Leben mit Hirntumor: Frauen und Männer berichten über ihren Alltag und ihre Erfahrungen

Die Diagnose Hirntumor oder Krebs verändert das Leben grundlegend. Betroffene und ihre Angehörigen stehen vor großen Herausforderungen. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen von Frauen und Männern mit Hirntumoren und anderen Krebsarten, ihren Umgang mit der Krankheit, die Bedeutung von sozialer Unterstützung und die Suche nach Lebensqualität trotz der Diagnose.

"Ich bin lange über meinem Ablaufdatum" - Alexander Ewen und sein Leben mit Glioblastom

Alexander Ewen erhielt im Mai 2016 die Diagnose Glioblastom, eine besonders aggressive Form von Hirntumor. Die Prognose war düster: maximal zwei bis drei Jahre Überlebenszeit. Doch Alexander Ewen ist ein Kämpfer. "Sterben ist nicht!", war sein Motto von Anfang an.

Nach der Operation folgten Tablettenchemo und Bestrahlung. Trotz der körperlichen Belastung begann er schnell wieder zu arbeiten. Er trägt seit August 2016 durchgängig eine spezielle Therapie und ist von deren Wirkung überzeugt.

Alexander Ewen engagiert sich ehrenamtlich, unter anderem als Schwerbehindertenvertreter bei RTL, im Betriebsrat und als Mentor für Neupatienten mit Glioblastom. Er ist ein Beispiel dafür, dass man länger leben kann, als einem vorausgesagt wurde. Die Akzeptanz der eigenen Leistungsgrenzen sei aber ein langer Prozess. "Die Akzeptanz, dass man nicht mehr so leistungsfähig ist wie vorher, ist katastrophal. Und sich das einzugestehen tut auch weh." Dennoch feiert er jedes Jahr am 31. Mai seinen zweiten Geburtstag.

"Ich mag meinen Körper heute viel lieber als vor der Diagnose" - Katharina Kohnle und ihr positiver Blick auf das Leben nach Krebs

Katharina Kohnle erhielt 2015 die Diagnose Gebärmutterhalskrebs und 2021 Brustkrebs. Trotz dieser Schicksalsschläge blickt sie positiv in die Zukunft. "Ich möchte auf keinen Fall in mein Vor-Krebs-Leben zurück", sagt die 37-Jährige.

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Nach der Diagnose Brustkrebs entschied sie sich, die Brust abnehmen zu lassen und nicht wieder aufbauen zu lassen. "Das war einfach mein subjektives Sicherheitsempfinden. Ich vertrage so vieles nicht, reagiere auf vieles allergisch - ich wollte kein Silikon in meinem Körper haben." Sie definierte sich und Weiblichkeit nicht über Brüste.

Katharina Kohnle hat durch die Krankheit gelernt, bewusster zu leben. Sie kündigte ihren Bausparvertrag, kaufte sich einen Camper-Van und reiste in die Arktis, um Eisbären zu sehen. "Ich fülle meine nächsten fünf Jahre heute mit mehr, als ich früher die nächsten 20 Jahre gefüllt hätte."

"Ich war nie pessimistisch. Aber mein Optimismus ist noch viel größer geworden" - Marc Nowak und sein Kampf gegen den Lungenkrebs

Marc Nowak erhielt im Sommer 2020 die Diagnose Lungenkrebs mit Metastasen im Gehirn. Nach einer Operation zur Entfernung der Metastase und der Entfernung eines Teils der Lunge folgte eine Immuntherapie.

"Die Skepsis und der Sachverstand meines Arztes haben schlicht mein Leben gerettet!", sagt Marc Nowak. Er bezeichnet seinen Status als krebsfrei, aber nicht als geheilt. Über den Tod denkt er nicht viel nach, sondern konzentriert sich auf das Leben. "Ich denke aber viel mehr über das Leben nach. Und das bringt mir was!"

"Meine Frau ist für mich der Anker und das Leben" - Hubert Harbacher und die Bedeutung von Liebe und Partnerschaft

Hubert Harbacher erhielt an seinem 65. Geburtstag die Diagnose metastasierter Prostatakrebs. Für ihn brach eine Welt zusammen. Halt gab ihm seine Frau Doris. "Meinen Lebensmut habe ich nur durch die Stärke meiner Frau wiedergefunden."

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Dank einer Hormontherapie konnte das Wachstum der Metastasen gestoppt werden. Hubert Harbacher ist in psychotherapeutischer Behandlung und nimmt Stimmungsaufheller. "Heute fühle ich mich wie ein anderer - und ich fühle mich besser denn je! Ich bin glücklicher, unsere Beziehung ist noch intensiver."

Auch seine Frau Doris bestätigt die tiefe Verbundenheit: "Der Sex ist nicht mehr da, aber das ist nicht wichtig. Das einzig Wichtige ist, dass er da ist!"

Michaela Strodl: Heilung durch einen alternativen Lebensstil

Die Wienerin Michaela Strodl, ehemals Radio-Moderatorin, entschied sich nach der Diagnose Hirntumor gegen eine Operation und für ein alternatives Leben auf der Kanareninsel La Gomera. Dort lebte sie in einer Höhle ohne Strom und Wasser und ernährte sich einfach. Nach sechs Monaten verschwand der Tumor auf wundersame Weise.

Michaela Strodl fand ihr Glück in der Einfachheit und der Natur. Sie kehrte der Leistungsgesellschaft den Rücken und konzentrierte sich auf das Hier und Jetzt.

