutlich höherer ACTH Wert weist oftmals auf eine Cushing-Erkrankung hin. Darüber hinaus werden weitere Hormone, wie z.B. Die besten Monate für diese Untersuchung sind August bis einschließlich Oktober.

Sobald dein Tierarzt dein Pferd untersucht und die Diagnose gestellt hat, wird er dein Pferd weiter therapeutisch begleiten und regelmäßig untersuchen. Zwar ist Cushing noch nicht heilbar, aber mit der entsprechenden Medikation gut behandelbar. Diese Medikation sorgt für eine Eindämmung der Hormonproduktion in der Hirnanhangdrüse. Wird die Diagnose rechtzeitig gestellt, kann dies dafür sorgen, dass dein Pferd nicht unter den Komplikationen von Cushing wie Hufrehe, Trägheit und Fellveränderungen leidet. Auf jeden Fall werden mit der Medikation die Symptome verzögert oder abgeschwächt. Erste Linderungen können durch die Medikamente, abhängig vom Pferd, schon nach einigen Wochen eintreten. Normalerweise wird die Therapie mit einer geringeren Dosierung gestartet, um dein Pferd an das Medikament zu gewöhnen und mögliche Nebenwirkungen wie Appetitlosigkeit oder Müdigkeit zu vermeiden.

Lasse neben der Medikation zusätzliche Maßnahmen zur Gesunderhaltung deines Pferdes nicht außer Acht. Wenn der Fellwechsel bei deinem Pferd zu lange dauert, kannst du es bei Bedarf scheren. Dies sorgt für eine bessere Klimaregulierung und beugt Hautkrankheiten vor. Aber nicht alle Cushingpferde müssen generell geschoren werden. Dadurch kann der Hautstoffwechsel nämlich auch dazu verleitet werden, noch träger zu werden. Passe die Bewegung dem Gesundheitszustand deines Pferdes an. Müdigkeit und Trägheit haben häufig nichts mit fehlender Leistungsbereitschaft zu tun. Sie sind eher ein Zeichen dafür, dass sich dein Cushing-Pferd nicht so wohl fühlt in seiner Haut.

Die Anpassung des Futtermanagements leistet einen wichtigen Beitrag bei der Behandlung von Pferden mit Cushing. Dabei solltest du vor allem auf zucker- und stärkereduzierte Futtermittel zurückgreifen und auch dein Raufutter regelmäßig auf den Zuckergehalt überprüfen lassen. Eine Reduzierung des Weidegangs, gerade im Frühjahr und Herbst oder bei extremen Wetterlagen, wenn der Fruktangehalt im Gras sehr hoch ist, sollte unbedingt in Betracht gezogen werden. Um dein Pferd ausreichend mit Vitaminen und Mineralstoffen zu versorgen, empfiehlt sich ein hochwertiges Mineralfutter. Auch entzuckerte Rübenschnitzel, wie Pavo SpeediBeet oder Pavo FibreBeet, sind für dein Pferd eine gute Wahl, da sie aufgrund ihres niedrigen Zuckergehalts und ihres hohen Rohfasergehalts eine ausgezeichnete Raufutterquelle für den Dickdarm darstellen. Sollte dein Pferd mit Cushing neben Raufutter und Mineralfutter zusätzliche Energie benötigen, dann setze ausschließlich auf zucker- und stärkearme Kraftfuttersorten, wie das Müsli Pavo 18Plus. Dieses Seniorenfutter enthält einerseits weniger Stärke und Zucker und andererseits mehr Aminosäuren, Öl und Vitamin E, die den entsprechend höheren Bedarf älterer Pferde decken. Auch geeignet als Müsli für Cushing Pferde ist das getreide- und melassefreie Kräutermüsli Pavo Care4Life. Übergewicht kann den Hormonhaushalt belasten und einige Symptome von Cushing verstärken. Daher ist es wichtig, dein Fütterungsmanagement so anzupassen, dass dein Pferd an Gewicht verliert, um den Hormonhaushalt zu entlasten. Wenn du dein Pferd ab und zu mit schmackhaften Leckerlis belohnen möchtest, achte hier vor allem auf natürliche und zuckerreduzierte Produkte, wie z.B. die Healthy Treats. Sei dennoch sparsam mit der Ration.

Es gibt also einige wichtige Punkte, die du bei der Fütterung von Cushing-Pferden beachten solltest. Hast du noch Fragen oder bist du dir unsicher, wie du dein Cushing-Pferd mit einer angepassten Haltung und optimierten Fütterung unterstützen kannst? Cushing ist eine komplexe Erkrankung des Hormonhaushalts mit unterschiedlichen Erscheinungsbildern. Aber wie du siehst: Die Diagnose Cushing ist kein Hindernis für eine lange gemeinsame und schöne Zeit mit deinem Pferd.

Equines Metabolisches Syndrom (EMS)

Da inzwischen die Diagnose ECS immer häufiger und manchmal auch allzu schnell gestellt wird, vermuten Wissenschaftler, dass es sich nur bei wenigen Fällen um ein echtes Equines Cushing Syndrom handelt, sondern bei dem größeren Teil der betroffenen Pferde um ein Pseudo Cushing Syndrom als Folge eines fütterungsbedingten EMS (Equines Metabolisches Syndrom).Die Symptome sind identisch, die eigentliche Ursache ist aber nicht genetisch, sondern fütterungsbedingt. Ein nicht behandeltes EMS kann sich also möglicherweise langfristig zu einem Cushing Syndrom entwickeln.

Weitere mögliche Ursachen für neurologische Symptome

Neben Hirntumoren, ECS und EMS gibt es noch weitere Erkrankungen, die neurologische Symptome bei Pferden verursachen können. Dazu gehören:

  • Infektionen: Borna-Krankheit, West-Nil-Virus, Herpesvirus
  • Verletzungen: Kopfverletzungen, Rückenmarksverletzungen
  • Andere Tumoren: Lymphome

Die Bornasche Krankheit

Neurologischen Störungen, Orientierungslosigkeit, Koordinationsschwierigkeiten - wenn ein Pferd von der Bornaschen Krankheit befallen ist, dann zählt jede Sekunde. Die Bornasche Krankheit oder auch Borna-Krankheit ist erstmals 1885 in der Stadt Borna geschichtlich erwähnt und beschrieben worden, ein ganzes Regiment der Kavallerie ist an der Krankheit gestorben. Bekannt ist das Krankheitsbild wohl schon seit 1660. Verursacher der Bornaschen Krankheit ist der Borna-Desease-Virus (BDV), kurz Borna-Virus genannt. Bei der möglichen Auslösung der viralen Infektionskrankheit werden Gehirn und Rückenmark sowie das gesamte Nervensystem des Pferdes oder Schafes befallen. Bezeichnet wird die Krankheit auch als „Kopfkrankheit“ oder „Seuchenhaft ansteckende Gehirn-Rückenmarks-Entzündung der Pferde bzw. der Einhufer“. Der Virus ist verwandt mit Tollwut-, Masern- und Staupe-Erregern und kann auch auf den Mensch übertragen werden. Im Normalfall bilden sich bei einer Infektion Antikörper und die Krankheit selbst bricht nicht zwangsläufig aus. Die Erkrankungsrate infizierter Pferde liegt bei 5 Prozent, die Todesrate bei erkrankten Pferden bei 90 Prozent.

Vom Wirtstier Pferd oder Schaf erfolgt die Übertragung des Borna-Virus direkt über Speichel, Augen- oder Nasensekrete, Schweiß und Urin oder durch Einatmung über die Atemluft. Die häufigste Ansteckungen durch den Borna-Virus wurden in den Monaten April bis Juni nachgewiesen, die Inkubationszeit liegt beim Freizeitpferd bei etwa zwei Wochen, bei anderen Tieren erfolgt der eigentliche Ausbruch der Krankheit oft erst nach Monaten. Es lassen sich zahlreiche klassische Symptome nennen: Apathie und starke Reizbarkeit durch Licht und Lärm neben schläfrigem Erscheinungsbild. Es können Kaubeschwerden wie das „Leerkauen“, also Kauen ohne Nahrung, oder völlige Futterverweigerung auftreten, oftmals Temperaturerhöhung, Überempfindlichkeit einzelner Hautareale, Depression, Aggressivität gegen andere, Absondern von der Herde, Spasmen und Speicheln. Im weiteren Verlauf kommt es zu neurologischen Störungen, Kreislaufen, Kopftiefhaltung, Orientierungslosigkeit, Koordinationsschwierigkeiten, Einbrechen der Beine sowie Lähmungserscheinungen des Augennervs oder der Zunge. Im Endstadium kommt es zu Fieberschüben bis hin zu Festliegen mit Ruderbewegungen.

Der Nachweis des Borna-Virus erfolgt über einen Antikörpernachweis beim lebenden Tier per Titer-Test von Gehirnflüssigkeit oder Blutserum. Bei toten Tieren wird das Hirngewebe direkt untersucht. Ohne Laboruntersuchung ist keine sichere Diagnose möglich, da viele Symptome denen anderer Krankheitenentsprechen oder ähnlich sind, wie der Tetanus, Tollwut, Hirnhautentzündung oder Gehirntumoren. Leider ist eine Therapie der Bornaschen Krankheit nur eingeschränkt möglich, betroffene Tiere müssen aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr in der Regel getötet werden. Aktuell werden jedoch antivirale Medikamente sowie vom Menschen bekannte Psychopharmaka eingesetzt, die teilweise Wirkung zeigen. Der zuletzt zugelassene Impfstoff gegen den Borna-Virus wurde aufgrund starker Zweifel an der Wirksamkeit 1992 verboten, sodass heute weder Prophylaxe noch Prävention möglich sind. Heute tritt das Borna-Virus nachweisbar weltweit auf, neben Pferden und Schafen sind Fälle infizierter Katzen, Kaninchen, Ratten, Mäuse, Strauße, Papageien und Zootiere bekannt.

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