Helena Fürst: Einblicke in den Kampf gegen den Hirntumor

Helena Fürst, bekannt aus dem Reality-TV, zog sich aus der Öffentlichkeit zurück, nachdem bei ihr ein Hirntumor diagnostiziert wurde. Sie entschied sich gegen eine Operation, da die Risiken zu groß waren.

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Monatelang war sie auf Cortison angewiesen, was zu Schwellungen im Gesicht führte. Sie litt unter Seh- und Sprachstörungen. Helena Fürst kritisiert die Verlogenheit der TV-Branche und den Umgang ehemaliger Kollegen mit ihrer Krankheit.

Valentin: Vom Krebspatienten zum Medizinstudenten

Valentin erhielt mit 16 Jahren die Diagnose Hirntumor. Entgegen aller Erwartungen besiegte er den Krebs und ist heute Medizinstudent. Er berichtet von seinen Erfahrungen mit Operationen, Bestrahlung und Chemotherapie.

Valentin betont, wie wichtig es ist, niemals aufzugeben. Er hatte zwar eine geringe Überlebenschance, aber er kämpfte und schaffte es. Er ist dankbar für die Unterstützung seiner Familie, Freunde und des Klinikpersonals.

Leben nach Krebs: Sabrina und die finanziellen Herausforderungen

Sabrina überstand einen Hirntumor, hat aber mit Spätfolgen wie Migräne, Erschöpfung und Konzentrationsstörungen zu kämpfen. Sie ist seit zwölf Jahren Rentnerin und lebt unter dem Existenzminimum.

Sie kritisiert, dass Menschen nach einer Krebstherapie nicht mehr in die Kategorien von Arbeitsmarkt, Gesundheits- und Sozialsystem passen. Sie fordert mehr Unterstützung für junge Krebspatienten, um ihnen den Weg zurück ins Berufsleben zu erleichtern.

Rehabilitation nach Hirntumor: Unterstützung auf dem Weg zurück ins Leben

Eine Rehabilitation nach einem Hirntumor kann helfen, die körperlichen und seelischen Folgen der Erkrankung zu bewältigen. Sie umfasst medizinische Behandlungen, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und psychoonkologische Beratung.

Ziel der Rehabilitation ist es, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und ihnen die Rückkehr in den Alltag zu erleichtern.

Wohnen mit Hirntumor: Zwischen Selbstständigkeit und Unterstützung

Das Wohnen mit einem Hirntumor kann eine Herausforderung sein. Viele Betroffene wünschen sich ein selbstständiges Leben in den eigenen vier Wänden. Andererseits benötigen sie möglicherweise Unterstützung im Alltag, zum Beispiel bei der Körperpflege, der Haushaltsführung oder der Mobilität.

Wohnformen für Menschen mit Hirntumor

  • Selbstständiges Wohnen: Viele Menschen mit Hirntumor können weiterhin selbstständig in ihrer Wohnung oder ihrem Haus leben. Sie erhalten gegebenenfalls ambulante Unterstützung durch Pflegedienste, Haushaltshilfen oder andere Dienstleister.
  • Betreutes Wohnen: Betreutes Wohnen bietet eine Kombination aus selbstständigem Wohnen und ambulanter Betreuung. Die Bewohner leben in einer eigenen Wohnung oder einem Appartement und können bei Bedarf auf verschiedene Unterstützungsleistungen zurückgreifen.
  • Wohngemeinschaften: Wohngemeinschaften für Menschen mit Hirntumor können eine gute Alternative zum selbstständigen Wohnen sein. Die Bewohner leben zusammen in einer Wohnung oder einem Haus und unterstützen sich gegenseitig im Alltag.
  • Pflegeheim: Wenn die Selbstständigkeit nicht mehr gegeben ist und eine umfassende Betreuung und Pflege erforderlich ist, kann ein Umzug in ein Pflegeheim notwendig sein.

Finanzielle Unterstützung für das Wohnen

Die Kosten für das Wohnen mit einem Hirntumor können hoch sein. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung:

  • Pflegeversicherung: Die Pflegeversicherung übernimmt einen Teil der Kosten für die ambulante oder stationäre Pflege.
  • Sozialhilfe: Wenn das Einkommen und Vermögen nicht ausreichen, um die Kosten für das Wohnen zu decken, kann Sozialhilfe beantragt werden.
  • Wohngeld: Wohngeld ist ein Zuschuss zu den Wohnkosten für Menschen mit geringem Einkommen.
  • Stiftungen und Hilfsorganisationen: Es gibt zahlreiche Stiftungen und Hilfsorganisationen, die Menschen mit Hirntumor finanziell unterstützen.

Beratung und Unterstützung

Bei Fragen zum Wohnen mit einem Hirntumor können sich Betroffene und ihre Angehörigen an verschiedene Beratungsstellen wenden:

  • Krebsberatungsstellen: Krebsberatungsstellen bieten Informationen und Unterstützung zu allen Fragen rund um die Krebserkrankung, einschließlich des Wohnens.
  • Sozialdienste der Krankenhäuser: Die Sozialdienste der Krankenhäuser beraten Patienten und ihre Angehörigen zu sozialen und finanziellen Fragen.
  • Pflegestützpunkte: Pflegestützpunkte informieren und beraten zu allen Fragen rund um die Pflege, einschließlich der Wohnformen und der finanziellen Unterstützung.
  • Selbsthilfegruppen: Selbsthilfegruppen bieten die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen.

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